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99 Füße für ein aufrechtes Leben von Minenopfern!

Öffentliche Spendenaktions-Seite

Wir haben etwas Großes erreicht! Die Spendenaktion für Landminenopfer ist beendet!

Bernd W.
Bernd W. schrieb am 24.12.2021

Mein Dank an alle Spenderinnen und Spender meines Projektes „99 Füße für ein aufrechtes Leben von Minenopfern!“ zur Unterstützung der gemeinnützigen Organisation „Gemeinsam gegen Landminen (GGL)“

Im Jahr 2016 war ich auf einer kombinierten Urlaubs- und Arbeitsreise einige Wochen in Ostasien in verschiedenen Ländern unterwegs. Unter anderem in der Angkor Region bei Siem Reap in Kambodscha.

Was ich dort sehen musste, das lässt mich bis heute nicht los.

Diese vielen Menschen, ohne Arme, ohne Beine, übrigens Landminenopfer, die zur Bewegung auf einfachste Hilfsmittel, zum Teil Holzstöcke, angewiesen sind.

Im Herbst 2017 habe ich mir in Hamburg das linke oberen Sprunggelenk gebrochen. Diese  Verletzung macht mir auch jetzt Ende 2021 noch zu schaffen. Global gesehen ist das aber genauso wichtig, als ob in China ein Sack Reis umfällt.

Das Weiterleben nach dem Verlust eines Fußes, eines Beines, des Gehörs, des Augenlichts, oft in Kombination – DAS ist Tragik. Eine Tragik, die WIR gemeinsam begrenzen und sogar verhindern können.

Nach guter Recherche und mit Gottes Fügung habe ich mit der Organisation GGL aus Wien einen Projektpartner gefunden, der zuverlässig ist und in Thailand/Myanmar vor Ort praktische Hilfe leistet. Diesem gemeinnützigen Verein sind komplett alle eingegangenen Spenden zugeteilt worden.

Insgesamt haben wir alle gemeinsam 1.885 € gespendet!
Damit wurde das symbolisch gesetzte Ziel von 2.079 € fast erreicht.

Warum haben wir gespendet?

Die Prothesenwerkstatt in Mae Sot (Thailand) befand sich Ende 2019 in einem Transformationsprozess. Um die Hilfsleistungen für die Betroffenen zu verbessern und um ihnen die weite Anreise von Myanmar nach Thailand zu ersparen, entschied sich der GGL Projektpartner Mae Tao Clinic (MTC), die ehemalige Filiale in Klo Yaw Lay (Burma/Myanmar) zu einer größeren Einheit auszubauen. Der Betrieb dieser Einrichtung, in der zukünftig auch Physiotherapie angeboten wird, wurde vom langjährigen Projektpartner von ‚Gemeinsam gegen Landminen‘, vom Karen Department of Health and Welfare (KDHW) übernommen. MTC wird weiterhin als technischer Partner und bei Materialbeschaffungen helfen. Aufgrund der pandemiebedingten Grenzschließungen verzögerten sich die Pläne für die Übergabe und die Übersiedlung der Werkstattausstattung von Thailand nach Burma. Trotz der Einschränkungen gelang es aber den MitarbeiterInnen in Klo Yaw Lay, 2020 mehr als 100 Betroffene mit kostenlosen Prothesen zu versorgen.

Doch 2021 wurde die Situation der Werkstatt nicht nur durch die Pandemie extrem erschwert. Der brutale Militärputsch in Burma machte die aufkeimende Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Sicherheit wieder zunichte. Die gewählten VolksvertreterInnen, unter ihnen die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, wurden vom Militär unter Arrest gestellt, der Ausnahmezustand wurde verhängt, friedliche Proteste werden gewaltsam unterdrückt.

Die aktuellen Geschehnisse erinnern den GGL-Projektleiter Thaw Tu Htoo an die grauenvollen Zeiten der brutalen Verfolgung der ethnischen Minderheiten durch das burmesische Militär. Noch heute leiden ca. 5 Millionen Burmesen unter den zigtausenden Landminen, die damals zum Großteil von burmesischen Truppen verlegt wurden. Nun ist eine neuerliche Verminung zu befürchten.
 
Die Volksgruppe der Karen, die durch die Arbeit von Gemeinsam gegen Landminen unterstützt wird, ist davon besonders hart betroffen. Um sie vor der tödlichen Gefahr zu warnen, finanziert GGL bereits seit mehr als 10 Jahren neben der Prothesenwerkstätten weitere Projekte zur Minenrisiko-Aufklärung. Unermüdlich besuchen die Teams abgelegene Dörfer und die Camps von innerstaatlichen Flüchtlingen und erklären den Menschen, wie sie sich vor einem Minenunfall schützen können.

Der Teamleiter berichtete uns von der Behinderung seiner Arbeit: „Das Militär verstärkt seine Präsenz überall und errichtet Kontrollposten, konfisziert Hilfsgüter. Wie in den schlimmen Zeiten der Militärjunta müssen wir weite Umwege nehmen, um sicher zu den Dörfern zu gelangen. Das kostet viel Zeit und Geld.“

Auch in der Prothesenwerkstatt schrillen die Alarmglocken. Seongmin, der Projektmanager, berichtet: „Die Situation in Burma ist wirklich besorgniserregend! Von Tag zu Tag wird die Gewalt schlimmer. Neben unseren gewöhnlichen Tätigkeiten müssen wir für die wachsende Zahl von Opfern der Militärgewalt Hilfe leisten. Doch es wird immer schwieriger, Verbandsmaterial und die Werkstoffe für die Prothesen nach Burma zu bringen.“

Dabei darf es für beide Projekte keine Unterbrechungen geben! Gerade in dieser neuen Bedrohungslage ist das Wissen über die Gefahr von Sprengfallen und Blindgängern überlebenswichtig. Und Minenopfern droht ohne eine Prothese ein Leben in Armut und Verzweiflung!

Die Europäische Union hat ihre Entwicklungshilfe für Burma/Myanmar ausgesetzt – die finanzielle Unterstützung soll den Putschisten nicht zugutekommen. Doch GGL lässt seine Projektpartner in dieser Situation nicht alleine! Mehr denn je wird Unterstützung gebraucht. Die GGL-Hilfe geht unmittelbar an den vertrauenswürdigen Projektpartner KDHW – die Exilregierung der unterdrückten Minderheit der Karen. Sie ermöglicht kostenlose Prothesen und Aufklärung, die nachweislich Leben rettet.

Herzlichen Dank

Ich bin Bernd Wenske und ich beende jetzt die Spendenaktion „99 Füße für ein aufrechtes Leben von Minenopfern“. GGL Austria hat die Spendengelder in zwei Teilen ausbezahlt bekommen. Allen die mitgemacht haben, gilt mein Dank, von der kleinsten Spende über 1 € bis zur größten Einzelspende über 693 €. Jeder Euro ist wichtig und viel Wert für die Arbeit vor Ort in Ostasien.

Wenn Sie den Zweck der Arbeit für Landminenopfer und gegen Landminengefahren weiter unterstützen möchten, dann helfen Sie bitte mit und sichern Sie diese Arbeit durch eine direkte Spende an die GGL: https://www.landmine.at/helfen/meine-spende-fuer-burma/

Ein paar Fotos von der aktuellen Arbeit sind in diesem PDF zu sehen.