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Annes Plastik-Pause

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Tag 3 & 4

Anne Z.
Anne Z. schrieb am 29.01.2015

Als ich am Mittwochmorgen aus dem Haus will, sehe ich, dass
das übliche englische Regenwetter eingesetzt hat, von dem ich die Tage zuvor
verschont geblieben bin. Ganz automatisch will ich zum Regenschirm greifen, da
stelle ich fest: Der ist ja auch aus Plastik! Ob es wohl auch Regenschirme aus
gewachster Baumwolle gibt…? Da der Regen nicht so stark war, beschließe ich,
dass meine Kapuze reichen muss. Eine Entscheidung, über die ich später ganz
froh bin, denn bei dem Sturm, der draußen tobt, würde ich mit Schirm glatt
weggeweht werden.



Am Nachmittag treffe ich mich zum Italian Cafe, einem
gemütlichen Zusammensitzen, bei dem einige italienische Studenten uns, die die
Sprache lernen wollen, ein bisschen weiterhelfen. Dazu wird immer original
italienischer Espresso serviert – allerdings in Plastikbechern. Aber ich bin
vorbereitet und habe mir eine Tasse eingepackt. Ironischerweise gibt es
ausgerechnet heute keinen Espresso. Immerhin aber auch keine Kekse, die sind
nämlich auch in Plastik verpackt und den anderen beim Keksefuttern zuschauen zu
müssen, wäre wirklich eine Herausforderung gewesen.



Als ich mein Brot mit vegetarischem Aufstrich bestreiche,
den es hier leider nur im Plastikbecher und nicht wie zu Hause in Deutschland
im Glas
gibt, überlege ich, ob ich mir denn nicht selbst Aufstrich machen
könnte. Zeit, mal wieder das Internet um Rat zu fragen. Rezepte für
vegetarische Brotafstriche gibt es zahlreiche, leider braucht man für so
ziemlich alle einen Mixer
, den ich leider nicht habe.



Während ich fleißig auf meinem Laptop tippe, fällt mir auf,
dass ich immer noch meine schnurlose Maus benutze, die natürlich auch aus
Plastik besteht. Ich habe vor Anfang an beschlossen, nicht auf den Laptop zu
verzichten, aber brauch ich eine extra Computermaus, wenn der Laptop doch ein
Touchpad hat? Also weg damit in die Schublade. Am Anfang greife ich immer noch
automatisch nach rechts, aber nach einer Weile habe ich mich an das Touchpad
gewöhnt. Ich habe allerdings das Gefühl, dass es doch um einiges umständlicher
ist, als mit der Maus. Aber man stelle sich vor: Beim plastikfreien Onlineshop
plasno
werden tatsächlich plastikfreie Computermäuse angeboten!



Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Soße. Nudeln konnte ich
leider nicht ohne Plastikverpackung entdecken
, aber irgendwas muss ja zu der
Soße dazu. Die ist nämlich immerhin plastikfrei: Kürbis-, Auberginen-, und
Karottenstückchen mit Knoblauch angebraten und dann Pastasoße aus dem Glas
dazu. Beim Essen denke ich mir, dass die Soße mit Kartoffeln darin auch einen
recht leckeren Eintopf abgegeben hätte
, der dann tatsächlich plastikfrei
gewesen wäre.



Kartoffeln kommen also auf meine Einkaufsliste für heute,
denn am Donnerstag ist endlich der heißersehnte Markt auf dem Campus. Die
einzige wirkliche Möglichkeit für mich, an plastikfreie Lebensmittel zu kommen
und selbst das ist gar nicht so einfach. Am Obst- und Gemüsestande findet man
immer mehr unnötige Plastikverpackungen. Auberginen zum Beispiel habe ich immer
unverpackt bekommen, jetzt stecken auch sie in einer Plastikhülle. Trotzdem
finde ich reichlich unverpacktes Obst und Gemüse. Wenn man den gefüllten Korb
dann zu den Verkäufern rüberreicht, muss man ihnen seine eigene Tasche sofort
ebenfalls in die Hand drücken
, sonst wird alles in Plastiktüten gestopft. Dann
kommt der Höhepunkt meines Einkaufs: Am Bäckerei-Stand erstehe ich ein
richtiges Brot (German Rye heißt die Sorte lustigerweise sogar) – und zwar
plastikfrei. Normalerweise stecken die Leute am Stand das Brot erst in eine
Papiertüte und dann samt der Papiertüte in eine Plastiktüte. Um das direkt zu
verhindern, frage ich die Verkäuferin: „Could you please NOT put it in a
plastic bag?“
Sie versteht mich erst nicht, fragt noch mal nach. Ich wiederhole
mein Anliegen und sie nickt – und holt eine Plastiktüte für mein Brot hervor.
Ich erkläre ihr noch mal, dass ich gerade das nicht wollte und nehme dann
glücklich das frische Brot in seiner Papiertüte entgegen und trete mit meinen
Einkäufen den Heimweg an.