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Muraho Wazungu! ☺(so werden wir häufig freundlich begrüßt)

S. Moosmann
S. Moosmann schrieb am 04.02.2015

Nach zwei himmlischen Nächten im Paradise Malahide, ging es am 26. Januar auf den Congo Nile Trail. Dieser führte uns am Ostufer des Lake Kivu entlang in Richtung Kinunu. Wir waren sofort von der Kombination aus landschaftlichen Reiz, dem nahem Kontakt zu den Einheimischen und sportlicher Aktivität begeistert. Noch im Paradise Malahide trafen wir auf die drei humorvollen Engländerinnen, Kate, Jo und Rawen. Tatsächlich sind das die ersten Mädels, die wir mit Rad getroffen haben. Wie sich herausstellte, hatten sie die ersten zwei Tage denselben Weg. Immer wieder begegneten wir uns und suchten schließlich abends zusammen Unterschlupf in der Kinunu Coffee Washing Station. Einer netten Unterkunft, welche wir so abgeschieden wahrlich nicht erwartet hätten. Nebenan konnte man den Verarbeitungsprozess der Kaffeebohne bestaunen.

Am nächsten Morgen starteten wir früh nach Kibuye. Wie sich herausstellte, war dies sehr sinnvoll. Aus einem unglaublich schönen Singletrail durch Schilfhaine, an kleinen Lehmhüttchen vorbei und mit Sicht auf unzählige Inseln des Kivusees, entwickelte sich diese als anspruchsvollste Etappe unserer gesamten Tour!!!

Der Weg wurde immer unwegsamer, schon bald mussten wir zu zweit jeweils unsere Räder mit dem schweren Gepäck durch Schlammlöcher zerren. Ihr wollt nicht wissen wie wir und die Räder aussahen! ☺ Nach 4 Stunden hatten wir gerade mal 15 km geschafft. Allerdings waren es nach Kibuye 62 km. Über mehr als 2 Stunden trafen wir auf keinen, der englisch oder französisch verstand. So waren wir über längere Zeit im Glauben, dass wir uns verfahren hätten. Die Sonne brannte und wir glaubten schon irgendwo in einem kleinen Dorf im Privaten nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragen zu müssen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir aber tatsächlich erschöpft und völlig hungrig in Kibuye an. Rückblickend betrachtet war es trotzdem einer der schönsten und abenteuerreichsten Tage unserer Tour! ☺

Die letzten 2 Tage auf dem Congo Nile Trail waren nicht mehr ganz so beeindruckend, da wir die ganze Zeit auf der normalen Strasse unterwegs waren. Da diese gerade im Bau ist, war ein ständiger Wechsel von Baustelle, staubiger Piste und Teer. Wir freuten uns sehr, als sich herausstellte, dass wir in einem Internat mit 1000 Schülern übernachten durften. Der Empfang war sehr herzlich und wir wurden auf Schritt und Tritt von einer Kinderschar begleitet.

Nachdem wir nun 4 Tage lang Richtung Süden gefahren waren, erwartete uns nun die Durchquerung des Nyungwe Forests in östliche Richtung. Der 1020 km2 große Nationalpark hat ein sehr kühles Klima, da das Gebiet zwischen 1600m und 2950m hoch liegt. Er schützt das Ökosystem eines der besterhaltenen Bergwälder in Ostafrika. Es waren immer seltener Menschen zu sehen, so waren wir meist allein zwischen riesigen Bäumen, lautem Vogelgezwitscher und spielenden Affen. Die Idylle wurde nur gelegentlich von vorbei rasenden Bussen und LKWs gestört. Ansonsten konnten wir uns völlig dem stundenlangen kontinuierlichen bergauf Fahren widmen.

Am 1. Februar ging es dann nach Butare (seit 2006 im Zuge einer Verwaltungsreform umbenannt in Huye). Die ruandische Universitätsstadt hat ca. 100000 Einwohner und gilt als kulturelles und intellektuelles Zentrum Rwandas. Hier werden wir einige Tage verweilen, da sich in den umliegenden Dörfern einige unserer Frauengruppen befinden, welche wir besuchen möchten.

Rwanda wird übrigens das Land der 1000 Hügel genannt. Doch wir sind uns mittlerweile sicher, dass da einige Hügel nicht mitgerechnet wurden.

Ihr fragt euch sicherlich, wie wir uns beim Radeln denn so "über Wasser" halten. Cola, jede Menge Wasser und für Anna ganz viele Erdnüsse und Sarah isst täglich ne halbe Bananenstaude☺ Mittlerweile haben wir die 1100 km und 17.000 hm überschritten. 

Sonnige Grüße aus Butare,

Anna und Sarah

Ps: Die Fotos gibts wie immer auf der Projektseite von Kwizera bei Betterplace oder auf unserer Homepage http://www.kwizera.de unter Benefizradtour/Aktuelles