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Dr. Laurie Marker: Im Wettlauf gegen das Aussterben der Geparden

Lisa-Sophie Meyer
07.03.2019

Die Menschen hinter den Projekten zu treffen ist für uns bei betterplace immer großartig. Was treibt diese Menschen an, die Welt zu einem besseren Ort zu machen? An welchem Moment haben sie entschieden, dass sie handeln müssen und nicht länger zuschauen können? Vor drei Wochen war Dr. Laurie Marker bei uns zu Besuch. Als Gründerin und Geschäftsführerin des Cheetah Conservation Funds erzählt sie uns ihre Geschichte.

Eigentlich Amerikanerin lebt Laurie Marker seit Jahrzehnten in Namibia und hat sich dort einer Sache verschrieben: dem Schutz von Geparden. Als sie in den 1970ern das erste Mal Namibia besuchte, lernte sie Erschreckendes: Bauern töteten in dem südafrikanischen Land jedes Jahr bis zu 900 Geparden. Es gab keine Ideen, wie die Großkatzen und Bauern sinnvoll zusammen leben konnten – die Angst um die eigenen Nutztiere ließ ihnen damals keine andere Möglichkeit, als sich des natürlichen Feinds zu entledigen. Hinzu kommt der illegale Haustierhandel mit Geparden, der auch heute noch eine große Gefahr für die Tiere darstellt. Laurie Marker erzählt von schockierenden Zahlen: Für jeden Gepard, der als illegales Haustier irgendwohin gelangt, sterben 4 bis 5 Gepardenbabys in den aufgestellten Fallen, durch die Bedingungen des Schmuggels und Mangel an Wissen und Fürsorge auf dem Weg. All das führte dazu, dass der Gepard zu der bedrohtesten Großkatze Afrikas wurde.

“Je mehr ich erfuhr, umso mehr wollte ich tun,”* berichtet sie uns. Dann beschreibt sie etwas, das sie den “Die-Faktor” (“They-Factor”) nennt:

“Wir glauben immer, dass ‘die’ sich schon kümmern werden. Aber es gibt keine ‘die’. Der einzige Weg, wie sich Dinge ändern, ist wenn jemand anfängt.”

Und Laurie Marker fing einfach an. 1990 gründete sie schließlich den Cheetah Conservation Fund (CCF), der durch Forschung und Aufklärung vor Ort versucht, die Gepardenpopulation zu schützen und wieder zu stärken. “Als ich den CCF 1990 gründete waren, seit ich in den 70ern das erste Mal in Namibia war, ca. 10.000 Geparden getötet worden – das sind mehr, als heute noch weltweit leben,” erzählt sie. Nur noch ca. 7.500 freilebende Geparden gibt es heute. Dazu kommen etwa 1.800, die verteilt in 45 Ländern der Welt in Zoos leben.

Der CCF arbeitet seit Jahren eng mit der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) zusammen. Erst letzten Sommer konnte die betterplace-Community mit ihren Spenden an die AGA die Pflege und medizinische Versorgung von 8 aus Schmugglerhänden geretteten Gepardenbabys mitfinanzieren. In den letzten zehn Jahren allein konnte der CCF über 60 verwaiste Gepardenbabys wieder aufpäppeln und schließlich in die freie Wildbahn entlassen.

Doch viel wichtiger als die Pflege der Geparden ist Laurie Marker die Befähigung der Bevölkerung: “Es geht nicht um die Geparden. Es geht um die Menschen. Da ist ein Mangel an Aufklärung und ein Mangel an Wissen.” Deswegen forscht der CCF kontinuierlich, um das Verhalten der Geparden besser zu verstehen – und schließlich zu verstehen, wie sie besser geschützt werden können. Dieses Wissen wird weitergegeben, genau wie speziell trainierte Herdenschutzhunde, die das Vieh der Landwirt*innen vor Ort vor Geparden schützen sollen – so dass Landwirtschaft und Geparden friedlich nebeneinander existieren können.

Laurie Marker ist überzeugt, dass jede*r ein Sache hat, die einem am Herzen liegt und für die man kämpfen will: “Für mich waren es die Geparden. Ich hab ihnen einmal in die Augen geguckt und zack, war’s geschehen.”

*Zitate aus dem Englischen übersetzt.