Newsletter Weltmenstruationstag Teil 2
Hallihallöchen alle zusammen,
ich hoffe, ihr hattet bisher einen schönen Mai.
Im heutigen Newsletter soll es um die Problematik gehen, die überhaupt erst zur Gründung von Lionne geführt hat: Periodenarmut. Aber was ist das überhaupt?
Viele menstruierende Personen haben nicht genügend Geld, um sich mit Menstruationsprodukten zu versorgen. Diese Problematik betrifft weltweit schätzungsweise 500 Millionen Menschen und nicht nur im globalen Süden ist das ein Problem, sondern auch in Deutschland: Laut einer Studie von Plan International geben 23 Prozent der Mädchen und Frauen in Deutschland an, dass die monatlichen Ausgaben für die Periode eine finanzielle Belastung darstellen.
Vor allem jüngere Frauen sind betroffen, denn fast drei Viertel der 16- bis 35-Jährigen würden sich besser mit Hygieneprodukten versorgen, wenn diese billiger wären.
Wie in Deutschland so hat auch in Togo der mangelnde Zugang zu Hygieneartikeln weitreichende Folgen. In einer von Lionne durchgeführten Umfrage unter 90 Frauen gaben 70 Prozent von ihnen an, in der Vergangenheit Arbeit, Schule oder Universität wegen ihrer Periode verpasst zu haben.
Die Auswirkungen sind gravierend, denn wer regelmäßig Unterricht verpasst, hat später schlechtere Chancen auf einen guten Job und wer nicht arbeiten kann, verdient weniger Geld und ist stärker von Armut gefährdet.
Auch das gesellschaftliche Stigma hat Auswirkungen, denn die Tabuisierung führt dazu, dass viele Menstruierende bei ihrer ersten Periode gar nicht wissen, was da passiert. In den Schulen gibt es zur Periode kaum Aufklärung und bei vielen Menschen ist deswegen immer noch die Vorstellung verbreitet, dass das Menstruationsblut verdorbenes Blut ist und dass menstruierende Personen während dieser Zeit unrein sind.
Ein weiteres Gesundheitsrisiko sind die Einwegbinden, die hier oft genutzt werden. Sie enthalten oft Duftstoffe und andere Chemikalien, die den pH-Wert der Vulva beeinflussen. Deswegen ist es hier leider keine Seltenheit, aufgrund der Einwegbinden eine vaginale Infektion zu bekommen.
Um eine Alternative zu schaffen wurde Lionne gegründet:
Die zu 100% aus Baumwolle bestehenden Lionne-Binden können über Jahre verwendet werden und sind somit wesentlich schonender für den Geldbeutel als die Einwegalternativen. Ein weiterer wichtiger Teil von Lionne sind die Sensibilisierungen in den Schulen, wo wir Vorurteile aufbrechen und Mädchen und Jungen gleichermaßen über den Zyklus aufklären. 
Eine Hebamme erklärt Schüler*innen den Uterus
Im Rahmen der Aufklärung steht bald ein weiterer wichtiger Meilestein an: Der Weltmenstruationstag am 28. Mai. Mit einem Marsch durch die Stadt machen wir auf uns Aufmerksam und beim Anschließenden Treffen im Rathaus haben Schülerinnen die Gelegenheit ihren Beitrag zu Leisten und sich in Reden zu Themen wie der Aufklärung über den Zyklus, Menstruationshygiene, deren Wahrnehmung in der Gesellschaft, sowie Gleichberechtigung und weibliche Selbstbestimmung zu äußern.
Hilf uns, den Weltmenstruationstag in Kpalimé zu einem starken Moment der Ermächtigung und Solidarität zu machen! Jeder Beitrag zählt – für Gleichberechtigung, Aufklärung und Gesundheit.
Ganz liebe Grüße aus Kpalimé
Eure Luise