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Wie eine Nonne gegen das Stigma der Periode kämpft

Vita Möller
Vita Möller wrote on 01-06-2021

Liebe Spender:innen,

am 28. Mai war der Tag der Menstruationshygiene. Weltweit wurde damit auf die vielen Missstände rund um die weibliche Periode aufmerksam gemacht. Denn Menstruation ist immer noch mit vielen Vorurteilen gegenüber Frauen und Mädchen behaftet. Wir kennen es aus Deutschland, dass oft nicht offen über die Menstruation gesprochen wird. In vielen weiteren Ländern ist es immer noch ein Tabuthema. 

Auch in Burundi wird die Periode, wenn überhaupt, im Geheimen besprochen. Dort werden sogar negativbehafte Mythen über die Periode weit verbreitet. So gelten in einigen Gegenden Frauen während ihrer Periode als „verflucht“. Überall im Land weigern sich Menschen zum Beispiel, das traditionelle Maniokbrot zu essen, wenn es von einer Frau zubereitet wurde, die ihre Periode hat. In anderen Regionen ist es jungen Mädchen untersagt, während der Menstruation zu baden oder ihre Kleidung zu waschen. Erwachsene scheuen das Thema und Jugendliche können sich nur unter Gleichaltrigen austauschen.



Die 38-jährige Schwester Philotte aus Burundi will das ändern und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Stigma der Periode zu durchbrechen. Neben ihren Aufgaben als Lehrerin an der St.-Immaculé-Schule im ländlichen Bujumbura ist sie auch eine Vertrauensperson bei Themen rund um Sexualität und Menstruation. Währen regelmäßigen Treffen beantwortet sie die Fragen ihre Schülerinnen und Schüler rund um diese Themen. 

„Diese jungen Menschen sind stark und können für sich selbst einstehen. Aber bei manchen Themen brauchen sie einfach ein bisschen Unterstützung und die gebe ich ihnen gerne,“ erklärt sie. Die Schülerin Mariya sage ihr, dass als sie zum ersten Mal ihre Monatsblutung bekam, dachte sie, es sei eine Verletzung. Sie sprach mit niemandem darüber und benutzte Papier, um die Blutung zu stoppen. Vorfälle dieser Art hörte Schwester Philotte nur allzu oft. Deswegen beschloss sie, sich selbst der Sache anzunehmen, auch wenn sie dafür bis heute viel Gegenwind bekommt. Für eine Geistliche ziere es sich nicht, über Sexualität zu sprechen. Dazu sagt sie: „Wenn Eltern die Aufklärung nicht übernehmen, dann muss es halt jemand anderes tun.“ 

Wertvolle Unterstützung erhielt sie dabei von CARE. Denn zu dem Zeitpunkt führte CARE in ihrer Gegend ein Projekt zur Aufklärung von Jugendlichen zu sexueller Gesundheit durch, an welchem sie teilnehmen konnte. Danach fühlte sie sich gut gerüstet, mit ihren Schülerinnen und Schülern alle Fragen, Tabu hin oder her, anzusprechen. Darüber hinaus lernte sie im CARE-Training, wie sie und ihre Schülerinnen selbst Menstruationsbinden herstellen können. Diese stehen nun allen Schülerinnen kostenlos in der Schule zur Verfügung.



Schwester Philotte hofft, dass ihre Bemühungen den Alltag der Jugendlichen und vor allem der Mädchen in Burundi verbessern können. „Sexualität ist nicht unmoralisch, ganz im Gegenteil: Sie ist ein Teil von uns. Sogar einige religiöse Männer und Frauen nehmen schon am Unterricht zum Thema Sexualität teil. Wenn wir nicht darüber sprechen und das Tabu bekämpfen, machen wir uns allen das Leben nur unnötig schwer.“

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