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Afghanistan: Dutzende Landminenopfer sind ohne Hilfe!

Gemeinsam gegen Landminen finanziert für Landminenopfer aus einer entlegenen Region im Nordosten Afghanistans Medikatmente, HiIlfsmittel und Transport- und Behandlungskosten in ein Spital und leistet Starthilfe für ein neues, selbstständiges Leben.

Barbara K. from Gemeinsam gegen Landminen – GGL AUSTRIAWrite a message

Afghanistan ist trotz internationaler Bemühungen, das Land von Landminen und anderen Sprengstoffen zu säubern, eines der am stärksten verminten Länder der Welt. 2017 ereigneten sich dort knapp ein Drittel der weltweiten Minenunfälle. 99 % der 2.300 Minenopfer waren Zivilisten. Mit 55 % waren Kinder die Mehrzahl dieser Opfer! 1.270 Kinder, 1.082 Buben und 188 Mädchen, verunglückten durch diese heimtückischen Waffen.

Gemeinsam mit unserem Projektpartner FSD helfen wir bei der Minenrisiko-Aufklärung im Distrikt Darwaz im äußersten Nordosten Afghanistans. Diese Region ist durch hohe Berge vom Rest des Landes abgeschnitten und auf dem Landweg nur von Tadschikistan aus erreichbar. Es ist ein vergessenes Tal, in dem sehr arme Menschen leben. Seit Jahrzehnten ist für sie die Gefahr von Landminen allgegenwärtig. Die Minenfelder beginnen häufig direkt neben den schmalen Pfaden. Viele Felder und Weiden sind vermint und können von den Bauern nicht bestellt werden.

2016 wurde während der Arbeit in Darwaz festgestellt, dass dutzende Minenopfer in abgelegenen Tälern dringend medizinische Versorgung benötigen. Oft handelt es sich um Minenunfälle, die schon einige Jahre zurückliegen. Die Verletzten brauchen regelmäßige Behandlung und Pflege in einem Krankenhaus. Die medizinische Versorgung scheitert aber meist an den Transportkosten. Manche Patienten sind zwei oder drei Tage bis zum nächsten Spital in Nusai unterwegs. Oft müssen sie auf einem Esel über die steilen Pfade reiten, da es kaum befahrbare Straßen gibt. GGL übernimmt für diese Minenopfer Transport- und Behandlungskosten. Andere erhalten von uns Hilfsmittel wie z. B. einen Rollstuhl.

Im Juni 2017 startete unser Projektpartner FSD eine Erhebung der Anzahl der Minenopfer und deren Bedürfnisse in Darwaz. Ziel ist eine adäquate Unterstützung für Betroffene. In vielen Interviews zeigte sich, wie verzweifelt die Lage vieler Minenopfer ist. Viele von ihnen können in den steilen Berghängen unserer Projektregion Darwaz nicht mehr ihre Felder bestellen. Es gibt kein funktionierendes Gesundheits- und Sozialsystem, das diese Menschen in irgend einer Form absichert und sie unterstützt, sich und ihre Familie zu ernähren.

Seit 2018 finanzieren wir deshalb auch Starthilfen für Minenopfer, damit sie sich z.B. durch eine Bienenzucht, eine Schafherde oder ein kleines Lebensmittelgeschäft ein neues Leben aufbauen können.