Weltweit größte Elfenbein-Verbrennung setzt deutliches Zeichen gegen Wilderei
Liebe Unterstützer,
mehr als 106 Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein sollen am Samstag, den 30. April 2016, während einer öffentlichen Zeremonie verbrannt werden. Mit der weltweit größten Verbrennung von Elfenbein setzt Kenia hiermit erneut ein deutliches Zeichen. Schon 1989 machte das Land mit der weltweit ersten Verbrennung von Elfenbein auf das dramatische Ausmaß der Wilderei von Elefanten aufmerksam.
“Eine Welt ohne Elefanten ist kaum vorstellbar. Kein Mensch braucht Elfenbein, aber die Elefanten, die bereits seit Millionen von Jahren auf dieser Erde wandern, brauchen ihre Stoßzähne und Afrika braucht seine Elefanten”, betont Dr. Dame Daphne Sheldrick DBE, Gründerin des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT). Sie leitet das weltbekannte Elefantenwaisenhaus im Nairobi Nationalpark, unweit der Stelle, an dem nun Tonnen von Elfenbein für die Verbrennung aufgestapelt werden.

Seit Anfang diesen Jahres mussten traurigerweise bereits sechs verwaiste Elefantenbabys gerettet werden. Viele der kleinen Elefantenwaisen wurden Opfer der Wilderei, wie das 15 Monate alte Elefantenkalb Galla. Es war verwaist im Nationalpark aufgefunden worden. Ohne menschliche Hilfe hätte der kleine Elefantenbulle keine Überlebenschance gehabt. Er hat nun im Elefantenwaisenhaus, das seit fast 25 Jahren von der AGA unterstützt wird, eine Ersatzherde aus 29 weiteren Elefantenwaisen sowie deren Pflegern gefunden. In einigen Jahren wird er in die Wildnis zurückkehren können.

Allein in 2015 wurden nach Schätzungen von Experten mehr als 30.000 Afrikanische Elefanten getötet, um an ihre Stoßzähne und damit an das begehrte Elfenbein zu kommen. Regelmäßig beschlagnahmt der kenianische Zoll an Flug- und Seehäfen geschmuggeltes Elfenbein, welches nun vernichtet werden soll. Es wird davon ausgegangen, dass nur etwa 10% der Schmuggelware entdeckt wird, so dass jährlich hunderte Tonnen auf dem Schwarzmarkt landen.

Die Elfenbein-Verbrennung ist Teil der verstärkten Maßnahmen des Kenya Wildlife Service (KWS), um die Wilderei von Elefanten, Nashörnern und anderen Wildtieren zu bekämpfen. Die AGA unterstützt zusammen mit ihrer kenianischen Partnerorganisation DSWT die Arbeit des KWS und finanziert beispielsweise Wildhüter, die im Tsavo East Nationalpark im Einsatz sind. Dieser Nationalpark ist Heimat der größten Elefantenpopulation Kenias. Laut Angaben des DSWT ist die Wilderei in diesem Schutzgebiet dank des verstärkten Einsatzes von Wildhütern, einer mobilen Tierarzteinheit sowie der großflächigen Luftüberwachung im Vergleich zum Jahr 2012 um etwa 50% zurückgegangen.
Auch wenn die Verbrennung des Elfenbeins die Wilderei nicht über Nacht beenden wird, so sendet Kenia damit doch ein deutliches Signal an die Weltöffentlichkeit, dass seine Wildtiere lebend mehr wert sind als tot. Wir werden uns natürlich auch weiterhin für den Schutz der Elefanten einsetzen und bitten Euch, uns und die Wildhüter im Tsavo weiter zu unterstützen.
Mit besten Grüßen vom Team der AGA
