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Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

Adrian F.
Adrian F. wrote on 08-12-2015

Liebe Patinnen und Paten,

nach einer spannenden und eindrucksreichen Malawi-Reise möchten wir euch mit diesem Bericht über die neusten Entwicklungen des Landes informieren und euch auch im Namen der Patenkinder herzlich für eure Unterstützung danken, die im Moment besonders dringend in Malawi benötigt wird.
Weitere Impressionen und einen kurzen Film findet ihr auf unserer Homepage http://www.malawischule.de oder auf Facebook unter http://www.facebook.com/malawischule/

Zikomo Kwambiri!

Von Schule zu Schule zwischen Köln und Malawi: Reisebericht 2015

Während der Herbstferien machten wir uns auf unsere diesjährige Reise nach Malawi um dort unsere Partnerschulen und Patenkinder zu besuchen. Im Gepäck hatten wir - neben einer großen Portion Vorfreude – eine Menge Briefe und Geschenke, liebevoll verpackt und dekoriert von den Paten hier in Köln:

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Das 'warm heart of Africa', wie Malawi auch genannt wird, machte seinem Namen alle Ehre. Nicht nur fanden wir uns nach dem anbrechenden Kölner Herbstwetter nun plötzlich bei bis zu 40 Grad im Schatten wieder, nein, die Wärme, die einen wirklich immer wieder umzuhauen scheint, ist die, die von den Menschen ausgeht. 'Hi, how are you?' – 'what's your name?' – 'where are you from'? - unzählige Male am Tag wurden wir so begrüßt. Von Freunden wie von Fremden, immer von einem offenen Lächeln begleitet und mit Zeit für ein Gespräch, einen Austausch von Informationen und Nettigkeiten. Zeit, so merkt man ziemlich bald, ist tatsächlich relativ. Viel wichtiger als Uhren ist hier Gelassenheit. Die Dinge werden hier – wie man auf Chichewa, der Landessprache Malawis sagt – 'modzi modzi' erledigt. Step by step!

Aktuelle Situation in Malawi

Diese Gelassenheit ist es auch, die den Malawis im Moment hilft. Denn ihr Land befindet sich derzeit in einer heftigen Krise: Seitdem im Jahre 2013 im großen Stil durch Regierungskreise internationale Gelder veruntreut wurden, haben die ausländischen Regierungen ihre Entwicklungshilfe-Zahlungen eingestellt. Hinzu kamen Missernten in den letzten Jahren, so dass der lebensnotwendige Tabak-Export nur noch unzureichend Geld abwarf. Malawi fehlen seitdem 40% des ursprünglichen Haushalts. Anfang des Jahres wurde bereits angekündigt, dass als Folge dessen die Ernährung der Gesamtbevölkerung nicht mehr gewährleistet werden könne. Die neu geformte Regierung versucht nun an allen Ecken und Enden das nötige Geld aufzubringen. Konkret bedeutet das auch Einsparungen im öffentlichen Sektor, die nicht zuletzt auch an unseren Partnerschulen deutliche Auswirkungen zeigten.

Nkhoma

Die erste Woche unserer Reise verbrachten wir in Nkhoma bei der weiterführenden Schule (CDSS), mit der wir bereits seit langer Zeit zusammenarbeiten. Der Schulleiter Boyd Manda und Tonny Kagolo, ein Lehrer und unser Ansprechpartner an der Schule, nahmen uns herzlich in Empfang und zeigten uns, was sich seit unserem letzten Besuch vor einem Jahr alles getan hatte: die von uns finanzierte Schulküche war nun in Betrieb, es wird derzeit ein weiteres boys' hostel gebaut, die Schule konnte vor Kurzem ein selbstfinanziertes neues Labor für den naturwissenschaftlichen Unterricht einweihen und es liegen bereits die nötigen Ziegel für unser nächstes Projekt – ein Toilettenbau am girls' hostel – bereit. Dort gibt es nämlich derzeit gar keine Toiletten oder Duschen für die Mädchen.

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[Manchmal findet der Unterricht in Nkhoma aus draußen statt]

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[Die Ziegel liegen bereit]

Der Schulleiter fand sehr eindringliche Worte aufgrund der nationalen finanziellen Notlage. Die Schulgebühren würden zukünftig erneut angehoben werden, für viele Schüler bedeute dies das Aus, da die Familien nicht mehr in der Lage seien, das Geld aufzubringen. Bereits jetzt zahlten die meisten Schüler die Gebühren in Raten verteilt über das Jahr. Derzeit besuchen etwa 600 Schülerinnen und Schüler die Nkhoma CDSS, 50 von ihnen sind Teil unseres Patenschafts-programms. Ihre Schulgebühren werden von Paten in Köln übernommen. Ohne diese Unterstützung könnten sie nicht zu der weiterführenden Schule gehen. Folglich war das Treffen mit den Eltern, deren Kinder neu in das Patenschaftsprogramm aufgenommen wurden, besonders bewegend.

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[Treffen mit einigen Patenkindern und ihren Eltern]

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[Briefwechsel]

Besonders aufregend war es für uns - wie in jedem Jahr - die Patenschüler zu treffen und ihnen die schönen Grüße aus Köln in Form von Briefen und Geschenken zu überbringen. Im Gegenzug hatten die Patenschüler ebenfalls bereits Briefe vorbereitet, die wir nach Köln mitnehmen sollten. Wie immer waren alle sehr aufgeregt und neugierig auf uns. Wir hatten wieder eine Menge Bilder und sogar einen Film über Köln dabei und konnten so den Jugendlichen Köln ein wenig näher vorstellen. Ein Dauerthema ist dabei – natürlich – Fußball! Ein Foto des Kölner Stadions reicht auch in Malawi aus um eine Expertendebatte über die wichtigsten Fußballclubs der Welt in Gang zu bringen! :-)

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Manja und Nchokera

Nach ca. einer Woche in Nkhoma ging es dann weiter in den Süden des Landes, nach Blantyre. Hier besuchten wir mit der Manja CDSS und der CDSS in Nchokera zwei weitere Schulen, mit denen wir in den letzten Jahren bereits Kontakt aufgenommen hatten. Auch hier zeigt sich die aktuelle finanzielle Situation des Landes deutlich: die Schulen sind notorisch unterfinanziert, die zukünftigen Gebühren werden von vielen Schülern nicht mehr zu tragen sein und die Drop-out-Rate, also der Anteil der Schüler, die aufgrund der Gebühren nicht mehr zu Schule kommen können, wird steigen. Aber auch hier gibt es Positives zu berichten: Seit 2014 beispielsweise gibt es in Nchokera nun einen neuen Klassenraumblock – zuvor hatte die Schule gar keine Räume! - sowie neue Latrinen. Beides wurde durch die Spendengelder unseres Vereins finanziert. Und seit dem letzten Sponsorenlauf am Gymnasium Rodenkirchen konnte der Klassenraumblock auch mit Schulbänken ausgestattet werden!

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[Die neuen Schulbänke]

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[Der neue Klassenraumblock in Nchokera]

Es geht also – trotz allem – weiter voran! Mit all diesen Eindrücken sind wir nun wieder in Köln zurück und freuen uns auf die nächsten Herausforderungen, wie beispielsweise den Bau der Toiletten für die Mädchen in Nkhoma, und gehen es mit eurer Hilfe an – modzi modzi! :-)

Vielen Dank für eure wertvolle Unterstützung!!!

Für das Malawi-Team

Kerstin Funk, Petra Zündorf, Adrian Foerster



Es wurden 140,00 € Spendengelder für folgende Bedarfe beantragt:

  • Unterkunft, Verpflegung, Schulgebühren für 1 Jahr 140,00 €