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Serekaniyeh Camp wird geschlossen

Leif Hinrichsen
Leif Hinrichsen wrote on 14-09-2026



Das Serekaniyeh Camp für syrische Binnenflüchtlinge nahe al-Hasakeh, in dem unser Team aus Qamishlo seit rund fünf Jahren die Bewohner therapeutisch und medizinisch unterstützt, wird in den kommenden Monaten sukzessive geschlossen. Bis August lebten dort ca. 3.000 Familien.

Der Name des Camps leitet sich ab von dem Ort nahe der türkischen Grenze, aus dem ein Großteil der Bewohner stammt. Der arabische Name lautet Ras-al-Ayn. Sowohl die syrische Zentralregierung als auch die kurdische Autonomieregierung haben sich zum Ziel gesetzt, die Rückkehr der Binnengeflüchteten dorthin zu forcieren.

Bereits im August waren die ersten 700 Familien, die in und um al-Hasakeh Zuflucht gesucht hatten, zurückgekehrt, darunter 65 Familien aus dem Camp. Dies führte teils zu Konflikten und Angriffen auf Rückkehrer, da sich in den vergangenen Jahren viele Familien aus anderen Teilen Syriens in und um Serekaniyeh niedergelassen haben und nun ihrerseits fürchten, vertrieben zu werden. Schließlich leben viele von ihnen in Häusern von Rückkehrenden. Diese Reaktion war absehbar und nicht zuletzt einer der Gründe, warum viele Familien es bislang vermieden, in ihre alten Orte zurückzukehren.

Um die Rückkehr der Familien unter Vermeidung weiterer Konflikte fortzusetzen, haben die syrische und kurdische Regierung nach den Erfahrungen aus dem August einen neuen Plan entwickelt und erst in der vergangenen Woche die zweite Gruppe umgesiedelt, inklusive 700 Familien aus dem Camp. Fortan soll wöchentlich eine Gruppe das Camp verlassen um es zum Jahresende schließen zu können.

Durch die Rückkehrmaßnahmen hat sich die Sicherheitslage innerhalb des Serekaniyeh Camps leider rapide verschlechtert. Unser Team meldet, dass nach dem Auszug der Familien vergangene Woche die Anzahl von Diebstählen und Raub stark zugenommen hat. Insbesondere nachts kommt es oft zu gewaltsamen Überfällen durch Personen, die von außerhalb ins Camp eindringen um Gegenstände aus Zelten und Gebäuden zu stehlen.

Unter den gegebenen Umständen sind wir gezwungen, unsere Arbeit im Camp bis Monatsende zu beenden. Zum einen wird es durch die Umsiedlungen nicht möglich sein, Therapien aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt aber auch, dass wir die Sicherheit unserer Nachtwachen im Camp in Gefahr sehen.



Angebote in Qamishlo bleiben bestehen

Während die aktuellen Entwicklungen im Serekaniyeh Camp keinen Einfluss auf unsere Arbeit in Qamishlo haben, bereiten uns hier die massiven Preissteigerungen und extreme Knappheit von Diesel infolge des Kriegs im Iran Schwierigkeiten. Derzeit ist ein Ende dieser Situation nicht absehbar. 


Hilf, die Auswirkungen der Preissteigerungen in Syrien abzufedern.