Eine neue Ära der Zuversicht und Würde

In Gemeinden in Bajura und Bajhang findet mit Hilfe des Projekts „Würde für Frauen“ eine stille Revolution statt, die das Leben von Frauen und Mädchen durch etwas so Einfaches und doch so Tiefgreifendes wie den Zugang zu Damenbinden verändert. Was einst eine Quelle der Verlegenheit und des Unbehagens war, wird nun zu einem Symbol für Selbstbestimmung, Hygiene und Selbstfürsorge.
Die Einführung und vermehrte Verwendung von Damenbinden ist eine der bedeutendsten positiven Veränderungen der letzten Jahre. Mädchen in Schulen, die früher wegen ihrer Menstruation zögerlich und schüchtern waren, übernehmen nun Verantwortung für ihr eigenes Wohlbefinden. Lehrerinnen und Lehrer beobachten einen bemerkenswerten Wandel: Früher trauten sich die Schülerinnen nicht, nach Binden zu fragen, heute tun sie dies selbstbewusst und sprechen sogar männliche Lehrer ohne zu zögern an. Sita, ein junges, starkes Mädchen in Bajura, hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Altersgenossinnen zu beraten und Mädchen, die zum ersten Mal ihre Menstruation haben, Unterstützung und Aufklärung anzubieten. Sie zeigt, wie der Zugang zu Menstruationshygieneartikeln Führungsqualitäten, Solidarität und Resilienz bei jungen Frauen fördert.
Der Wandel beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Schulen – auch Mütter und ältere Frauen in der Gemeinde erleben eine Veränderung. Viele von ihnen kannten vor Beginn des Projekts keine Damenbinden. Mit Wärme und Humor erzählen sie von ihren ersten Erfahrungen, lachen über ihre eigenen Missverständnisse, schätzen aber den neuen Komfort und die Hygiene, die ihnen die Binden bieten. Eine Frau erzählte, dass sie eine Packung Damenbinden einmal mit Keksen verwechselt habe - heute weiß sie um ihren Wert und ihre Bedeutung und ist dankbar für die Neuerung in ihrem Leben.
Ebenso wichtig ist das wachsende Engagement der Gemeinde für eine nachhaltige Abfallwirtschaft. Anfangs führte die Einführung von Binden zu einer unsachgemäßen Entsorgung, aber durch Aufklärungsmaßnahmen und die Installation von Verbrennungsöfen und Entsorgungsgruben lernen die Menschen nun, verantwortungsbewusst mit Menstruationsabfällen umzugehen. Der Weg zur Nachhaltigkeit geht weiter, mit zunehmenden Bemühungen zur Förderung wiederverwendbarer Binden, die Komfort und Umweltverantwortung in Einklang bringen.
Diese Bewegung geht über Damenbinden hinaus – es geht um Selbstachtung, Aufklärung und eine Zukunft, in der jedes Mädchen und jede Frau ihren Körper ohne Scham akzeptieren kann. Sie ist ein Beweis dafür, was geschehen kann, wenn Gemeinschaften zusammenkommen, um sich gegenseitig zu unterstützen und zu stärken. Schritt für Schritt, Gespräch für Gespräch werden Barrieren abgebaut und eine neue Ära der Selbstsicherheit und Würde bricht an.
