Wir haben 274,30 € Spendengelder erhalten
Eine Krebserkrankung beeinflusst die wirtschaftliche Situation der meisten betroffenen Menschen. Das Einkommen verringert sich, die Ausgaben steigen. Erfahrungen aus der Krebs-Selbsthilfe und der psychosozialen Beratung von Krebspatient:innen belegen, dass Betroffene sich zunehmend über wirtschaftliche Belastungen im Verlauf der Erkrankung und über ihre wirtschaftliche Existenz Sorgen machen. Ausgaben steigen durch Eigenbeteiligungen und Zuzahlungen für medizinisch notwendige Medikamente, Heil- und Hilfsmittel, Krankenfahrten, Diäten, Mehrkosten für Kinderbetreuung, Haushaltshilfen, Ausgaben für ergänzende Therapieverfahren und vieles mehr.
Einkommensverluste entstehen im Verlauf der Erkrankung kontinuierlich: von der Entgeltfortzahlung ins Krankengeld, gegebenenfalls ins Arbeitslosengeld 1 oder 2 oder zur Erwerbsminderungsrente und ergänzenden Grundsicherungsleistungen. Auch von der steuerlichen Absetzbarkeit behinderungsbedingter Mehraufwendungen profitieren vor allem Einkommensstarke oder Vermögende. Krankheitsbedingte Armut wird dadurch nicht beseitigt. Krankheit ist in Deutschland eine der Ursachen für Über-schuldung. Eine zunehmend restriktivere Praxis der Sozialversicherungsträger als Folge einer veränderten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik belastet schwer kranke Menschen erheblich, unabhängig von der Belastung durch ein konkretes Verarmungsrisiko. Dazu kommen einige Besonderheiten in Berlin, die die Notlagen befördern. Im Vergleich zu anderen Bundesländern gibt es hier den höchsten Anteil an prekären Beschäftigungsverhältnissen in Deutschland (Menschen in befristeten, geringfügigen oder unstetigen Beschäftigungsverhältnissen oder im Mindestlohnbereich). In Berlin gibt es laut Statistischem Bundesamt für einen großen Teil der Beschäftigten ein deutlich geringeres Einkommen als in Köln, Frankfurt/M., Hamburg oder München. Im Ergebnis führt dies zu einer sehr hohen Armutsgefährdungsquote, in Berlin 19,6% im Vergleich zu Bayern mit 12,6% der Gesamtbevölkerung, d.h. das Armutsrisiko ist um 55,6% höher! Laut Angaben von creditreform gibt es in Berlin kaum Rücklagen und Vermögen in der Mehrheit privater Haushalte. Bereits ohne Notlage reicht das Einkommen nur gerade zur Deckung der laufenden Kosten aus.
Die einmalige, unkomplizierte und schnelle finanzielle Hilfe in einer Notlage von krebserkrankten Berliner:innen ist unser Ziel. So können Zeiträume bis zur Bewilligung von Kranken- oder Bürgergeld überbrückt werden, Kosten für die Anschaffung von Bade- und Sportbekleidung für die Reha übernommen, letzte kleine Reisen oder Ausflüge finanziell unterstützt und in der belasteten Lebenssituation etwas Erleichterung und Lebensfreude vermittelt werden.
