Hoppel - Kaninchen leiden still
Monika Breuer wrote on 23-02-2026
Vor einigen Wochen zog ein Kaninchen namens Hoppel bei uns im Tierheim ein. Er war als einziger aus
einer Vierergruppe noch übrig und sollte über uns ein neues Zuhause und vor allem wieder Gesellschaft
finden.
Hoppel war sehr ruhig und zog sich oft in sein Häuschen zurück. Kein Grund zur Besorgnis, dachten wir.
So ein Umzug in eine neue Umgebung ist für ein Tier nicht einfach. Wir beschlossen, ihm die Zeit zu lassen,
die er braucht, um im Tierheim anzukommen.
Doch dann wurde es ernst: Hoppel wollte kaum noch etwas essen und wehrte sich gegen das Zufüttern mit
Päppelbrei. Das war mehr als Heimweh in einer fremden Umgebung.
Zudem plagten ihn heftige Niesattacken. Anschließend lag er total erschöpft auf der Seite. Wir brachten ihn
umgehend zum Tierarzt.
In der Praxis wurde der Tränen-Nasen-Kanal gespült und ein Röntgenbild vom Magen-Darm-Trakt gemacht.
Es zeigte im Bereich der Verdauungsorgane keine Ursache für die Appetitlosigkeit. Aber als Zufallsbefund
wurde eine Gewebezuwachsung zwischen Zwerchfell und Herz sichtbar. Die Oberflächenstruktur ließ eher
auf einen Abzess als auf einen Tumor schließen. An dieser Stelle aber nicht operabel.
Nach einer Behandlungssequenz mit Antibiotika, Schmerzmittel und einem Appetitanreger geht es dem
kleinen Mann aktuell wieder gut. Er ist munter und isst überwiegend normal. Die heftigen Niesanfälle sind
jedoch geblieben. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, wurde ein CT vom Kopf gemacht.
Festgestellt wurde eine beidseitige Ohrentzündung mit Flüssigkeitsansammlung in den Gehörgängen. Dieser
Zustand liegt wohl schon länger vor, wurde aber leider bislang nicht erkannt. Zudem wurde eine beidseitige
Entzündung der Nasenschleimhaut ersichtlich.
Leider kann man, auch durch die richtigen Medikamente, nicht einfach alles wieder auf gesund
„zurückstellen“. Die Prognose für Hoppel ist vorsichtig optimistisch und niemand weiß, wieviel Zeit ihm
bleibt. Aber wichtig ist, dass seine Probleme erkannt und behandelt werden, damit er schmerz- und beschwerdefrei leben kann.
Kaninchen verbergen ihre Schmerzen leider sehr lange, da sie als Beutetiere in freier Wildbahn mit einem
erkennbaren Handicap ihre Fressfeinde auf sich aufmerksam machen. Dieses Verhalten ist instinktiv auch
bei unseren Hauskaninchen vorhanden. Und genau das macht es ihren Menschen oft sehr schwer,
gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Lebensqualität schenken!
