
Tierparadies MUHrielle e. V.
managed by Conny Böttger
About us
When it comes to so-called 'farm animals,' their suffering is often overlooked or consciously ignored. We want to change that – with YOUR support! Together, we can make a big difference and give the animals a better future.
MUHrielle – a ray of hope for shadow animals!
https://www.muhrielle.org/
https://www.ardmediathek.de/video/echtes-leben/vom-glueck-kuehe-zu-retten/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MjA0MC80NjAwMDUtNDQwNDEy
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MUHrielles Tagebuch – das war der Juli 2026
Liebe Unterstützer,
es gibt Monate, die uns zeigen, wie nah Freude und Abschied manchmal beieinanderliegen.
Der Juli war genau so ein Monat.
Wir mussten von liebgewonnenen Tieren Abschied nehmen, durften gleichzeitig neue Schützlinge willkommen heißen, feierten Geburtstage, staunten über das Interesse junger Menschen und erlebten den größten Besuchertag unserer Vereinsgeschichte.
Vor allem aber hat uns der Juli wieder einmal daran erinnert, dass jedes einzelne Leben zählt – ganz gleich, wie lang oder kurz sein gemeinsamer Weg mit uns auch sein mag.
Anfang Juli mussten wir unsere liebe Fanny nun gehen lassen.
Vor gut einem Jahr übernahmen wir sie und sie durfte nach ihrer Tumor-Operation (Plattenepithelkarzinom), wo ihr das Auge entfernt werden musste, bei uns einziehen. Später durfte auch ihr zurückgebliebener Sohn Armani in unserer Kindergarten-Herde in Börnchen einziehen. Wie nach jeder Operation hofften wir alle, dass dies der letzte Eingriff sein würde und Fanny noch viele unbeschwerte Jahre als echte Mutter vor sich hätte.
Doch manchmal schreibt das Leben seine eigenen Geschichten. Viele Monate später kehrte der Tumor zurück. Als schließlich auch die Schmerztherapie nicht mehr wirklich griff und sie Behandlungen dazu energisch ablehnte, konnten wir ihr die Lebensqualität nicht mehr schenken, die sie verdient hatte. Somit mussten wir schweren Herzens die Entscheidung treffen, sie behutsam gehen zu lassen.
Fanny durfte inmitten ihrer Herde, unter freiem Himmel und in der Nähe ihres Sohnes Armani nun auch den „Goliat-Weg“ gehen: durch Betäubungsgewehr auf der Weide in Ruhe einschlafen und dann durch den Tierarzt über die Regenbogenbrücke gehen...
Mehr können wir einem Tier am Ende seines Lebens nicht schenken. Aber auch nicht weniger.
Wer Fannys Geschichte noch einmal erleben oder ihr einen letzten Gruß hinterlassen möchte, findet sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=_zVJ02dsBv8
Sie erinnert uns zugleich daran, wie wertvoll jedes einzelne Lebensjahr ist – und dass genau das gefeiert werden sollte. Aus diesem Gedanken heraus entstand die Idee, künftig jeden Monat für unsere tierischen Geburtstagskinder eine liebevoll gestaltete Collage zu erstellen.
Gesagt – getan! Ein großer Dank geht an unsere Kayce und das Geburtstags-Team, die bereits die erste Collage mit unseren 15 Geburtstags-Rindern aus dem Juli vorbereitet und gestaltet haben. Wer einen Blick darauf werfen möchte, findet sie auf unserer Facebook-Seite.
Eine Jubilarin möchten wir an dieser Stelle jedoch ganz besonders hervorheben: Maja-Papaya feierte am 12. Juli ihren 20. Geburtstag und ist damit das älteste Tier bei MUHrielle. Dass ein Rind in dieser Welt überhaupt dieses Alter erreichen darf, ist alles andere als selbstverständlich.
Dass das Geburtstagskind an seinem Ehrentag dann auch noch rund 150 Gäste empfängt, dürfte allerdings tatsächlich einmalig gewesen sein.
Denn genau an Maja-Papayas Geburtstag fand auch unser Juli-Besuchertag in Börnchen statt – und der hatte es wirklich in sich!
Mit rund 150 Besuchern durften wir so viele Gäste begrüßen wie noch nie zuvor in unserer Vereinsgeschichte. Menschen aus nah und fern nutzten die Gelegenheit, unsere Schattentiere kennenzulernen, Geschichten hinter den einzelnen Schicksalen zu erfahren und natürlich jede Menge Streicheleinheiten und Leckerlies zu verteilen. Auch das sommerliche Wetter zeigte sich diesmal von seiner besten Seite und machte den Tag für Mensch und Tier gleichermaßen zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Für das leibliche Wohl sorgten wie immer unsere vielen fleißigen Helfer mit leckerem veganem Essen, frischem Kuchen und vielen kleinen Dingen, die einen solchen Tag erst möglich machen. An dieser Stelle möchten wir deshalb allen Helfern und Kuchenbäckern ganz herzlich Danke sagen. Ohne Euch wäre ein Besuchertag in dieser Form nicht denkbar.
Solche Tage zeigen uns immer wieder, wie wichtig persönliche Begegnungen sind. Denn wer unsere Tiere einmal kennengelernt hat, sieht sie danach oft mit ganz anderen Augen. Und genau darum geht es uns.
Wie früh dieses Verständnis entstehen kann, durften wir auch in diesem Monat wieder erleben. Gleich zwei fünfte Klassen aus Dresden besuchten MUHrielle in Börnchen und verbrachten einen spannenden Vormittag bei uns.
Es wurde gestaunt, gelacht, gestreichelt und natürlich ganz viel gefragt. Genau solche Begegnungen sind es, die uns Hoffnung machen. Denn Tierschutz beginnt oft nicht erst im Erwachsenenalter – sondern mit einem einzigen Tag, an dem ein Kind einem Tier zum ersten Mal auf Augenhöhe begegnet.
Manchmal braucht es aber nicht nur Verständnis und Mitgefühl, sondern auch ein bisschen Kreativität.
Erinnert Ihr Euch noch an Pau-Pau, das kleine Blauzungen-Kalb, das jetzt auf dem Lottihof bei Wismar dank Dori sein Für-immer-Zuhause gefunden hat? Noch ist der Zwerg mit den Rehaugen recht wackelig auf seinen Beinchen. Aber jeden Tag macht er kleine Fortschritte. Damit er insbesondere seine Hinterbein-Muskulatur weiter aufbauen kann, hat er einen speziell angefertigten Rollwagen bekommen, der ihn beim Laufen unterstützt. Anfangs war das natürlich ungewohnt. Inzwischen flitzt er schon erstaunlich sicher durch die Gegend und trainiert dabei ganz nebenbei seine Beinmuskulatur….und auch Dori. :)
So sehr wir uns über jeden kleinen Fortschritt freuen – manchmal erinnert uns das Leben auch daran, dass wir nicht jeden Kampf gewinnen können.
Anfang des Monats kam das kleine Frühchen Kuh-Pidu zu uns. Die Mitarbeiter der Anlage, aus der er stammte, hatten ihn zuvor bereits 14 Tage gepäppelt. Mit gerade einmal 17 Kilogramm Geburtsgewicht begann für ihn ein Kampf, der schwerer hätte kaum sein können. Gemeinsam mit unseren Tierärzten wurde alles versucht, um ihm den Start ins Leben zu ermöglichen. Tag für Tag wurde untersucht, behandelt, Infusionen gegeben und gehofft.
Sein Herz war laut Tierarzt sehr stark, aber leider war sein kleiner Körper am Ende nicht stark genug. Nach nur wenigen Tagen ging Kuh-Pidu nachts – zwischen zwei Mahlzeiten – still und leise von uns. Wir standen mit „hängenden Ohren“ vor ihm und die Welt zerbrach... Gerade eben noch das kleine Mäulchen zum Trinken hochgehalten, gerade noch Fieber gemessen, den kleinen Popo gewaschen, liebevoll zugedeckt, alles aufgeschrieben und dann einfach weg… einfach nicht mehr da…
So schmerzhaft dieser Verlust nach der Intensivbetreuung auch ist – Kuh-Pidus kurzer Lebensweg war nicht umsonst. Die Erfahrungen, die wir bei der umfassenden Versorgung gewonnen haben, schenken möglicherweise eines Tages einem anderen kleinen Kämpfer genau die Chance, die Kuh-Pidu selbst nicht mehr bekommen konnte.
Zu unserem Alltag gehört nicht nur die Rettung von Tieren, sondern auch ihre lebenslange medizinische Versorgung. Dazu zählt auch etwas, woran die wenigsten Menschen zunächst denken: die regelmäßige Klauenpflege.
Deshalb stand diesen Monat wieder der große Klauenschnitt bei der Sonnen-Herde auf dem Programm. Für jedes einzelne Tier bedeutet das deutlich mehr als nur „ein bisschen Pediküre“. Gesunde Klauen sind die Grundlage für ein schmerzfreies Leben – und damit für alles, was unsere Tiere jeden Tag tun: laufen, spielen, grasen und einfach Rind sein.
Dank des Teams rund um Prof. Dr. Starke von der Leipziger Klinik für Klauentiere und weiterer fleißiger Helfer konnten wir auch diesen Kraftakt wieder erfolgreich meistern. Bei dieser Gelegenheit wurden außerdem Bianco-Bennys Horn gekürzt, dessen Ende wieder bedenklich nah an sein Auge herangewachsen war, Insektenschutzmittel aufgegossen und verlorene Ohrmarken ersetzt. Auch das Veterinäramt war selbst vor Ort und nahm gleich selbst die geforderten Blutproben, die sich alle negativ zeigten.
Ein besonderer Dank gilt außerdem der Richter Spedition GmbH & Co. KG aus Dresden, die uns kurzfristig ein mobiles Starkstromaggregat zur Verfügung stellte, dieses sogar anlieferte und anschließend wieder abholte. Ohne diese Unterstützung wäre der Betrieb des mobilen, hydraulischen Kippstandes der Tierklinik schlicht nicht möglich gewesen.
An diesem Tag wurde uns erneut bewusst, wie dringend wir einen größeren Klauenstand benötigen. Selbst der Spezialstand der Tierklinik stößt bei unseren größten Rindern inzwischen an seine Grenzen. Charly und Celsius passen aufgrund ihrer enormen Größe kaum noch hinein – und wir haben das Gefühl, dass beide noch längst nicht ausgewachsen sind.
Diese Erfahrung hat uns einmal mehr bestätigt, wie wichtig die geplante Anschaffung eines größeren Spezial-Klauenstandes für unsere Tiere ist. Für dieses Projekt suchen wir deshalb weiterhin engagierte Sponsoren und Unterstützer.
Doch nicht alles, was unsere Tiere brauchen, lässt sich kaufen. Manchmal braucht es einfach einen Freund an der Seite. Deshalb haben wir für unsere Annelie, die nach ihrem Aufenthalt in der Leipziger Klinik als erstes MUHrielle-Tier in die neue Pflegestelle bei Claudia eingezogen ist, eine Gefährtin gesucht. So kam Sennelie zu uns. Aufgrund leichter Hüft- und Gelenksprobleme galt sie als nicht für die Zucht geeignet und wurde aussortiert. Für uns spielte das keine Rolle. Für uns zählte nur, dass sie eine Chance verdient hat.
Nach ihrer Ankunft bei Claudia durfte Sennelie erst einmal in Ruhe ankommen. Den Namen Sennelie gaben wir ihr in liebevoller Erinnerung an Annelies verstorbene Freundin Semmelie. Alles war neu für sie: die frische Luft, die Ruhe, der liebevolle Kontakt zu Menschen - und natürlich Annelie. Nach kurzem Zögern und ein ganz klein wenig Skepsis lagen die beiden dann schließlich schon am ersten Abend eng beieinander. Als würden sie sich schon viel länger kennen. Ob daraus eine echte Freundschaft wird? Wir glauben, die Antwort kennen wir längst.
Zum Monatsende gab es bei uns nochmal was zu „meckern“. Vor wenigen Tagen durften drei Ziegenmänner auf unserer neuen Ziegen-Pflegestelle bei Kristin – auch eine neue Pflegestelle - einziehen: Joachim, Maik und Rudi. Ihre bisherigen Besitzer aus Oberbärenburg konnten sich aus Altersgründen leider nicht länger um das Trio kümmern. Umso mehr freut es uns, dass sie sich ganz bewusst gegen den einfachen Weg entschieden und stattdessen nach einem liebevollen Zuhause für ihre Tiere gesucht haben. Sie wünschten sich zum Abschied, dass zwei der Ziegen-Männer nach ihnen benannt werden und so wurden die Namen Joachim und Maik an zwei der drei vergeben.
Genau das haben Joachim, Maik und Rudi nun bei Kristin gefunden. Hier dürfen sie ihr Leben in Ruhe genießen – mit viel Platz, guter Versorgung und Menschen, die sich freuen, dass aus den drei Herren nun echte MUHrielle-Ziegen geworden sind.
Wenn Ihr unseren Juli mitverfolgt habt, ist Euch vielleicht aufgefallen, wie viel in nur einem einzigen Monat bei MUHrielle passiert. Hinter jeder dieser Geschichten stehen unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit – getragen von einer erstaunlich kleinen Mannschaft.
Vielleicht hast Du beim Lesen unseres Newsletters gedacht: „Da würde ich eigentlich gern mithelfen.“
Dann sprich uns an. Ob bei Besuchertagen, Tierpflege, Fahrdiensten, handwerklichen Aufgaben oder hinter den Kulissen – jede helfende Hand macht einen Unterschied. Denn so wichtig Spenden auch sind: Am Ende braucht es immer Menschen, die all das gemeinsam umsetzen.
Ob als Spender, Pate, ehrenamtlicher Helfer oder einfach als treuer Begleiter unserer Geschichten – danke, dass Ihr Teil der MUHrielle-Familie seid.
Mit Herz, Haltung und Hörnerkraft wünschen wir Euch einen wunderbaren August.
Euer Team vom Tierparadies MUHrielle e. V.
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Börnchen Nr. 19
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