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Die Clearingstelle und Anonymer Behandlungsschein Leipzig e.V. unterstützt Menschen ohne Krankenversicherung

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Wir haben 2.163,51 € Spendengelder erhalten

  Eva Klotz  22 December 2021 at 12:32 PM
Liebe Unterstützer_innen,

Ein weiteres ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Im Jahr 2021 wurde unsere Sprechstunde wieder kontinuierlich besucht und mit erneut über 200 neuen Patient_innen wurde uns einmal mehr der traurige Bedarf an unserem Angebot deutlich.

Mit unserem von der Stadt Leipzig bereit gestellten Budget konnten wir alle angefragten Kosten für ambulante Behandlungen übernehmen. Weiterhin fehlen uns allerdings die finanziellen Mittel um auch die Kosten für stationäre Behandlungen zu übernehmen. In diesen Fällen springt nach wie vor die Initiative Medinetz Leipzig ein, die auf ehrenamtlicher Basis und durch Spenden finanziert die betroffenen Menschen unterstützt.  Zwar konnten wir einige Patient_innen in ihrem Weg in eine Anbindung an eine Regelversorgung beraten, nach wie vor ist dies aber in einer Vielzahl der Fälle nicht möglich, da den Zugängen oft bürokratische/rechtliche Hürden im Weg stehen.

Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr, neben einem breiten Bündnis anderer Organisationen, die Kampagne #GleichBeHandeln unterstützt. In dieser, von Ärzte der Welt ins Leben gerufenen Kampagne, wird eine Einschränkung der sogenannten Übermittlungspflicht im Gesundheitsbereich gefordert. Die Übermittlungspflicht ist in Paragraf 87 Aufenthaltsgesetz geregelt und schreibt vor, dass Sozialämter bei einer anfallenden Kostenübernahme verpflichtet sind, Daten an die Ausländerbehörde zu übermitteln. Die daraus entstehende Gefahr von rechtlichen Konsequenzen hat für Menschen ohne Aufenthaltsstatus zur Folge, dass sie ihr Recht auf eine medizinische Behandlung nicht wahrnehmen können. Tatsächlich scheint die Kampagne erfolgreich gewesen zu sein: Im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung steht: „Die Meldepflichten von Menschen ohne Papiere wollen wir überarbeiten, damit Kranke nicht davon abgehalten werden, sich behandeln zu lassen.“ (Zeilen 4701 f.). Wir sind sehr gespannt, wie dies umgesetzt wird und hoffen, dass dadurch der Zugang zu Gesundheitsversorgung für eine Vielzahl von Menschen verbessert werden kann!

Die Kosten für ambulante Behandlungen konnten wir auch dadurch decken, dass uns von der „Bad Laer Stiftung zur Förderung des Gesundheitswesen“ Gelder in Höhe von 10.000€ zur Verfügung gestellt wurden, um die Kosten für HIV Medikamente zu übernehmen. Weiterhin stellen diese Medikamentenkosten einer der größten Faktoren in unserem Budget dar. Wir sind froh, die betroffenen Menschen weiterhin in ihrer Therapie begleiten zu können und danken hier, neben der Stiftung, auch allen anderen Spender_innen, dass sie durch ihren finanziellen Beitrag unsere Arbeit unterstützen.

Im Jahr 2021 war für uns natürlich auch Corona ein prägendes Thema. In der Zeitschrift „Gesundheit braucht Politik“ des vdää veröffentlichten wir einen Artikel zum Thema Versorgung von Menschen ohne Papiere in der Corona-Pandemie. Zugänge zu Tests, Impfungen und Behandlungen sind für Menschen ohne Papiere nicht ohne weiteres möglich. Um dem etwas entgegen zu wirken organisierten wir im Sommer 2021 eigene Impfaktionen während derer ca. 300 Menschen ohne Papiere auf niedrigschwelligem Weg ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten konnten. Auch weiterhin sind die Unsicherheiten bezüglich Quarantäne und 2G- bzw. 3G-Kontrollen für Menschen ohne Papiere sehr groß.

In dem Ende 2020 neu ins Leben gerufenen Projekt „Umfeldnahe medizinische Versorgung von Menschen ohne festen Wohnsitz“ haben wir uns im vergangenen Jahr auch speziell der medizinischen Versorgung von wohnungslosen Menschen angenommen. In mehreren Notschlafstätten und Tagestreffs für Wohnungslose konnten medizinische Sprechstunden etabliert, oder bereits bestehende vernetzt werden. Wir sehen in der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen in Leipzig nach wie vor große Lücken und wollen auch im nächsten Jahr dafür arbeiten, Angebote zu schaffen, die für die Patient_innen noch niedrigschwelliger in Anspruch genommen werden können und die im besten Falle nicht zu sehr auf den Schultern von ehrenamtlich tätigen Menschen lasten.

Wir möchten uns bei allen bedanken, die unser Projekt unterstützen: Durch ihre ehrenamtliche Arbeit, durch finanzielle Mittel, durch gute Zusammenarbeit oder durch zum Ausdruck gebrachte Solidarität. Wir wünschen ein gesundes Jahr 2022

Das Team des CABL e.V.
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Eva Klotz

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