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Eine Spendenaktion von S. Filter

Kinderhaus Pippi Langstrumpf

Beendet

Worum es geht


Ausgangssituation und Zielgruppen-Auswahl


2007 begannen wir mit unserer Hilfe in Sura Mare. Dort hatte der Verein durch Zufall eine Armensiedlung mit katastrophalen Zuständen entdeckt. Die Kinder leiden an schweren Mangelerscheinungen durch Unterernährung, psychosozialem Minderwuchs, Hautkrankheiten wie Krätze oder Räude, Parasitenbefall und Infektionskrankheiten. Kaum ein Kind ging zur Schule, ca. 80 Prozent der Eltern können nicht Lesen und Schreiben, viele können kaum zählen oder die einfachsten Grundrechenarten.

Kaum jemand ist krankenversichert. Da die Menschen nicht zum Arzt gehen können, führen selbst leicht behandelbare Infektionskrankheiten zu schwerwiegenden Erkrankungen oder sogar zum Tod. Die Siedlung hat einen eigenen inoffiziellen Friedhof. Die Kinder leiden unter Gewalt in den Familien und sexuellem Missbrauch. Manche Kinder haben nicht einmal Geburtsdokumente und laufen so Gefahr, Opfer von Menschenhandel zu werden.

Erste Nothilfemaßnahmen liefen bereits im Oktober 2007 an: Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung, Hausrat usw., Durchsetzung von Arztbesuchen, Erledigung dringender amtlicher Formalitäten. Nachdem wir das Vertrauen der Menschen dort gewonnen hatten, begannen wir mit unserem „Frühstücksprojekt“. Jedes Kind, welches pünktlich zur Schule ging, erhielt ein Frühstückspaket. So erreichten wir, dass ein Großteil der Kinder, welche bisher nicht oder nur sehr unregelmäßig in die Schule gegangen waren, nun täglich im Unterricht saßen.

Im Frühjahr 2009 schließlich eröffneten wir in der alten Schule in Sura Mare mit Unterstützung des dortigen Bürgermeisters ein Lernzentrum. Die Kinder kommen nach der Schule in unser Zentrum und erhalten dort ein nahrhaftes Essen, welches einerseits dazu dient, Mangelerscheinungen auszugleichen andererseits auch „Lockmittel“ ist. Die Schulkinder können dort mit Betreuung durch rumänische Lehrer, einer Sozialarbeiterin sowie Jenny und Phillip ihre Hausaufgaben erledigen und erhalten Nachhilfe. Die Nachhilfe erfolgt nicht durch Frontalunterricht, sondern den Kindern wird das Wissen in spielerischer Form vermittelt. Umfangreiches Lernmaterial wird zur Verfügung gestellt, um so den das Begreifen durch Sehen und Anfassen zu ermöglichen. Musik und Bewegung spielen dabei eine große Rolle, da dies dem Naturell der Kinder entspricht. Anschließend können die Kinder spielen, kreativ tätig werden. Sozialverhalten und einfache Hygieneregeln werden im Tagesablauf trainiert. Um den Horizont der Kinder zu erweitern gibt es Ausflüge in die nähere Umgebung (Zoo, Puppentheater).


Gründe für den Projektstandort und Gebäudewahl

2011 schließlich musste der Standort aufgegeben werden. Die Schule hatte keine Funktionserlaubnis mehr bekommen. Außerdem wurden die Repressalien gegen die Roma- Kinder durch die Lehrer immer deutlicher und aggressiver. Auch zeigten sich Anwohner zunehmend feindlich und es kam sogar zu tätlichen Angriffen auf die Kinder. Hierbei wurde einem Kind sogar die Hand gebrochen.

Ohnehin waren die Gegebenheiten in der Schule nicht optimal. Es gab kein fließendes Wasser und alle Behelfseinrichtungen konnten nicht den Hygienestandard herstellen, der von uns für ein solches Projekt gewünscht wurde. Weiterhin waren unsere Gestaltungsmöglichkeiten in den Räumen stark eingeschränkt bzw. wurden uns auch verboten. Ein geeignetes Objekt konnte in Sura Mare nicht gefunden werden, da auch die Bereitschaft der Vermieter, ein Haus für diesen Zweck zu vermieten, nicht gegeben war.

In Sibiu konnte ein Haus, welches für unsere Zwecke geeignet schien, gemietet werden. Die Auswahl war auch hier begrenzt, da die Bereitschaft zu vermieten nicht bestand, sobald man hörte, dass hier ein Projekt vorrangig für Roma-Kinder stattfinden sollte. Trotz der beschränkten Auswahl ist das Haus für unsere Zwecke gut geeignet und wurde durch den Verein zweckentsprechend aber auch kindgerecht gestaltet und ausgestattet. Endlich konnten wir die Räume so gestalten, wie wir es für ein solches Projekt gewünscht haben.

Anders als in Sura Mare sollte dieses Haus auf die Kinder ansprechend wirken. Um dies schon im Namen zu verdeutlichen, nannten wir unser Haus „Pippi Langstrumpf“.


Aufgaben des Kinderhauses

Das Kinderhaus versteht sich als zusätzliches Betreuungs- und Förderangebot zum Schulunterricht. Hier erfahren die Kinder, dass sie willkommen sind.

Angeboten werden:

- eine warme Mahlzeit am Mittag sowie Vesper am Nachmittag
- Hausaufgabenbetreuung
- individuelle Nachhilfe

Aufgaben des Kinderhauses
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Das Kinderhaus versteht sich als zusätzliches Betreuungs- und Förderangebot zum Schulunterricht. Hier erfahren die Kinder, dass sie willkommen sind.

Angeboten werden:


- eine warme Mahlzeit am Mittag sowie Vesper am Nachmittag
- Hausaufgabenbetreuung
- individuelle Nachhilfe
- Arbeit in Arbeitsgemeinschaften (Basteln, Tanz, Theater)
- individuelles Spielen mit vorhandenen Materialien und Spielzeug
- Bade- und Duschmöglichkeiten für die Kinder
- Bekleidungswechsel mit gleichzeitiger Wasch- und Trockenmöglichkeit


Ziele der Arbeit und Aktivitäten, durch die unsere Ziele erreicht werden sollen

Ziele

- Integration schulpflichtiger Kinder in die Schule
- Gemeinsames Lernen und Spielen von rumänischen und Roma-Kindern
- Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder
- Verbesserung der Schulleistungen der Kinder
- Sensibilisierung der Eltern für die Schule
- Einbeziehung von Behörden und Schule bei der Integration
- Abbau von Vorurteilen sowohl bei Romas als auch bei Rumänen
- Absicherung der Ernährung der Kinder
- Verbesserung der hygienischen Verhältnisse der Kinder
- Förderung von Kreativität

Aktivitäten, durch die unsere Ziele erreicht werden sollen

- individuelle Nachhilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben durch ausgebildete Pädagogen/Lehrkräfte
- Angebot von Aktivitäten, welche die Integration, Teamfähigkeit, Frustrationstolleranz und Kreativität fördern, wie z. B. Ausflüge, Theater, Sport, Spiele, Basteln, Tanz
- Ausgabe von gehaltvollen Mahlzeiten, um den Gesundheitszustand der Kinder zu verbessern und das Wachstum zu forcieren
- Zusammenarbeit mit den Familien durch Hausbesuche, bei denen mit den Eltern die Ziele besprochen werden und die Familie hinsichtlich Gesundheit und Pflege der Kinder beraten werden.
- Außerdem unterstützen wir die Familien bei Behörden und Arztbesuchen.
- Regelmäßige Besprechungen mit dem örtlichen Sozialamt und der Schule
regelmäßige Elternabende, um die Familien zu sensibilisieren, ihre Kinder weiter in Kindergarten und Schule zu schicken
- Unterstützung der Familien mit Babys und Kleinkindern mit Milchpulver bzw. Milch, um Unterernährung und deren Folgen vorzubeugen

Unsere Erfolge

Der Erfolg kann an folgenden Paramatern gemessen werden:

- Wie viele Kinder schaffen den Sprung in die nächste Klasse (hier haben wir eine Erfolgsquote von ca. 90 %)
- Wie viele kleinere Geschwisterkinder kommen in die örtliche Arztpraxis wegen Unterernährung? (hier hat es seit der Einführung unseres Milchprogramms für die kleinen Geschwister keinen Fall mehr gegeben)

Viele Erfolge lassen sich nicht genau messen, z. B:

- Abnahme der Aggressivität in den Familien am Wochenende, weil genügend Essen vorhanden ist
- Abnahme der Aggressivität der Kinder untereinander
- Verhinderung schwerwiegender Erkrankungen durch Mangel- oder Fehlernährung
- Verhinderung von Kinderhochzeiten durch frühzeitige Aufklärung der Mädchen und Aufzeigen von Chancen
- Eltern zeigen Interesse daran, dass ihr Kind Bildung erhält Kinder haben berufliche Ziele
Kinder setzen ihre Rechte bewusster durch und vertrauen sich den Mitarbeitern des Kinderhauses an Kinder erleben, dass Erziehung gewaltfrei sein kann
besonders Roma-Kinder erleben, dass ihre Herkunft keine Rolle spielt und sie deshalb nicht ein Mensch zweiter Klasse sind


Probleme, mit denen wir zu kämpfen haben

Wenn man Rumänien nicht kennt, fehlt ein wenig die Vorstellungskraft, welche Probleme mit solch einem Kinderhaus auftreten können.

Das Projekt war für 35 Kinder ausgelegt. Und damit war die Herausforderung schon groß. 35 Kinder, die keine Regeln kannten, bei jeder Gelegenheit aufeinander losgingen, mit den Händen aßen und Schule nur als Repressalie kannten. Die Entwicklung, die diese Kinder inzwischen genommen haben ist atemberaubend. In der Schule entspricht ihr Leistungsstand dem der Klasse oder liegt darüber, obwohl gerade die Romas von einigen Lehrern im Unterricht immer noch vollkommen ignoriert werden. Manchmal fragen wir uns selbst nach der Sinnhaftigkeit des morgendlichen Schulbesuchs. Was die Kinder können, lernen sie am Nachmittag. Und vor allem lernen sie es gern – positive Motivation ist der Geist des Kinderhauses.

Der Unterricht muss binnendifferenziert erfolgen. Bei uns lernt jeder so, wie er eben kann. Und der kleine Überflieger wird genauso gefördert und ernst genommen, wie das Kind mit Lernbehinderung, welches halt etwas länger braucht, bis Lesen und Schreiben gelingt. Wichtig für uns ist, dass das Kind schlauer aus dem Projekt geht, als es hereingekommen ist. Leider müssen wir bei sehr intelligenten Romas immer aufpassen, dass sie ihren Schulkameraden nicht zu weit voraus sind. Die Repressalien durch die Lehrer würden noch größer werden…

Das Projekt platzt inzwischen aus allen Nähten. Statt der 35 Kinder sind jetzt 54 täglich da. Die Besuchsfrequenz liegt bei uns bei fast 100%. (Wir hatten schon Kinder, die heimlich kamen, obwohl es die Eltern aus was für Gründen auch immer verboten hatten.) Fast täglich fragen Mütter oder auch Kinder an. Das „Nein-Sagen“ ist für Jenny und Philipp eines der größten Probleme. Manchmal schaffen sie es auch nicht und so gibt es Tage, an denen über 60 Kinder in einem 140 qm großen Haus betreut werden. Täglich sagen wir uns, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir können die Kinder schließlich nicht stapeln. Wir halten Ausschau nach einem größeren Objekt oder einem weiteren Kleinen, um das Zentrum notfalls zu teilen.

Neben dem Platzproblem haben wir auch ein Personalproblem. Aufgrund der Tatsache, dass im Projekt auch Roma-Kinder betreut werden, scheidet der größte Teil der Rumänen als Betreuer schon mal aus, da sie einen üblen Hass auf die Roma haben. Und solche, die es wegen des Geldes machen, die Kinder aber hassen, wollen wir aus verständlichen Gründen nicht. Inzwischen sind jedoch einige ältere Mädchen schon so weit, dass sie im Kinderhaus mithelfen. Wenn Tisch auf- und abdecken so funktioniert, können sich die Betreuer mehr um das Wesentliche kümmern.

Unser Wasser und Stromverbrauch ist höher, als wir dachten. So sollte ab und an die Möglichkeit bestehen, dass ein Kind badet oder dass die Sachen gewaschen werden. Inzwischen baden/duschen alle Kinder mind. einmal pro Woche und waschen ihre Sachen. Bei ihnen zuhause geht es einfach nicht und bei so vielen Kindern in den Räumen ist es einfach notwendig. Da die Kinderanzahl sehr hoch ist, kann man sich vorstellen, dass unser veranschlagtes Budget hinten und vorne nicht reicht.

Essenslieferanten mussten schon des Öfteren gewechselt werden, da diese nach einer Weile der Meinung waren, für „solche“ Kinder sei schlechtes Essen gut genug. Dass wir den Preis für gutes Essen bezahlen und deshalb auch gutes Essen erwarten, haben sie nicht verstanden. Ebenso wenig wird überhaupt verstanden, aus welchen Gründen wir ein Projekt für „diese“ Kinder machen. Eine europäische Kommission hat im vorletzten Jahr Rumänien besucht, um herauszufinden, warum Gelder der EU für die Integration von Romas nicht abgerufen wurden. Sie stellten fest, dass es eine Mischung aus Nichtkönnen und Nichtwollen der Rumänen ist. Das haben wir schon lange festgestellt. Aber schön, dass auch eine offizielle Stelle das nun bestätigt hat.

EU-Gelder für Sozialprojekte werden im Moment an Rumänien jedoch überhaupt nicht rausgegeben. Zu viel ist in dunklen Kanälen verschwunden. Rumänien hat bis nächstes Jahr Zeit, entsprechende Strukturen zu schaffen. Wie wir die Rumänen kennen, wird es eine weitere Behörde geben und ansonsten wird sich nichts ändern. Sollten die Fördertöpfe jedoch wieder aufgehen, sind wir bereit. Denn wir wollen und wir können auch.


Ausblick


Kurzfristig ist es unser Ziel, die Gegebenheit des Kinderhauses der Auslastung anzupassen. Die Vergrößerung des Projekts ist schon deshalb notwendig, weil ja jedes Jahr wieder Kinder eingeschult werden. Diese Kinder haben schon während der Kindergartenzeit unser Projekt kennengelernt und werden dann aufgenommen. Ursprünglich waren wir ein Zusatzangebot für die Grundschule. Aber sollen wir die bis zu 4 Jahre geförderten Kinder wieder ihrem Schicksal überlassen? Wir möchten gern, dass sie zu einem ordentlichen Schulabschluss nach der 8. oder auch 10. Klasse kommen. Für manch einen ist vielleicht sogar das Abitur möglich.

Mittelfristig denken wir auch über die berufliche Integration der Kinder nach. Derzeit sind wir schon in Gesprächen mit einer Schule, welche Krankenpfleger ausbildet. Dort könnten unsere Kinder zu einer Berufsausbildung kommen. Allerdings müssten sie während der Ausbildung so eine Art kleines Gehalt bekommen. Sonst sehen ihre Familien, besonders bei den Mädchen nicht ein, dass ihre Kinder weiter zur Schule gehen.

Langfristig würden wir gern auch den Schulunterricht am Morgen übernehmen (also so eine Art Ganztagsschule sein). Das ist natürlich im Moment noch Zukunftsmusik. Aber wie könnte man die Kinder erst fördern, wenn man sie schon morgens unterrichten könnte und nicht erst nachmittags, wenn die Leistungsfähigkeit ohnehin langsam abnimmt.

Eines ist jedenfalls klar. Unser Projekt ist auf einem sehr guten Weg. Die Erfolge zeigen es uns. Wir werden jedoch nicht auf dem derzeitigen Stand bleiben, sondern denken über die ständige Weiterentwicklung nach und treiben diese auch voran.


Besuchen Sie unser Kinderhaus bei Facebook

http://www.facebook.com/pages/Kinderhaus-Pippi-Langstrumpf/169467896492747

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S. Filter hat diese Spendenaktion am 03. Juni 2012 veröffentlicht.

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