von "deleted user", erstellt am 22. Juli 2009 um 11:49 Uhr
Hallo Frau Gasparetti,
Danke für Ihre Anfrage. Leider schreiben Sie nicht, ob Ihnen das ugandische Mädchen persönlich bekannt ist oder wie es dazu kam, dass sie an Ihre Adresse kam. Wir haben es in der Vergangenheit schon mehrfach erlebt, dass z. B. Unachtsamkeit mit der eigenen Postanschrift dazu führen kann, dass plötzlich "Bettelbriefe" von Unbekannten eintreffen. Für viele Ugander stellt sich das Bild des Weißen gleichzeitig auch als Bild des reichen Menschen dar, daher wird angenommen, dass man als Weißer grundsätzlich solche Wünsche nach Schulgebühren etc. erfüllen kann.
"Blind", also ohne das Mädchen und ihren tatsächlichen persönlichen Hintergrund zu kennen, kann ich Ihnen aber eigentlich nur davon abraten, Geld nach Uganda zu schicken.
Ob die Anfrage "seriös" ist, kann ich ihnen so pauschal ebenfalls nicht beantworten. Ich möchte Ihnen aber gerne die Gegenfrage stellen, ob Sie es denn als seriös empfinden, von jemand möglicherweise völlig Unbekanntem plötzlich um Geld gebeten zu werden?
Es ist möglich, dass Ihnen tatsächlich eine 14-jährige Schülerin geschrieben hat, es ist aber auch möglich, dass jemand, der sich nur dafür ausgibt, gerne an Geld kommen möchte.
Es ist kaum anzunehmen, dass dieses junge Mädchen, falls der Fall "echt" ist, ein eigenes Konto besitzt und ohne Konto bleibt nur ein Transfer per Western Union, der wirklich verhältnismäßig teuer ist.
Zudem haben Sie dann auch keine Kontrolle darüber, ob das Geld sachgemäß verwendet wird.
Sollte Ihnen das Mädchen persönlich bekannt sein, ist der Fall sicher etwas anders gelagert, aber auch da sollten Sie versuchen, durch einen Nachweis der Schule (jede Gebührenzahlung an Schulen wird schriftlich bestätigt) eine Rückmeldung über die sachgemäße Verwendung des Geldes zu bekommen.
Je nachdem welcher Art dieses Praktikum ist, können die Gebühren dafür sehr unterschiedlich hoch sein.
Ich nehme an, dass es sich nicht um ein Praktikum in unserem Sinne (das ja völlig kostenlos wäre und meist in einem Betrieb/Firma stattfindet), sondern eher um eine Art Ausbildung handelt.
Die Kosten hängen von der Art des Kurses, der Schule und der Qualifikation der Lehrkräfte ab. Grob über den Daumen gepeilt dürfte es sich für 18 Monate Unterricht ohne sonstige Zusatzkosten (Unterkunft und Verpflegung am Schulort) um eine Summe von zwischen 400,00 und 1000,00 Euro handeln.
Wenn Sie wirklich jemand Bedürftigen in Uganda unterstützen möchten, wäre mein Rat, dies über eine der vielen, vielen NGOs zu tun, die in Uganda arbeiten und die Ihnen auch wirklich etwas zum Hintergrund der Kinder und Jugendlichen sagen können und dafür sorgen, dass Ihre Spende sachgemäß verwendet wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Susanne Danielzig