Drohende Hungersnot im Südsudan: Tierärzte ohne Grenzen leistet Nothilfe

An aid project by “Tierärzte ohne Grenzen” (Judith F.) in Pibor, South Sudan

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Judith F. (Project Manager)

Judith F.
Es ist erst drei Jahre her, seit der Südsudan am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit erlangte. Die internationale Gemeinschaft stand dem jüngsten Staat der Welt bei. Auch Tierärzte ohne Grenzen leistete Unterstützung in verschiedenen Projekten, die der Er-nährungssicherung und auch der Konfliktlösung dienten. Dabei lag und liegt der Fokus besonders auf kleinteilige Ansätze, damit Nachbarn wieder zusammen leben können. Wanderviehhaltern und Ackerbauern wird geholfen, einen Neuanfang zu machen, damit sie überleben.

Stark gezeichnet von einem Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg haben erneute Kämpfe verfeindeter Volksgruppen (oder sollte man besser sagen: ihrer Führer) das Land nun wieder in eine schwere Krise gebracht. Im Dezember 2013 begannen bewaffnete Konflikte zwischen den Volksgruppen der Nuer und Dinka um die politische Vorherrschaft in der Regierungspartei SPLM. Was in der Medienberichterstattung als Stammeskrieg erscheint, erweist sich aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive als Kampf um politische Macht und Ressourcen.

Durch den Teufelskreis aus interethnischer Gewalt, fortlaufender Rebellion sowie brutalen Menschenrechtsverletzungen beider Konfliktparteien sind nach UN-Angaben seitdem 1,5 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben worden. Anfang des Jahres mussten wir vorrübergehend auch unsere Mitarbeiter evakuieren, weil ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet war. Inzwischen sind die Konflikte in einigen Gebieten abgeklungen. Diejenigen, die in ihre Dörfer zurückkehren, finden ihren Besitz verbrannt oder geplündert vor. Unsere Mitarbeiter sind wieder vor Ort und helfen, wo sie können.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) und mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt Tierärzte ohne Grenzen deshalb seit Juni 2014 ein Projekt zur Linderung der Hungerkrise in den Regionen um Bor und Pibor durch. Durch die Vertreibung und Gewalt konnten die Bauern ihre Felder zu Beginn der Regenzeit nicht bebauen. Somit wird es keine volle Ernte geben. Wir versuchen nun, das Schlimmste zu verhindern: an Flussläufen kann unter Bewässerung Gemüse angebaut und gefischt werden, das Vieh kann durch Impfungen und Behandlungen geschützt werden.

Das Ziel des Projektes ist es, 6.900 Haushalte (das entspricht etwa 41.400 Personen) vor allem durch Verteilung von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Gerätschaften für die Nahrungsmittelproduktion (z.B. Spaten, Hacken, Saatgut, Angeln) zu helfen sowie eine veterinärmedizinische Grundbehandlung ihrer Nutztiere zu unterstützen. Die Hilfe soll insbesondere Haushalten zugutekommen, die selbst Binnenflüchtlinge sind oder Flüchtlinge beherbergen, darunter bevorzugt alleinerziehende, schwangere oder stillende Frauen und ihre Kinder sowie ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Denn wie überall in Konflikten, leiden die Schwächsten am meisten. Das Projekt läuft vorerst bis Mai 2015.

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Location: Pibor, South Sudan

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