Adspendskalender 2025
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by Fabian S.
What’s it about
vor ein paar Wochen habe ich einen alten Twitter-Screenshot gefunden. Am 19. September 2015 postete der damalige BILD- und heutige Nius-Chefredakteur Julian Reichelt ein Bild von den Trikotärmeln einiger Bundesligisten, auf denen ein Patch mit den Worten "wir helfen" und dem Hashtag "refugees welcome" gedruckt war. Reichelt schrieb dazu "Stolz auf die grandiose Solidarität der Bundesliga, denn es zählt nur eine Botschaft: Refugees Welcome!" Heute wirkt dieser Post wie ein Blick in ein Paralleluniversum, in dem alles ins Gegenteil verkehrt ist. Eine Welt, in der der Himmel grün, die Wiesen blau und Julian Reichelt ein Mensch mit einem Funken Empathie ist. Die "wir helfen"-Kampagne wurde übrigens gesponsert von, na klar, der BILD-Zeitung.
Je nach Laune macht mir dieses Relikt aus grauer digitaler Vorzeit, in der ich ein Industriekaufmann-Azubi und kein skandalträchtiger Internetfreak war, entweder Hoffnung oder stürzt mich in tiefe Traurigkeit. Die Gründe für die Traurigkeit liegen auf der Hand, die Welt schien 2015 in jeder Hinsicht bessere gewesen zu sein. 2015 war die Finanzkrise zumindest in Deutschland längst überwunden. 2015 war die Wehrpflicht längst abgeschafft, "Aufrüstung" war ein Wort, das so unzeitgemäß wie "Schreibmaschine" oder "Faustkeil" war. 2015 war "Friedrich Merz" eine Figur, an die sich nur Liebhaber der CDU-Geschichte der frühen 2000er erinnern konnten. 2015 war der Klimawandel eine Bedrohung, die überwindbar schien. 2015 war die AfD eine politische Randerscheinung bei 4% in den Umfragen. 2015 war Donald Trump ein verrückter Milliardär, der ganz sicher nicht Präsidentschaftskandidat werden wird. Und als 2015 Millionen Menschen vor dem brutalen syrischen Bürgerkrieg nach Europa flohen, stand es außer Frage, dass man ihnen helfen muss. Rückblickend scheint 2015 wie ein Paradies und die Schrecken der 2020er Jahre tun noch ein bisschen mehr weh, als ohnehin.
Aber dass Julian fucking Reichelt im Jahr 2015 von "Refugees Welcome" twitterte, ist auch ein Grund zu Hoffnung. Wenn selbst JULIAN REICHELT, man kann das nicht oft genug wiederholen, also nochmal, wenn selbst JULIAN REICHELT eines gar nicht allzu weit entfernten Tages der Meinung war, dass es komplett logisch ist, fliehenden Menschen zu helfen, statt sie an irgendeine Grenze festzuhalten oder ggf. sterben zu lassen, dann tragen selbst rechtsradikale Propagandisten einen Funken Menschlichkeit in sich. Und auch in Deutschland, einem Land, in dem längst nicht mehr über "wir helfen", sondern ausschließlich über "wie können wir möglichst viele AfD-Forderungen möglichst effizient umsetzen" diskutiert wird, ist eine rassistische und zutiefst menschenfeindliche Abschottungs- und Abschiebungspolitik kein Naturgesetz. Genausowenig sind Aufrüstung, Ausbeutung, Sozialabbau, Militarisierung und Rechtsruck unausweichlich. Die Merze und Spahns, Reichelts und Weidels, Höckes und Trumps, Netanyahus und Putins, Musks und Bezosse dieser Welt sind keine höheren Wesen, deren Macht und Willkür für immer bestehen werden und denen wir hilflos ausgeliefert wird. Eine bessere Welt ist möglich, dessen muss man sich immer bewusst sein, sonst kann man sich jedes Engagement, jede Demo und auch jeden politischen Witz sparen. Eine Welt, die besser ist als 2025 und besser als die nostalgisch verklärte Erinnerung an ein angeblich paradiesisches 2015, das es nie gab und in dem die Entwicklungen, die wir gerade erleben, nicht aufgehalten worden sind.
Die Adspendskalender-Aktionen haben in den letzten Jahren mehr als 1,2 Millionen vor allem an Organisationen der Seenot- und Geflüchtetenhilfe eingebracht. Diese Spenden sind leider immer noch notwendig und werden angesichts des Genozids in Gaza, der Kriege im Sudan, Kongo, Ukraine und dutzender weiterer Konflikte überall auf der Welt dringender gebraucht denn je. Selbstverständlich muss das Ziel eine Welt sein, in der niemand mehr sein Zuhause zurücklassen muss, um in Würde, Friede und Wohlstand zu leben, doch bis dahin ist es ein weiter Weg und bis dahin, ist jeder Euro, der auch dieses Jahr wieder zusammenkommt, unendlich wichtig. Das klingt leicht dahergesagt, was bringen schon ein paar zehntausend Euro, die irgendeine Hilfsorganisation bekommt, doch jedes Jahr erreichen mich Nachrichten wie folgende vom 15. Oktober von "Wir packen das":
"Ich möchte mich im Namen des gesamten Vereins und unserer Partnerorganisation vor Ort in Kairo für die Unterstützung unseres Projektes bedanken. Die Spenden, die letztes Jahr durch den Adspendskalender zusammengekommen sind, haben es uns ermöglicht das ganze Jahr über palästinensische Geflüchtete in Kairo mit Lebensmitteln zu versorgen. Das wäre ohne dich nicht möglich gewesen. Tausend Dank dafür."
Deshalb werde ich auch dieses Jahr fürchterlich mit dieser Kampagne nerven. Aber das ist es wirklich wert. Solltet ihr also einen Euro übrig haben, ist er hier gut aufgehoben.
Vielen lieben Dank.
Sebastian 💕
PS: Julian Reichelt wird vermutlich nie wieder "Refugees Welcome" twittern. Aber vielleicht werden wir noch eine Welt erleben, in der Julian Reichelts Meinung niemanden mehr juckt. Eine bessere Welt ist möglich.
Je nach Laune macht mir dieses Relikt aus grauer digitaler Vorzeit, in der ich ein Industriekaufmann-Azubi und kein skandalträchtiger Internetfreak war, entweder Hoffnung oder stürzt mich in tiefe Traurigkeit. Die Gründe für die Traurigkeit liegen auf der Hand, die Welt schien 2015 in jeder Hinsicht bessere gewesen zu sein. 2015 war die Finanzkrise zumindest in Deutschland längst überwunden. 2015 war die Wehrpflicht längst abgeschafft, "Aufrüstung" war ein Wort, das so unzeitgemäß wie "Schreibmaschine" oder "Faustkeil" war. 2015 war "Friedrich Merz" eine Figur, an die sich nur Liebhaber der CDU-Geschichte der frühen 2000er erinnern konnten. 2015 war der Klimawandel eine Bedrohung, die überwindbar schien. 2015 war die AfD eine politische Randerscheinung bei 4% in den Umfragen. 2015 war Donald Trump ein verrückter Milliardär, der ganz sicher nicht Präsidentschaftskandidat werden wird. Und als 2015 Millionen Menschen vor dem brutalen syrischen Bürgerkrieg nach Europa flohen, stand es außer Frage, dass man ihnen helfen muss. Rückblickend scheint 2015 wie ein Paradies und die Schrecken der 2020er Jahre tun noch ein bisschen mehr weh, als ohnehin.
Aber dass Julian fucking Reichelt im Jahr 2015 von "Refugees Welcome" twitterte, ist auch ein Grund zu Hoffnung. Wenn selbst JULIAN REICHELT, man kann das nicht oft genug wiederholen, also nochmal, wenn selbst JULIAN REICHELT eines gar nicht allzu weit entfernten Tages der Meinung war, dass es komplett logisch ist, fliehenden Menschen zu helfen, statt sie an irgendeine Grenze festzuhalten oder ggf. sterben zu lassen, dann tragen selbst rechtsradikale Propagandisten einen Funken Menschlichkeit in sich. Und auch in Deutschland, einem Land, in dem längst nicht mehr über "wir helfen", sondern ausschließlich über "wie können wir möglichst viele AfD-Forderungen möglichst effizient umsetzen" diskutiert wird, ist eine rassistische und zutiefst menschenfeindliche Abschottungs- und Abschiebungspolitik kein Naturgesetz. Genausowenig sind Aufrüstung, Ausbeutung, Sozialabbau, Militarisierung und Rechtsruck unausweichlich. Die Merze und Spahns, Reichelts und Weidels, Höckes und Trumps, Netanyahus und Putins, Musks und Bezosse dieser Welt sind keine höheren Wesen, deren Macht und Willkür für immer bestehen werden und denen wir hilflos ausgeliefert wird. Eine bessere Welt ist möglich, dessen muss man sich immer bewusst sein, sonst kann man sich jedes Engagement, jede Demo und auch jeden politischen Witz sparen. Eine Welt, die besser ist als 2025 und besser als die nostalgisch verklärte Erinnerung an ein angeblich paradiesisches 2015, das es nie gab und in dem die Entwicklungen, die wir gerade erleben, nicht aufgehalten worden sind.
Die Adspendskalender-Aktionen haben in den letzten Jahren mehr als 1,2 Millionen vor allem an Organisationen der Seenot- und Geflüchtetenhilfe eingebracht. Diese Spenden sind leider immer noch notwendig und werden angesichts des Genozids in Gaza, der Kriege im Sudan, Kongo, Ukraine und dutzender weiterer Konflikte überall auf der Welt dringender gebraucht denn je. Selbstverständlich muss das Ziel eine Welt sein, in der niemand mehr sein Zuhause zurücklassen muss, um in Würde, Friede und Wohlstand zu leben, doch bis dahin ist es ein weiter Weg und bis dahin, ist jeder Euro, der auch dieses Jahr wieder zusammenkommt, unendlich wichtig. Das klingt leicht dahergesagt, was bringen schon ein paar zehntausend Euro, die irgendeine Hilfsorganisation bekommt, doch jedes Jahr erreichen mich Nachrichten wie folgende vom 15. Oktober von "Wir packen das":
"Ich möchte mich im Namen des gesamten Vereins und unserer Partnerorganisation vor Ort in Kairo für die Unterstützung unseres Projektes bedanken. Die Spenden, die letztes Jahr durch den Adspendskalender zusammengekommen sind, haben es uns ermöglicht das ganze Jahr über palästinensische Geflüchtete in Kairo mit Lebensmitteln zu versorgen. Das wäre ohne dich nicht möglich gewesen. Tausend Dank dafür."
Deshalb werde ich auch dieses Jahr fürchterlich mit dieser Kampagne nerven. Aber das ist es wirklich wert. Solltet ihr also einen Euro übrig haben, ist er hier gut aufgehoben.
Vielen lieben Dank.
Sebastian 💕
PS: Julian Reichelt wird vermutlich nie wieder "Refugees Welcome" twittern. Aber vielleicht werden wir noch eine Welt erleben, in der Julian Reichelts Meinung niemanden mehr juckt. Eine bessere Welt ist möglich.

Sebastian Hotz published this fundraising event on 01. Dezember 2025.
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