Offener Brief des Vorstands zu den Änderungen auf betterplace.org

Leonie Gehrke
12.09.2016

Liebe betterplace.org-Nutzer,

manche Entscheidungen fallen sehr schwer. Eine solche musste das betterplace.org-Team Ende August treffen: wir können für alle Projekte, deren Träger in Deutschland oder Österreich vom Finanzamt nicht als gemeinnützig anerkannt sind, in Zukunft kein Sammeln von Geldspenden mehr ermöglichen.

Der Grund hierfür ist das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Es regelt die Vermittlung von Zahlungen – insbesondere auch im Internet. Als betterplace.org gegründet wurde, existierte dieses Gesetz noch nicht. Seither findet es auf viele Geschäftsbereiche Anwendung. Für betterplace.org würde die Anwendung eine große Änderung unseres Spendenabwicklungsverfahrens erfordern. Dafür müssten wir neue, aufwändige Identifikations- und Kontenabwicklungsverfahren für Projekte einführen, die weder in Deutschland noch in Österreich als gemeinnützig anerkannt sind.

Solche neuen Prozesse sind sehr teuer und würden uns ein kostenfreies Angebot für diese Projekte unmöglich machen. Doch genau dafür stehen wir von betterplace.org: 100% aller gesammelten Spenden für den sozialen Sektor und eine kostenfreie Nutzung der Plattform!

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht: über Wochen und Monate hinweg haben wir versucht, gemeinsam mit Partnern und Dienstleistern eine andere Lösung zu finden. Dies ist uns zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht gelungen.

Wir haben das Thema aber noch längst nicht aufgegeben. Gerade dass Graswurzel-Projekte Unterstützung finden können, unabhängig von ihrer rechtlichen Gestalt, halten wir im Zusammenspiel des gesamten sozialen Sektors weltweit für essentiell. Im betterplace lab forschen wir deshalb auch genau in diesem Themenfeld weiter. Und die Plattform betterplace.org wird weiter nach Wegen suchen, um auch diese Projekte bestmöglich zu unterstützen.

In unserer Arbeit für eine bessere Welt ist diese Entscheidung ein kleiner Rückschritt. Aber wir lassen uns nicht entmutigen und schnüren wieder die Sieben-Meilen-Stiefel.

Wir bitten um Euer Verständnis und helfen allen betroffenen Projekten gerne mit unserem Knowhow weiter.

Viele Grüße,

Björn, Carolin, Christian & Timo und das ganze betterplace-Team