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Hilfe für Fatema

Alisa Ehlert
17.08.2018

Bettina Knitter ahnte nicht, was für eine Geschichte sie hören würde, als sie sich um ihren Kollegen Adnan sorgte und ihn einfach mal fragte, was denn los sei. Einmal eingeweiht in das Schicksal von Adnans Tochter Fatema, ließ ihr die Geschichte keine Ruhe. So ging es auch uns bei betterplace – wir wollen helfen. Hier erzählt Bettina noch einmal, was ihr Adnan Bewegendes berichtete, als er sein Herz ausschüttete.

Mein Name ist Bettina, ich arbeite in einer KiTa in Bayern und habe mir große Sorgen gemacht, weil unseren überall geschätzten Kollegen Adnan offensichtlich etwas stark bedrückte. Ich habe ihn angesprochen und so von seiner Angst um Tochter Fatema und einem fast schon unglaublichen Familienschicksal erfahren. Aktuell befindet sich die 16-jährige Fatema im Iran in akuter Lebensgefahr und benötigt nach einem Suizidversuch dringend medizinische und psychologischer Hilfe. Um sie nach Deutschland zu ihrer Familie zu bringen und ihr die Therapien zu ermöglichen, die sie braucht, bitten wir um Eure Unterstützung.

Fatemas Geschichte klingt wie ein Krimi, dessen Autor von allen Zutaten ein bisschen zu viel genommen hat. Aber die Geschichte ist kein Krimi, sie erzählt vom echten Leben und davon, was es bedeutet, in Zeiten der Flüchtlingskrise aufzuwachsen. Im Jahr 2002 wird Fatema in Afghanistan geboren, als Kind einer organisierten Zwangsehe. Ihre Eltern sind unglücklich miteinander und Ihr Vater Adnan verliebt sich in eine andere Frau. Als die Familie der ersten Frau jemanden anheuert, um ihn zu töten, flieht er mit beiden Frauen nach Iran. Dort ziehen sie mehrmals um, um den Rächern zu entkommen. Adnans erste Frau nimmt sich das Leben. Ihre Familie fordert von Adnan, ihnen das Kind zu geben; er verweigert und flieht mit Fatema und seiner zweiten Frau in Richtung Türkei.

An der Grenze gibt es einen Tumult, die elfjährige Fatema wird festgehalten, die Familie getrennt. Das Mädchen kommt bei Verwandten des Vaters in Teheran unter und ist seitdem auf der Flucht vor der Familie ihrer leiblichen Mutter. Unterdessen warten ihr Vater und ihre Stiefmutter in der Türkei, immer in der Hoffnung, ihre Tochter bald nachholen zu können. Als ihnen die Rückführung in den Iran droht, bleibt ihnen nur die Flucht. 2015 erreichen sie Deutschland, werden als schutzbedürftig anerkannt und beginnen, sich ein neues Leben aufzubauen. Tag und Nacht in Sorge um Fatema, deren Lage im Iran zunehmend unsicherer wird, als der Clan der Mutter Fatemas Aufenthaltsort herausbekommt und sie mit einem wesentlich älteren Mann zwangsverheiraten will.

Nach über fünf Jahren seelisch gebrochen von der ständigen Angst um ihr Leben und den enttäuschten Hoffnungen auf ein Wiedersehen mit ihrer Familie, gibt die mittlerweile 16-jährige Fatema auf. Am 12. Juli unternimmt sie einen Suizidversuch, den sie nur knapp überlebt. Ihr Vater Adnan fliegt sofort zu ihr, auch wenn er sich damit sein Leben aufs Spiel setzt, da die Familie seiner Exfrau immer noch nach ihm sucht.

Als Fatema nach 3 Tagen im Koma endlich erwacht, entlässt die Klinik sie sofort, da nicht klar ist, wer die Kosten für ihre Behandlungen trägt. Sie hat schwere neurologische Schäden, ihre Beine tragen sie nicht mehr und das Sprechen fällt ihr schwer. Fatema muss schnellstmöglich in medizinische und psychologische Behandlung und sie und ihr Vater Adnan befinden sich in ihrem Kellerversteck im Iran in akuter Lebensgefahr.

Bitte unterstützt Fatema, damit sie die Hilfen bekommt, die sie dringend benötigt!

– Bettina K.

Bettina kämpft seit Wochen auf allen möglichen Wegen darum, Fatema möglichst schnell nach Deutschland holen zu können. Jeder Tag, der verstreicht, macht die Situation der Familie im Iran gefährlicher und einen Therapieerfolg unwahrscheinlicher. Es hat uns sehr betroffen gemacht, dass eine erste Online Fundraising Kampagne für Fatema auf einer anderen Plattform aus rechtlichen Gründen abgebrochen werden musste. betterplace.org ist froh, an dieser Stelle diesem Projekt und Fatema helfen zu können.

Unterstütze Adnan und Fatema!

Jetzt spenden!

Politisch können wir dem Antrag auf Familiennachzug hier mehr Nachdruck verleihen:

www.change.org/fatema