I. Langefeld (verantwortlich), verfasst vor 9 Monaten
Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:
| 9 Solarlampen | 207,00 € |
Deutschlands größte Spendenplattform Mehr
| 9 Solarlampen | 207,00 € |
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Unterstützern unseres Projekts bedanken! Nun können wir die Anschaffung von Solarlampen in Angriff nehmen und so unseren Schülerinnen sowie dem gesamten Team der Diani Maendeleo Academy – auch bei Stromausfall – ein effizientes Lernen und Arbeiten durch Beleuchtung aus regenerativer Energie ermöglichen!
Fußball ist nicht nur etwas für Jungen, auch nicht in Kenia. Um sich vom derzeitigen Examensstress etwas abzulenken, fanden gestern verschiedene Freundschaftsspiele in Fuß- und Volleyball statt. Dabei traten unsere Mädchen der Diani Maendeleo Acadamy gegen zwei andere Schulen an. Und sie waren sehr erfolgreich. Die Fußballerinnen spielten Unentschieden gegen eine sehr starke Mannschaft und die Volleyballerinnen gewannen deutlich gegen beide Schulen. Neben viel Bewegung, Ehrgeiz und Sportgeist merkte man vor allem, dass die Mädchen Spaß an der Sache haben und am liebsten weiter gespielt hätten (siehe Foto).
An meinem ersten Tag habe ich bei Mr. Osen im Englischunterricht die „New Teaching Methods“ beobachtet. Er benutzte die Methode „Running Dictation“: Dabei müssen die Mädchen einen längeren Satz lesen, sich einprägen und dann an die Tafel rennen und versuchen, ihn richtig aufzuschreiben. Dabei kam ordentlich Bewegung in die Klasse und ich hatte das Gefühl, den Mädchen hat es viel Spaß gemacht. Dennoch blieb auch der Lerneffekt nicht aus, da danach alle Mädchen zusammen die Texte kontrollierten und versuchten, gemeinsam die Fehler zu finden. Insgesamt war die Stunde also eine spaßige und lernreiche Abwechslung. Sie durchbrach den normalen Frontalunterricht, förderte so die Motivation der Mädchen und regte durch das Fehlerfinden auch das eigenständige Denken an.
Sonnige Grüße aus Kenia von
Bianca (Praktikantin an der Diani Maendeleo Academy)
Standardunterricht in Kenia sieht normalerweise so aus: Frontalunterricht und Fragen beantworten, denn die Kinder sollen möglichst alles auswendig können, um am Ende durch die Prüfungen zu kommen. Dass Kinder auch selbstständig denken und Spaß am Lernen haben sollen, wird dabei oft vernachlässigt. In unserer Diani Maendeleo Academy wollen wir mit unseren „New Teaching Methods“ dem etwas entgegenwirken. Achtmal im Monat mindestens soll jeder Lehrer Methoden wie z. B. Gruppendiskussionen, Präsentationen oder „Running Dictations“ machen. Dabei werden die Mädchen zum eigenständigen Denken angeregt, der Unterricht kommt in Bewegung und macht sogar Spaß.
Unterricht in der Ferienzeit ist in Kenia offiziell verboten. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass manche Lehrer während des Schuljahres absichtlich zu wenig Stoff behandeln und dann den Schülerinnen und Schülern gegen Bezahlung Unterricht in den Ferien anbieten, um so ihr Gehalt aufzubessern. Für ärmere Familien stellt dies natürlich ein erhebliches Problem dar.
Unterricht in den Ferien findet jedoch leider auch an den guten Schulen statt. Damit unsere Schülerinnen nicht hinter anderen Schulen zurückfallen, haben wir keine andere Wahl, als diesem Trend zu folgen, auch wenn unsere Lehrer das ganze Schuljahr über hart arbeiten und ihr Bestes geben. Natürlich verlangen wir von unseren Schülerinnen kein Geld. Und wir nutzen die Ferien nur zur Wiederholung und nicht um weiteren Stoff zu vermitteln. Außerdem versuchen wir viele interaktive und kreative Unterrichtsmethoden einzubauen, um den Schülerinnen zu zeigen, dass Lernen auch Spaß machen kann.
Die erste und zweite Klasse haben keinen Ferienunterricht, die dritte Klasse kommt zwei Wochen in die Schule und hat dann zwei Wochen frei und die vierte Klasse kommt für drei Wochen, insbesondere um sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten. Nach den Abschlussprüfungen haben die Mädchen dann mindestens fünf Monate frei, bis sie gegebenenfalls auf die Universität gehen.
“Jambo” heißt hallo – das habe ich gleich als erstes gelernt, als eine strahlende Frau am Flughafen von Mombasa mich so Willkommen hieß. Apropos willkommen – das sagen sie hier auch gerne. „Karibu“, heißt das dann auf Suaheli. Ich komme gerade aus Kanada, und für mich ist Karibu ein Tier. Ich muss mich wohl noch umgewöhnen, nicht zuletzt auch ans Klima.
Mein Name ist Yvonne, und ich bin eine kleine Weltenbummlerin. Ich habe mir zwischen Studienabschluss und dem Beginn des wirklichen Ernst des Lebens Zeit genommen, um dorthin zu fahren, wo es noch etwas ganz anderes bedeutet, wenn das Leben als „ernst“ bezeichnet werden muss. Der Deutsche als solcher neigt ja gerne zum Nörgeln, und da lohnt es sich mal wieder zu betonen, dass ja eigentlich gar keinen Grund haben zu nörgeln – jedenfalls nicht, wenn man vergleicht, was es z. B. hier alles für Gründe gäbe, sich ernsthaft zu bemitleiden. Tun die Leute aber nicht – sie machen weiter und das Beste draus. Zum Glück gibt es Vereine wie Girls‘ Hope, die dafür sorgen, dass die Dinge vor Ort auch wirklich besser werden – jedenfalls in dem Umfang, der mit akribischer Arbeit und mühsam zusammengesuchten Spendengeldern erreichbar ist. So entstand hier in der Nähe von Ukunda eine weiterführende Mädchenschule, die jungen Frauen die Chance gibt, eine weiterführende Ausbildung zu erhalten, die sie sich sonst nie und nimmer leisten könnten.
Genau da bin ich jetzt vor Ort, und ich kann sagen, dass das Projekt ein wirklich gutes ist. An der Schule wurde in wichtige Dinge investiert – gute Lehrkräfte, Zugang zu hygienischem Trinkwasser, grundsätzlicher Nahrungsversorgung, Lehrmaterialien etc. Die Einrichtung ist schön, jedoch funktional und es wurde kein Geld für unnötigen „Luxus“ verschwendet. Man konzentriert sich auf das Wesentliche, und das ist gut. Die Mädchen erhalten eine umfassende Ausbildung auf hohem Niveau, und werden nicht nur schulisch auf das eigenständige Leben im doch männerdominierten Kenia vorbereitet. Die zu besetzenden Stellen an der Schule geben der lokalen Bevölkerung Arbeit, auch die ein oder andere ehemalige Schülerin findet sich unter den jetzigen Arbeitskräften wieder. Es werden Sport, Spiel, Debattierstunden, AGs, außerschulische Projekte geboten, sogar ein kleines Internat, sodass Mädchen, die etwa angesichts viel zu viel Hausarbeit bei der Familie bei ihren Examina gestört würden, in der Schule für die Prüfungszeiten Ruhe finden können.
Natürlich sind die finanziellen Mittel immer beschränkt und bei laufenden Kosten und neuen Projekten wird jede kleine Unterstützung selbstredend gerne gesehen. Zum Glück versickert hier nichts in einer großen Bürokratie, sondern es kommt hier direkt bei den Mädchen, der Schule, der
Community an, genau da wo es hin soll. Bei mir übrigens nicht – ich bin hier freiwillig und auf eigene Kosten. Von mir gibt‘s ein „thumps up“ – Daumen hoch – hier landet eine Spende auf jeden Fall am richtigen Fleck.
Mit vielen herzlichen Grüßen aus Kenia
Ivy
Es dauert immer viel zu lange, bis die offiziellen Ergebnisse der Abschlussprüfungen für die Abschlussklasse bekannt gegeben werden. Doch nun ist es endlich so weit. Wir freuen uns, dass alle Schülerinnen die Schule mit einem Abschluss verlassen, auch wenn eine die Prüfung leider nicht bestanden hat.
Diese Mädchen haben damit die Chance, einen Ausbildungsplatz zu erhalten und ihre zukünftigen Familien zu ernähren. Sie werden ihr Wissen an die künftige Generation weiter geben können und damit auch deren Bildungschancen erhöhen.
Diese Möglichkeit wäre ihnen verwehrt geblieben, gäbe es nicht die Maendeleo Academy und die vielen lieben Menschen, die mit Patenschaften und Spenden helfen, die Schule weiterzuentwickeln und damit den Mädchen diese Chance zu bieten.
Natürlich ist das auch immer ein trauriger Zeitpunkt. Über die vier Jahre an der Maendeleo Academy sind die Mädchen uns ans Herz gewachsen. Nun haben sie die Schule verlassen und uns bleiben nur die Erinnerung und gelegentliche Besuche der einen oder anderen. Wir hoffen, dass alle ihren Weg finden und erfolgreich ins Leben starten können.
Die Ergebnisse werden jetzt vom Lehrerkollegium ausgewertet und in die Planung für die Vorbereitung auf die nächste Abschlussprüfung einbezogen. Interessant ist immer auch ein Vergleich zu den Abschlussnoten in der Grundschule und dem jetzigen Abschluss. Das Lehrerteam interessiert jetzt vor allem, in welchen Fächern sich die Schülerinnen in ihrer Schulkarriere verbessert und in welchen sie sich verschlechtert haben. Gibt es da Trends, wird nach den Ursachen gesucht.
Mittlerweile schon zum fünften Mal nahm eine Klasse unserer Schule an den staatlichen Abschlussprüfungen teil, die (hoffentlich für alle) zum Abitur führen.
Bis zum letzten Tag galt die Regel, einmal am Tag mindestens den/die Betreuungslehrer/in zu sehen und den Stand der Prüfungsvorbereitungen durchzusprechen.
Bis auf kleinere Schwierigkeiten, die bei Jugendlichen normal sind, z. B. die Idee, mittags nach Hause zu gehen, anstatt nachmittags für den nächsten Tag zu lernen, waren wir mit der Ernsthaftigkeit der Mädchen sehr zufrieden.
Auch die staatlichen Aufsichtsbeamten waren von unseren Mädchen sehr angetan. Sie berichteten, dass es in einigen Nachbarschulen durchaus Probleme wie Fälschungsversuche gäbe. Wir erhielten nicht einmal Besuch von der Schulrätin und dem Nationalen Prüfungsrat, was dafür spricht, dass nach Meinung aller Beteiligten bei uns alles in Ordnung war.
Jetzt warten wir alle gespannt auf die Ergebnisse, die hoffentlich in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.
Sonnige Grüße aus Kenia!
Auch in Kenia regiert noch der alte Glaube, dass das männliche Geschlecht dem weiblichen akademisch überlegen sei. Die Veröffentlichung der Grundschul-Abschlussergebnisse des Jahres 2011 durch das kenianische Bildungsministerium entmystifiziert diese Vorstellung. Jungen und Mädchen können bei gleichen Möglichkeiten und Einrichtungen gleich gute Leistungen erbringen.
Schaut man sich die 10 besten Kandidaten an, stellt man fest, dass vor allem Mädchen aus städtischen Bezirken gleichauf mit den Jungen liegen. So sind z. B. die beiden besten Kandidaten mit 442 von 500 Punkten ein Mädchen und ein Junge. Von den 50 besten Schülerinnen und Schülern landesweit, sind 26 weiblich. Man kann folglich der Aussage zustimmen, dass gleiche Möglichkeiten für Jungen und Mädchen gleiche Leistungen garantieren.
Wie aber sieht es bei den Mädchen aus ländlichen Gebieten aus? Hier fallen die Leistungen – im Vergleich zu den Städten – deutlich schlechter aus. So landet Kwale, das Gebiet in dem sich die Diani Maendeleo Academy befindet, auf dem vorletzten Platz.
Was heißt das für uns, die Lehrkräfte und Schülerinnen der Diani Maendeleo Academy aus Kwale? Wir benötigen weiterhin die Unterstützung von Regierung, Spendern und Wohlmeinenden, wenn wir einige der Probleme lösen wollen, die das Angebot von qualifizierter Bildung für Mädchen, insbesondere an der Küste, verhindern. Diese Probleme beinhalten: konstant schlechte Qualitätdes Unterrichts und dadurch der Leistung, unterdurchschnittliche Einschreibungszahl von Mädchen, viele überalterte Schülerinnen und ständig steigende Schülerzahlen aufgrund des kostenlosen Grundschulbesuchs mit viel zu großen Klassen, alles Gründe, die die Qualität des Unterrichts in den staatlichen Grundschulen vermindern. Es gibt also noch viel zu tun.
Zum Ende jedes Trimesters gibt es an der Maendeleo Academy eine Abschlusszeremonie, in der die Noten der Examen bekannt gegeben und Preise für gute Leistungen vergeben werden.
Diesmal hatten wir Gäste: Eine ehemalige Schülerin aus unserer ersten Abschlussklasse, die sich erfolgreich selbstständig gemacht hat, ermutigte die Mädchen, sich anzustrengen, um ihre Lebensziele zu erreichen. Unser zweiter Besucher war Daniel, ein ehemaliger Praktikant aus dem Jahr 2007. Daniel, der die Schule bereits mehrfach besuchte, erzählte, wie sein Praktikum an der Maendeleo Academy ihn darin bestärkt habe, in der Entwicklungshilfe tätig zu werden. Dies habe für ihn eine langjährige Ausbildung mit viel Lernen bedeutet. Nun werde er eine Stelle in Ruanda antreten. Auch er ermutigte die Mädchen, zu lernen, um ihre Träume verwirklichen zu können. Wir freuen uns immer über Besuch von ehemaligen Schülerinnen oder Praktikanten, denn solche Vorbilder bestärken unsere Mädchen darin, ihre Ziele zu verwirklichen.
Vor einigen Tagen bat unsere Sozialarbeiterin um ein paar Stunden frei, damit sie ich im Distriktkrankenhaus ambulant behandeln lassen konnte. Nach einer Weile kam ein Anruf: Sie müsse nach Mombasa, im Krankenhaus in Msambweni streiken die Ärzte. Als sie am Abend wiederkam, berichtete sie, dass auch im Coast General Hospital, dem großen Provinzkrankenhaus, ebenso wie in allen staatlichen Krankenhäusern gestreikt werde. Sie habe deshalb eine Privatklinik aufsuchen müssen. Sie berichtete, dass der Streik vor einigen Tagen begonnen habe und dass bereits viele Patienten verstorben seien, weil sie nicht ärztlich versorgt worden seien und kein Geld für eine Privatklinik gehabt hätten.
Einen Tag später traf ich einen der streikenden Ärzte: Er erklärte mir im Brustton der Überzeugung, er verdiene knapp 700 €, ein Parlamentsabgeordneter dagegen mehr als 8500 €, dies sei nicht gerecht, deshalb streike er. Zum Vergleich, meine Lehrer, die immerhin auch einen Bachelor in Pädagogik haben, verdienen knapp 140 €. Ich habe ihm den Vergleich vorgehalten, was ihn natürlich nicht beeindruckt hat. Auch der Hinweis, dass stündlich Menschen, die viel weniger verdienten, sterben, weil sie sich keine Privatklinik leisten können, interessierte wenig. Das sind die Momente, in denen man sich hier doch etwas hilflos fühlt.
Ich grüße herzlich aus Kenia und wünsche vor allem Gesundheit
Ihre
Ingeborg Langefeld