Umweltschutz und Wiederaufbau nach Erdbeben

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H. Dohlen (verantwortlich)

H. Dohlen
Das Erdbeben vom 27. Februar hat die Industrieregion Concepción und Talcahuano stark in Mitleidenschaft gezogen und zum Großteil zerstört.
Besonders betroffen von der Naturkatastrophe sind die Arbeiter- und Armensiedlungen der Randbezirke der Großstädte. El Cerro, ein Konglomerat verschiedener Siedlungen, ist eines dieser Gebiete, das in der Nähe der Hafenstadt Talcahuano liegt und annähernd 25.000 Menschen beherbergt. Der ebenfalls hier gelegene Parque Tumbes bildet mit seinen Küstennaturwäldern das „grüne“ Zentrum der Armengebiete. Der Valdivianische Regenwald stellt aufgrund seiner Artenvielfalt einen der bedeutendsten Biodiversitäts-Hotspots weltweit dar. Reliktwälder mit einem hohen Anteil lokal-endemischer Baumarten charakterisieren den Parque Tumbes. Seit Mitte der 90er Jahre baut die chilenische Umweltorganisation CODEFF in ihrem sozial-ökologischen Park sukzessive die notwendige Infrastruktur auf. Auch diese ist durch das Erdbeben stark beschädigt und schränkt die Funktionalität und Arbeit der Umwelteinrichtung sehr stark ein. Um die bisherigen Erfolge CODEFF´s in der ökologisch wie sozial sehr prekären Region nicht zu gefährden, ist eine baldige Wiederaufnahme der Projekttätigkeiten unbedingt erforderlich.
Die Zielgruppe besteht aus ca. 2.000 Familien aus den angrenzenden Armensiedlungen Zielpersonen des Projektes sind überwiegend Frauen. Bei einer durchschnittlichen Größe von 4 Personen je Familie kommt das Projekt etwa 8.000 Personen zugute. Die Herkunftsgebiete der Familien (Stadtrandsiedlungen mit mehr als 25 Tsd. Einwohnern) weisen einen hohen Grad an Arbeitslosigkeit und Armut auf.
Die prekäre Situation vieler Familien der bevölkerungsdichten Stadtrandsiedlungen ist durch das gewaltige Erdbeben sowie nachfolgenden Plünderungen noch einmal verschärft worden. Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Monaten der Druck auf die lokalen Naturflächen (Wald und Küste) stark zunehmen wird. Um eine Übernutzung und negative Beeinträchtigung der lokalen Artenvielfalt der geschützten Gebiete abzuschwächen, müssen Umweltschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Erreichung eines besseren Selbstversorgungsgrades der lokalen Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln (Gemüse, Obst, Früchte) entwickelt und angeboten werden. Die problemorientierte Arbeit der Umweltschutzorganisation CODEFF im Parque Tumbes soll nach der Beeinträchtigung durch das Erdbeben gefördert und inhaltlich weiter gestärkt werden. Dazu müssen Teile der ehemaligen Infrastruktur wieder aufgebaut, beschädigte und geplünderte Bildungs- und Betriebsbaulichkeiten wieder Instand gesetzt werden. Maßnahmen, die eine nachhaltige Organisation und Durchführung der Umwelt- und Sozialarbeit CODEFF´s in der Region ermöglichen, sind Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur (Umweltbildungszentrum, Verwaltung, Gewächshaus, Baumschule/Gewächshaus), Instandsetzung der Aufzuchtstation für Wildtierarten der Küstenwälder, Schulungskurse im Pflanzenanbau und Anlage von Gemüsebeeten.

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