Kältehilfe - Hilfe für Wohnungslose im Winter

Neuigkeiten: Hier infomiert Dich der Träger über den Stand der Dinge in diesem Projekt. So kannst Du beurteilen, wie mit den Spenden umgegangen wird.

E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 30 Tagen

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,00 €
50 medizinische Erstversorgungen 137,22 €
150 Zahnbürsten und Rasierer 100,19 €
Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender, die uns in der Kältehilfesaison 2011/2012 unterstützt haben. Viele unserer Gäste achten auf ihr Aussehen. Sie wollen auf der Straße nicht als obdachlos stigmatisiert werden und ihnen ist trotz ihrer Lage wichtig, sich ein wenig Würde zu bewahren. Diese nutzen unser Angebot sich zu duschen und rasieren sehr gerne.  Ein anderer Teil macht sich aus Körperhygiene nicht viel. Hier benötigen die Mitarbeitenden der Kältehilfe manchmal viel Überredungskunst, um eine Dusche schmackhaft zu machen. Doch was beiden Gruppen gemeinsam ist, ist die Freude darüber, dass sie in der Notübernachtung jemanden haben, der auf sie wartet - und wenn es wie in unserem Fall nur eine Zahnbürste ist. Jeder Gast, der in der Notübernachtung Lehrter Str. übernachtet, bekommt eine Zahnbürste. Auf ihr wird der Name des Besitzers vermerkt und jedes Mal, wenn ein Gast wieder kommt, erhält er SEINE Zahnbürste zurück. Die Zahnbürste wird so zu einem Stück Zuhause, denn dass jemand wartet, egal wie lange sich ihr Besitzer nicht meldet, erfahren unsere Gäste sonst eher selten.
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Monat

E. Sager

Ende der Kältehilfe - Danke!

Seit vier Nächten haben die Türen der Notübernachtungen geschlossen. Die Kältehilfesaison 2011/2012 ist vorbei. Die Verantwortlichen sitzen an detailierten Auswertungen: Was lief gut, was können wir nächsten Winter besser machen. Was wir aber jetzt schon wissen ist, dass die Berliner Stadtmission ca. 31.000 Übernachtungen ermöglicht hat. Das sind so viele wie nie zuvor. Unseren Mitarbeitenden hat die Kältehilfesaison viel abverlangt – immerzu von Not und Elend und Perspektivlosigkeit umgeben zu sein, zieht runter. Nachtarbeit und der ständige Kontakt mit Menschen, die erkältet sind, schwächt zusätzlich.

Deshalb sind wir sehr glücklich, dass wir mit unserer Arbeit nicht allein gelassen wurden. Wir sind froh und dankbar, dass so viele Menschen uns unterstützt haben, mit ehrenamtlichem Engagement, mit Kaffee oder selbstgestrickten Socken. Dank eurer aller Mithilfe, konnten wir via betterplace-Spenden z.B. 376 Unterhosen kaufen und verteilen. Wir haben mit 350 Gästen Weihnachten gefeiert und konnten 120 Weihnachtsessen durch eure Spenden bezahlen. Danke!Auch wenn es in diesem Winter einen Kältetoten in Berlin gab, konnten wir dennoch vielen Menschen eine Perspektive aufzeigen und sei es nur, dass sie wissen, wo sie im nächsten Winter wieder willkommen sind und Schutz vor der Kälte finden.

Zunehmend macht uns allerdings der Umstand zu schaffen, dass unsere Gäste mehr und mehr keinen deutschen Pass haben. Viele von ihnen kommen aus Osteuropa. Nur ca. 6.000 der Übernachtungen ermöglichten wir Menschen, die Anspruch auf Sozialleistungen und damit auf Hilfe aus der Wohnungslosigkeit hatten. Alle anderen können wir nur versorgen, ihnen können wir keine Perspektive geben. Wir wünschen uns, dass die Politik hier aktiv wird, denn es ist ein europäisches Problem, dass die Berliner Stadtmission nicht lösen kann, aber die Auswirkungen massiv zu spüren bekommt.

Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben, ohne euch hätten wir es nicht geschafft!

Herzliche Grüße Elke Sager

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 2 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 Tage weiterführende Hilfe 160,30 €
10 Tage weiterführende Hilfe 467,42 €
Herzlichen Dank für Ihre Spende für weiterführende Hilfen. Gerade jetzt gegen Ende der Kältehilfesaison ist es uns wichtig, unseren Gästen eine Perspektive aufzuzeigen, wie sie raus aus ihrem Leben auf der Straßen kommen können. Dieser Weg ist nicht immer leicht, aber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Stadtmission helfen, wo sie können. In einer Wohnhilfe werden die Wohnungslosen dabei unterstützt, wieder zu erlernen, in einer Wohnung zu wohnen. Dazu gehört die Zubereitung von regelmäßigen Mahlzeiten ebenso, wie Haushaltsführung und Körperhygiene. Unsere Gäste werden bei Ämtergängen begleitet, um z.B. einen neuen Pass oder Hartz IV zu beantragen. Gäste der Notübernachtung, die aussteigen wollen, werden sofort in einem Zimmer im Übergangshaus der Berliner Stadtmission untergebracht. Für die promte Aufnahme gibt es keine Finanzierung. Dabei ist die sofortige Aufnahme wichtig, damit sie den Elan nicht verlieren und aussteigen vom Aussteigen. Erst im Nachhinein werden die Kosten vom Amt übernommen. Schafft es ein Gast nicht bis zur Kostenübernahme, sondern kehrt zu seinem Leben auf der Straße zurück, bleibt das Übergangshaus auf seinen Kosten sitzen. Doch die Berliner Stadtmission kämpft um jeden einzelnen. Vielen Dank, dass Sie uns dabei unterstützen. Ihre Elke Sager
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 2 Monaten

E. Sager

Noch eine Woche Kältehilfe

Noch eine Woche Kältehilfe, bevor dieses Hilfsangebot für Wohnungslose bis zum 01. November 2012 ruht. Unsere Mitarbeiter sind deshalb vermehrt bemüht, Wohnungslosen Alternativen zum Leben auf der Straße aufzuzeigen. Die Berliner Stadtmission betreibt zehn Wohnhilfen, in denen Wohnungslose auf ein Leben in der eigenen Wohnung vorbereitet werden. Jeden Morgen nach dem Frühstück sind deshalb Sozialarbeiter vor Ort, die sich Zeit für Gespräche nehmen, z. B. aus der Wohnhilfe Zeppelinstraße in Spandau. Sie zeigen auf, mit welcher Unterstützung die Wohnungslosen rechnen können, aber auch, das es kein einfacher Weg für die Hilfesuchenden sein wird. Bürokratische Hürden, Suchtproblematiken und die plötzliche Einsamkeit, die sich langsam zu erkennen gibt, sobald die Wohnungslosen in einer eigenen Wohnung sind, machen den Neubeginn zu einem steinigen Weg. In den letzten Wochen konnten drei Männer und eine Frau in die Wohnhilfe Zeppelinstraße vermittelt werden. Ein weiterer Mann wird hoffentlich folgen.   Wer jetzt denkt, dass bei diesem angenehmen Frühlingswetter wahrscheinlich kaum noch Gäste in die Notübernachtungen kommen, der irrt. In der Notübernachtung in der Lehrterstraße suchen immer noch pro Nacht ca. 160 Wohnungslose Zuflucht. Wir hoffen, dass wir noch so manchen in weiterführende Hilfeangebote vermitteln können. Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 2 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

50 Männerunterhosen 200,39 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,01 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,00 €
50 Männerunterhosen 200,00 €
Vielen herzlichen Dank für die Unterstützung der Kältehilfe der Berliner Stadtmission. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch: 7. Febraur 2012 Im Umzugsfieber Es sind – 8 °C. Die Sonne lässt den Fritz-Schloß-Park in seinen schönsten Farben leuchten. Unscheinbar ragt plötzlich eine kleine Holzhütte zwischen den Sträuchern des Fritz-Schloß-Parkes auf. Man könnte meinen, dass es das Werk von Kindern sei, die als Abenteurer eine Hütte bauten. Doch es lässt sich nicht vermuten, dass in dieser kleinen Hütte ein älterer Mann sein Zuhause eingerichtet hatte. Nicht einmal vier Quadratmeter groß erstreckt sie sich eingebettet in die Natur. Ich trete auf den Eingang zu. Geradewegs springt mir ein Kleiderbügel mit einem ordentlich aufgehängten Pullover entgegen. Gleich daneben liegt eine aktuelle Tageszeitung und ein Apfel. Links in das Innere gespäht, erkenne ich ein selbstgebautes Bett mit Decke und Kissen und eine große Ansammlung von Büchern. Dies war das Zuhause von Günther Zimmermann. 16 Jahre lang lebte er im Fritz-Schloß-Park gleich gegenüber vom Minigolfplatz. Vor ein paar Tagen wurde gegen diese Hütte randaliert. Nun hat er sich entschlossen sein Leben auf der Straße hinter sich zu lassen. Peu à peu tragen wir die Kleidungsstücke und die für Herrn Zimmermann wertvolle Dinge aus der kleinen Hütte und verstauen sie sorgsam in Säcken. Heute dient der Kältebus als Umzugsauto. Langsam füllt sich der Kofferraum. Erst liegt nur ein Sack im geräumigen Stauraum des VW-Bus, dann auf einmal zwei, drei, vier, … Die Säcke stapeln sich fast bis zu den Kopfstützen der vorherigen Sitzreihe hoch. Von Außen betrachtet, erscheint dieses Szenario wie ein Clownsauto. Es werden immer mehr Sachen herausgetragen, obwohl der Raum nicht solche Kapazitäten vermuten lässt. Nach einer halben Stunde sind alle Sachen gepackt. Nun kann für Herrn Zimmermann ein neues Leben beginnen. Anne, Freiwillige
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 3 Monaten

E. Sager

Endspurt in der Kältehilfe

Auszug aus dem Kältehilfetagebuch:

27. Februar 2012

Auf in die Pampa!

Vollgepackt bis zur Decke sitzen Schulter an Schulter sieben Gäste der Notübernachtung im Kältebus. Lächelnd und scherzend winken sie, während der Kältebus langsam losfährt. Es geht nach Gussow, einem kleinen Ort in Brandenburg am Dolgensee. Für drei Tage fahren sieben Gäste in eine vollkommen andere Welt - weg von der lauten, sich immer bewegenden Stadt Berlin hin zur ruhigen Seeidylle Gussow.

Angekommen laden wir den Bus aus. Es offenbaren sich langersehnte Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Lebens. Jeder Gast packt beim Einsortieren mit an. Für die meisten der Gäste ist dieses Bild bizarr. Gestern noch schliefen sie teilweise auf dem Fußboden und holten sich wie gewöhnlich einen Teller Suppe. Heute stehen sie in einem Haus mit Wohnküche, haben ein eignenes Zimmer mit eigenem Bett und räumen so viele Lebensmittel ein, die sonst nicht einmal ihre Vier- oder Achtwochenration wären. Gemütlich, mit Kaffee in der Hand genießen sie ihr Glück.

Am ersten Tag herrscht Ankommens- und Entdeckungsstimmung. Diese schägt jedoch schnell in ein großes Bedürfnis an Ruhe und Schlaf um. Unsere Gäste müssen sich erst einmal von der Straße erholen. Nahezu augenblicklich brechen grippale Infekte aus. Wenn der Körper zur Ruhe kommt, bricht das aus, was sich die ganze Zeit angestaut hat.

Zusammen mit einem Fotoprojekt bieten wir am zweiten Tag auch andere Workshops an: Schnitzen, Kartenschreiben an seine Verwandten, Malen auf Leinwand, Kochen, Backen.Die Freizeit steht unter dem Thema "Veränderung". Daher zeigen wir unseren Gästen einen anderes Leben während dieser drei Tage auf und versuchen sie außerdem zum Nachdenken anzuregen über ihr Leben und ihre Situation. Durch Andachten und Aktionen wollen wir zur Veränderung herausfordern.Während der Workshopzeit sitzt ein junger Gast neben mir und erklärt mir, dass Malen nicht Kopfsache sei, sondern dass man es einfach fließen lassen solle. Dabei lächelt er verschmitzt und malt schwarze Umrandungen auf seine Leinwand. Er ist gerade erst 22 Jahre alt und hat eine Tischlerausbildung abgeschlossen. Nach seiner Ausbildung arbeitete er für eine Zeitarbeitsfirma. Diese zahlte seinen Lohn nicht aus, so konnte er Verpflichtungen, wie Miete, Versicherungen, etc. nicht mehr nachgehen. Nun sitzt er hier. Gerade für solche jungen, potentialbepackten Männer hoffe ich, dass dieser Prozess der Veränderung, den wir versuchen während dieser drei Tage anzustupsen, zum Ausstieg aus dem Leben auf der Straße führt.

Bei allen breitet sich eine Stimmung des Nachdenkens aus. Ich vermute, dass viele sich an ihr Leben in einer Wohnung zurückerinnern und die Ereignisse reflektieren, die sie nun in ihre Lage gebracht haben. Besonders bei unseren älteren Gästen (45 aufwärts) ist viel Verbitterung gegenüber dem Leben zu sehen.

Andererseits blühen ein paar der Mitfahrenden in den alltäglichen Beschäftigungen total auf. Diskussionen über Kochrezepte und Kuchenbewertungen brechen aus. Die Anfrage auf einen Krimiabend wird gestellt und lösungsorientiert werden Dusch- und Heizschwierigkeiten analysiert. Es scheint, als würden Gäste zu einer Gruppe zusammenwachsen. Einzelgänger werden auf einmal integriert.

Der Dolgensee ist teilweise noch eingefroren. Ein frühlingsversprechender Wind weht durch die Bäume. Der Himmel ist durchzogen mit großen, grauen Wolken. Auf einmal erstreckt sich eine Kolone an bunten Punkten über den doch tristen Himmel. Bunte Luftballons wirbeln durch die Luft, bleiben hier und da in einem Baum hängen, kämpfen aber weiter. Diese Heliumballons sind die Wünsche und Träume der sieben Verreisten. Zum Schluss der Freizeit sind alle gen Himmel geschickt worden.Dann heißt es wieder Koffer packen und nach Berlin zurück, zurück in den Alltag.

Anne, Freiwillige

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 3 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 10 Paar Winterschuhe 400,06 €
50 Männerunterhosen 200,50 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,96 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,30 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,00 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,00 €
Vielen, vielen Dank für Ihre kontinuierliche Unterstützung der Kältehilfe der Berliner Stadtmission. Vier Personen können dank Ihrer Spende jeweils für eine Woche in der Notübernachtung nächtigen. Wir können 50 Personen ein Stückchen Würde zurück geben und sie mit Unterhosen ausstatten sowie 10 Paar Winterschuhe in Übergrößen kaufen. Danke, dass Sie Ihren Teil dazu beigetragen haben.  
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 3 Monaten

E. Sager

Ein Stück weit Völkerverständigung

Es ist ein ganz normaler Abend in der Notübernachtung: Über hundert Gäste, die meisten sind Männer, haben sich auf der Flucht vor der Kälte hier eingefunden. Auch heute ist wieder eine große Anzahl von osteuropäischen Gästen hier. Viele sprechen nur ein paar Worte deutsch. Diese Sprachbarriere macht die Arbeit für unsere Mitarbeitenden schwierig. Die Essensausgabe, die medizinische Versorgung oder die Zuteilung von Schlafplätzen geschieht über Gesten, die international verständlich sind. Aber ein sozialpädagogisches Gespräch ist beinahe unmöglich, auch, wenn sich mittlerweile polnisch und russisch sprechende Mitarbeiter in der Kältehilfe engagieren.

An diesem Abend kommt es zum Streit zwischen einen Deutschen und einem Polen. Sie beschimpfen sich - jeder in seiner Sprache. Eine Mitarbeiterin der Kältehilfe geht dazwischen, sie spricht polnisch. Schnell stellt sich raus, dass alles nur ein Missverständnis war. Der deutsche Gast dachte, der polnische Gast hätte ihn auf polnisch beleidigt. Sowieso ist er Polen gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Der Pole fühlt sich provoziert und nun ebenfalls beleidigt sowie im Allgemeinen schlecht behandelt von DEN Deutschen. Nach einiger Vermittlung unserer Mitarbeiterin geben sich die beiden Männer die Hand. Der polnische Gast wendet sich zur Suppenausgabe und bietet durch Gesten dem deutschen Gast an, ihm eine Suppe mitzubringen. Dieser nickt. Später sieht man die beiden Männer, wie sich sich gegenüber sitzen und sich zwischendurch immer wieder unsicher anlächeln.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 3 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

7 Übernachtungen in der Notübernachtung 189,15 €
50 Männerunterhosen 200,00 €
Vielen, vielen Dank für die Unterstützung! Es ist wirklich toll, wie viel Unterstützung für unsere Arbeit wir bekommen, aus  Berlin und aus ganz Deutschland. Die Berliner Stadtmission möchte die Menschen vor dem Erfrieren in den Winternächten bewahren. Deshalb werden unsere obdachlosen Gäste mit dem Nötigsten versorgt. Sie bekommen etwas Warmes zu essen und zu trinken und einen Platz zum Schlafen und Aufwärmen. Aber wir möchten den Menschen auch ein Stück Würde zurück geben. Würde, auf die sie selbst vielleicht gar keinen Wert mehr legen. Hygiene gehört für uns dazu. Deshalb wünschen wir uns, dass jeder unserer Gäste Unterwäsche tragen kann. Sie wärmt und schützt die Oberbekleidung vor Verschmutzung. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Ihre Elke Sager
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 3 Monaten

E. Sager

"Ich habe gewonnen"

Liebe Spender, es ist wirklich toll, welche Unterstützung unsere Kältehilfe hier bei betterplace bekommt. Ein großes Dankeschön!!!

Wir erfahren auch außerhalb von betterplace von den Berlinern und aus ganz Deutschland eine große Anteilnahme für die Not unserer wohnungslosen Gäste. Ein Beispiel unter vielen ist die Berliner Morgenpost. Sie hat über ihren Verein „Berliner helfen“ unter ihren Lesern zu Spenden für die Kältehilfe aufgerufen. 10.000 Euro bekommt die Berliner Stadtmission. Damit können wir 10 der aufgestockten 20 Schlafplätze in Kreuzberg bis zum Saisonende finanzieren. Die Hälfte ist geschafft! Es tut gut zu wissen, dass wir mit Entscheidungen wie „Wir stocken die Kreuzberger Notübernachtung um 20 Betten auf“ nicht alleine gelassen werden. Danke!

Alles fing an mit zwei Gästen und einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier. Mittlerweile ist das Gesellschaftsspielespielen ein Trend in der Notübernachtung Lehrter Str. geworden. „Nehmen wir uns die Zeit für ein gemeinsames Spiel, so erhalten wir einen ganz anderen Zugang zu unseren Gästen. Gerade zu denen, bei denen sprachliche Barrieren ein Gespräch erschweren,“ sagt eine Mitarbeiterin der Notübernachtung. Spiele wie Schach, Memory und Elfer raus kennt jeder – mal wieder Gewinner sein. Dieses Gefühl von „ich kann was, ich habe etwas geschafft“ haben viele unserer Gäste lange nicht mehr gehabt. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Wohnungslosen beim Spielen ihr Gedächtnis trainieren, ein weiterer, dass sie sich beschäftigen und nicht nur ihre Zeit absitzen.

Herzliche Grüße Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 4 Monaten

E. Sager

20 zusätzliche Schlafplätze in Kreuzberg

Aufgrund der prekären Situation hat sich die Berliner Stadtmission entschlossen ihre Anzahl an Schlafplätzen für Wohnungslose zu erhöhen. Mit der Zustimmung unseres Vorstandes wurden die nötigen Umbaumaßnahmen in der Kreuzberer Notübernachtung durchgeführt, seit dem 02. Februar 2012 stehen hier 20 weitere Schlafplätze zur Verfügung. So gibt es in der Johanniter Str. nun 55 Schlafplätze für Wohnungslose. Die Berliner Stadtmission hofft, damit die Situation etwas zu entspannen.

Diese zusätzlichen 20 Schlafplätze müssen allerdings über Spendengelder finanziert werden. Über jede Hilfe sind wir sehr dankbar.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 4 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

50 Männerunterhosen 200,73 €
14 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 378,91 €
20 Weihnachtsessen 150,57 €
10 Tage weiterführende Hilfe 467,70 €
10 medizinische Erstversorgungen 250,20 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung 189,27 €
Vielen, vielen Dank, für die tolle Unterstützung der Kältehilfe der Berliner Stadtmission. Trotz des bislang recht milden Winters haben wir in unseren Notübernachtungen einen Gästezuwachs von 10%. Dass wir in diesem Winter neben der großen Notübernachtung in der Lehrter Str. eine weitere Notübernachtung und ein Nacht-Café geöffnet haben, schafft eine gewisse Entlastung. Der Trend gibt allerdings zu denken, in den letzten drei Jahren stieg der Hilfebedarf jährlich um ca. 10% an. Die Unterstützung, die wir über betterplace erfahren, entlastet sehr. Herzlichen Dank!
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 4 Monaten

E. Sager

Halbzeit in der Kältehilfe

Es ist Halbzeit in der Kältehilfe 20011/2012: 10 % mehr Hilfebedürftige gegenüber dem Vorjahr suchen in diesem Winter Schutz und Hilfe in den Einrichtungen unserer Kältehilfe. Und das, obwohl die Wetterbedingungen nicht so hart sind, wie in den zwei vergangenen Wintern. Die Notübernachtung in der Lehrter Straße ist jede Nacht übervoll. Und auch die beiden zusätzlichen Einrichtungen in Wilmersdorf und Kreuzberg, die die Berliner Stadtmission als Entlastung für die große Notübernachtung im November eröffnete, haben mehr Gäste, als vorgesehen.

10 %  mehr wohnungslose Gäste, das habe ich auch in den letzten zwei Wintern geschrieben. Dieser Anstieg von 30 % mehr Gästen in drei Jahren gibt uns sehr zu denken und stellt die Kältehilfe vor schwierige (finanzielle) Aufgaben.

Die Berliner Stadtmission ist froh und dankbar über die Solidarität, die wir für unsere Arbeit erhalten. Viele Menschen unterstützen die Kältehilfe mit Geld- oder Sachspenden, über 100 engagieren sich in dieser Kältehilfesaison ehrenamtlich. Das ist toll, ohne dieses Engagement könnten wir dem immer größer werdenen Hilfebedarf schwerlich begegenen. Denn jeder zusätzliche Gast verursacht zusätzliche Kosten. Aber wir bleiben dabei: Niemand in Not wird abgewiesen! Danke, dass Sie uns dabei unterstützen.

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 4 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 Paar Winterschuhe 173,72 €
50 medizinische Erstversorgungen 220,42 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung 189,91 €
25 Männerunterhosen 100,26 €
10 Weihnachtsessen 75,00 €
15 Weihnachtsessen 113,00 €
7 Übernachtungen in der Notübernachtung 189,00 €
10 Weihnachtsessen 75,00 €
14 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 378,36 €
20 Weihnachtsessen 150,78 €
50 Männerunterhosen 200,99 €
15 Weihnachtsessen 113,82 €
15 Weihnachtsessen 113,00 €
15 Weihnachtsessen 113,00 €
Liebe Spenderin, lieber Spender, vielen, herzlichen Dank, dass so viele dazu beitragen, dass wir Berlins Wohnungslose gut über den Winter bringen. Danke, dass so viele Weihnachtsessen zusammen gekommen sind und wir Heiligabend vielen Menschen ein Fest schenken konnten, auf dem sie sich aufgehoben und angenommen fühlten. Danke, für all die Spenden, die Übernachtungen und den Kauf von Winterschuhen sowie Unterhosen ermöglichen. Ihr Engagement hilft uns auf die Gesundheit der Wohnungslosen zu achten, denn... Die Straße macht krank Am Mittwochabend trat mir ein Mann entgegen. Sein Gesicht war mit einem Weiß überzogen, dass mich zum Nachdenken zwang. Es schien, als sei eine Salbe dick aufgetragen worden, die nun einziehen müsse. Doch im Trubel der Notübernachtung verlor ich diesen Mann aus den Augen und damit vorerst auch den Gedanken an ihn. An diesem Abend arbeitete ich im Schlafhaus. Im Schlafhaus gibt es ingesamt 60 Betten auf 6 Räume verteilt - drei für Männer, einen für Frauen, einen für Kranke und einen für Hundebesitzer und deren Hunde. Dort haben unsere Gäste die Möglichkeit sich zu duschen, zu rasieren und die Zähne zu putzen. Es gibt einen weiteren stark genutzten Raum im Schlafhaus und zwar das Arztzimmer. Dieser Raum ist von immenser Wichitgkeit. Wie man sich vorstellen kann, hinterlässt das Wetter, besonders die Kälte Spuren auf dem menschlichen Körper. Ich kenne einige Gäste, bei denen ich beobachte, dass sie die ganze Saison einen Husten und eine laufende Nase haben. Einmal saß ein junger Mann vor mir, der mir erzählte, dass seine Beine offen seien. "Es tut so weh, das kannste dir nicht vorstellen. Ich versuche den Schmerz mit Dorgen zu betäuben, aber ich gehe heute zur Ärztin", meinte er zu mir. Viele unserer Gäste haben mit Wunden zu kämpfen, die nicht verheilen und im schlechtesten Fall sich entzünden. Denn durch das Verbringen der Tage in der Kälte und durch die schlechte und unausgewogene Ernährung wird es dem Körper erschwert, diese schnell wieder verheilen zu lassen. Es ist ein Teufelkreis. An diesem Abend begegnete mir der Mann mit dem weißen Gesicht erneut im Schlafhaus. Die Ärztin schickte ihn ins Behandlungszimmer, wo wir, ein weiterer Mitarbeiter und ich, ihm helfen sollten. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass sein ganzer Oberkörper mit dem selben Weiß überzogen ist wie sein Gesicht. Er fing an seine Brust abzurubbeln und mit jedem Handstrich fiel eine Wolke an Haut ab. Nun erkannte ich, dass die oberen Hautschichten sich ablösten, sodass die Haut darunter rot war, teilweise sogar blutig. Wir halfen ihm, seinen Rücken mit Salbe einzureiben, damit er wenigstens ein wenig Linderung erhält. Doch mich bewegte dieser Anblick sehr. Das Erstaunlichste war hingegen, dass der Patient seine Krankheit mit sehr viel Humor nahm und sich nicht viel daraus machte. Die Straße macht einen krank. Wenn man bereits körperlich angeschlagen ist, dann drückt sie erbarmungslos noch einmal ihren brennenden Finger dort hinein. - Anne, Freiwillige, 5. Januar 2012
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 5 Monaten

E. Sager

350 Obdachlose speisen zu Weihnachten dank Ihrer Spende

Herzlichen Dank! Es ist wirklich überwältigend zu sehen, wie viele Menschen in den Wochen rund um Weihnachten die Kältehilfe der Berliner Stadtmission mit ihren Spenden unterstützt haben. Danke, dass Sie u.a. mitgeholfen haben ca. 350 Menschen eine Weihnachtsfeier zu ermöglichen. Ihre Elke Sager 

24. Dezember 2011

Ein anderer Heilig Abend

Einige Menschen stehen vor dem Haupteingang des Zentrums am Hauptbahnhof. Vorsichtig schlängle ich mich hindurch. Plötzlich hält ein Mann meine Hand fest. Ich drehe mich in seine Richtung. "Frohe Weihnachten!", ruft der Mann freudig aus und schüttelt meine Hand. "Frohe Weihnachten, Sigi!" Es ist Heilig Abend. Wie ich als Kind, auf die Bescherung am Abend gewartet habe, so warten auch unsere Gäste auf den Start der Weihnachtsfeier. Um 16 Uhr ertönt das Startsignal, der Einlass beginnt. Innerhalb einer halben Stunde füllt sich der Saal zu 2/3. Unsere Gäste lachen, schlemmen und lassen sich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Es herrscht eine gelassene Stimmung.Alles läuft auf Hochbetrieb. In der Küche wird das Dinner vorbereitet. Die Garderobe ist eine scheinbare ewige Maschine, die Jacken und Gepäck frisst und Kleidernummern wieder ausspuckt. Um 17 Uhr beginnt eine Andacht, währenddessen füllt sich der Saal immer weiter. Es scheint, als seien die Kapazitäten langsam ausgeschöpft, doch jeder findet hier einen Platz. Keiner wird weggeschickt, besonders nicht an Weihnachten. So finden 350 Gänsekeulen mit Rotkohl und Klößen einen freudigen Abnehmer.

Zu jeder guten Weihnachtsfeier gehören Showacts: So folgt ein Weihnachtslied dem nächsten, ein Gedicht dem anderen. Auch unsere Gäste wagen sich auf die Bühne und schmettern Weihnachtsschlager. Zum krönenden Abschluss präsentieren zwei Mitarbeiter der Notübernachtung unter viel Gelächter eine Inszenierung des Sylvesterklassikers "Dinner for one". Nahezu von jetzt auf gleich kippt die Stimmung von ausgelassenem Gelächter zu erwartender Spannung. Unsere Gäste wissen, was nun kommt: Auf der Bühne stapeln sich Geschenke über Geschenke. In den Wochen zuvor haben Schüler, Unternehmen und Privatpersonen Päckchen zusammengestellt und liebevoll in Geschenkpapier eingewickelt. Bei dem Anblick dieser Geschenkeberge werden die Augen unserer Gäste größer. Wie kleine Kinder rutschen sie unruhig auf ihren Plätzen hin und her. Dann ist es endlich soweit, die Päckchen werden verteilt. Wie es Weihnachten üblich ist, sieht man enttäuschte und freudige Gesichter. Doch zum Schluss verlassen alle zufrieden mit ihrer "Beute" den großen Saal. Es war ein gelungenes Fest und vor allem einmal eine andere Art und Weise, wie man Heilig Abend feiern kann.

- Anne, Freiwillige

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 5 Monaten

E. Sager

Frohe Weihnachten und vielen Dank!

Liebe Spenderinnen, liebe Spender,

ein herzliches Dankeschön an alle, die die Kältehilfe so tatkräftig unterstützt haben. Viele unserer wohnungslosen Gäste freuen sich schon sehr auf die Feierlichkeiten im großen Saal an Heiligabend. Auch Dank Ihrer Spenden können wir ihnen ein festliches Weihnachtsessen servieren.

Ich wünsche allen frohe Festtage und verabschiede mich in den Weihnachtsurlaub. Die Arbeit in der Kältehilfe geht natürlich ohne Pause weiter.

Ihre Elke Sager 

20. Dezember 2011

In der Weihnachtsbäckerei

Fein säuberlich breitet Liesel ein großes, tischdeckenähnliches Geschirrtuch aus, stellt einen kleinen Topf darauf und beginnt etwas zu kneten. Neugierig stellen sich ein paar der Gäste der Notübernachtung um die ehrenamtliche, ältere Frau und beobachten, was sie dort an einem der Tische im Aufenthaltsraum macht. "Was machen Se denn da?", fragt einer der Umstehenden. "Arbeiten", antwortet Liesel. "Möchten Sie mir helfen?" "Wat! Ick arbeite doch nicht!""Na, kommen Sie doch einmal her und versuchen Sie es!"Geduldig zeigt Liesel erst dem einen und dann noch zwei/drei anderen, was sie wie machen sollen. Ein wenig unbeholfen, dennoch mit wachsender Begeisterung fangen die vier Männer an, Teig zu kneten und kleine Kringel aus dem Teig zu formen. Mühsam füllt sich ein Blech nach dem anderen. Plötzlich ruft einer der Bäcker aus: "Ick versteh dit nicht, dass Vanillekipferl immer Kringel sein müssen! Ick form' 'nen Schmetterling!"

So initiierte das Ehepaar Blessing eine Weihnachtsbäckerei direkt in den Räumen der Notübernachtung. Liesel und Helmut Blessing kommen jeden Winter für ein paar Wochen nach Berlin, um unseren Gästen etwas Gutes zu tun. Nicht nur unseren Gästen wurde etwas Gutes durch die Plätzchen zu teil, sondern auch den Mitarbeitern, die an diesem Abend sehr die vorweihnachltiche Stimmung und den leckeren Vanillekipferlgeruch genossen.

Zum Schluss war einer unserer Gäste so angetan von der Aktion, dass er tatenhungrig den ganzen Arbeitsplatz aufräumte, nach Handfeger und Kehrblech für die hinuntergefallenen Krümel fragte und schließlich feststellte: "Arbeiten is' doch nicht so schlecht! Dit macht richtig Spaß!"

- Anne, Freiwillige

 Mehr Eindrücke aus der Kältehilfe finden Sie in unserem Kältehilfetagebuch.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 5 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 Tage weiterführende Hilfe 280,35 €
50 Männerunterhosen 200,00 €
Herzlichen Dank an alle, die für die Bedarfe "Männerunterhosen" und "weiterführende Hilfen" gespendet haben. Dieses Engagement hilft uns sehr! In der Notübernachtung in der Lehrter Str. gibt es für die Wohnungslosen jeden Morgen die Möglichkeit mit einem Sozialarbeiter ins Gespräch zu kommen. Wenn der Wille vorhanden ist, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen, geht es ganz schnell. Meistens genügt ein Anruf im Übergangshaus, das sich ebenfalls hier auf dem Gelände des Zentrums am Hauptbahnhof befindet. Schon ist der erste und wichtigste Schritt getan: Der Gast wohnt wieder. Jetzt beginnt das Organisatorische. Viele unserer Gäste haben keinen Pass, keine Geburtsurkunde, keine Meldeadresse. Doch dies sind Voraussetzungen um Hartz IV zu beantragen und dafür, dass die Betreuung in unserem Übergangshaus durch Sozialarbeiter vom Amt übernommen wird. Für die Zwischenzeit sind wir auf Spenden angewiesen, denn es ist wichtig den Menschen sofort eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen, damit die Wohnungslosen nicht den Mut zum Austieg von der Straße verlieren. Da viele Wohnungslose keine Unterwäsche tragen, ist es uns ein Anliegen, diesen wärmenden und hygiensch sinnvollen Mindeststandard zu gewährleisten. Ihre Elke Sager
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 6 Monaten

E. Sager

Weihnachten in der Kältehilfe

Das erste Weihnachtsgeschenk für die Berliner Stadtmission kam an Nikolaus. Wir durften einen 2. Kältebus in Empfang nehmen. Die Lions-Clubs Berlin-Glienicker Brücke und Cosmopolitan machten es möglich. Die Spende eines zweiten Kältebusses ist für das Kältebusteam eine große Entlastung und für die Wohnungslosen Berlins ein großes Geschenk. Ist der Kältebus z.B. in Spandau unterwegs und bekommt den Anruf, dass ein Wohnungsloser am Ostbahnhof Hilfe braucht, kann nun der zweite Kältebus zeitnah handeln und den Hilfebedürftigen versorgen. Das Kältebusteam besteht aus zwei hauptamlichen Fahrern und einer Vielzahl ehrenamtlicher Beifahrer. In den letzten Jahren ist der Hilfebedarf immer weiter gestiegen, der Kältebus wurde immer öfter angefordert. Im Winter 2010/2011 hat der Kältebus 780 Menschen in eine Notunterkunft gebracht, 665 mit heißen Getränken, Schlafsäcken bzw. belegten Broten versorgt und 1830 Gespräche mit Wohnungslosen geführt.

Am Heiligen Abend wird die Berliner Stadtmission wieder mit ca. 600 wohnungslosen Menschen gemeinsam Weihnachten feiern. Im Zentrum am Hauptbahnhof, dort, wo auch die große Notübernachtung ist, findet eine offene Weihnachtsfeier für 300 Gäste statt. Jeder Gast bekommt ein Weihnachtsessen, bestehend aus Gänsebraten, Rotkohl und Klößen, und eins der Geschenke, die Schulklassen, Firmen und Privatpersonen gepackt haben. Der Abend wird mit mit einem bunten Programm ausklingen. Neben einer Geigerin und einer Pianistin sind auch die Gäste herzlich eingeladen, ihren Teil zum Gelingen des Bühnenprogramms beizutragen. In den vergangenen Jahren sind ganz erstaunliche Talente zu Tage gekommen.

Ca. 150 Weihnachtsessen haben wir schon durch Spenden finanziert, damit auch wirklich jeder Gast ein weihnachtliches Menü genießen kann, brauchen wir Ihre Unterstützung. Danke!

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 6 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

7 Übernachtungen in der Notübernachtung Lehrter Str. 189,00 €
50 medizinische Erstversorgungen 337,97 €
Es tut gut DANKE sagen zu können. Danke, an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir sieben Übernachtungen in der Notübernachtung über Spenden finanzieren können und außerdem die medizinische Versorgung von 13 Wohnungslosen sichern können.
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 6 Monaten

E. Sager

Notübernachtung in der Lehrter Straße ist voll belegt

Obwohl es noch gar nicht richtig Winter ist - kein Schnee, kein Eis, wenig Minusgrade - ist die Notübernachtung in der Lehrter Straße voll belegt. Bereits letzten Donnerstag beherbergte die Berliner Stadtmission über 180 Personen in der Notübernachtung Lehrter Straße. Das Bezirksamt bezahlt für 60 Übernachtungsgäste pro Nacht, jede weitere Person muss die Berliner Stadtmission über Spendengelder finanzieren. Danke an alle, die uns in unserer Arbeit tatkräftig unterstützen. 

Auch der Kältebus fährt durch Berlin und besucht Wohnungslose. Dabei freuen sich die Kältebusfahrer sehr, wenn sie auf alte Bekannte treffen und sehen, dass es ihnen gut geht. Wie auch der ehrenamtliche Kältebusfahrer Dirk, der von seiner ersten Nacht in diesem Winter folgendes berichtet: „Wir machten in der Hälfte der Nacht eine kleine Pause und gönnten uns bei Curry 36 eine Currywurst, um uns dann auf den Weg zum Innsbrucker Platz zu machen. Wir wollten nachschauen ob "Harry" noch wie in den Jahren zuvor im Vorraum "seiner" Sparkasse "wohnt". Schon von weitem sahen wir "Harrys" Einkaufswagen vor der Sparkasse stehen. Der Sparkassenvorraum war gut geheizt. Offensichtlich freute sich Harry über ein paar Gesprächspartner, denn er wollte uns unbedingt wieder die Geschichte erzählen, dass er mal mit Bubi Scholz boxte und Jean Claude van Dame persönlich kannte, den er für den besten Vollkontaktboxer der Welt hält. Ich gab zu bedenken, dass er wohl Chuck Norris vergessen hätte und wir einigten uns dann darauf, dass beide die besten Karatekämpfer der Welt seien. "Harry" ließ uns ungern weiterziehen, er hätte viel lieber noch ein bisschen von Bubi Scholz erzählt.“

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 6 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 Paar Winterschuhe 226,28 €
10 medizinische Erstversorgungen 250,42 €
Herzlichen Dank an alle Spender, die es ermöglicht haben, dass wir mit 10 medizinischen Erstversorgungen à 25 € und 226 € für Winterschuhe Wohnungslosen in unserer Kältehilfe helfen können. Ein gesunder Körper sowie warme und trockene Füße helfen beim Kampf gegen den Kältetod.
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 6 Monaten

E. Sager

Unterwäsche dringend benötigt

Um die wohnungslosen Gäste gut über den Winter zu bringen, spielt Hygiene eine große Rolle in der Notübernachtung. Die Möglichkeit zu duschen und sich zu rasieren, steht jedem offen. In einer Notkleiderkammer werden Sommer- gegen Winterjacken getauscht und warme Socken abgegeben. Da viele Wohnungslose keine Unterwäsche tragen, ist es der Berliner Stadtmission ein besonderes Anliegen, diesen wärmenden Mindeststandard zu gewährleisten, auch unter hygienischen Gesichtspunkten. Viele Wohnungslose sitzen den ganzen Tag draußen auf kalten Steinen. Dadurch kühlen sie stark aus und sind anfälliger für Erkältungen.

An Kleiderspenden erhält die Berliner Stadtmission jeden Winter viel warme Kleidung, so dass die Regalbretter der Kleiderkammer gut gefüllt mit Hosen, Pullovern und Jacken sind. Dafür sind wir sehr dankbar. Auf dem Regalbrett für Unterwäsche liegen derzeit fünf Männerunterhosen. Das reicht nicht für die über hundert Gäste, die jede Nacht die Notübernachtung in der Lehrter Str. aufsuchen.

 Bitte schauen Sie doch mal in ihren Kleiderschrank, ob Sie die eine oder andere Unterhose entbehren können. Gewaschene Männerunterhosen nehmen wir sehr gerne in der Lehrter Str. 68, 10557 Berlin entgegen (Mo – Fr 8 – 16.30 Uhr). Damenunterwäsche benötigen wir in geringen Mengen, da nur wenige Frauen unter unseren Gästen sind.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 7 Monaten

E. Sager

Eine Woche Kältehilfe

Vor einer Woche startete die Kältehilfesaison 2011/2012. Waren es in der ersten Nacht ca. 60 Gäste, so waren es in den letzten Nächten bereits um 120 Menschen, die Zuflucht in den Räumen der Notübernachtung in der Lehrter Str. gesucht haben. Viele Gäste kommmen schon seit Jahren. Mit ihnen gab es ein freudiges Wiedersehen. Die Mitarbeitenden, die die Gäste am Eingang in Empfang genommen haben, wurden oft auch aus Erleichterung umarmt: Endlich wieder Kältehilfe!

Anne, sie hilft bereits im zweiten Jahr, freut sich darüber, dass die ersten Gäste bereits Beratungsgespräche suchen: "Es ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass die Wohnungslosen Vertrauen in uns und unsere Arbeit haben und, dass sie die Bereitschaft mitbringen, sich helfen zu lassen."

Doch es haben sich in der ersten Woche nicht nur positive Dinge ereignet. Einige Gäste sind schlimmer als im letzten Jahr durch ihr Leben auf der Straße gezeichnet. Sie tragen psychische und physische Krankheiten mit sich herum. Gerade die seelischen Verletzungen sieht man nicht auf den ersten Blick, beeinflussen unsere wohnungslosen Gäste aber sehr.

Das musste auch Reinhard aus Niedersachsen erfahren. Er hilft im sechsten Jahr in der Kältehilfe. Für vier Wochen hat er sein Haus am Deich gegen eine Berliner Stadtwohnung getauscht. Eigentlich ist er ein routinierter Hase, aber auch er kommt immer wieder an seine Grenzen. Als Reinhard in dieser Woche an der Gepäckaufbewahrung seinen Dienst versah und einem bärtigen, stattlichen Mann die Gepäcknummer 47 überreichte, schossen diesem die Tränen in die Augen. Mit gebrochener Stimme fragte der Mann, ob er nicht eine andere Gepäcknummer haben könne. Die 47 sei jahrelang seine Zellennummer im Gefängnis gewesen. Reinhard musste schlucken, nahm den Mann in die Arme und händigte ihm stattdessen die 54 aus. "Dass eine einfache Zahl aus einem gestandenen Mann, einen gebrochenen machen kannn, da kriege ich jetzt noch Gäsehaut," meint der 73-Jährige bestürzt.

Herzlichen Dank an alle Spender, die die Kältehilfe der Berliner Stadtmission auch in diesem Winter unterstützen!

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 7 Monaten

E. Sager

Die Kältehilfe startet

Wenn heute Abend, am 1. November, die Notübernachtung in der Lehrter Straße um 21 Uhr zum ersten Mal in diesem Herbst ihre Türen öffnet, warten wahrscheinlich wieder wohnungslose Menschen auf Einlass. Nicht erst bei Minusgraden, auch wenn das Thermometer noch deutlich Plusgrade anzeigt, sind Kälte und Nässe für die ohnehin geschwächten Menschen lebensgefährlich. Das Bezirksamt Tiergarten finanziert der Stadtmission von November bis März 60 Plätze pro Nacht, für die Notübernachtung in der Lehrter Straße. Niemand soll erfrieren. Doch die Not in Berlin ist groß. In den vergangenen Jahren kamen über 100 Personen pro Nacht. Um der starken Nachfrage nach Übernachtungsplätzen gerecht werden zu können, wird neben der großen Notübernachtung in der Lehrter Straße gleichzeitig in Kreuzberg ein zweiter Standort eröffnet. Mit 35 neuen Plätzen für wohnungslose Menschen wird das Angebot der Berliner Stadtmission erweitert. Ein Nachtcafé öffnet in Wilmersdorf am 15. November immer Mittwoch und Donnerstag Nacht seine Pforten.

Doch es gibt Menschen, die aufgrund ihres seelischen Zustands oder weil sie hilflos sind, den Weg in eine Notunterkunft nicht finden. Zu ihnen kommt Hilfe durch den Kältebus, der auch in diesem Jahr vom Bezirksamt Neukölln teilweise finanziert wird. Das Team um Fahrer Artur Darga sucht Wohnungslose an ihren Schlafplätzen auf, nimmt Kontakt auf und bietet Hilfe an. Wer möchte wird in eine Notunterkunft gefahren. Doch häufig besteht die Hilfe darin, dass heiße Getränke, etwas zu essen, warme Decken oder Schlafsäcke verteilt werden.

Die Berliner Stadtmission ist froh und dankbar, dass sie sich in der Kältehilfearbeit in ein berlinweites Netzwerk eingebettet weiß. Alle Organisationen ziehen an einem Strang, denn das wichtigste Ziel ist, dass es auch diesen Winter keine Kältetoten in Berlin gibt. In der Pressemitteilung zum Start der Kältehilfe schreibt das Diakonische Werk: „Die Träger der Kältehilfeeinrichtungen, die Wohlfahrtsverbände und die Landesarmutskonferenz stellen mit großer Besorgnis fest, dass Berlin in dieser Saison (…) mindestens 79 Plätze für insgesamt 11.000 Übernachtungen in der Saison 2011/2012 fehlen werden.“ Die Berliner Stadtmission tut ihr Möglichstes, damit die Wohnungslosen dieser Stadt diese Lücke nicht spüren müssen. Für jede Hilfe sind wir dabei dankbar!

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 7 Monaten

E. Sager

Kältehilfe diesmal ohne Hund

Mitten in die Vorbereitungen zum Start der Kältehilfe ereilt uns eine traurige Nachricht. Tikwa, die Golden Retriever-Hündin unseres Kältebusfahrers, musste aufgrund einer Krebserkrankung eingeschläfert werden.

Der plötzliche Tod Tikwas macht uns alle sehr traurig, war sie doch vollwertiges Mitglied des Kältebusteams und für den kommenden Winter fest eingeplant. Besonders Artur Darga, unser Kältebusfahrer, spürt den Verlust seiner Hündin, hat sie ihn doch seit neun Jahren auf Schritt und Tritt begleitet.

Tikwa war diejenige, die die ersten zarten Annäherungsvesuche zu Wohnungslosen herstellte und einen ungezwungenen sozialen Kontakt ermöglichte, auch zu Menschen, die sonst kein Vertrauen mehr zu Menschen hatten. Der Weg für ein Gespräch mit Artur wurde auf diese Weise oft geebnet. Die Hundedame hatte ein sehr feines Gespür dafür, was jeder einzelne Wohnungslose gerade braucht und wie weit sie gehen kann. Manche brauchen Nähe, zu ihnen kroch Tikwa ohne zu zögern unter die Decke, andere brauchen Distanz, hier blieb auch Tikwa distanziert und blickte sie nur treuherzig aus ihren großen Hundeaugen an. Tikwa wird der Stadtmission und besonders Artur Darga bei seiner Arbeit in der Kältehilfe fehlen.

Am ersten November startet die Berliner Stadtmission die Kältehilfesaison 2011/2012 mit dem Kältebus, zwei Notübernachtungen, die an sieben Nächten geöffnet haben und einem Nachtcafé, welches in zwei Nächten bis zu 25 Menschen ein warmes Plätzchen zum Übernachten bietet. Wie in den vergangenen Jahren ist die Berliner Stadtmission bei ihrer Kältehilfearbeit auf Unterstüzung durch Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie mit!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 8 Monaten

E. Sager

Kältehilfevorbereitungen sind im vollen Gange

Liebe Freunde der Kältehilfe,

es wird Herbst und das bedeutet, die Kältehilfesaison der Berliner Stadtmission rückt näher. Ab 01. November 2011 wird der Kältebus wieder auf den nächtlichen Straßen Berlins unterwegs sein. Die Berliner Stadtmission plant neben der großen Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof noch mindestens eine weitere ab dem 01. November zu öffnen. Nach einem geeigneten Ort wird fieberhaft gesucht.

Derzeit wird das hauptamtliche Team ausgewählt. Sie werden gemeinsam mit den vielen Ehrenamtlichen dafür sorgen, dass unsere Gäste herzlich aufgenommen werden, eine warme Mahlzeit für sie bereit steht und die Schlafplätze bereitet sind.

Viele Ehrenamtliche helfen seit Jahren immer wieder in der Notübernachtung. Einige reisen für mehrere Wochen aus anderen Bundesländern an, wie das Ehepaar Winter aus Schwaben. Beide mittlerweile Mitte 70, lassen sie es sich nicht nehmen Winter für Winter ihren Teil der Hilfe beizutragen.

Für den kommenden Winter werden noch Ehrenamtliche gesucht. Interessierte schicken bitte eine E-Mail an kaeltehilfe@berliner-stadtmission.de.

Genießen Sie den Herbst, der Winter kommt bestimmt.

Ihre Elke Sager 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 9 Monaten

E. Sager

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

10 Tage weiterführende Hilfe 467,00 €
Wenn Wohnungslose entscheiden, dass sie nicht mehr auf der Straße leben möchten, dann ist schnelle unbürokratische Hilfe wichtig. Wir nehmen diese Menschen sofort in unser Übergangshaus auf. Erst danach starten unsere Mitarbeiter den offiziellen Aufnahmevorgang. Damit unsere Mitarbeiter die neuen Bewohner im Übergangshaus unmittelbar unterbringen und sozialpädagogisch betreuen können, ist die Berliner Stadtmission auf Spenden angewiesen. Andernfalls müssten die Mitarbeiter warten, bis das Job-Center und das Sozialamt die entsprechenden Gelder bewilligt haben. Eigentlich reine Formsache, aber eine Phase, in der die Wohnungslosen ihren Mut zum Ausstieg verlieren könnten. Entscheiden sich die Gäste bevor die Anträge bei den jeweiligen Ämtern bewillgt wurden wieder auf die Straße zurück zu kehren, dann muss die Berliner Stadtmission die Kosten der Unterbringung und Betreuung selbst tragen. Herzlichen Dank an alle Spender, Sie haben sofortige Hilfe möglich gemacht.   Herzliche Grüße Elke Sager        
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 10 Monaten

E. Sager

Danke und ein neues Projekt beginnt

Liebe Spender,

herzlichen Dank! Heute Morgen wurde der Bedarf „10 Tage weiterführende Hilfe“ erfüllt. Dies ist eine große Hilfe für die Berliner Stadtmission und damit auch für die Wohnungslosen, die ihr Leben auf der Straße aufgeben wollen. Auf diese Weise können die hilfebedürftigen Menschen kurzfristig in unserem Übergangshaus aufgenommen werden und alle weiteren Hilfen auf den Weg gebracht werden.

Auf den Weg bringt die Berliner Stadtmission am 01. August 2011 ein neues Projekt der Straßensozialarbeit: die "Mobilen Einzelfallhelfer".

Die "Mobilen Einzelhelfer" widmen sich obdachlosen Menschen, die sich selbst schon lange aufgegeben haben und die auch von anderen längst aufgegeben sind. Mehrere Helfer und ein Rettungssanitäter nehmen sich Zeit für den Einzelnen. Sie wollen die Wohnungslosen dort abholen, wo sie sich befinden und Stück für Stück Lebensqualität zurück geben.

Eine Frau Anfang 30 hat kaum noch Zähne. Gemeinsam mit vier weiteren Wohnungslosen hat sie sich in der Nähe der Bahnhofsmission am Zoo ein Matratzenlager eingerichtet. Dort liegt sie Tag für Tag, 24 Stunden lang. Manchmal geht sie in die Bahnhofsmission, um etwas zu essen.

Ein andere Frau wurde im Krankenhaus behandelt. Dort hat sie es nicht ausgehalten und ist abgehauen. Seit dem trägt sie ihren Urinbeutel in der Handtasche mit sich herum.

Die Einzelfallhelfer werden sich diesen Menschen langsam nähern, Vertrauen aufbauen und vorsichtig erfassen, worauf sich die Menschen einlassen können und was sie am dringensten benötigen. Dabei werden Sucht- und psychische Erkankungen berücksichtigt und ernst genommen.

 Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker begründet, warum sich die Berliner Stadtmission diesem zeitaufwändigem Projekt widmet:" Alle machen einen Bogen um diese angeschlagenen Menschen. Wir gehen direkt auf sie zu. Getreu dem Leitwort der Berliner Stadtmission 'Suchet der Stadt Bestes'  suchen wir nach den Menschen."

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 10 Monaten

E. Sager

Unsere gesammelten Projektspenden gingen an diese Bedarfe

Herzlichen Dank für die ungebundenen Spenden an die Kältehilfe. Ich habe mich dafür entschieden, die gespendeten 51 € komplett dem Bedarf medizinische Erstversorgungen zu zuordenen. Während der Kältehilfesaison ermöglichen wir unseren Gästen jeden Abend bis 0.00 Uhr eine medizinische Erstversorgung. Ein Team von Ärtzen und Krankenschwestern wechselt sich ab. Sie säubern Wunden, behandeln Infektionen und Parasitenbefall. Liegen schwerwiegende Erkrankungen vor, werden die Patienten in ein Krankenhaus vermittelt.

Für die Behandlungen werden immer wieder auch Medikamente und Verbandsmaterial benötigt. Ihre Spenden helfen uns bereits im Vorfeld der Kältehilfe einen Vorrat zu erwerben, so dass mit Beginn unsere Gäste optimal versorgt werden können. Ihre Spende hilft den Mitarbeitern der Kältehilfe eine Planungssicherheit zu erlangen und die Sorge um die Gesundheit der wohnungslosen Gäste zu minimieren.

Ihre Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor 12 Monaten

E. Sager

Danke für die Spenden!

Liebe Spender,

danke, dass auch jetzt bei sommerlichen Temperaturen immer wieder Spenden für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission eingehen. Da die letzten Spender alle anonym waren, möchte ich auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön sagen.

Nachdem die Kältehilfe am 31. März beendet wurde, zogen sieben ehemalige Gäste der Notübernachtung in eine Wohngemeinschaft der Berliner Stadtmission. Diese Sieben hatten sich entschlossen, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen und noch einmal neu anzufangen. Mitarbeiter der Berliner Stadtmission wollten sie auf ihrem Weg aus der Wohnungslosigkeit begleiten. Seit Mitte Mai ist die WG leer. Vier Männer und eine Frau wohnen wieder selbstständig in einer Wohnung. Ein Mann ist zurzeit in einer Suchtklink und plant nach Ende seiner Therapie ebenfalls in eine eigene Wohnung zu ziehen. Leider ist ein ehemaliger WG-Bewohner wieder zu seinem alten Leben auf der Straße zurück gekehrt. Die anderen haben mit Hilfe von Stadtmissionsmitarbeitern ihren Alltag in den Griff bekommen, ihre Wohnung gefunden, sie eingerichtet, sie haben einen Pass oder Hartz IV beantragt.

Sieben ehemalige Wohnungslose, die einen Monat lang zusammen in einer Wohngemeinschaft verbracht haben. Kann das gut gehen? Ja, es kann. Aus der Notgemeinschaft ist eine Gruppe mit Zusammengehörigkeitsgefühl geworden. Sie treffen sich auch jetzt noch einmal in der Woche zum Frühstück. Dabei bestärken sie sich gegenseitig und erzählen von ihren Rückschlägen und Erfolgen und davon, was sich in kurzer Zeit in ihrem Leben verändert hat. Zum Beispiel hat Mario, Anfang 20, seine Ausbildung zum Kellner wieder aufgenommen, auch, wenn er sich dafür von seiner Lieblingsfrisur, dem Iro, trennen musste. Er macht ein Antiagressionstraining, will mit dem Rauchen aufhören und einen klinischen Alkoholentzug machen.Auch Michael kämpft. Er kämpft für seine Kinder. Der Mittdreißiger möchte mittelfristig wieder das Sorgerecht für seine Kinder bekommen, die derzeit bei den Schwiegereltern leben. An diesem Wochenende hat sein Sohn Geburtstag und er wird ihn besuchen. Der Anfang ist gemacht.

Mit herzlichen Grüßen

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

Die Hilfe geht weiter

Das Projekt Kältehilfe wurde am 31. März 2011 beendet. Doch sieben ehemalige Gäste der Notübernachtung, die den Weg aus der Wohnungslosigkeit und  aus der Alkoholabhängigkeit wagen möchten, haben sich auf ein Experiment eingelassen. Die sechs Männer, eine Frau und ihr Hund wohnen für den Monat April in einer Wohngemeinschaft auf dem Gelände des Zentrums am Hauptbahnhof. Das Ziel ist es, die ehemaligen Gäste ab Mai in weiterführenden Wohn- und Arbeitsprojekte unterzubringen und ihnen somit den Weg zurück in ein sesshaftes Leben zu erleichtern. Doch die sieben brauchen bis dahin intensive Unterstützung.

Die Berliner Stadtmission bietet den WG-Bewohnern einen strukturierten Tagesablauf. Derzeit üben die Sieben Dinge des Alltags, wie z.B. Kochen, Einkaufen und Putzen. Soweit es ihre teils angeschlagene Gesundheit zu lässt, sind sie in Arbeitseinsätzen aktiv. So erleben die ehemaligen Obdachlosen, dass es Spaß macht gemeinsam eine Wohnung zu renovieren oder im Garten zu arbeiten. Auf dem Programm stehen aber auch Besuche im Kino oder in Museen.

Gleich zu Beginn gab es innerhalb der WG eine heftige Diskussion über Lauch im Essen. Die eine Hälfte der Bewohner kann keinen Lauch mehr sehen, da es in der Notübernachtung häufig Laucheintopf gab. Die andere Hälfte isst Lauch umso lieber. Nach einigem hin und her einigten sich die Mitbewohner auf lauchfreie Tage. „Es ist gut, dass sie Diskussionen über solche banal erscheinenden Dinge führen“, sagt eine Mitarbeiterin, „so lernen sie für ihre Bedürfnisse einzustehen und wenn dann noch Kompromisse gefunden werden, umso besser.“

Auch nach zwei Wochen in einem Zuhause ist der Wille groß das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen. Die Mitbewohner sind zu einer richtigen Gemeinschaft geworden und unterstützen sich auf ihrem Weg gegenseitig. Einer der Herren erlebte vor vier Jahren eine Familientragödie. Er verkauft daraufhin sein gesamtes Hab und Gut und lebte seit dem auf der Straße. „Ich bin jetzt dazu bereit zu sehen, was das Leben noch für mich bereithält“, sagt er und ist froh über die Chance, die ihm geboten wurde.

Wir als Berliner Stadtmission drücken die Daumen, dass die sieben ehemaligen Wohnungslosen die Kraft und Ausdauer besitzen, um tatsächlich wieder dauerhaft in einer Wohnung zu wohnen. Viel Glück!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

Letzte Nacht der Kältehilfe 2010/2011

Heute Nacht fährt der Kältebus das letzte Mal durch Berlin und die Notübernachtungen öffnen zum letzten Mal ihre Türen. Heute Nacht endet die Kältehilfesaision 2009/2010. Es war ein Winter, der gleich sehr hart anfing. Und doch sind alle Mitarbeitenden in der Kältehilfe überglücklich: In diesem Winter gab es keinen Kältetoten.

Insgesamt verzeichnete das Kältehilfenetzwerk 58.000 Übernachtungen in den 33 Notübernachtungen und Nachtcafés, die in Berlin im Winter geöffnet waren. Das sind laut Herrn Pfahler vom Diakonischen Werk 1.000 Übernachtungen mehr als im Winter 2009/2010. Deshalb fordern die Mitglieder des Kältehilfenetzwerkes Berlin gemeinsam, dass die täglich zur Verfügung stehenden Betten im nächsten Winter von 300 auf 420 ausgeweitet werden. Gespräche mit dem Senat und mit Bezirksämtern stehen deshalb an.

In einem sind sich alle einig, die Politik muss eine Lösung für die vielen nichtdeutschen Gäste finden. In den letzten Monaten waren bis zu 75% der Wohnungslosen in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof nicht aus Deutschland. Die Sozialverbände sehen sich mit dieser Situation alleingelassen und fühlen sich hilflos. Denn nur deutsche Staatsbürger haben einen Anspruch auf nachhaltige Hilfeleistungen. Auch wenn nichtdeutsche Gäste aus der Wohnungslosigkeit aussteigen wollen, können die Einrichtungen ihnen nicht helfen. Die ausländischen Gäste können nicht in Wohnhilfen vermittelt werden, da niemand die Finanzierung übernimmt. Wir haben in Europa offene Grenzen und jeder hat das Recht dorthin zu reisen, wohin er möchte. Doch diese Freiheit birgt Konsequenzen für den Sozialstaat, für die Gesellschaft und für den Reisenden.

Ich möchte mich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die die Kältehilfe der Berliner Stadtmission unterstützt haben. Ohne Sie hätten wir nicht so umfangreich Hilfe leisten können. Bitte bleiben Sie uns auch im nächsten Winter verbunden. Danke!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

Ende der Kältehilfesaision 2010/2011

Am 31. März 2011, in ca. einer Woche, endet die Kältehilfesaison 2010/2011. Ein langer Winter liegt hinter den Gästen und Mitarbeitenden in unseren Notübernachtungen in Mitte, Moabit und Wilmersdorf und dem Team des Kältebusses.

Noch sind nicht alle Zahlen ausgewertet, aber ein Fazit für die Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof lässt sich schon jetzt ziehen:

Der heftige Wintereinbruch bescherte der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof im November durchschnittlich 160 Gäste pro Nacht, im Dezember 150. Die Zahl nahm bis zum März kontinuierlich ab, zuletzt waren es ca. 110 Gäste, die Zuflucht bei uns suchten.

Seit dem 15. Dezember 2011 betreibt die Berliner Stadtmission aufgrund der hohen Gästezahl zusätzlich zur Notübernachtung im Zentrum am Hautpbahnhof zwei weitere Notübernachtungen in Moabit und Wilmersdorf. Dies entspannte die Lage im Zentrum am Hauptbahnhof merklich. Zur Erinnerung, das Bezirksamt Berlin-Mitte finanziert den Aufenthalt von 60 Gästen pro Nacht. Jeder weitere Gast muss über Spendengelder finanziert werden. Die Berliner Stadtmission weist niemanden ab, jeder Mensch in Not erhält bei uns einen Platz für die Nacht.

Der Anteil der weiblichen Besucher war wie jedes Jahr gering. Pro Abend haben uns ca. 10 Frauen in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof aufgesucht.

Etwa 30% unserer Gäste haben einen polnischen Hintergrund, 25% einen anderen osteuopäischen bzw. russischen Hintergrund, 30% der Gäste stammen gebürtig aus Deutschland und 15% der Gäste stammen aus anderen Nationalitäten.

Auch wenn die Einrichtungen der Kältehilfe ihre Türen schließen, ist die Berliner Stadtmission weiterhin für Wohnungslose in Not da. Unsere ganzjährigen Einrichtungen wie die Notübernachtung in der Franklinstraße, die Bahnhofsmission am Zoo, das Wohnungslosen Restaurant City-Station, die Tagesobdachlosenstätte Warmer Otto und die zentrale Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot kümmern sich auch nach Ende der Kältehilfe um das Schicksal der ca. 4.000 Menschen, die in Berlin auf der Straße leben. Wie im letzten Jahr, versucht die Mobile Sommerhilfe auch in 2011 wieder eine Brücke zwischen zwei Kältehilfewintern zu schlagen und den Kontakt und das gewonnene Vertrauen gegenüber der Berliner Stadtmission nicht abreißen zu lassen.

Vielen Dank an alle, die uns in diesem Winter geholfen haben. Ohne die große Spendenbereitschaft, hätten wir nicht so viele Menschen in Not versorgen können.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

Auszeichnungen für Ärztinnen der Notübernachtung

Dr. Gabriele Hoth erhielt am Freitag, 11. März 2011, das Bundesverdienstkreuz durch den Bezirksbürgermeister Norbert Kopp im Gutshaus Steglitz. Frau Dr. Hoth wurde für ihr Engagement in der Notübernachtung der Berliner Stadtmission ausgezeichnet. Seit 15 Jahren kümmert sie sich hier um die medizinische Erstversorgung wohnungsloser Menschen. Damit nicht genug: Auch Dr. Jutta Herbst-Oehme, wird für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der medizinischen Versorgung unserer Gäste ausgezeichnet. Sie erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Am 01. April 2011 wird ihr die Auszeichnung in der Notübernachtung von dem Bezirksbürgermeister in Berlin-Mitte, Christian Hanke, überreicht. Mit großer Freude an der Begegnung mit so vielen verschiedenen Menschen sieht sie es auch noch nach sieben Jahren Ehrenamt als Selbstverständlichkeit an, nach einem langen Arbeitstag zusätzlich bis in die späten Abendstunden unseren Gästen ihre Zeit zu schenken.

Oft können die beiden Ärztinnen nur erahnen, was hinter Verletzungen und Schmerzen wirklich steckt. Trotzdem kümmern sie sich intensiv um ihre Patienten, behandeln sie auf Augenhöhe. Auch für Befunde, die eigentlich langfristig behandelt werden müssen, versuchen sich die Frauen eine Lösung einfallen zu lassen. Erkennen sie, dass die Wohnungslosen ernsthaft erkrankt sind, werden sie in ein Krankenhaus überwiesen.

Ausgezeichnet werden die beiden Ärztinnen für ihr außerordentlich ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den hilfebedürftigen Menschen, verbunden mit ihrem vorbildlichen sozialen Verhalten, ihrem Engagement und der uneigennützigen Erfüllung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit.

Die Berliner Stadtmission sagt DANKE für diesen jahrelangen Einsatz!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

Das Wohnen neu erlernen

Am 31. März endet die Kältehilfesaison 2010/2011. Die Notübernachtungen im Zentrum am Hauptbahnhof, in der City-Station und im Warmen Otto schließen ihre Türen und auch der Kältebus sucht die Wohnungslosen dieser Stadt nicht mehr auf der Straße auf. Gerade jetzt, so kurz vor Ende, sprechen unsere Sozialarbeiter mit den Gästen vermehrt über mögliche weiterführende Hilfen. Unsere Gäste werden z.B. in eine Wohnhilfe der Berliner Stadtmission vermittelt, wo sie „wohnen“ neu erlernen. In den Wohnhilfen geben Sozialarbeiter Hilfestellung beim Kontakt mit Ämtern und Behörden, bei der Tagesstrukturierung, beim Aufbau einer Lebensperspektive, zur allgemeinen Haushaltsführung, bei der Arbeitssuche, bei der Bekämpfung einer Suchtproblematik uvm.

Da die Kontakte zu unseren Gästen immer nur nachts stattfinden und unsere Mitarbeitenden sich noch um ca. 127 andere Gäste kümmern müssen, hat die Stadtmission das Projekt „Lehrter Plus“ ins Leben gerufen. Sozialpädagogen fahren mit einigen Gästen, die sich vorstellen können, das Leben auf der Straße aufzugeben, drei Tage in die stadtmissionseigenen Gästehäuser Gussow. Dort werden Wohnungslose angeregt, ihr Leben von außen zu betrachten. Mit Hilfe von Gesprächen, Rollenspielen und visuellen Angeboten sollen sie darüber nachdenken, ob sie nicht etwas an ihrem Leben ändern wollen und können. Die Menschen, die sonst mit dem Überleben auf der Straße beschäftigt sind, werden aus ihren Strukturen herausgenommen und an - für uns selbstverständliche Dinge - wie Kartoffeln schälen, in einem Bett schlafen, regelmäßige Körperhygiene heran geführt. So bekommen sie wieder eine Vorstellung über das Leben jenseits der Straße.

Acht Männer sind gestern in einer ersten Gruppe nach Gussow aufgebrochen. Wir wünschen uns sehr, dass sie den Schritt aus der Obdachlosigkeit wagen und wir im nächsten Winter acht Gäste weniger zu versorgen haben, weil diese in ihrer eigenen, warmen Wohnung sitzen.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa einem Jahr

E. Sager

6. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch

28. Februar 2011

Lebenslanges Lernen 

Die Notübernachtung ist ein Beispiel für lebenslanges Lernen. Es beginnt an einem ganz normalen Arbeitstag schon lange vor Öffnung der Notübernachtung (also vor 21 Uhr). Eine Gruppe bestehend aus Ehren- und Hauptamtlichen stehen grübelnd in einem Kreis zusammen. Um sie herum stehen Kisten gefüllt mit Lebensmitteln in allen Farben und Formen. In dem Kreis der Grübelnden wird ab und an die Stille durchbrochen durch Worte wie: „Litschis?“

Das Fach heißt hier: „Gemüse- und Obst-Identifizierung“. Neben der Berliner Tafel gibt es immer wieder einzelne freiwillige Essensspender, die uns jede Woche in die Geheimnisse der Frucht- und Gemüsewelt hineinnehmen. Mit der Identifizierung ist es jedoch meist noch nicht getan.

Wenn eine Frucht erst einmal erkannt ist, folgt dann eine Diskussion über ihre Verarbeitungsform: das Fach „sinnvolle Gemüse- und Obst-Verarbeitung“. Und schon packen unsere Küchenfeen und Küchenzauberer schon längst vergessene Rezepte aus und jeder, der bis dahin glaubte, er könne nicht kochen, nimmt nun an einem kostenlosen Kochkurs teil. Denn auch die Kreativität ist in der Küche der Notübernachtung nicht fehl am Platz. Kreationen in allen Kombinationen kommen dabei zu Stande, sodass die Notübernachtung bald eine eigene Kochshow und/oder ein Kochbuch herausgeben könnte.

Neben diesem Fach steht auf dem Stundenplan der Notübernachtung aber noch eine ganz andere Fachrichtung: „Fremd- und Zeichensprachen-Entwicklung“. So kommt es jeden Abend vor, dass vor allem die Mitarbeitenden, die an der Tür die Gäste begrüßen, oftmals Antworten in Form eines verständnislosen Lächelns bekommen. Das liegt nicht daran, dass die Mitarbeiter den Gästen unfreundlich gegenübertreten oder ihre Begrüßung gar flüstern. Bei einem zweiten Versuch der Begrüßung auf Englisch ist in einigen Fällen das Problem nämlich gelöst: Unsere Gäste kommen aus allen Erdteilen der Welt zu uns. Dazu gehören Inder, Australier und vor allem natürlich Osteuropäer.

Wenn das Englisch nicht mehr ausreicht, nehmen unsere hochmotivierten Mitarbeitenden Hand und Fuß zur Hilfe, um sich zu verständigen. Mit der Zeit lernt man welche Gesten am ehesten verstanden werden. Wie eine eigene Zeichensprache entwickeln sich Bewegungen heraus, die allgemein gültig werden. Aber auch das Wissen in anderen Sprachen, wie Russisch oder Polnisch, kann hier spielend leicht erweitert werden. Zu meinem Wortschatz sind Wodku, Kurva, Kubic sowie das zählen bis Fünf auf Russisch hinzugekommen.

Kochen und Sprachen sind auf dem Stundenplan also abgehakt. Es folgt das Fach „Bewegungsmangel ausgleichen“. Als Springer ist man den ganzen Abend als Transport-Begleiter unterwegs. Man bringt im gefühlten fünf Minuten-Takt Gäste ins Schlafhaus und andere aus dem Schlafhaus wieder zurück. Die Beine werden dabei ganz schön beansprucht und ich könnte schwören an einem Tag sogar Muskelkater davongetragen zu haben.

Übrigens kann man als Springer auch seine mathematischen Fähigkeiten trainieren im interdisziplinären „Gäste zählen“ – eine Mischung aus Mathe und Pädagogik. So viele Gäste wie man mitnimmt, müssen am Ende auch ankommen. Klingt einfach - ist schwierig! Der allgemein bekannte Spruch: „Man lernt nie aus!“ ist also durch die Notübernachtung bestätigt.

Von den strebsamen Schülerinnen Monica mit Jule (beide Teilnehmerinnen am Freiwilligenjahr)

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

5. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch

21. Februar 2011

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es...

Gutes tun. Menschen helfen. Das ist meine Motivation für mein Freiwilligenjahr bei der Berliner Stadtmission. Laut dem oben genannten Zitat von Erich Kästner kann man durch Wort und Tat Gutes tun. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter der Notübernachtung machen diesen anstrengenden Nebenjob, da sie es sinnvoll finden den Menschen durch ihre Arbeitskraft zu dienen.

Was aber wenn man plötzlich selbst nicht mehr erkennen kann ob die Arbeit dem Menschen wirklich gut tut. Was ist, wenn man Dinge entscheiden und tun muss, die einem Gast eben nicht zum Guten gereichen?

  • Man spricht ein Hausverbot gegen einen schwer Krebskranken aus, der jeden Tag mit Katheter aus dem Krankenhaus flüchtet, um sich abends in der Notübernachtung, seinem Zuhause, zum Sterben hinzulegen.
  • Man ruft gegen den Willen des gebrochenen Mannes mit stark blutender Kopfwunde einen Krankenwagen, obwohl er dich weinend anfleht es nicht zu tun.
  • Man lächelt den einsamen Männern nett entgegen um ihnen Freundlichkeit zu schenken und löst damit die Sehnsucht nach so viel mehr aus, das man nicht geben kann (und will).

Leider ist man (bin ich) als Mitarbeiterin der Notübernachtung auch in der Situation, unangenehme Entscheidungen treffen zu müssen. Bei aller Nächstenliebe darf man nicht die Regeln, welche die Sicherheit der Institution wahren, vergessen. Wenn die Regeln besagen, dass wir todkranke Menschen nicht beherbergen dürfen, da wir Mitarbeiter keine medizinischen Fachkräfte sind, dann müssen wir den Gast, so gut wir ihn auch kennen und so leid er uns auch tut, des Hauses verweisen. Wenn die Platzwunde nicht zu bluten aufhört, müssen wir als Sicherheit für die anderen Gäste den Herrn ins Krankenhaus einliefern lassen, wie verzweifelt er uns auch anflehen mag.* Oftmals fällt es mir sehr schwer solch harte Entscheidungen zu treffen, da man sich wie ein Buhmann fühlt.

Ich wollte doch Gutes tun, den Menschen helfen und jetzt treffen mich die verbitterten Beschimpfungen des Gastes, der meint, wie unfair und bösartig man doch sei. Ich kann in einer Minute dem Gast eine Suppe an den Tisch tragen und ihm aufmunternde Worte schenken (dann bin ich ein "Engel" für denjenigen) und im nächsten muss ich ihn mit ernsthaften und lauten Worten in die Schranken weisen (was meist mit einem "Kurva!" gewürdigt wird… zu Deutsch "Schlampe").

Man muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass man Freund und Helfer für jeden Einzelnen ist. Hauptsächlich ist man Verantwortliche für die Sicherheit und Funktionalität der Notübernachtung. Man beschützt die Masse an "friedlichen" Obdachlosen indem man störende, regelübertretende in die Schranken weist oder im schlimmsten Falle des Hauses verweist.

Für mich war es schwierig zu akzeptieren dass Gutes tun auch heißt Menschen vor den Kopf zu stoßen, abzuweisen oder böse anzusprechen. Doch wenn wir das nicht tun, könnten wir die Notübernachtung schließen, was zufolge hätte, dass unsere ca. 150 Gäste kein Dach über dem Kopf, kein „Zuhause“, hätten.

Das Beste was wir für die Menschen tun können ist ihnen die Möglichkeit des Besuches der Notübernachtung zu erhalten, auch wenn das manchmal zu einem schwer zu akzeptierenden Preis ist.

- Jule, Teilnehmerin am Freiwilligenjahr der Berliner Stadtmission

* Die Ärzte und Krankenschwestern, die jede Nacht in der Notübernachtung anwesend sind, können nur eine medizinische Notversorgung leisten. Kleinere Wunden, Erkältungen und Parasitenbefall werden in unserer Notübernachtung behandelt.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

4. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch

15. Februar 2011

Der Zauber des Valentinstages

Für die Singles der schrecklichste Tag im Monat, für die Paare ein Höhepunkt, für die Notübernachtung eine Chance: Valentinstag. Es ist eine Chance die wir nicht verpassen sollten. So haben wir auch heute diesen Tag für unsere Gäste genutzt:

Ein junger Mann, der seit einiger Zeit bei uns zu Gast ist, ist zu unserem Sorgenkind und gleichzeitigen Hoffnungsträger geworden. Seit Wochen schon ist er mehr als bereit sein Schicksal in die andere Richtung zu lenken und offen für die Hilfestellung unserer Mitarbeiter. Ein Punkt, der ihn in seiner Wohnungs- und Beratungssuche immer wieder zurückschlägt, ist wie nicht anders zu erwarten, die Liebe.

Viele männliche Gäste sind oftmals durch Scheidungen auf der Straße gelandet, wodurch ihnen ein fester Halt in ihrem Leben verloren gegangen ist. Im Kampf um die Liebe fallen sie meist immer weiter in ein Loch. Auch unser Gast wurde von seiner Liebe verstoßen, da er in falsche Kreise geriet. Doch in unserer Notübernachtung wurde er ermutigt, sein Leben mit unserer Hilfe wieder in den Griff zu bekommen. Eine engagierte Hauptamtliche der Notübernachtung opferte ihre Zeit und begleitete ihn zu diversen Terminen in Form von Beratungs- und Bewerbungsgesprächen für Plätze im betreuten Wohnen. Da es leider aber nicht immer so leicht ist und auch uns Mitarbeitern immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, dauerte die Suche nach einem geeigneten Platz etwas länger.

An diesem besagten Tag schien seine Geduld in den letzten Zügen zu liegen und seine Kraft war schon fast erschöpft, da arrangierte die engagierte Hauptamtliche ein Treffen mit seiner großen Liebe. So trafen die beiden sich an diesem Tag in der Notübernachtung und er überraschte sie mit einem Strauß Rosen, welche er in intensiver Farbanalyse für sie aussuchte. Man brauchte kein geübtes Auge zu haben um zu erkennen, dass zwischen den beiden noch etwas knisterte. Als wenn dieses Treffen ungeahnte Kräfte hervorgerufen hätte, bekam er kurz nach dem Treffen die Zusage für einen Platz im betreuten Wohnen.

Ob diese Liebe wieder in ihrer Vielfalt erwachen kann und der gemeinsame Sohn sich daraufhin wieder an seinem Vater erfreuen, kann man jetzt noch nicht sagen, aber alle Fundamente für einen neuen Weg der beiden sind gelegt.

Jeder Stress der mit diesem besonderen Tag, dem Valentinstag, verbunden sein kann, tritt entgegen: er erinnert daran, dass Liebe Brücken bauen und Leben verändern kann, auch schon längst aufgegebene Liebe.

- Monica Tjards, Mitarbeiterin der Kältehilfe

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Umzug einer Notübernachtung

Am 14. Dezember schrieb ich über die Eröffnung einer zusätzlichen Notübernachtung in unserer Obdachlosentagesstätte im Warmen Otto, in Berlin-Moabit. Am 02. Februar ist die Notübernachtung nun umgezogen. Da das Umräumen von einer Tagesstätte zu einer Notübernachtung jedesmal viel Aufwand bedeutete, hat die Berliner Stadtmission die Räumlichkeiten der ehemaligen Kindertagesstätte der Reformationskirche in der Wiclefstraße/ Ecke Beusselstraße zur Notübernachtung umgebaut. Die Räumlichkeiten liegen ca. 200 Meter vom Warmen Otto entfernt und sind auch für wenig mobile Gäste des Warmen Ottos gut zu erreichen. In den neuen Räumlichkeiten haben alle mehr Platz, so dass auch fünf zusätzliche Schlafplätze geschaffen werden konnten.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Zeigt her eure Füße ...

Das rüstige Rentnerpaar Blessing aus Süddeutschland leistet bereits im elften Jahr ehrenamtlich Kältehilfe bei der Berliner Stadtmission. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle herzlich DANKE sagen!!!

Lisel Blessing initiierte in einem ihrer ersten Jahre Fußwaschungen für Obdachlose. Denn eine Fußwaschung ist nicht nur aus hygienischer Sicht für unsere Gäste eine tolle Sache. Viele Wohnungslose kümmern sich nicht um ihre Füße, obwohl sie doch bei einem Leben auf der Straße eine so große Bedeutung haben. Oftmals sind die Füße wund oder offen, Nägel und Socken miteinander verwachsen - kein schöner Anblick für Lisel Blessing. Aber eine Fußwaschung ist mehr als reine Körperhygiene: früher war die Fußwaschung ein Ausdruck der Gastfreundschaft. Sie wurde Reisenden nach einem beschwerlichen Weg zur Entspannung angeboten. Für die gläubige Christin ist eine Fußwaschung auch ein Ausdruck der Nächstenliebe, schließlich hat auch Jesus Christus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl die Füße gewaschen. Dieser Dienst am Menschen kommt bei Gästen wie Mitarbeitenden gut an und weitere Ehrenamtliche pflegen mittlerweile ebenfalls die Füße unserer Gäste.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Berliner Obdachlose frieren weiter!

Recht frühlingshaft ist mir zumute, wenn ich meine Nase vor die Tür halte. Die Vögel zwitschern, der eine oder andere Krokus bahnt sich seinen Weg an die Erdoberfläche, die Temperaturen fühlen sich mild an – wie schön!Doch es sind immer noch um 0 Grad und es ist lebensbedrohlich bei diesen Temperaturen draußen zu übernachten. Die Kältehilfe der Berliner Stadtmission läuft auch jetzt auf Hochtouren. Deshalb sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen, damit unsere Arbeit mit gewohnter Qualtität fortgeführt werden kann. Kältebus und Notübernachtung kümmern sich noch bis Ende März um die ca. 4.000 Obdachlosen, die in Berlin auf der Straße, in Parks oder in kalten Unterschlüpfen nächtigen.Da macht es Mut, wenn mir von unseren Mitarbeitenden in der Kältehilfe positive Erlebnisse mit Spendern erzählt werden:Ein Mitarbeiter der BSR, der täglich vor der Tür der Bahnhofsmission Zoo die Mülleimer leert, brachte vor einiger Zeit eine Barspende in Höhe von 300 Euro. Als der Leiter der Bahnhofsmission ihn fragte, warum er gerade diese Summe spende, antwortete der Mann: „Ich kenne ihre Arbeit ganz gut von draußen, ich schätze sie. Ca. 15 Mal wollte ich bislang 20 Euro spenden. Das ergibt zusammen 300 Euro.“

Helfen auch Sie mit: Eine Übernachtung in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof kostet pro Person ca. 27 Euro pro Nacht. DANKE!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

3. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2010/2011

18. Januar 2011

Liebe ist...

Dass Obdachlose auch Menschen sind wie du und ich, wird einem in der Notübernachtung immer wieder von Neuem deutlich.

Ein großer Teil unserer Gäste sind durch Schicksalsschläge oder lange Prozesse in einen Teufelskreis gelangt, aus dem sie aus eigener Kraft nicht wieder herauskommen können. Sogar dafür, um Hilfe zu bitten fehlt oftmals Kraft, zudem Motivation für einen Neuanfang.

In einigen Fällen ist es eine zerbrochene Liebe, die einen Menschen an den Abgrund ihres Lebens stellt. Durch eine Trennung werden sie wohnungslos, sehen in ihrer Wut und Trauer keinen Ausweg mehr. Dann greifen sie zu anderen Mitteln, die ihre Situation zumindest erträglicher machen soll, sie aber in Wahrheit nur noch verschlimmert – zum Beispiel Alkohol. Nach unseren Erfahrungen zeigen sich dann oftmals nur wenige Perspektiven, die ihnen heraushelfen können. Hinzu kommt, dass sich die Menschen auf der Straße auch helfen lassen müssen.

Überraschend zeigte sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Notübernachtung am Ende des vergangenen Jahres noch eine andere Lösung. Eines Abends – es war schon sehr kalt in Berlin – standen schon die ersten Gäste an der Tür. Darunter auch eine junge Frau. Immer wenn ein Mitarbeiter durch die Tür lugte oder die Treppe hoch und runter lief, hielt sie ihnen ein weißes Papier vor die Nase. Jeder schaute kurz darüber und strahlte sie und ihren Begleiter an.

Darauf wurde ich aufmerksam und ging zu ihr und ihrem Begleiter. Als sie auch mir das Formular zeigte hatte ich ebenfalls ein Lächeln auf dem Gesicht. Das Formular erwies sich als eine Antragsstellung auf Eheschließung. Die beiden hatten sich in der Notübernachtung kennen gelernt und ineinander verliebt. Das ist wunderschön an sich, aber mit ihrer Hochzeit würden sie außerdem internationale Brücken schlagen, denn sie war Russin und der Pole. Wann und wie der Satz: „Kocham Cię“(„Ich liebe Dich“ auf Polnisch) – das Fundament für diese Brücke – ausgesprochen wurde und ob es überhaupt Polnisch war, können wir nicht wissen. Aber dieses Erlebnis war für mich besonders schön, da mir dadurch neu gezeigt worden ist, dass die Menschen, die auf der Straße leben eben nicht nur ausschließlich auf sich selbst schauen, sondern dass sie sich auch untereinander unterstützen und wir manchmal dort ansetzen können.

- Monica Tjards, Mitarbeiterin der Kältehilfe

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

2. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2010/2011

24. Dezember 2010 in der Notübernachtung

Ein unvergessliches Weihnachtsfest

Ein unvergessliches Weihnachtsfest erlebten am 24. Dezember Gäste der Notübernachtung, Flüchtlinge, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notübernachtung und Gemeindemitglieder des Zentrums am Hauptbahnhof. Zusammen feierten sie einen russisch-deutschsprachigen Gottesdienst, in dem die Weihnachtsgeschichte in einer Fotostory von den Flüchtlingskindern untermalt wurde und eine Chanson- und eine Opernsängerin die Herzen der Gäste rührten. Wie so oft bei einen guten Weihnachtsfest gab es auch ein großes Festessen für die Gäste. Der Koch des Jugendgästehaus sprach von 325 Keulen, die an diesem Abend verspeist worden sind.

Wenn ein Fest in diesem Ausmaß an einem so besonderen Tag gefeiert wird, so gibt es immer auch die Menschen im Hintergrund, die so ein Ereignis erst möglich machen. So haben sich ca. 40 Ehrenamtliche dazu bereit erklärt, ihren Heiligabend dafür zu opfern, um die Gäste an der Tür zu empfangen, sie höflich zu bedienen und ihnen ein wunderbares Fest zu bereiten.

Sogar einige unserer Gäste kamen auf die Bühne und so kamen wir unter anderem in den Genuss von Weihnachtsliedern in der polnischen Sprache oder einem kleinen Mundharmonika-Konzert.

Am Ende jeder Weihnachtsfeier darf dann natürlich eins nicht fehlen, die Bescherung. So durfte sich jeder an den Geschenken, die von den Kinder der Montessori-Grundschule in Hellersdorf gepackt worden sind, freuen.

- Monica Tjards, Mitarbeiterin der Kältehilfe

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

2011 - die Kältehilfe geht weiter

Als ich nach meinem Weihnachtsurlaub alle E-mails mit dem Betreff: betterplace.org: Neue Unterstützung gelesen habe, war ich richtig überwältigt. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender, die in den letzten Wochen für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission gespendet haben.

Mit ca. 600 Gästen haben wir gemeinsam Weihnachten gefeiert und den Menschen in Not ermöglicht die Heilige Nacht würdig zu feiern. Die größte Feier fand im Zentrum am Hauptbahnhof mit fast 300 Menschen statt. Hierzu werde ich in den nächsten Tagen mehr berichten.

Auch der Kältebus ist an Heiligabend ganz wie gewohnt gefahren - 93 km in dieser Nacht. Es gab wie immer schöne und traurige Begegnungen für das Kältebusteam und doch war zu spüren: Es ist Weihnachten!

So ist es z.B. lange nach Mitternacht, als Helmut mit seinem prall gefüllten Einkaufswagen von der Bahnhofsmission in die Franklinstraße gefahren wird. Hier empört er sich darüber, dass ihm ein Bett zugewiesen werden soll: "Ich möchte einfach nur in Ruhe irgendwo sitzen, meinen Tee trinken und mir frische Socken aus meinem Wagen suchen!" Seitdem ihn vor drei Nächten Jugendliche auf dem U-Bahnhof Hansaplatz überfallen, zusammengeschlagen und beraubt haben - 9,60 € ist die erbeutete Summe - plagen ihn heftige Kopfschmerzen. Seine Antwort auf die besorgte Frage, ob er bei einem Arzt gewesen sei, gibt keine wirkliche Auskunft: "Ist in Arbeit…"

Vier schnorrende betrunkene Punks und fünf frierende Polizisten bekommen am Alex "Weihnachtstüten", die in großer Anzahl von Kältebusbeifahrer Dirk gemeinsam mit seinen Senioren und Kindern des benachbarten Sozialprojektes "Teen Challenge" gepackt wurden. Wie schön, dass eine kleine freundliche Geste solch strahlende Freude bei denen hervorruft, die diese Nacht nicht Zuhause im Warmen bei der Familie verbringen.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Weihnachten in der Kältehilfe

Während ich mich in den Weihnachtsurlaub verabschiede, läuft die Arbeit der Kältehilfe selbstverständlich auf Hochtouren weiter. Die drei Notübernachtungen sind wie gewohnt geöffnet und auch der Kältebus fährt an Weihnachten seine Runde. Mit ca. 600 Menschen feiern wir zusammen Weihnachten.

Wir sind froh und dankbar, für jeden, der uns in den letzten Wochen unterstützt hat. Viele Schulen, Unternehmen und Privatpersonen haben uns Weihnachtspäckchen für die Wohnungslosen gepackt. Auch weitere rührende Hilfe ist bei uns eingetroffen, so hat z.B. das Strickteam aus Bad Salzschlirf  250 Paar Socken geschickt.

Ich wünsche allen ein friedliches, frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Kommen Sie gut ins Jahr 2011.

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

1. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2010/2011

Abenteuer Missverständnis

Aus jedem Abend/Nacht in der Notübernachtung könnte man eine ganz eigene Geschichte schreiben. So auch die Geschichte eines Letten, der durch seine Abenteuerlust eines Abends bei uns in der Notübernachtung landete und dort seine Geschichte erzählte. Der Lette, so erzählte er, wurde 5 Wochen zuvor in seiner Heimat von einem fremden Mann angesprochen. Dieser bot ihm eine einwöchige Touristenreise nach Deutschland an, die er für ihn finanzieren wollte. In jugendlicher Euphorie schloss er sich dieser merkwürdigen Gruppe an, die nur aus dem Veranstalter und seinem Partner zusammengestellt war. Durchaus verunsichert durch die kuriose Zusammenstellung der Gruppe, die nicht zufällig schien, ließ er alles zurück und machte sich  nur mit dem Nötigsten auf in das Abenteuer Deutschland.Auf der Fahrt gab es reichlich Verköstigung und alles schien nach einer ganz normalen Kaffeefahrt auszusehen, wie es auch wir Deutschen kennen.In Deutschland angekommen wurden die Gäste von den beiden Organisatoren mit Geld versorgt, mit dem sie sich selbstversorgen sollten. Der Lette erforschte nun das deutsche Gebiet und vor allem das deutsche Rechtssystem. Dieses lernte er auf besondere Art und Weise kennen, da er am Ende der Woche ohne einen Cent in der Tasche auf der Straße stand, aufgrund fast täglicher Bußgelder. Wer kann denn auch ahnen, dass das öffentlich urinieren strafbar ist?  Als er seine missliche Situation dem Veranstalter telefonisch schilderte, wusste auch dieser sich in seiner Wut nicht zu helfen und teilte ihm mit, dass er sich ab nun selbständig um seine Rückreise zu kümmern habe. Da stand er nun hilflos in einem Land, dessen Sprache er nicht beherrschte. Was tun in einer solchen ausweglosen Situation? Durch kleine Diebstähle und betteln hielt er sich die nächsten Wochen über Wasser. Durch Zufall wurde er auf die Notübernachtung in der Lehrter Straße aufmerksam und hoffte dort auf Hilfe. Unsere Mitarbeiter beschlossen, dass diesem jungen Mann geholfen werden musste. So fuhren sie gemeinsam an einem Samstag zu einem Rasthof nahe Berlin, um dort nach LKW’s mit lettischem Kennzeichen zu suchen. Doch scheinbar wollten sich die Fahrer in den Führerhäuschen nicht finden lassen. So drehten die Mitarbeiter mit dem jungen Letten schon enttäuscht ab, als sie im Vorbeifahren ein PKW am Ende des Rasthofes mit einem lettischen Kennzeichen entdeckten. Der Fahrer dieses PKW’S schlief, ruhig und unwissend über seinem besonderen Auftrag, den er erhalten sollte. Als die Mitarbeiter ihn weckten und ihm die Situation des jungen Letten schilderten, zeigte er sich sofort bereit, den jungen Abenteurer wieder zurück in seine Heimat zu nehmen. Sogar eine Aufwandsentschädigung lehnte er ab, denn für ihn schien dies eine Selbstverständlichkeit.In der Hoffnung, dass der Lette wieder zu seinem Zuhause zurückfindet und nie wieder eine solche Reise antritt,  gaben die Mitarbeiter den jungen Letten in die Obhut des lettischen PKW’s-Besitzer.  Zumindest an diesem Wochenende konnten die Mitarbeiter der Kältehilfe einem Menschen sein Zuhause zurückgeben.

Monica, 19 Jahre, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Kältehilfe

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Wohnungslose feiern mit uns Weihnachten

Dirk Trost ist einer der Kältebusbeifahrer und wird gemeinsam mit Kältebusfahrer Artur Darga am Heiligen Abend durch Berlins Straßen fahren. Während in Berlin Familien zusammen um den Weihnachtsbaum sitzen, werden die beiden Kältehelfer versuchen, die weihnachtliche Botschaft auf die Straße zu bringen.

Dirk Trost war es auch, der es organisierte, dass Senioren aus den Häusern in der Swyzer und Hildburghauser Straße, sozial benachteiligte Kinder vom Teen Challenge, türkischen Jugendliche der Freizeitstätte Edinburgerstraße und engagierten Bürger/-innen der Initiative Schillerhöhe die Kältehilfe unterstützen und gemeinsam Wunder-Weihnachtstüten bastelten. Diese werden an Heiligabend an Wohnungslose verteilt. Da diese Menschen selber nur sehr wenig Geld haben, haben sie sich gerne an dieser Aktion beteiligt, weil sie den wohnungslosen Menschen auf der Straße helfen möchten, gerade an Weihnachten. Die jüngste der Helferinnen und Helfer war drei, die Älteste 100 Jahre alt. (s. Foto im Album)

Insgesamt wird die Berliner Stadtmission mit ca. 600 Menschen in ihren Einrichtungen Weihnachten feiern. Weihnachten ist ein Fest, das viele Wohnungslose traurig stimmt und sie ihrer Einsamkeit bewusst werden lässt. Die Berliner Stadtmission möchte diese Menschen auffangen und ihnen Heiligabend in Gemeinschaft schenken. Die offenen Weihnachtsfeiern finden in der Bahnhofsmission Zoo, in der CityStation und im Zentrum am Hauptbahnhof statt. So unterschiedlich die Feiern auch sein mögen, eins haben sie gemeinsam: Es gibt für jeden Gast eine festliche Mahlzeit. Traditionell gibt es Gans mit Rotkohl und Klößen. Ca. 100 Weihnachtsessen haben wir schon durch Spenden finanziert, damit auch wirklich jeder Gast ein weihnachtliches Menü genießen kann, brauchen wir Ihre Unterstützung!!!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Weitere Notübernachtung eröffnet im "Warmen Otto"

Liebe Spender, vielen Dank für die tolle Hilfe, die die Kältehilfe der Berliner Stadtmission in den letzen Wochen bereits erfahren durfte - auf betterplace und darüber hinaus. Hier in der Lehrter Str. wurden neben Geldspenden auch viele Pfund Kaffee und viele Liter Suppe für die Notübernachtung abgegeben. Aber auch in die Bahnhofsmission am Zoo kommen viele Berliner, um Obdachlose in Not zu unterstützen. 

Gestern kam ein Pärchen in die Bahnhofsmission, beide um die 30. Er brachte 20 Pfund Kaffee, die dort dringend benötigt werden. Sie hatte zwei geheimnissvolle, mit einem Tuch abgedeckte Körbe bei sich. Was für eine Überraschung! Die Frau hat das ganze Wochenende über 36 Kuchen für Obdachlose gebacken.

All dieses Engagement tut auch unseren Mitarbeitern in der Kältehilfe gut. Denn die Arbeit zehrt auch an ihren Kräften. Die Not ist groß und die Notübernachtungen in Berlin sind überfüllt. Deshalb schafft die Berliner Stadtmission ab morgen im Warmen Otto in Moabit weitere 30 Schlafplätze. Von Mittwoch bis Sonntag heißt der Warme Otto, eigentlich eine Wohnungslosentagesstätte der Berliner Stadtmission, ab 21 Uhr Menschen ohne Schlafmöglichkeit willkommen. Auch dieses Angebot soll die überfüllte Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof entlasten. Der Warme Otto ergänzt das Angebot der CityStation, die ihr Nachtcafé immer montags und dienstags öffnet.

Noch einmal ein dickes Dankeschön an alle Spender!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Kältebus fährt nun an sieben Nächten

Angesichts der extremen Nachttemperaturen, die es in diesem Jahr bereits gab, will die Berliner Stadtmission mit zusätzlichen Angeboten für wohnungslose Menschen Kältetote verhindern. In Berlin darf kein Mensch erfrieren. Neben dem zusätzlichen Angebot der CityStation (siehe Eintrag vom 01.12.10) fährt der Kältebus nun auch am Freitag und Samstag von 21 – 3 Uhr und somit an sieben Nächten in der Woche.

Auch wenn die Temperaturen derzeit wieder etwas milder sind, ist die Situation für Wohnungslose noch lange nicht gefahrenlos. Der tauende Schnee durchnässt die Kleidung, Schuhe und Schlafsäcke der Menschen – die Sachen werden nicht mehr trocken. Dies lässt die Wohnungslosen auskühlen und anfällig für Krankheiten werden. Verstärkt wird dies durch den oft übermäßigen Alkoholkonsum und durch einseitige Ernährung.

Umso wichtiger, dass regelmäßig nach den Menschen auf der Straße geschaut wird, die nicht in eine Notunterkunft gebracht werden möchten. Auch für unsere routinierten Helfer aus dem Kätebusteam ist es schwer Menschen in der Kälte zurücklassen und nicht mehr tun zu können, als heiße Getränke und warme Decken vorbeizubringen. Aber es ist die freie Entscheidung der Wohnungslosen auch bei extremer Kälte auf der Straße bleiben zu wollen und diese Entscheidung müssen wir akzeptieren.

Dennoch versucht Kältebusfahrer Artur Darga und sein Team immer wieder die Menschen zu überzeugen, sich doch in eine wärmende Notunterkunft bringen zu lassen. Auch bei "alten Bekannten" sind sie hartnäckig, nach 20 Mal "NEIN" hört das Team vielleicht beim 21. Mal ein "Ja".

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Kälteeinbruch gefährdet Obdachlose

Es ist kalt in Berlin. Das lässt viele wohnungslose Menschen, die sonst nicht in unsere Notunterkünfte kommen, doch die Wärmestuben aufsuchen. Die Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof ist mittlerweile jede Nacht überfüllt. Sonntagnacht haben hier 155 Menschen Unterschlupf gesucht.

 Deshalb hat die Berliner Stadtmission am 29. November 2010 ein weiteres Nachtcafé mit 20 Schlafplätzen eröffnet. In dem Obdachlosenrestaurant "CityStation" in der Joachim-Friedrich-Straße können nun Montag- und Dienstagnacht Wohnungslose der Kälte entfliehen.

 So auch ein Mann, dessen Zuhause eine Bank auf dem Ku'damm ist. Er suchte noch nie in seinem Leben eine Notunterkunft auf, verlässt seine Bank nur selten. Doch jetzt, da die CityStation in seiner Nähe auch nachts geöffnet hat, "brauch ich mir zumindest in zwei Nächten keine Gedanken ums Erfrieren machen."

 Ein zweites Kälteauto unterstützt den Kältebus und erledigt Sonderfahrten. So werden Wohnungslose aus der überfüllten Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof in die CityStation oder in andere Notübernachtungen gefahren. Das Kältebusteam hat so die Gelegenheit sich intensiv um die Menschen zu kümmern, die auch bei diesen zweistelligen Minusgraden auf der Straße bleiben möchten. Der Kältebusfahrer, Artur Darga, und sein Team kontrollieren den Gesundheitszustand, bringen heiße Getränke und warme Decken. Manchmal steigt der eine oder andere doch in den Bus und lässt sich in eine Notunterkunft bringen.

 Wir bleiben in Bewegung für die Menschen in dieser Stadt!

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Gästeansturm in der Notübernachtung

Weitere Spenden für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission sind eingetroffen. Herzlichen Dank, liebe Spender! Unseren Mitarbeitenden machen diese Spenden Mut bei ihrer herausfordernden Arbeit. Trotz der immer noch relativ warmen Temperaturen hatten wir in der letzten Nacht 120 Gäste in der Notübernachtung.

Das bedeutet: Die Zahl der Hilfesuchenden ist im Vergleich zum Vorjahr wieder um 15% gestiegen. Weshalb die Berliner Stadtmission bereits jetzt über eine weitere Notübernachtung nachdenkt, um die große Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof zu entlasten. Uns ist es wichtig, dass jeder Gast eine adäquate Hilfeleistung und die Aufmerksamkeit bekommt, die er braucht. Das Bezirksamt Berlin-Mitte finanziert 60 Gäste pro Nacht in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof. Ab dem 61. Gast sind wir auf die Finanzierung durch Spenden angewiesen. Uns entstehen dabei Kosten von 27 Euro pro Person und Nacht. Dafür bekommen die Wohnungslosen eine warme Mahlzeit, die Möglichkeit zur Körperhygiene, einen Schlafplatz, Frühstück, bei Bedarf Versorgung aus der Kleiderkammer und medizinische Erstversorgung. Wesentlich in unserer Arbeit ist die Möglichkeit zum Gespräch. Unsere oft ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter setzen sich zu den Gästen, hören zu und geben Rat.

Je mehr Gäste kommen, desto höher ist unser finanzieller Aufwand. Bitte helfen Sie mit!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Erste Spende für die Kältehilfe eingetroffen

Die erste Spende in dieser Kältehilfesaison ist eingetroffen und für ein Paar Winterschuhe bestimmt. Herzlichen Dank! Warme und trockene Füße bewahren die Menschen, die sich bei eisiger Kälte den ganzen Tag über draußen aufhalten, vor Infektionen und Erfrierungen.

Kältebusfahrer Artur Darga und seine Golden Retriever-Hündin Tikwa profitieren von ihrem Einsatz im Sommer. Mit der Mobilen Sommerhilfe haben die beiden auch im Sommer Obdachlose an ihren Schlafplätzen aufgesucht. An das so aufgebaute Vertrauen, können sie jetzt angeknüpfen. Artur wird oftmals mit Handschlag oder sogar mit Umarmungen begrüßt, wenn er zu den Menschen kommt. Es wird gescherzt, Tee getrunken und Stullen gegessen. Doch Artur bietet auch immer wieder den Ausstieg aus der Wohnungslosigkeit an. Werden Menschen an ihren Schlafplätzen nicht angetroffen, so fährt er in der nächsten Nacht erneut vorbei. Er sorgt sich, dass etwas passiert sein könnte. 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Eine Woche Kältehilfe

Als die Notübernachtung der Berliner Stadtmission am 1. November um 21.00 Uhr ihre Pforten öffnete standen bereits ca. 50 Personen vor der Tür und warteten auf Einlass. Viele bekannte Gesichter waren unter ihnen. Ein Gast sagte sogar: „Endlich zu Hause.“ Im Laufe der Nacht wurden es trotz der recht milden Außentemperaturen 87 Gäste, die mit einer warmen Mahlzeit, Gesprächen, medizinischer Erstversorgung und einem Schlafplatz ausgestattet wurden. Gerade die Möglichkeit zum Gespräch ist von vielen Wohnungslosen dankbar angenommen worden. Im Sommerhalbjahr hat ihnen oft jemand gefehlt, der zuhört und nicht verurteilt.

So ist die erste Woche der Kältehilfesaison 2010/2011 vergangen. Der Kältebus hat seine Runden durch die nächtlichen Straßen Berlins gedreht und Menschen auf der Straße mit Butterbroten, heißem Tee und warmen Decken ausgestattet. Auch in der Notübernachtung nahm alles seinen gewohnten Gang der Hilfsbereitschaft.

„Alles ruhig“, so begrüßte mich Guido B. vergangene Woche, wenn ich morgens zur Arbeit kam. Guido B. hat ein Schild mit dem Aufdruck SECURITY an seiner Jacke heften. Er kontrolliert morgens, ob die Gäste der Notübernachtung auch tatsächlich das Gelände des Zentrums am Hauptbahnhof verlassen, passt auf, dass sie sich nicht in die Hauseingänge der umliegenden Häuser zurückziehen und dort ihre Notdurft verrichten. Sein Einsatz trägt wesentlich zum sensiblen Gefüge zwischen Anwohnern, Obdachlosen und Berliner Stadtmission bei. Und Guido B. kann sich in die Situation der Obdachlosen gut hineinfühlen. Er selbst war mit Unterbrechung fast sechs Jahre lang obdachlos, das erste Mal mit 17. Vor 10 Jahren kam der heute 54jährige in die Notübernachtung der Berliner Stadtmission, schaffte den Ausstieg aus der Obdachlosigkeit und ist seitdem eine verlässliche Hilfe.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als einem Jahr

E. Sager

Kältehilfe 2010/2011 beginnt

Liebe Unterstützerinnen, liebe Unterstützer der Kältehilfe,

es wird wieder kalt in Deutschland und es wird Zeit für die Kältehilfe. Ab heute, dem 01. November 2010, fährt der Kältebus der Berliner Stadtmission wieder durch die nächtlichen Straßen Berlins und kümmert sich um Wohnungslose ohne Obdach. Das Kältebusteam verteilt Schlafsäcke, heißen Tee und bietet den Transport in eine Notübernachtung an.

Die Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof öffnet heute ebenfalls ihre Türen für Hilfebedürftige. In den letzten Wochen liefen in der Berliner Stadtmission die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die neuen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter werden von langjährigen Mitarbeitern eingearbeitet, um von Anfang an einen reibungslosen Ablauf der Hilfsangebote zu garantieren. Die Berliner Stadtmission bietet jedem Gast eine warme Mahlzeit, die Möglichkeit zur Körperhygiene, medizinische Erstversorgung, bei Bedarf eine Kleiderkammer, einen Schlafplatz und Zeit für Gespräche, der sich auf unsere Hilfe einlassen kann. Die Berliner Stadtmission heißt dabei jeden willkommen; egal, ob er angetrunken, krank, verwahrlost ist oder ein Tier bei sich hat. Es gibt allerdings drei Regeln, die jeder Gast einhalten muss: 1. keine Waffen, 2. keine Gewalt, 3. keine Drogen in den Räumen der Notübernachtung.

Wir brauchen auch in diesem Jahr die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern, um die Hilfsangebote finanzieren zu können. Das Bezirksamt Berlin-Neukölln unterstützt zwar seit Jahren finanziell den Kältebus, das Bezirksamt Berlin-Mitte hilft mit öffentlichen Mitteln bei der Finanzierung der Kälte-Notübernachtung. Für diese Hilfen ist die Berliner Stadtmission sehr dankbar. Doch im letzten Winter kamen im Schnitt 122 wohnungslose Menschen, an manchen Nächten waren es bis zu 187 hilflose Männer und Frauen, die ein schützendes Dach brauchten. Das Bezirksamt Berlin-Mitte finanziert 60 Gäste pro Nacht. Da zusätzliche Gäste auch zusätzliche Kosten bedeuten, muss die Berliner Stadtmission den Mehraufwand durch Spenden finanzieren.

Noch liegen die Temperaturen zwar deutlich über null Grad, doch es besteht schon jetzt Hilfebedarf. Haben Sie schon einmal versucht bei sechs Grad ohne Schlafsack und Isomatte im Freien zu übernachten?

Wir als Berliner Stadtmission sind sehr gespannt auf die erste Nacht und hoffen auf einen Berliner Winter ohne Kältetoten.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Alle Bedarfe erfüllt – Projekt zu 100% finanziert

Liebe Spenderin, lieber Spender,

es sind nun alle 18 eingestellten Bedarfe erfüllt, das Projekt wird als zu 100% finanziert angezeigt. Das ist toll und war uns eine große Hilfe. Danke!

Dadurch, dass so viele Menschen Hilfe und Zuflucht in der Notübernachtung gesucht haben wie nie zuvor, war die Berliner Stadtmission auf Spenden angewiesen. Das Bezirksamt Mitte zahlt 60 Übernachtungen pro Nacht, doch die Berliner Stadtmission weist niemanden ab, so dass an manchen Nächten über 180 Personen in der Notübernachtung willkommen geheißen wurden. Aufgrund der Überfüllung hat die Berliner Stadtmission kurzfristig zwei neue Notübernachtungen eröffnet.

Neben den Spenden, die die Berliner Stadtmission über betterplace.org für die Kältehilfe erreicht haben, sind viele Menschen aus Berlin und darüber hinaus auf vielfältige andere Art und Weise auf die Kältehilfe aufmerksam geworden und haben gespendet. Besonders rund um Weihnachten haben wir auch Unterstützung von Unternehmen für die Kältehilfe bekommen. Durch diesen Spendenmix konnte die Berliner Stadtmission garantieren, dass jeder Mensch in Not aufgenomnmen wurde. Verpflegung, Gespräche und die Möglichkeit zur Körperpflege standen jedem Gast zur Verfügung, bei Bedarf eine medizinische Erstversorgung und die Kleiderkammer sowie ein Schlafplatz.

Viele Berliner spendeten neben Geld auch Kleidung, Hundefutter und Lebensmittel. Diese Sachspenden haben unser Budget entlastet. So mussten die Mitarbeitenden der Kältehilfe z.B. nur 40 Paar Winterschuhe kaufen (ein großer Teil davon wurde durch Spenden über betterplace.org ermöglicht), die übrigen Wohnungslosen, die einen Bedarf an Winterschuhen hatten, konnten durch Schuhspenden versorgt werden. 

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Abschluss der Kältehilfesaison 2009/2010

Am 31. März wurden die Türen der Notübernachtung zum letzten Mal in dieser Saison geöffnet und der Kältebus ist seine letzte Nacht durch Berlin gefahren. Zunächst einmal möchte ich mich im Namen der Berliner Stadtmission herzlich bei allen Spendern für die Unterstützung in den letzen Monaten bedanken. Ihre Spenden haben uns sehr geholfen unsere Arbeit für Menschen in Not durchzuführen.

Der Kältebus ist an insgesamt 151 Nächten durch Berlin gefahren. Dabei wurden insgesamt 2.499 Gespräche mit Menschen in Not geführt - pro Tag durchschnittlich 17 Gespräche. Im Vergleich zu der Kältehilfesaison von 2008/2009 (1.055 Gespräche) hat sich die Zahl der Kontakte verdoppelt. Einige wurden im Anschluss an das Gespräch in Notunterkünfte gebracht, andere mit heißen Getränken, wärmenden Decken und tröstenden Worten ausgestattet. Die MitarbeiterInnen der Kältehilfe sind dabei die zurückliegenden fünf Monate auszuwerten, damit die Stadtmission im nächsten Winter noch effektiver Wohnungslose vor dem Erfrieren bewaren kann.

Um eine Brücke zur nächsten Kältehilfesaison zu schlagen, die im November 2009 beginnen wird, startete die Berliner Stadtmission gestern mit einem neuen Projekt: der mobilen Sommerhilfe. Sie ist ein weiterer Bausstein im Hilfesystem für Wohnungslose. Viele Wohnungslose sind im Sommer auf sich allein gestellt, sie sind psychisch oder körperlich krank, isoliert und von Gewalt bedroht. Einige haben keine Kraft sich selbst auf den Weg zu einem Hilfeangebot zu machen, anderen sind die Angebote nicht bekannt. Diese Menschen brauchen Menschen! Menschen, die sie begleiten und beraten. Artur Darga fährt deshalb mit seiner Hündin Tikwa und BeifahrerIn von Sonntag bis Donnerstag von 18 bis 24 Uhr zu den gekannten Schlafplätzen Wohnungsloser und berät, tröstet, vermittelt und begleitet. Das über den Winter aufgebaute Vertrauen zwischen Wohnungslosen und Stadtmissionsmitarbeitenden soll gepflegt und ausgebaut werden. Besorgte Bürger können unserem Team hilflose, wohnungslose Menschen unter der Telefonnummer 0178-523 58 38 melden.

Noch einmal herzlichen Dank an alle, die uns in den letzten fünf Monaten unterstützt haben!

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

12. Auszug aus dem Kältebustagebuch 2009/2010

25. März 2010

Meine letzte Nacht

Es ist schon ein etwas komisches Gefühl, zum letzen Mal in dieser Saison in die Nacht hinauszufahren, zumal das Thermometer in dieser Nacht 14° anzeigt. Katja – meine Kältebus-Partnerin in dieser Nacht – und ich erwarteten angesichts der milden Temperaturen eine ruhige Nacht und so fuhren wir zunächst in den kleinen Park im Wedding und besuchten Thomas und Michaela, die bereits ihren zweiten Winter unter freiem Himmel verbringen.

Durch die engagierte Nachbarschaftshilfe eines Seniorenzentrums im Wedding hatte Thomas die Möglichkeit, zum ersten Mal nach 18 Monaten (!) ein heißes Wannenbad zu nehmen, frisch gewaschene Kleidung anzuziehen und frisch rasiert und nach einem gespendeten Friseurbesuch in einem Restaurant eine warme Mahlzeit in Begleitung zweier Kältebusfahrer einzunehmen.

Kein Mensch, für den es selbstverständlich ist, in einer eigenen Wohnung zu leben, kann sich vorstellen, was das für Thomas bedeutet haben mag. Das eigentliche Wunder aber war, dass Thomas sich wieder als Mensch unter Menschen fühlte und dadurch Mut bekam, seinem Leben eine neue Wendung zu geben!

An diesem Vormittag, der ihn emotional sichtlich bewegte, machte er nach 18 Monaten zum ersten Mal persönliche Angaben, die es den Mitarbeitern ermöglichten, Kontakt mit einer Rechtsanwältin aufzunehmen, die für Thomas bereits eine Betreuung ausübte. Dieser Kontakt führte dann wiederum zu einem Treffen zwischen Thomas, beiden Kältebusfahrern, der Betreuerin und dem sozialpsychiatrischen Dienst mit dem Ergebnis, dass für Thomas die Unterbringung in einer betreuten Wohnform in unmittelbarer Nähe des kleinen Parks angestrebt werden kann. Michaela hingegen misstraut noch immer den Menschen. Sie lehnt fremde Hilfe ab. Daher hoffen die Beteiligten auf einen Sinneswandel, wenn sie die verbesserten Lebensbedingungen von Thomas hautnah miterlebt, denn er wird auch in der betreuten Wohnform weiterhin an ihrer Seite sein können. Das Ende dieser Entwicklung ist noch offen, aber der Prozess ist bislang bereits ein kleines Wunder oder um mit Kältebusfahrer Arturs Worten zu sprechen: „...man kann schon von Gottes Gnade sprechen!“

Vor Beginn der Fahrt gab uns Wolfgang – Kältebusfahrer der ersten Stunde – einige Tipps zu Örtlichkeiten, bei denen es sich lohnt, in einer ruhigen Nacht dort hinzufahren. Wir sprechen hier natürlich von Orten, an denen sich häufig wohnungslose Menschen aufhalten. Da Katja sich nach ihren Touren mit Christoph einige Orte gemerkt hatte und ich mich nach dieser Kältesaison auch bereits gut auskannte, fanden wir uns bekannte Menschen und hatten in dieser Nacht gute Begegnungen und anrührende Gespräche.

So trafen wir in dieser Nacht im Bereich der Revaler Straße zwei polnische und einen kasachischen Obdachlosen, denen wir heißen Tee anboten, den sie trotz der frühlingshaften Temperaturen gerne annahmen. Wir kletterten im Schein unserer Taschenlampen in einem verlassenen Abbruchhaus bis unter hoch das Dach und legten auf die momentan verlassenen Deckenlager mehrerer uns bekannter wohnungsloser Menschen einen Gruß in Form von Schokolade und Keksriegeln.

Am Wannsee fuhren wir bis zum Anleger der Ausflugsdampfer und sahen zunächst nur ein paar ausgelassene Party-Kids. Während wir dann aber mit dem Kältebus eine große Runde am Rande der Büsche drehten, erspähten Katja und ich gleichzeitig eine große Plane, unter der sich jemand zu befinden schien. Wir hielten an, stiegen aus und näherten uns dem Bündel aus Planen und Decken und nachdem wir uns als Kältebus zu erkennen gaben, lüftete sich die Plane und zwei Punks streckten die Köpfe heraus. Wir redeten ein bisschen miteinander, verteilten heißen Tee und Keksriegel und wünschten den beiden eine gute Nacht.

Obwohl ich seit einem Jahr nicht mehr rauche, habe ich vollstes Verständnis für alle Raucher und habe während meiner nächtlichen Einsätze immer ein Päckchen Tabak dabei, das ich gegebenenfalls anbiete. Das ist eine gute Brücke, um ein Gespräch zu beginnen und für jeden Raucher, der auf dem Trockenen sitzt ein kleines Highlight. So auch für einen der beiden Punker, der sich gerne eine Zigarette drehte, die er sich aber hinters Ohr schob um sie sich für den nächsten Morgen aufzuheben. Den letzten Tee dieser Nacht bekam Wilfried, der in einem kleinen Einmannzelt auf einer verwahrlosten Brache inmitten eines Häusermeers campierte und der uns im Verlauf eines intensiven und netten Gesprächs erzählte, dass er jetzt erst einmal sein Englisch auffrischen würde, um dann nach Indien zu reisen. Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Nachdem wir eine ausgiebige Runde durch den Bahnhof am Alexanderplatz gedreht, freundliche Gespräche mit den Servicemitarbeitern der Deutschen Bundesbahn geführt, aber keine wohnungslosen oder hilfebedürftige Menschen gefunden hatten, erwartete uns am Kältebus ein junger, leicht erregbarer Obdachloser mit den Worten: „Da seid ihr ja, jetzt könnt ihr mich mal zur Lehrter Straße fahren“. Wir erklärten dem jungen Mann, dass wir weder Shuttlebus noch Taxi seien und wir ihn durchaus in der Lage sehen, die drei Haltestellen auch mit der S-Bahn zu fahren. Das sah unser Gesprächspartner aber völlig anders und wir führten eine eher fruchtlose Diskussion, die damit endete, dass der junge Mann erbost und aggressiv schimpfend seiner Wege zog und wahrscheinlich kein gutes Haar am Kältebus und seiner Besatzung ließ...

Gegen 3 Uhr holten wir dann noch einen Gast aus der Nähe des „Warmen Ottos“ ab [Anmerkung der Redaktion: Dort hatte die Stadtmission wegen Überfüllung in der Lehrter Straße eine weitere Notübernachtung geöffnet.], der dort nicht bleiben konnte, weil er Hausverbot hatte. Da er sich wohl kurz bevor wir eintrafen noch einen "Schuss" gesetzt hatte, bekamen wir ihn erst gar nicht richtig wach, konnten ihn dann aber schlussendlich doch noch mitnehmen. Mit der Übergabe dieses Gastes an die ehrenamtlichen Kollegen des Nachtdienstes der Notübernachtung beendete ich meine letzte Nacht als Kältebusfahrer in dieser Saison.

Vielen Dank und herzliche Grüße an all die vielen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Helfer und Kollegen der Notübernachtung und des Kältebusses. Es war eine sehr schöne und berührende Saison mit Euch und ich bedanke mich für die guten Gespräche, Tipps und gemeinsamen Gebete.

Unseren Gästen wünsche ich, dass Sie den gleichen Mut wie Thomas finden und vielleicht auch einen neuen Weg einschlagen, aber auf jeden Fall, dass Sie gut durch den Sommer kommen!

- Dirk Trost, ehrenamtlicher Kältebus-Fahrer

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Kältehilfe noch bis zum 31. März 2010

Noch bis zum 31. März fährt der Kältebus durch die nächtlichen Straßen Berlins und die Notübernachtungen sind für Menschen in Not geöffnet. Danach gilt es ein Resümee zur Kältehilfe 2009/20010 zu ziehen. Was die Berliner Stadtmission jetzt schon mit Sicherheit sagen kann, ist, dass so viele Menschen wie nie zuvor Hilfe und Zuflucht in unseren Räumen gesucht haben. Auch in den letzten Tagen der Kältehilfesaison 2009/2010 sind sie uns herzlich willkommen.   

Viele waren den ganzen Winter über immer wieder zu Gast in der Notübernachtung - man kennt sich, man mag sich und manchmal mag man sich auch nicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben viel erlebt und viel geleistet. Gerührt waren sie, als ein Stammgast, Hertha-Klaus, sich eines Tages bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Notübernachtung für ihre fürsorgliche Arbeit bedanken wollte. Er hatte einen großen Strauß Blumen mitgebracht, alle Mitarbeitenden und Gäste zusammengerufen und um Ruhe gebeten, denn jeder sollte seine Rede hören.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Die Zahnbürsten der Obdachloen

Die Berliner Stadtmission versucht ihren Gästen in der Kältehilfesaison soviel Normalität und Würde zu geben, wie es möglich ist. Deshalb erhält jeder Gast im Schlafhaus seine eigene Zahnbürste. Mit dem Namen des Besitzers beschriftet und nach den Anfangsbuchstaben sortiert, wartet sie hier die ganze Saison darauf, dass ihr Besitzer wieder in die Notübernachtung kommt. Ein kleines bisschen das Gefühl von „hier bin ich zu Hause“, frei nach dem Motto: My home is where my toothbrush is.

Es sind diese kleinen Dinge, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kältehilfe den Wohnungslosen zwar nicht den Schlüssel zu ihrer eigenen Wohnung überreichen, sie aber mit dem Gefühl von „hier werde ich erwartet, hier gehör ich hin“ versuchen Mut zu machen, den Schritt von der Straße weg zu wagen und wieder in eine eigene Wohnung einzuziehen. Gäste, bei denen dieser Wunsch vorhanden ist, werden in weiterführende Wohnhilfen vermittelt und z.B. im Übergangshaus der Berliner Stadtmission untergebracht. 

Gäste, die weiterhin auf der Straße leben möchten, sind uns auch im nächsten Winter wieder willkommen – sie werden eine neue Zahnbürste bekommen.

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

11. Auszug aus dem Kältebustagebuch 2009/2010

20. Februar 2010

Bevor wir uns auf unsere Tour durch das nächtliche Berlin aufmachten, befragten wir die Gäste, die sich bereits in der Notübernachtung befanden und auch diejenigen, die noch vor der Tür warteten, ob jemand mit in eine alternative Notübernachtung mitkommen wolle. Es fand sich nur ein Gast, der uns in die neue Notübernachtung "Warmer Otto" begleiten wollte und als wir uns gerade auf den Weg machen wollten, machte uns ein Punker-Pärchen auf ihren Freund aufmerksam, der schlafend in seinem Rollstuhl neben einem Gebüsch saß. Dieser Gast, der kein Deutsch spricht, hatte in der Notübernachtung Hausverbot (was auch einen nachvollziehbaren Grund hat). Daher rief Katja im „Warmen Otto“ an und erfuhr, dass dort zwei Plätze frei seien und es keine Probleme gäbe, unsere beiden Gäste dort für die Nacht unterzubringen.

Wir erklärten dem verschlafenen Rollstuhlfahrer, dass wir eine Übernachtungsmöglichkeit für ihn hätten und er signalisierte uns sein Einverständnis durch ein kurzes, grummelndes OK. Der Gast war beidseitig beinamputiert, inkontinent und bis unter beide Achseln eingenässt. Da ich aber glücklicherweise über pflegerische Berufserfahrung verfüge, gestaltet sich das Hinein- und Herausheben unseres mittlerweile wieder eingeschlafenen Gastes aus seinem Rollstuhl, in den Kältebus, und wieder zurück als technisch reibungslos und war "nur" mit einem gewissen "Kraftakt" verbunden.

Nachdem Katja und ich beide Gäste im "Warmen Otto" untergebracht hatten, machten wir uns auf unsere nächtliche Tour durch die nicht mehr ganz so kalte, nächtliche Hauptstadt – wir hatten +2°C, also relativ annehmbar, wenn man an die Temperaturen der letzten Wochen denkt.

Unsere Nacht war, was Anrufe auf dem Kältebus-Telefon anbelangt, relativ ruhig und wir konnten die Orte anfahren, von denen wir wussten, dass sich dort wohnungslose Menschen aufhielten. Wir hatten in dieser Nacht Gelegenheit gute Gespräche zu führen, viele Kontakte zu pflegen und Menschen das Gefühl zu geben, dass sie jemand sucht und findet, dass sich jemand mit Ihnen unterhalten möchte und dass Ihnen jemand zuhört. Wir trafen in dieser Nacht am Bahnhof Zoo, am Ostbahnhof, am Alexanderplatz und am Kottbusser Tor (Kreuzberg) wohnungslose Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, teilten an frierende Menschen Mützen, Handschuhe und heißen Tee aus, versorgten Punker mit Schokolade und lernten "Magnus" und "Brutus" sowie viele weitere große und kleine Hunde der wohnungslosen Menschen kennen.

Wir besuchten Albert und Maria, ein wohnungsloses Pärchen, das seit 18 Monaten unter freiem Himmel im Schillerpark im Wedding lebt, schenkten heißen Tee aus und führten Gespräche, die hoffentlich irgendwann dazu führen, dass sich die beiden auf professionelle Hilfe einzulassen trauen. Und wir fuhren nach einem Anruf der Bahnhofsmission weitere hilflose Männer zur Notübernachtung in den „Warmen Otto“, sowie einen uns bekannten jungen Mann in die Notübernachtung in der Lehrter Strasse.

Wir sprachen mit einem verbal aggressiven jungen Mann, der von seiner Freundin verlassen worden war, und konnten ihn beruhigen, um dann ein lockeres Gespräch zu führen.

Mitten in der Nacht rief uns dann eine ältere Dame auf dem Kältebus-Telefon an und erklärte, dass sie in Braunschweig lebe und demnächst obdachlos sein würde. Da sie den Kältebus im Fernsehen gesehen hätte, hielte sie es für eine gute Idee, wenn sie nun nach Berlin umziehen würde. Katja, im Berufsleben eine junge Rechtsanwältin, erklärte der Anruferin mit bewundernswerter Geduld, wie sie Hilfe auch ohne Umzug nach Berlin erhalten könne!

Wir führten in dieser Nacht auch entspannte und freundliche Gespräche mit Bundespolizisten, Security-Mitarbeitern und den Mitarbeitern der Bundesbahn – eine rundum kommunikative Nacht.

Aber ein Mann mittleren Alters am Ostbahnhof toppte alles. Er erkannte unseren Kältebus sprach uns mit den Worten an: "Ich bin dankbar, dass es Euch gibt!"

Katja und ich schauten uns an und waren zuerst etwas verdutzt, kannten wir den Passanten doch gar nicht. Erst im weiteren Verlauf verstanden wir, als er erzählte: "Ich war auch mal ganz unten, obdachlos und alleine. Ihr, also der Kältebus, habt mir geholfen. Ihr habt mir heißen Tee gegeben und habt mit mir gesprochen. Ich bekam wieder Perspektive und heute geht es mir gut. Ich habe eine Wohnung und es läuft. Wenn ich dann wieder so plötzlich den Kältebus sehe, bekomme ich so ein Tränchen ins Auge – dann kommen die Erinnerungen hoch. Vielen Dank, dass es Euch gibt!", sprachs, wischte sich die Augenwinkel und verschwand in der Nacht.

Mit dieser anrührenden Begegnung beendete ich meine erst Nacht als Fahrer ohne Artur.

Und Artur – vielen Dank für Deine gute Einarbeitung!

- Dirk, ehrenamtlicher Kältebus-Fahrer (in dieser Nacht zum ersten Mal in der Hauptverantwortung)

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T. Bartholomäus verfasst vor etwa 2 Jahren
Einfach gute Arbeit, toll!

E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Wohnungslose brauchen noch immer die Kältehilfe

Meteorologisch gesehen ist heute Frühlingsanfang, doch draußen stürmt und wüted Tief Xynthia. Für wohnungslose Menschen, die draußen auf der Straße leben, stellen diese Witterungsbedingungen ein tödliches Risiko dar. Auch bei wenigen Grad über Null kühlt der Körper schnell aus, die Nässe und der kalte Wind beschleunigen diesen Prozess.

Deshalb fährt unser Kältebusfahrer Artur Daga mit seiner Golden Retriever-Hündin Tikwa noch bis zum 31. März durch die Berliner Nächte und rettet Obdachlose vor dem Erfrieren. "Wenn ich etwas Warmes gegessen und getrunken habe, fühle ich mich ganz langsam wieder wie ein Mensch. Die Kälte friert einfach alles ein, jedes Gefühl, auch den Mut, auf ein anderes Leben zu hoffen," so schilderte uns im letzten Winter ein Gast, nachdem er vom Kältebus in unsere Notübernachtung gebracht wurde.

Noch immer nehmen wir ca. 120 Gäste pro Nacht in unserer Notübernachtung an der Lehrter Str. auf. Hinzu kommen die mit jeweils 30 Schlafplätzen ausgestatteten Notunterkünfte in Wilmersdorf und Moabit. Die Berliner Stadtmission benötigt auch weiterhin Ihre Hilfe, damit wir das Hilfesystem der Kältehilfe noch einen Monat aufrecht halten können. Vielen Dank!

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor etwa 2 Jahren

E. Sager

Neuer Kältebus finanziert durch Vattenfall

Heute ist ein schöner Tag. Nicht nur, weil draußen die Sonne scheint und es langsam Frühling wird, sondern auch, weil uns Vattenfall heute einen neuen Kältebus übergeben hat. Schon lange hat sich das Kältebusteam einen neuen Bus gewünscht, in Langversion und mit einfachen Plastiksitzen. Dieser Wunsch ist nun dank Vattenfall in Erfüllung gegangen. Der Energiekonzern hat die Kosten für die Anschaffung des neuen Kältebusses übernommen.

Da viele Obdachlose schlecht zu Fuß sind und nur unter Schwierigkeiten in den Bus einsteigen können, ist die neue Langversion des Busses mit mehr Platz ideal, so können z.B. auch Rollstühle transportiert werden. Die Plastiksitze sind von Vorteil, da einige unserer Gäste ansteckende Krankheiten, Läuse oder ähnliches haben. So können wir die Sitze nach jeder Fahrt einfach reinigen.

Manch einer von Ihnen wird sich fragen: Ein neuer Kältebus, jetzt noch, wo der Winter fast vorbei ist? Ja, auch wenige Grad über Null können für Menschen auf der Straße zum tödlichen Risiko werden. Die Böden sind ausgekühlt, Regen und Nässe tun ihr Übriges. Die Kältehilfe wird von November bis April angeboten, denn auch im Frühjahr sind die Nächte noch frostig kalt. Außerdem hat der lange Winter an den Kräften und Energiereserven der Wohnungslosen gezerrt, gerade jetzt sind sie sehr anfällig für Krankheiten.

Die Gäste in unserer Notübernachtung werden von Ärzten untersucht und medizinisch versorgt. Wer ernsthaft erkrankt ist, wird in ein Krankenhaus gebracht. Einige dieser medizinischen Erstversorgungen wurden über betterplace finanziert. Allen Spenderinnen und Spendern dafür ein großes Dankeschön!

Eure

Elke Sager

P.S. Ein Foto von der Übergabe des neuen Kältebusses habe ich in unser Album gestellt. Der Kältebusfahrer Artur Daga, Stadtmissionsdirektor Hans-Georg Filker und Vorstandsmitglied der Vattenfall Europe Wärme AG Wolf-Dietrich Kunze sowie Kältebushündin Tikwa nehmen den neuen Kältebus in Empfang. 

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Schuhübergabe

Liebe Spenderin, lieber Spender,

viele von Ihnen haben für Winterschuhe für Obdachlose gespendet. Das hat uns sehr gefreut und ich sage allen ein herzliches Dankeschön. Sicher hat jeder von Ihnen in diesem Winter selbst die Erfahrung gemacht, was es bedeutet kalte und nasse Füße zu bekommen. Die Erkältungsgefahr steigt dadurch rapide an. Obdachlose, die sich den ganzen Tag auf der Straße aufhalten, benötigen besonders dringend warme Schuhe.

Wir haben zwei unserer Gäste gefragt, ob wir sie bei der Schuhübergabe fotografieren dürfen. Die Fotos finden Sie in unserem Album. Dabei ist sogar eine kleine Fotostory entstanden. Eine unserer Ehrenamtlichen wäscht und pflegt die Füße unserer Gäste. Im Anschluss tanzt der junge Mann fröhlich mit seinen neuen Schuhen im Schnee.

Aber nicht nur Fußpflege wird in der Notübernachtung durch ehrenamtliche Helfer angeboten, jeden Freitag kommt eine Frisörin und schneidet unseren Gästen unentgeltlich die Haare.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

8 Wohnungslose wollen von der Straße weg

Ab heute verbringen acht Wohnungslose, die als Gäste der Notübernachtung zu uns kamen, fünf Tage in unserem Gästehaus in Gussow. Die acht Männer haben sich in Gesprächen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu entschlossen, dass sie ihr Leben auf der Straße aufgeben und in Zukunft wieder in einer Wohnung leben möchten.

Damit die Männer aus ihrem gewohnten Umfeld und ihrem gewohnten Tagesablauf entkommen können und damit sie wieder ein Gefühl dafür bekommen, was Gemeinschaft bedeutet und wie es ist ein Dach über dem Kopf zu haben, verbringt die Gruppe fünf Tage in Gussow. Unsere Gäste werden sozialpädagogisch betreut und übernehmen Dienste wie Kartoffeln schälen. Wer danach immer noch von der Straße weg möchte, der wird in eine weiterführende Wohnhilfe vermittelt.

Im letzten Winter konnte die Berliner Stadtmission 40 Wohnungslose in Wohnprojekte vermitteln.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Notübernachtung im ZaH wird entlastet

Liebe Spenderin und lieber Spender,

es wird Zeit Euch allen mal wieder ein herzliches DANKE auszusprechen.

In diesem Winter ist es ungewöhnlich lange kalt und ungewöhnlich viel Schnee und Eis bedecken das winterliche Berlin. Die 60 Plätze in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof haben bereits in der ersten Nacht der Kältehilfesaision 2009/2010 - am 01. November - nicht gereicht. Trotzdem wird niemand abgewiesen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Stadtmission finden für jeden Menschen in Not ein Platz zum Schlafen. In manchen Nächten wurden schließlich bis zu 170 Gäste aufgenommen.

Mitte Januar entschloss sich die Berliner Stadtmission zwei weitere Notübernachtungen zu eröffnen. Der "Warme Otto", eine Tagesstätte für Obdachlose und die City-Station, ein Obdachlosen Restaurant, stellen jeweils 30 Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Anfangs mussten Menschen in Not noch auf die neuen Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden, z.B. durch den Kältebus. Aber mittlerweile sind auch diese beiden Zufluchtsstätten gut ausgelastet. Auffällig ist, dass überproportional viele Frauen den Weg hierher finden. Die Mitarbeiter und Gäste in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof können aufatmen. Die Bereitstellung der zusätzlichen Unterkünfte wirkt sich entlastend auf die hiesigen Besucherzahlen aus.

Herzliche Grüße

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

10. Auszug aus dem Kältebustagebuch 2009/2010

22. Januar 2010

Gefühls-Karussell

Sylvester war ruhig. Wir haben nur wenig Anrufe bekommen, so dass ich genügend Zeit hatte all die Menschen zu besuchen, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind unsere Hilfe anzunehmen.

Einer davon ist Marek. Marek lebt seit drei Jahren in Berlin, ursprünglich kommt er aber aus Polen. Sein Aufenthaltsort ist unter dem U-Bahnhof Warschauer Straße. Aufgrund seines Alkoholkonsums sind seine Beine so schwer erkrankt, dass er sich nur noch unter äußerster Anstrengung fortbewegen kann. Bei jedem Besuch gab es heißen Tee, einen Schlafsack und ein offenes Gespräch darüber, wie sich seine Lebenssituation positiv verändern lässt.

Zur Notunterkunft ist er nie mitgekommen, weil er befürchtete den Tag darauf nicht mehr aus eigener Kraft zu seinem Stammplatz zurückkehren zu können. Schließlich sagte er mir an einem unserer Treffen, er wolle mit dem Trinken aufhören und von der Straße weg. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut und sofort sprach ich am darauf folgenden Tag unsere Leiterin an.

Karen erzählte mir von einem polnischen Hilfsprojekt, das sich „Barka“ nennt. Auch Thomas, unser Sozialarbeiter, erwähnte, er habe schon mit der polnischen Botschaft telefoniert und diese habe sich bereit erklärt den Menschen zu helfen und sie zu unterstützen. Mit dieser guten Nachricht bin ich dann besonders motiviert auf unsere polnischen Gäste zugegangen und habe ihnen davon berichtet, um so noch mehr Menschen für dieses Barka-Projekt zu gewinnen.

Ich hatte schon die sehr schmerzliche Erfahrung gemacht und musste einsehen lernen, dass sehr viele Menschen zurückschrecken und Angst bekommen, wenn sie sich zu sehr gedrängt fühlen, ihre Lebenssituation zu verändern.

Und wie reagierte Marek? Ich hatte einen Termin bei der polnischen Botschaft, um mit ihm und zwei weiteren wohnungslosen Menschen einen polnischen Pass zu beantragen. Zwei Tage vor dem Termin wollte ich Marek Bescheid geben, dass wir gemeinsam zur polnischen Botschaft fahren. Dann das Entsetzen! Ich komme zum U-Bahnhof Warschauer Straße und kein Marek da! Nicht einmal seine Sachen konnte ich entdecken!

Aufgrund meiner Vergangenheit weiß ich, dass, wenn ein Mensch auf der Straße stirbt, seine Sachen aus Sicherheitsgründen beseitigt werden. Unmittelbar darauf erinnerte ich mich plötzlich an die Nachricht der drei Kältetoten in Berlin – ob einer davon vielleicht Marek war? Diese Überlegung schnürte mir für einen Augenblick lang die Kehle zu. Sofort überfielen mich die üblichen Selbstvorwürfe, dass ich nicht schnell genug gehandelt hatte.

Glücklicherweise gelang es meiner Beifahrerin mich aus meiner dunklen Gedankenwelt herauszuholen und etwas zu beruhigen. Mir fiel dann ein, dass Marek drei Freunde hatte, die immer bis spät abends bei ihm waren und dann zu ihrem Schlafplatz gingen. Vor zwei Wochen war einer von ihnen krank gewesen und Marek hatte mich gebeten bei ihm vorbeizuschauen, ob er Hilfe bräuchte. So kannte ich also den Schlafplatz seiner Freunde und fuhr dort hin.

Gott sei Dank traf ich Marek dort unversehrt an. Seine Freunde hatten erfahren, dass er ein neues Leben beginnen möchte, und, um ihm Mut zuzusprechen, wollten sie ihn die ganze letzte Zeit in seiner Nähe haben, damit er es sich alleine doch nicht wieder anders überlegen könnte.

Ich war innerlich sehr bewegt und angerührt über die große Kameradschaft und Anteilnahme seiner Freunde.

- Artur, Kältebusfahrer

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Weihnachten in der Notübernachtung

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich weiß, Weihnachten liegt bereits lange hinter uns, dennoch möchte ich noch kurz von unserer Weihnachtsfeier in unserer Notübernachtung in der Lehrter Straße erzählen. Ein paar Fotos habe ich in unser Album hochgeladen.

Obwohl die Feier erst um 17.00 Uhr startete, warteten bereits eine Stunde vorher ca. 100 Menschen vor dem festlich geschmückten Saal der Berliner Stadtmission. 260 Gäste ließen sich einzeln von unseren MitarbeiterInnen zu einem Platz an einer der 5 langen festlich geschmückten Tafeln geleiten. Im Schein silberner Kerzenleuchter wurden unsere Gäste zunächst mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Anschließend gab es einen Weihnachtsgottesdienst. Nachdem dann auch die Gans mit Rotkohl und Klößen verspeist war, wurde das Licht im Saal gedimmt und das Bühnenprogramm startete. Eine Opernsängerin sang ehrenamtlich Chanson, zwei Musiker spielten Instrumentalmusik und auch unsere Gäste brachten sich mit ein. Einige sangen Lieder aus ihrer Heimat, erzählten Geschichten und ein Herr spielte wunderschön Klavier. Gegen 21.15 Uhr gab es dann endlich die Bescherung. Jedem Wohnungslosen konnte ein Päckchen überreicht werden. So mancher gestandene Mann hatte dabei Tränen in den Augen. Die Stadtmission hat die Päckchen von einem Unternehmen und einer Grundschule gespendet bekommen.

Kurze Wege für diejenigen, die sich entschlossen die Heilige Nacht in der Notübernachtung zu verbringen - sie mussten nur eine Treppe runter. Nicht nur für die wohnungslosen Menschen war dieses Weihnachten etwas Besonderes, auch für die ca. 30 ehrenamtlich Helfenden, die zwar erschöpft waren, aber glücklich so vielen Menschen ein wunderschönes Weihnachtsfest bereitet zu haben.

Eure

Elke Sager

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Berliner Stadtmission eröffnet neues Nachtcafé

Unsere Notübernachtung in der Lehrter Straße ist chronisch überfüllt. So viele hilfebedürftige Menschen wie noch nie suchen in diesem Winter Zuflucht in unseren Räumen. Die überfüllte Notübernachtung in der Lehrter Straße zerrt an den Kräften der Wohnungslosen und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb eröffnet die Berliner Stadtmission am 19.1.09 eine weitere Übernachtungsmöglichkeit für wohnungslose Gäste in Berlin-Moabit. Die Wohnungslosentagesstätte "Warmer Otto" (Wittstocker Str.) wird nun zusätzlich von 19 - 9 Uhr geöffnet und 30 Schlafplätze zur Verfügung stellen. Denn die Berliner Stadtmission möchte allen, die Hilfe brauchen und sie annehmen können, eine helfende Hand reichen und dabei die Würde eines jeden Menschen respektieren.

 
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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

9. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

5. Januar 2010

Die Angst vor dem Möglichen

Es ist bereits die zweite Kältewelle in diesem Winter. Schon um 21 Uhr zeigt das Thermometer minus sieben Grad Celsius an. Und es soll noch weiter fallen.

Heute Morgen las ich in der Zeitung von drei im Dezember erfrorenen Menschen in Berlin. Nicht weit draußen in einem Wald oder sonderlich abgelegen, nein, mitten in der Stadt starben sie. In unserer Mitte und doch ganz weit weg von uns.

Mit gemischten Gefühlen steige ich in den Kältebus, die Anspannung sitzt mir im Nacken. Die existentielle Bedeutung unserer Arbeit, der gesamten Kältehilfe, ist mir noch einmal ganz deutlich geworden. Ich weiß, dass wir nicht alles verhindern können. Wir können nicht überall zur gleichen Zeit sein. Und wir müssen darauf vertrauen, geführt zu werden von Gott, damit wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Wir dürfen uns nicht lähmen lassen, sondern müssen dennoch und gerade wegen der Brisanz Entscheidungen treffen.

So gehen wir in dieser Nacht vielen Anrufen nach und suchen die Menschen auf, die draußen leben. Auch die Frau unter der Brücke gehört zu ihnen. Unbedingt möchte ich zu ihr, hatten wir sie doch vor einiger Zeit nicht angetroffen.

Ihr Schlafplatz sieht unordentlich und verlassen aus. Neben einer angelehnten Matratze entdecken wir einen Haufen unter einer 15 Zentimeter dicken Schneedecke. Könnte da ein Mensch liegen? Der Form nach ja. Wir rufen und wissen doch: wenn sie da ist, antwortet sie nicht mehr. Kälte und die herauf kriechende Angst lassen mich erzittern. Es hilft alles nichts, wir müssen nachsehen.

Vorsichtig stupse ich den Haufen an, erst nur ganz leicht, dann stärker. Es verbirgt sich tatsächlich ein Gegenstand darunter. Erschrocken ziehe ich meinen Fuß zurück. Was, wenn unter den Decken tatsächlich ein toter Mensch liegt? Mir graust bei dieser Vorstellung.

Nervös und unter höchster Anspannung heben wir mit einem Stock die Decken hoch: nichts. Nur Gegenstände liegen darunter, kein Mensch. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Schnell gehen wir zum Auto; es ist eiskalt. Nach und nach fällt die Anspannung von mir ab. In der Bahnhofsmission am Zoo trinken wir einen heißen Tee, Wärme und Leben kehren zurück.

- Marie-Therese, ehrenamtliche Beifahrerin im Kältebus

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

8. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

27. Dezember 2009

Clever ist er ja!

Dienstagnacht. Langsam wird es nachts kälter draußen.

Vor einer Notübernachtung, in die wir gerade jemanden gebracht haben, liegt ein junger Mann im Schlafsack. Schon seit ein paar Tagen hat er dort Hausverbot, kommt dennoch jeden Abend dorthin und macht, meistens stark alkoholisiert, Ärger.

Er hat ein Zimmer in einem Wohnheim, doch anstatt dorthin zu fahren, fährt er zur besagten Notübernachtung und fordert uns dann auf, ihn nach Hause zu bringen. Nach langem Überlegen beschließen wir, ihn tatsächlich noch einmal zu seinem Wohnheim zu bringen. Es liegt quasi auf unserer nächsten Route.

Mit einigen anderen Menschen machen wir uns also auf den Weg. Im Auto blüht er auf: „Mach’ mal die Heizung an! Und das Radio lauter!“ Nicht zuletzt die Schokolade, die meine Kollegin austeilt, weckt seine Lebensgeister. So singt er lautstark mit eigenen Texten mit. Schließlich rutscht ihm ein Satz heraus, der uns alles zu sagen scheint: „Ich liebe es, wenn mein Plan aufgeht!“

Meine Kollegin und ich sehen uns an, irritiert, hin- und hergeworfen zwischen Ärger und Lachen. Clever ist er ja!

- Marie-Therese, ehrenamtliche Beifahrerin des Kältebus

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

7. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

25. Dezember 2009

Heiligabend in der Kältehilfe der Berliner Stadtmission

Als sich um 17 Uhr die Türen zum Festsaal des Zentrums am Hauptbahnhof öffneten, standen schon viele Menschen erwartungsvoll vor dem Eingang. Bereits Tage vorher hatten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liebevoll alles vorbereitet: Die festlich gedeckten und mit Weihnachtsgebäck bestückten Tische leuchteten im Glanze silberner Kerzenleuchter und ein riesiger Weihnachtsbaum verkündete: Es ist Heiligabend! Mehr als 250 Gäste waren gekommen – viele von ihnen ohne Wohnung und mit ordentlich Alkohol im Blut, aber auch Familien und Alleinstehende von nah und fern.

„Die Geburt Jesu ist ein Liebesbrief Gottes an die Menschen“, erklärte Diakon Ulrich Neugebauer in der Weihnachtspredigt, „und dieser Brief ist an alle adressiert, deren Leben nicht glatt und erfolgreich verläuft“. Während des Gottesdienstes kam es immer wieder zu Szenenapplaus.

Während die Gäste dann, gesättigt von Gänsekeule mit Rotkohl und Klößen, der musikalischen Darbietung einer hervorragenden Künstlerin lauschten – und später einige von ihnen selber künstlerisch zum Gelingen des Abends beitrugen – machte sich der Kältebus auf den Weg, um das Licht von Weihnachten zu den „Vergessenen“ dieser Gesellschaft zu bringen.

Unser Weg führte uns zuerst zu Thomas und Michaela*, die in einem kleinen Park in Wedding leben. Thomas würde gerne Hilfe in Anspruch nehmen, aber er möchte Michaela nicht im Stich lassen – sie hat Angst vor den Menschen und verlässt den Park nie. Beide freuten sich riesig über den heißen Tee und die Geschenktüten und als wir gemeinsam zu viert „Stille Nacht, Heilige Nacht“ sangen, strahlten sie über das ganze Gesicht.

Viele weihnachtliche Begegnungen hatten wir in dieser Nacht. Zum Beispiel fanden wir in Neukölln im Vorraum einer Bank zwei stark alkoholisierte und arg lädierte Gesellen, die wir in eine Notunterkunft bringen durften, wo sie herzlich aufgenommen wurden. Am Bahnhof Friedrichstraße unterhielten wir uns mit Marek*, der dort seit fast eineinhalb Jahren Tag und Nacht gegen sein politisch erlittenes Unrecht protestiert. Auch die Bahnhofspolizei am Ostbahnhof bekam einen Weihnachtsgruß, denn in den vergangenen Wochen hatten wir immer wieder darüber gestaunt, wie hilfsbereit und besorgt die Mitarbeiter der Berliner Sicherheitskräfte auf die Nöte der Wohnungslosen reagierten. Zu fortgeschrittener Stunde luden wir am Bahnhof Zoo einen Mann ein, dessen Gepäck sich auf das für ihn Wesentliche beschränkte: Alles, was er besaß, war eine Plastiktüte mit 8 Flaschen Bier...

Fast alle Geschenke, die in dieser Nacht vom Kältebus und in der Notübernachtung verteilt wurden, waren von Berliner Schülern gepackt worden. Viele waren mit einem persönlichen Gruß versehen. Die Anteilnahme und Hilfe, die wir in den Tagen und Wochen vor Weihnachten von allen Seiten erfahren haben, hat uns sehr berührt. In der Notübernachtung halfen etwa 30 Ehrenamtliche, damit es den Gästen an nichts fehlte. Auch in der Bahnhofsmission am Zoo und in der City-Station wurde mit Bedürftigen gefeiert. Jesus wurde in die Armut dieser Welt hineingeboren – seine Nähe war in dieser Nacht besonders spürbar.

- Karen Holzinger, Koordinatorin der Kältebus-Arbeit

* Namen von der Redaktion geändert

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E. Sager

6. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

14. Dezember 2009

Nach einem Jahr...

[Anmerkung der Redaktion: Marie-Therese war in der vergangenen Saison unsere hauptamtliche Kältebus-Fahrerin und fährt in dieser Saison einmal wöchentlich ehrenamtlich mit.]

Einmal in der Woche bin auch ich wieder mit dem Kältebus unterwegs. Es macht Spaß, ist ein schönes Gefühl.

In der ersten Zeit suchten wir vor allem die „bekannten Plätze“ auf, schauten, ob und wer dort (noch) ist. Einige sind leer, an anderen Stellen scheint sich nichts verändert zu haben. Ich freue mich, bekannte Gesichter zu sehen, andererseits bin ich enttäuscht – ist denn gar nichts passiert? Sind die Monate einfach so an den Menschen vorüber gegangen?

Da ist zum Beispiel das Pärchen im Park, das wir im vergangenen Winter immer wieder besucht haben. Das immer weiter verwahrloste, ohne dass wir etwas hätten tun können. Noch immer sind sie da, warten noch immer auf ihre Wohnung, darauf, dass sich alles aufklärt. Sie sehen mitgenommen aus. Die 14 Monate auf der Straße sind nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen. Und dennoch, trotz des neuen Winters, schaffen sie es nicht, ihren Platz zu verlassen. In ihrer Realität ist dies nur konsequent, aber ich hatte vor einem Jahr schon die Befürchtung, dass ihre Erwartungen unrealistisch sind. Einmal deutlicher erkenne ich es nun und weiß doch nicht, ob und etwas getan werden kann. Ich fühle mich hilflos, und auch das Hoffen, dass ihre Erwartungen realistischer werden, schwindet.

Dann ist da die Frau unter der Brücke, die wir letztes Jahr intensiv begleitet haben. Sie erkannte uns bei der ersten Begegnung in dieser Saison wieder, ein Stück Offenheit und Vertrauen war noch da. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, hatten wir es uns doch im letzten Winter Stück für Stück erkämpft. Umso mehr freue ich mich darüber und lasse mich davon motivieren.

Ja, es ist gut und richtig, was wir tun. Und wir bleiben dran.

So wecken die ersten Fahrten verschiedenste Erinnerungen und Emotionen und eröffnen zugleich neue Perspektiven. Was diese Saison wohl bringen mag?

- Marie-Therese, Ehrenamtliche der Saison 2009/2010

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Weihnachten mit Wohnungslosen

Ich wünsche allen ein friedliches, frohes und warmes Weihnachtsfest!

Die Berliner Stadtmission feiert auch in diesem Jahr wieder mit ca. 600 Wohnungslosen an verschiedenen Orten in Berlin das Weihnachtsfest. Dank Spenden von Schulklassen und Unternehmen können wir den Wohnungslosen liebevoll gepackte Geschenke übergeben und ein Weihnachtsessen servieren. Mehr als dieses Angebot wiegt aber für viele, dass Sie an diesem besonderen Tag nicht allein sein müssen, sondern in Gemeinschaft den Heiligen Abend feiern können. Für viele unserer Gäste ist die Weihnachtszeit emotional sehr belastend, sie werden an ihre Vergangenheit, an Familie, Ehepartner und Kinder erinnert. Dadurch wird ihnen ihre jetzige Situation umso mehr bewusst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Stadtmission stehen ihnen in dieser schweren Stunde zur Seite.

Natürlich fährt auch der Kältebus an den Weihnachtstagen durch Berlin, um Menschen, die nicht in eine Notunterkunft kommen möchten, mit heißen Getränken und warmen Decken zu versorgen.

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

5. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

7. Dezember 2009

Ein ehrenamtlicher Beifahrer kommt zu Wort

Zu Beginn meiner ersten Nacht als ehrenamtlicher Beifahrer im Kältebus der Berliner Stadtmission wurde ich von einem Reporter von Radio Fritz gefragt, weshalb ich mich für diese Aufgabe freiwillig gemeldet habe.

Gute Frage. Als Leiter eines Seniorenzentrums kann ich sicherlich nicht über Langeweile klagen. Gehört habe ich von der Arbeit des Kältebusses Im Radio Berlin und mich dann spontan für eine Mitarbeit zur Verfügung gestellt. Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr dem Team der Kältehilfe der Berliner Stadtmission angehören darf. Ich halte diese Arbeit für sehr wichtig – überlebenswichtig – und möchte mich persönlich und direkt mit in dieses Projekt einbringen. Entscheidend für mich war und ist aber einzig mein Gefühl! Ich folgte ganz einfach meinem Gefühl und sah im Vorfeld auch keinen Grund dafür, mein Gefühl zu reflektieren oder zu analysieren.

Hätte der Reporter mich nach meiner ersten Nacht nach meinen Gründen gefragt, hätte ich ganz spontan geantwortet: aus Zuneigung! Aus Zuneigung den Menschen gegenüber, denen wir Hilfe anbieten und aus Zuneigung den Menschen gegenüber, die diese Hilfe anbieten.

Ich hatte in meiner ersten Nacht ganz wunderbare Begegnungen mit Menschen, die mich sehr berührt haben. Kältebusfahrer Artur Darga zum Beispiel, ein warmherziger und ehrenwerter Mensch, und die anderen Helfer, denen ich in dieser Nacht in Notübernachtungen und Männerwohnheimen begegnete. Stets empfand ich bei den Helfern eine gute Mischung aus Realismus und Idealismus. Sie hatten nicht immer viele Worte aber stets ein Lächeln und eine warmherzige Zugewandtheit. Diese Zugewandtheit empfand ich bereits während der gemeinsamen Andacht und dem offenen Gebet bei dem gesamten Team der Kälte-Notübernachtung. Ich glaube, ich habe noch nie anderen Menschen beim Beten zugehört – eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und die mich sehr beeindruckt hat.

Ebenso berührend fand ich die Begegnungen mit den Menschen, die auf der Strasse leben und denen ich in dieser Nacht begegnete. Zum Beispiel Erich*: zweifellos ein Mensch, der seine persönlichen, negativen Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht hatte und wahrscheinlich viele Gründe hat, um ihnen mit Misstrauen zu begegnen. Mit diesem Mann zu sprechen, ihm auf Augenhöhe zu begegnen und ihm beim Abschied die Hand zu drücken hat mich sehr bewegt.

Ich glaube – abgesehen von der Kältethematik –, dass dies die wichtigste Aufgabe des Teams ist: Menschen ohne Vorbehalte und mit Respekt zu begegnen und mit ihnen zu sprechen. Ihnen einfach nur das Gefühl zu geben, dass sich jemand für sie interessiert. Oder wie Artur zu Erich sagte: "...ich glaube daran, dass Gott sich noch immer für dich interessiert".

Morgens um halb drei befanden wir uns irgendwo in Spandau und bemerkten am Straßenrand einen älteren Menschen im Jogginganzug, der ganz flott mit seinem Rollator unterwegs war. Als wir ihn ansprachen, erfuhren wir, dass er auf dem Weg ins Männerwohnheim war. Allerdings lag das Wohnheim knapp fünf Kilometer in die Richtung, aus der er gerade kam. Wir packten den Rollator in den Kofferraum und fuhren den rüstigen aber schon etwas erschöpften Senior zurück ins Männerwohnheim.

Oder ein anderer Mann, der zuerst von seinem Diabetes erzählte und danach ausführlich die Umstände schilderte, die ihn auf die Strasse gebracht hatten. Diese Dinge hört und liest man öfter: selbstständig, schlechte Auftragslage, Scheidung, Insolvenz, und dann wohnungslos... bekannte Geschichten. [Anmerkung der Redaktion: In der Regel reichen diese Umstände allein noch nicht aus, um wohnungslos zu werden, sondern es ist meistens eine Suchtkrankheit im Spiel.] Ich denke, es war wichtig, dass diesem Mann nicht nur medizinisch geholfen wurde, er etwas zu essen und zu trinken bekam, sondern auch, dass ihm andere Menschen ohne Vorbehalte zugehört haben und für ihn da gewesen sind.

Mir ist überhaupt aufgefallen, dass die Helfer mehr in der Rolle des Zuhörers sind und die Menschen, denen Hilfe angeboten wird, mehr in der Rolle des Erzählers. Ich denke, das ist auch gut und richtig so.

Ich für meinen Teil wünsche den Helferinnen und Helfern sowie den zu Helfenden in den kommenden Nächten ebenso gute Begegnungen mit Menschen, wie ich sie hatte und, dass alle gut durch den Winter kommen.

- Dirk, ehrenamtlicher Beifahrer im Kältebus

* Name von der Redaktion geändert

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Im Namen der Berliner Wohnungslosen: DANKE!

Herzlichen Dank all denen, die in den letzten Wochen für die Kältehilfe der Berliner Stadtmission gespendet haben. Toll, wie viele Menschen uns in dieser kurzen Zeit unterstützt haben. Mit Hilfe Ihrer Spenden können wir bereits jetzt 15 Notübernachtungen, 16 Paar Winterschuhe und 10 medizinische Erstversorgungen für wohnungslose Menschen in Berlin finanzieren. Das ist uns eine große Hilfe!

Im letzten März haben zwei unserer ehrenamtlichen Helfer in der Notübernachtung geheiratet. Der Kältebus wurde zum Brautauto. Die beiden unermüdlichen Schwaben sind auch in diesem Jahr wieder für mehrere Wochen in Berlin, um uns in der Notübernachtung zu helfen. Was die beiden 75jährigen an Kraft und Energie übrig haben, geben sie an Menschen in Not weiter. Herzlichen Dank auch an Euch!

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

4. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

30. November 2009

Da wo der Mensch nicht kann, kann der Hund

Heute Abend erhielten wir drei Anrufe aufgrund einer hilflosen Person. Unter einem der drei Anrufer war auch ein Polizist. Er wies uns auf eine Frau hin, die am Ku’damm auf dem Bürgersteig lag und sich weder von ihnen noch vom Rettungsdienst ansprechen ließ, und ob wir nicht einmal nach dieser Frau schauen könnten. „Natürlich, dafür sind wir schließlich da!“ sagte ich und war ganz froh, dass ich diesmal eine weibliche Beifahrerin zur Unterstützung an meiner Seite hatte. Ich dachte, von Frau zu Frau müsste sich da doch etwas machen lassen.

In der Mitte der Fußgängerzone sahen wir dann eine Person komplett zugedeckt mit ihrem Mantel im Regen liegen. „Guten Abend, können wir Ihnen vielleicht helfen?“ versuchte meine weibliche Beifahrerin die Person anzusprechen. Nachdem mehrere Versuche die Frau anzusprechen fehlgeschlagen hatten und wir nur ein barsches: „Nein, lasst mich alle in Ruhe!“ ernteten, fiel mir plötzlich Tikwa, meine Hündin, ein. Wir hatten sie im Kältebus dabei. Sie gilt als unser Trostspender und Wärmevermittler und ihr Name kommt aus dem Hebräischen und heißt „Hoffnung“. Wenn das mal nichts zu bedeuten hat! Ohne Hoffnung geht es eben nicht!

Ich schnappte mir also Tikwa aus dem Kältebus und sprach die Frau aufmunternd an: „Kennen Sie schon meinen Hund?“ Langsam und etwas scheu hob sich der Mantel und Tikwa, als wusste sie sofort, was zu tun ist, kroch unter den Mantel zu der Frau und ließ sich umarmen. Augenblicklich wurde das Herz der Frau ganz weich und sie erzählte uns begeistert von ihrem eigenen, bereits verstorbenen Hund. So gelang es uns also schließlich doch noch die Frau zur Notübernachtung zu bringen.

- Artur Darga, Kältebusfahrer

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A. H. verfasst vor mehr als 2 Jahren
Danke Tikwa und danke Euch, daß Ihr hinseht...

E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

3. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

23. November 2009

Alte Bekannte

Diese Woche war für mich teils erfreulich, teils traurig. Erfreulich war, dass ich mehrere alte Freunde zur Notübernachtung bringen durfte und sie mich auch sofort wiedererkannt haben. Traurig war aber in welchem Zustand sie waren. Besonders hervorstechend sind für mich zwei Begegnungen, von denen ich jetzt erzählen möchte, da sie mein Herz zum Weinen gebracht haben.

Am Bahnhof Zoo habe ich Alexander* gefunden und ihn auch gleich umarmt. 2003 war das Jahr in dem ich ihn bei Teen Challenge während der Drogentherapie kennen lernte. Damals war er gesund, freundlich und selbstbewusst. Heute ist er krank, obdachlos und verängstigt. Während ich ihn zur Notübernachtung begleitete, fragte ich ihn besorgt, was denn passiert sei. Alexander erzählte mir, dass die Ärzte bei ihm einen Tumor in Tennisballgröße entdeckt hatten. Weil er mit dieser schweren Diagnose nicht zu recht kam, begann er wieder Drogen zu nehmen. Nachdem er 2004 ins Krankenhaus kam und der Tumor entfernt wurde, begann er unter Epilepsie zu leiden und sein linker Arm wurde gelähmt. Inzwischen nahm er zwar keine Drogen mehr, aber dafür hing er am Alkohol fest. Unter Tränen äußerte er immer wieder seine große Angst vor dem Sterben und dass er nicht verstehe, warum ihm das alles in seinem Leben geschehen sei. Es war schwer für mich zu sehen, dass ich ihm nicht wirklich weiterhelfen konnte – außer, ihn in die Notübernachtung zu bringen.

Meine zweite Begegnung hatte ich mit Waclaw*, einem polnischen Mitbürger. Wir lernten uns im Jahr 2000 in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee kennen. Er war ein echter Bär: etwa 1,90 Meter groß und sehr stark. Nachdem mich die Bahnhofssecurity anrief und mich auf ihn aufmerksam machte, fand ich ihn am U-Bahnhof Schönleinstraße auf einer Bank liegen. Er war völlig durchnässt und verdreckt zum Nicht-Wiedererkennen. Erst nachdem wir schon eine Weile im Gespräch gewesen waren, erkannten wir einander wieder. Waclaw schämte sich sehr für seinen Zustand und sagte zu mir auf Polnisch: „Warum hilfst du mir? Lass mich doch hier einfach sterben, mein Leben hat ohnehin keinen Sinn!“ Das hat mich sehr traurig gemacht. Wir haben ihm dann aber auf die Beine geholfen und ganz langsam, fast tragend zum Kältebus begleitet.

- Artur Darga, Kältebus-Fahrer

*Name von der Redaktion geändert.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

2. Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

16. November 2009

Erste Eindrücke

Die ersten zwei Wochen Kältebuseinsatz sind für mich wie im Fluge vergangen; keine der Nächte kam mir zu lang vor. Im Gegenteil: Ich bedaure, dass ich nicht alles geschafft habe, was ich mir in der kurzen Zeit vorgenommen hatte.

An den ersten beiden Werktagen erklärte mir der ehemalige Kältebusfahrer Thomas* sehr ausführlich und genau die Tätigkeiten und Aufgabenbereiche, die zu einem Kältebusfahrer dazugehören. Anschließend zeigte er mir manche der Berliner Standorte, an denen sich hauptsächlich die Menschen in Not sammeln und aufhalten, so dass wir ihnen auch gleich konkrete Hilfe anbieten konnten.

Das was mich am meisten beeindruckt hat war die besondere Freundlichkeit und Dankbarkeit für unseren Dienst seitens der Polizei und Bahnhofssicherheit. Obwohl ich seit 2003 im Streetwork-Bereich tätig bin, (erst bei Teen Challenge, später bei Neustart e.V.) ist der Kältebuseinsatz für mich ein völlig neues Gebiet mit ebenso neuen Aspekten und Eindrücken. Das fängt beispielweise schon damit an, dass die Menschen nicht in Gruppen zu uns kommen, sondern dass wir die Menschen einzeln aufsuchen. Die Ebene wird dadurch oft unmittelbar sehr persönlich. So entsteht Vertrauen und auf diese Weise ein sehr offenes Gespräch über die eigene Geschichte und darüber, wie der einzelne in seine heutige Situation hineingeraten ist.

Es machte mir große Freude die Menschen nicht nur leiblich zu versorgen mit heißem Tee, Schlafsäcken, Kleidung, etc., sondern auch gemeinsam mit ihnen zu überlegen, wie sie aus ihrer Wohnungslosigkeit wieder herausfinden können. Dann kann ich sie an unsere Sozialarbeiter der Berliner Stadtmission weiterleiten. Besonders positiv aufgefallen ist mir dabei auch, wie vielfältig das Hilfsangebot der Stadtmission ist.

- Artur Darga, Kältebusfahrer 2009/2010

* Name von der Redaktion geändert.

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Tikwa, die Hündin im Kältebusteam

Die Golden Retriever-Hündin Tikwa fährt jede Nacht im Kältebus mit. Als Mitglied des Kältebus-Teams baut sie Brücken zu den Obachlosen und öffnet die Herzen derjenigen, die Menschen nicht mehr vertrauen können. Auf diese Weise kann das Kältebusteam auch zu diesen Menschen Vertrauen aufbauen und sie in eine sichere Unterkunft bringen.Unsere Gäste in der Notübernachtung im Zentrum am Hauptbahnhof dürfen ihre Tiere ebenfalls mitbringen, das ist etwas ganz Besonderes, weil Menschen mit Tieren in den meisten Notunterkünften abgewiesen werden. Natürlich bekommen die vierbeinigen Begleiter bei uns ein warmes Plätzchen neben ihren Herrchen oder Frauchen und etwas zu fressen.

(Ein Foto von Tikwa findet ihr unter den Projektfotos.)

 

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E. Sager (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

E. Sager

Auszug aus dem Kältehilfetagebuch 2009/2010

4. November 2009

Hinter das Äußere schauen

„Nicht schlagen!“, sagt der Mann mit den ungepflegten Haaren, und zuckt dabei ängstlich zusammen, als ich mich ihm nähere. Er hat offensichtlich böse Erfahrungen mit Menschen gemacht. Artur, unser diesjähriger Kältebusfahrer, hat ihm bereits in den Bus geholfen, während ich mich mit einer beeindruckenden älteren Dame unterhalten hatte, die nachts kurz vor drei Uhr vor dem Bahnhof Zoo mit ihrem Rollkoffer in der Kälte stand.

Beide leben auf der Straße. Er, gezeichnet vom jahrelangen massiven Alkoholmissbrauch, kann sich ganz schlecht bewegen und laufen. Sie dagegen ist sehr klar in ihrer Entscheidung, sich der Fremdbestimmung des staatlichen Hilfeangebotes nicht anzuvertrauen, obwohl sie sich so sehnlich eine Einraumwohnung wünscht.

Er kommt mit uns mit.

Sie bleibt, um morgen früh um 6 Uhr Zeitungen zu verkaufen. Davon lebt sie schon seit vielen Jahren. Wir verabschieden uns herzlich voneinander.

Dies sind nur zwei Begegnungen einer ganz normalen Nachtschicht des Kältebusses. Nie wissen wir, auf wen wir treffen werden – und auf wen nicht. Schon an drei Abenden waren wir nach telefonischem Hinweis auf der Suche nach einer Frau, von der wir aber jedes mal nur vollgepackte Einkaufswahren vorgefunden haben.

Jede Nacht ist besonders. Es bewegt mich sehr, wie offen und persönlich viele der nächtlichen Begegnungen sind. Häufig schimmert dann hinter dem Äußeren des Gegenübers derjenige Mensch hindurch, der er oder sie einmal gewesen ist, bevor das Leben ihn so aus der Bahn geworfen hat.

Auch wenn die Meisten, die wir treffen, die Hoffnung für ihr Leben so ziemlich aufgegeben haben, so wollen wir doch für sie hoffen und beten, dass sie noch einmal den Mut und die Kraft bekommen mögen, ihr Leben zu ändern. Gerne unterstützen und begleiten wir sie dabei, nicht nur im Kältebus, sondern auch in der Notübernachtung.

- Karen Holzinger, Koordinatorin der Kältebusarbeit

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