Sehnsucht und Vorfreude
Jetzt bin ich schon seit 2 Monaten wieder in Deutschland, denke aber immer noch jeden Tag, jede Stunde an mein Erlebnis mit Musiker ohne Grenzen in Playas. Ich lese immer wieder die neuen Blogeinträge der zurzeit Aktiven auf http://musikerohnegrenzen.de/ und mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich höre, dass meine Gitarrenschüler wieder einmal bei einem Konzert mitgewirkt haben und große Fortschritte machen.
Als ich mein jetzt zweites Zuhause verlassen musste, war mir schon klar, dass ich wieder zurückkehren würde. Ich bin schon so gespannt, was meine Schüler in der Zeit meiner Abwesenheit gelernt haben. Wie sich die Stadt entwickelt und wie sehr meine Gastgeschwister gewachsen sind. Ich vermisse den Trubel auf den staubigen Straßen, die Ziegen, die durch die Stadt spazieren, die ständig hupenden Autos, den Geruch von Meer, Fisch und frischem Obst und den Anblick großer, strahlender Schüleraugen, die wieder ein neues Lied auf ihrem Instrument spielen können.
Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschafft haben. Immerhin haben wir eine Musikschule aufgebaut! Aber ich sehe auch, dass in dieser kleinen Küstenstadt noch so viel mehr Potenzial steckt. Leider haben wir vor Ort nur wenige Instrumente und Materialien, die man zum Musikmachen eben braucht. Die Gitarren sind verstimmt, weil wir keine Stimmgeräte haben. Fensterbänke, Bücherregale, der Fußboden oder auch Schüler müssen als Notenständer herhalten. Es kommen oft Leute, die sich für ein Instrument anmelden wollen, das wir nicht vor Ort haben und es daher nicht unterrichten können.
Ich werde im Juli wieder nach Ecuador fliegen, um die Musikschule weiterzubringen. Es wäre schön, wenn ich ein frisch gespendetes Instrument oder einfach nur ein Päckchen mit Geigensaiten im Gepäck hätte.