Gegen die Mädchenbeschneidung in Mali!

An aid project by “IAMANEH Schweiz” (B. Kiefer) in Ségou, Mali

1% funded

B. Kiefer (Project Manager)

B. Kiefer
Über 90% der Frauen in Mali sind beschnitten, und eine Mehrheit der Bevölkerung befürwortet nach wie vor Beschneidungspraktiken. In Mali gibt es kein Gesetz, das Beschneidung verbietet. Die Auswirkungen der Beschneidung auf die körperliche und seelische Gesundheit der Frauen sind einschneidend und lebensgefährlich, Folgekomplikationen prägen oft das ganze Leben einer beschnittenen Frau.

Seit dem Jahre 2000 engagiert sich unsere Partnerorganisation SDI gegen die Beschneidung von Mädchen in mittlerweile 35 Dörfern (rund 38'000 Einwohner) in der Region Ségou. Ziel des Projektes ist, Frauen, Männer, Jugendliche, aber auch religiöse Würdenträger, Dorfchefs, Hebammen und Beschneiderinnen über die Gefahren der genitalen Beschneidung für Mädchen und Frauen aufzuklären und eine langfristige Änderung ihrer Haltung zu erreichen.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist die Aufklärungsarbeit in den Projektdörfern. Hierbei werden die Zielgruppen über allgemeine Themen der reproduktiven Gesundheit informiert, aber auch über Genitalbeschneidung und ihre Folgen für Mädchen und Frauen. Aufklärungsarbeit wird in Form von Diskussionsrunden, Video- und Theateraufführungen, Radiosendungen sowie individuelle Besuche kontinuierlich durchgeführt.
In die Aufklärungsarbeit werden auch die Schulen eingebunden. Lehrkräfte, die zu diesem Zweck weitergebildet wurden, bauen die Thematik der Beschneidung in ihren Unterricht ein und lösen so Diskussionen innerhalb der Schulklasse aus.
Aufklärungsarbeit wird ebenfalls an den Gesundheitszentren gemacht: Das Gesundheitspersonal der Gesundheitszentren profitiert von vorgeburtlichen Untersuchungen, um die schwangeren Frauen über Beschneidung und deren Folgekomplikationen zu informieren.

Thematische Weiterbildungen zu reproduktiver Gesundheit und insbesondere Beschneidung und deren Folgen richten sich an Lehrkräfte, Gesundheitspersonal sowie Projektmitarbeiter.

Mit dem Ziel, die wirtschaftliche Situation der Frauen und somit die Lebensbedingungen im Allgemeinen zu verbessern, stehen neben den Bildungsangeboten auch einkommensfördernde Aktivitäten für Frauengruppen auf dem Programm. Als Starthilfe zur Ausübung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten bekommen die Frauengruppen Kleinkredite.

Mädchen, die an Folgekomplikationen der Beschneidung leiden, werden medizinisch betreut. Viele dieser Mädchen leben in der Anonymität, und es ist schwierig, sie zu identifizieren, um ihnen eine Behandlung zu ermöglichen.

Dank des Projekts wird Beschneidung heute in der Region Ségou sehr kritisch betrachtet. 20 der insgesamt 35 von SDI begleiteten Projektdörfern haben sich offiziell gegen Beschneidung ausgesprochen. Begleitkomitees stellen sicher, dass auch tatsächlich keine Beschneidungen mehr durchgeführt werden. Aufklärung und Bewusstseinsbildung führen nach und nach zu einem Umdenken bei der Bevölkerung.

Ende der Projektphase: 31.12.2012

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Location: Ségou, Mali

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Information about the project:

Ask B. Kiefer (Project Manager):

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