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Funded Aktion pro Humanität - Hilfe für hiv+ Kinder

Dogbo, Benin

Funded Aktion pro Humanität - Hilfe für hiv+ Kinder

Dogbo, Benin

Jean erzählt seine Geschichte

B. Schryvers
B. Schryvers wrote on 31-10-2009

Ich lebe im Waisenhaus II der Aktion pro Humanität. Mama Constance ist meine Pflegemutter und ich habe 11 Geschwister - auch alle Waisenkinder wie ich. Man sagt von mir, ich sei ein ganz schön toughes Bürschchen - trotz meiner Aids-Krankheit. Aber es geht mir gut, ich lache viel, spiele mit so vielen Kindern, na ja, und das mit den Medikamenten jeden Tag - das geht auch. Ist zwar nicht toll, aber Mama Elke hat mir gesagt, dass es ganz ganz wichtig für mich ist, sie jeden Tag zu nehmen.


Mama Elke hat mir berichtet, dass ich vor einigen Jahren mit meiner Mutter in die Kinderkrippe von Aktion pro Humanität (APH) gekommen bin. Dort gibt es viele Mütter mit ihren kleinen Kindern. Wir - meine Mutter und ich - waren damals beide fast am Ende. Krank war ich, Fieber, Durchfall und ziemlich dünn - mangelernährt sagen die Erwachsenen. Auch meine Mama war „klapperdürr" damals und hatte ganz dolle Schmerzen im Gesicht, die haben gesagt, es sei eine Gürtelrose. Auch so eine Krankheit kann man bekommen, wenn man Aids hat.


Mama Elke hat mir erzählt, dass meine Mutter eine ganz wunderbare Frau war, sie hätte sich immer nur Sorgen um mich gemacht. Für sie selbst hätte sie nie gebeten, nie hat sie geklagt. Ich vermisse meine Mutter immer noch, viel muss ich an sie denken.


Oft bin ich mit meiner Mutter aus unserem Dorf nach Gohomey gekommen, wenn es einem von uns schlecht ging. In der Obhut der Aktion pro Humanität ging es uns beiden immer schnell wieder besser. An meine Breischüssel durfte hier niemand rühren, hier habe ich immer etwas zu essen bekommen. Aber in unserem Dorf war alles schwer, mein Papa war aidskrank, Sida sagen die Leute immer, er konnte gar nicht mehr arbeiten und das Essen reichte nicht für uns alle. Dann schickte mein Papa mich und meine Mama weg - fort aus unserer Hütte. Die im Dorf kennen das schon, das ist immer so, wenn einer Sida hat, wir sollten zu Oma und Opa gehen, weil Papa ganz krank war. Und ich merke immer ganz deutlich, dass alle Angst haben vor dieser Krankheit. Mein Vater starb wenige Monate später, allein ohne uns. Aber es war ja nicht nur mein Vater, der aidskrank war, sondern auch meine Mutter.


Meine Mutter hat dann Madame Elke darum gebeten, dass ich in Gohomey bleiben darf, wenn sie nicht mehr da ist. Es war ihr ganz ganz wichtig, dass ich in Zukunft gut versorgt bin. Sie wollte es regeln, solange sie noch da war. Mama Elke und die anderen von APH haben den Wunsch meiner Mutter erfüllt, ich konnte bleiben.


Ja und dann kam der schreckliche Tag, an dem meine Mutter starb, das hat bei mir dazu geführt, dass diese komische Krankheit Aids auch bei mir ausgebrochen ist.


In Gohomey, wo ich jetzt mit den anderen Waisenkindern lebe, sind wir insgesamt in den drei Waisernhäusern von Aktion pro Humanität 30 Kinder. Hier kenne ich jetzt alles richtig gut, - nichts ist mir mehr fremd, ich mag hier alle Leute. Nun muss ich jeden Tag, wie Dr. Giselle immer sagt, eine Aids-Tri-Therapie in der Krankenstation der Aktion pro Humanität machen. Dieses Buschkrankenhaus gehört heute zu einem der bedeutendsten Aids-Behandlungszentren in Benin.


Meine Geschichte ist eigentlich eine traurige. Aber meine Geschichte stimmt auch fröhlich, da ich ja in Gohomey ein neues Zuhause ohne meine Eltern gefunden habe. Mir geht es gut, weil ich immer regelmässig meine Medikamente nehme. Und ich habe zwei, die besonders auf mich aufpassen: Mama Constanze, meine Pflegemama, die jeden Tag für mich da ist und Mama Elke, die Ärztin ist und in Deutschland arbeitet, um dort Geld zu sammeln, damit wir hier alle leben können, Medikamente haben und zur Schule gehen können.


Mama Elke sagt immer, dass es in Deutschland Leute gibt, die ihr helfen, damit es uns hier im Projekt „Jardin des Enfants" gut geht. Regelmässiges Essen, drei Mal pro Tag, sauberes Wasser, ordentliche Toiletten und Hygiene-Möglichkeiten, Schutz vor Malaria durch ein Moskitonetz über dem Bett und alle nötigen Medikamente. Heute gehe ich sogar - nachdem die Vorschule fertig ist - in die Grundschule, spreche Französisch und lerne Lesen und Schreiben.

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