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KiMiss: Feindselig-aggressive Elterntrennung - Erkennen, Bestimmen, Handeln

Tübingen, Deutschland

KiMiss: Feindselig-aggressive Elterntrennung - Erkennen, Bestimmen, Handeln

Tübingen, Deutschland

Scheidung am Familiengericht: Lügen nicht verboten

PD Dr. Hans-Peter Dürr
PD Dr. Hans-Peter Dürr schrieb am 16.06.2020
Das ist keine Zukunft für Kinder.

In den KiMiss-Studien 2012 und 2016/17 berichteten viele Eltern, dass sie Verlierer eines familiengerichtlichen Verfahrens sind, das in Teilen auf Unwahrheiten beruhe. Dies habe keine Konsequenzen, im Gegenteil: die 'andere Partei' werde zum 'Gewinner'.

Wenn sich Betroffene hierüber beschweren, wird ihnen gesagt, von Richtern: "Wir sind hier nicht am Strafgericht, sondern am Familiengericht", von Jugendamtsmitarbeitern: "Die Vergangenheit interessiert uns nicht, wir schauen jetzt nach vorne, für uns zählt nur das Kindeswohl!", von Sachverständigen: "... das ist Aufgabe von Gericht und Jugendamt".

Es ist keine Lösung, den Weg in die Zukunft von Kindern auf Lügen zu pflastern. Familiengerichte und Jugendämter verteidigen sich zuweilen, sie seien nicht zuständig für Sachverhaltsermittlung und -aufklärung.

Ein Betroffener schilderte uns Sichtweisen von Rechtsanwälten. Er wollte sich erkundigen, was er dagegen tun könne, dass er von der Ehefrau jahrelang finanziell hintergangen wurde. Der erste Anwalt antwortete ihm: "Herr X, das ist kein Betrug, das ist gelebtes Leben!". Herr X suchte einen 'besseren' Anwalt auf, dieser antwortete: "Herr X, Ehebetrug gibt es nicht, sie wurden nur über den Tisch gezogen!". Der dritte Anwalt antwortete ihm: "Herr X, das ist leider so, damit müssen wir leben".

Nein. Damit sollen Kinder nicht leben müssen.

Das KiMiss-Instrument bewertet anders: Bei feindselig-aggressivem Elternverhalten kommt es auf die Summe an. Kindeswohl ist die Summe dessen, was Kindeswohl-relevant ist und das braucht Sachverhaltsermittlung und -aufklärung. Lügen an Familiengerichten verhöhnen das Wohl der Kinder, über deren Zukunft dort Urteile gefällt werden.

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