Aus dem "Festspielhäusel" Obertsrot ist eine Progr

Ein Hilfsprojekt von „Förderkreis St Erhard Kapelle Obertsrot e.V.“ (Eckehard A. H.) in Gernsbach, Deutschland

Neuigkeiten: Hier informiert Dich der Träger über den Stand der Dinge in diesem Projekt. So kannst Du beurteilen, wie mit den Spenden umgegangen wird.

Eckehard A. H. (verantwortlich), verfasst vor 9 Tagen

Eckehard A. H.

177. Außerhalb der Programmreihe Festspielhäusel: Lyrics & Music Tomawho & Blondie

Zwei Hotzenwälder haben sich der Naturmusik verschrieben. Im Kirchl Obertsrot legten sie vor einem kenntnisreichen Publikum eine Probe ihres Könnens ab. Dieses umfasst wahrlich den ganzen Kosmos von Instrumenten, mit Ausnahme des Klaviers. Dafür mehrere Gitarren, und, wie „Blondie“ Bernd Walloschek, Rockmusiker, Pädagoge und Bandleader aus Herrischried im zweiten Teil beschrieb, ein „Loop“ genanntes Spielzeug (aus ihrem Flyer): „Mit diesem Gerät kann er zu Beginn eines Stückes gespielte Klangfolgen reproduzieren und gleichzeitig dazu etwas Neues spielen.“ So entstand manchmal der Eindruck einer viel größeren Combo.
Sein Partner, „Tomawho“ Michael Rudigier aus Görwihl, verstand es mit echt klingenden Wolfsrufen das erste Stück einzuleiten. In späteren, alle aus eigener Werkstatt stammenden Titeln, verstand er es auch die Stimmen von Milan, Singvogel Rabe und Wal ins Programm zu integrieren. Auch Wind und Wellen wurden mit Instrumenten musikalisch gebannt, zuletzt gar durch Partner Blondie mit eines unglaublich geschickt über die Saiten seiner E-Gitarre gleitenden Akkuschraubers, authentisch dank sinnvoll und gekonnt eingesetzter Technik. Doch die Kunst der Beiden ging weit über diese Naturklangwelt hinaus.
Tomawho, so der indianische Name des Visionärs, Malers, Autors, Musikers und Leiters der Worldmusic-Gruppe Macua – Tomawho & Friends (http://www.macua.de mit Hörproben) bringt außer seinem Gesang, den Tierlauten und seiner Lyrik auch seine profunde Beherrschung von Didgeridoo, Indianerflöten, „Schamanen“-Rahmentrommel und Gitarre zur Geltung. In der Moderation wechselten die Musiker sich ab. Ihre Botschaft haben sie auf einem Flyer zusammengefasst. Die Gesinnung wurde sowohl musikalisch durch die ins Lakota-Indianisch übersetzte und von Tomawho auch Deutsch gesungene Lyrik als auch durch eine musikalisch untermalte Lesung von Julia William vermittelt. Da geht es um den „inneren Adler“ und die „unendliche Weite“ eines Fließens von Freiheit, die der Abhängigkeit, Ablenkung und Manipulation enthoben ist.
Im Tanz der Büffel zeigte sich die Kehrseite der Freiheit, nämlich als die um 1830 noch auf sechzig Millionen Stück geschätzten Bisonherden, deren jagdbare Exemplare von den Prärie-Indianern als ihre Existenz-Grundlage vollständig verwertet wurden, durch die eingewanderten Weißen wegen aller möglichen Einzelnutzungen (außer dem Fell auch als Leder für Treibgurte oder „Zunge blau“ als Delikatesse) im Jahr 1888 auf sechzig Stück dezimiert worden waren. Die heut wieder renaturierten Büffel stellen mit 30.000 frei lebenden Stücken wahrscheinlich die erste Tierart dar, die durch Schutzmaßnahmen gerettet werden konnte.
Tomawho setzte seine Klangkörper diskret und passend zur Lyrik ein. Eine fast mannshohe slowakische Hirtenflöte, Fujara, passte sich dem hauptsächlich Lakota-indianisch inspirierten Euphonion (Schönklangwelt) des Abends an, wie das australische Basshorn (Didgeridoo) mit seinen metallischen Urtönen, wie auch die von „Blondie“ gezupfte, griechische Bouzouki-Mandoline und seine ins Mikro gehaltene Mundharmonika.
„Es geht um Liebe, Hoffnung und Mitgefühl für alles, was im Universum existiert. Diese Gelassenheit eines Adlers beim Fliegen zu erreichen, ist mein Lebensziel geworden…um in der unendlichen Weite des EINEN Herzens dahinzugleiten“ liest man in seinem 2012 publizierten Booklet „Love Lyrics“, so Tomawho‘s Botschaft, die er und sein kongenialer Partner, sich wunderbar ergänzend, harmonisch, musikalisch, naturhaft aber in jeder Hinsicht kunst- und geschmackvoll zum Ausdruck bringen konnten.






Liebe, Hoffnung und Mitgefühl für alles, was im Universum existiert: Einfach mitmachen!

Eckehard A. H. (verantwortlich), verfasst vor 13 Tagen

Eckehard A. H.

176. Anne Frick und Dominik Wagner mit dem Jugendorchester und Karl Nagel, Sonntag, 15. März 2015 im Kirchl Obertsrot

„Alles Mozart“ war eine Verlegenheitserfindung für dieses Konzert, das zuvor schon im Florentiner Saal zu Baden-Baden erklungen war. Sonst kommen die Mozart-Serenaden in drei Folgen erst im Sommer ins Murgtal. Auch für dieses Jahr hat das Jugendorchester am Samstag 13. Juni, Sonntage 26. Juli, 6. September und 4. Oktober das Kirchl in seinen Spielplan aufgenommen. Die Anfangszeiten sind wegen der S-Bahn-Ankünfte auf „Halb“, Sechs oder Sieben gelegt, Genaueres wird rechtzeitig bekannt gegeben. Auch unter der Ägide des am 12. Januar gegründeten Vereins „Kultur im Kirchl Obertsrot“ bleibt die eintrittsfreie Regelung für die Programmreihe Festspielhäusel in Takt, wie der Verantwortliche Eckehard Hilf in seiner Anfangs- und Endansprache mitteilte. Er dankte sowohl dem Jugendorchester für seinen Beitrag zum Bekanntwerden dieser Musik-Bühne als auch dem Publikum für sein „qualifiziertes Zuhören“.
Das Konzert selbst war wieder eine große Feier. Es ist der Jugend und der mit ihr verbundenen Erwachsenen in diesem Klangkörper gelungen, die Musik, gerade in der intimen, immer noch weihevoll anmutenden Atmosphäre der einstigen Dorfkirche zu etwas ganz Persönlichen werden zu lassen.
Dazu trägt auch Karl Nagel bei, der die Leitung des Orchesters seit über einem halben Jahrhundert innehat, und seine Solisten und die besonders hervorzuhebenden Orchestermitglieder in einer offenen, herzgewinnenden Art vorstellt.
Anne Frick fuhr als Kind aus Michelbach schon zur Schule zum Heiligen Grab und den Orchesterproben nach Baden-Baden. Sie zelebrierte nun mit ihrem glockenreinen Ansatz das Konzert für Violine und Orchester A-Dur, KV 216. Hier dauert es mehr als eine Minute bis die Geige solistisch zum Einsatz kommt. Diese Spannung kam durch Fricks sensibles Beginnen in größter Harmonie mit dem Orchester zur Auflösung. Von dem Moment an führte sie, wie immer im Kirchl, hinter dem Rücken des Dirigenten, souverän durch all die kunstvollen und doch so anmutigen Klangfiguren, bis in die meisterlich dargebotenen Kadenzen, die daran denken ließen, wie sie schon im November letzten Jahres ein höchst anspruchsvolles Konzert ganz allein hier bestritten hatte. Auf die orientalischen Momente im dritten Satz wies Karl Nagel besonders hin: Sie hätten schon Anregungen zur Begleitung mit Trommeln und Triangeln ausgelöst. Alles ist möglich bei diesem Ensemble.
In der 6. Sinfonie, KV 43, erlaubte sich Mozart, die Oboen im zweiten Satz durch Flöten zu ersetzen. Auch erfreute der langsame Satz durch seine fein auf die Klangfarbe des Orchesters abgestimmten Pizzicati in den Bass- und Cellostimmen.
Dominik Wagner gehörte schon vor 30 Jahren zum Stamm des Jugendorchesters, worin er damals bereits als Solist aufgetreten war. Bei Prof. Wurlitzer studierte er dann in Würzburg Klarinette. Seine beruflichen Wege lagen dann außerhalb der dargestellten Musik, bis ihn seine Verpflichtung als Nachtchef von Brenner’s Parkhotel in seine Heimatstadt Baden-Baden zurück holte. Hier hat seine Familie als Die Wagners bereits musikalische Auftritte gefeiert, mit der er zusammen am 12. Juli im Kirchl zu hören sein wird. Dieses Mal brachte er mit seiner Wurlitzer A-Klarinette und dem Jugendorchester Mozarts Konzert A-Dur, KV 622, zu Gehör. Im Orchester, am Pult der zweiten Geigen, seine achtjährige Tochter Gloria, wie der Dirigent am Schluss mit Genugtuung bekanntgab. Sie ist seit Silvester 2014 ständiges und an Lebensjahren jüngstes Mitglied der jugendlichen Klangfamilie aus der Kurstadt. Die Soloklarinette ihres Vaters begeisterte durch sein engagiertes und sensibles Spiel, das durch die souverän beherrschten Großintervalle dieses besonders im zweiten Satz sehr alpenländisch klingenden Partien Ferienstimmung aufkommen lässt. Mozart zeigt im dritten Satz in diesem seinem vorletzten Werk, wie schön der Jubel der Musik auch in Moll zum wünschbaren Ausdruck kommen kann, was Wagner mit seinem Spiel gekonnt hörbar werden ließ.
Ein in seiner Länge diesmal einmaliges und wertvoll zusammengestelltes Konzert, das mit Bravo-Rufen unterstützten, lang anhaltenden Beifall bekam. 

Siehe Neuigkeit 173.





Qualifizieren auch Sie sich zum Zuhören in einer der intimsten Musikbühnen!

Eckehard A. H. (verantwortlich), verfasst vor 24 Tagen

Eckehard A. H.

175. BT Murgtal am 6. März 2015: Lieder, die das Leben schreibt Quartett Marenka begeistert Publikum im Kirchl


Gernsbach (eah) - Die Sängerin, Saxofonistin und Violinistin Regina Degado ist die zentrale Figur des vielseitigen Quartetts Marenka, das jetzt zum zweiten Mal im Kirchl zu Gast war. In Obertsrot erfreute die Formation erneut ein hörbereites Publikum, das zum größten Teil erstmals das Baudenkmal auch akustisch erlebte.

In Lyrik gegossene

Lebensweisheit

Die in diversen anderen Bands beheimateten Tobi Zeller (Drums), Michael Heise (Bass) und diesmal Rainer Granzin (Piano) formieren den rockigen, poppigen, souligen, und insbesondere jazzigen Hintergrund zur Band des zweiten Namens von Regina Degado. Sie entstammt einer musizierenden Familie und lernte schon früh, mit Stimme, Geige und Klavier umzugehen, ehe sie mit 17 das Saxofon entdeckte.

Besonders das Sopransaxofon lässt ihre melodisch-rhythmische Fantasie jubilieren und den fürs Kirchl insgesamt etwas zu kompakten, aber souverän gehandhabten Klang ihrer Kombattanten zu einer originalen Einheit verschmelzen.

Die Titel "Und fliegen können wir doch", "Glück" und "Gefunden" zeigten ihre in Lyrik gegossene Lebensweisheit. Degado moderierte zwischen dem Vortrag die Geschichten ihrer Lieder in Klartext, wie das Leben sie schreibt und wie sie sich dazu einstellt. Bei "Grüner Himmel" spielte Degado munter Geige, bei "Nur ein Schritt" blies sie auf dem Saxofon einen Blues dazu, und schließlich wurde der Zuhörer zum "Grenzgängersein" aufgefordert.

Ausflug zum

Rock'n'Roll

Die "Verführung" ging nach der Pause weiter und zeigte die Welt in einem unwirklichen Zauber. Degado wagte in "Platzproblem" auch "einen Ausflug zum Rock'n'Roll". Zu den Kernstücken ihrer poetischen Welt gehört das Lied "Scherbenwind". Mit "Hauptgewinn" wurde der Schluss eingeläutet, ehe die glücklich erschöpfte Song-Poetin dem Publikum für dessen aufmerksames Zuhören dankte.

Als finale Zugabe erklang noch einmal "Wo du bist" mit ihrer Geige, bevor die Gäste gesellig und zufrieden den Abend im Kirchl ausklingen ließen. www. marenka.eu


Poesie und Leben versöhnen und sich mit live Musik verwönen