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Rettet die erste echte Chance ihres Lebens - Haus Madre de Tuparenda

Casa Madre de Tupãrenda, Paraguay, ist ein sozialpädagogisches Projekt zur sozialen Wiedereingliederung und persönlichen Entwicklung für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren nach der Entlassung aus dem Jugendgefängnis.

M. Fischer von Schönstatt-Patres International e.V.Nachricht schreiben

Casa Madre de Tupãrenda ist ein sozialpädagogisches Projekt zur sozialen Wiedereingliederung und persönlichen Entwicklung, das von Fundaprova, einem gemeinnützigen Zusammenschluss von Bügern,  getragen und bisher weitgehend vom Justizministerium Paraguays  finanziert wird. Es richtet sich an Jugendliche, die in staatlichen Justizvollzugsanstalten waren.
Das Justizministerium hat für die letzten acht Monate des Jahres die Gelder streichen müssen. Damit eine zeitweise Schließung verhindert werden kann und die dort betreuten 22 jungen Menschen ihre Chance nicht verlieren, braucht Fundaprova solidarische Hilfe, um diesen Jugendlichen die erste echte Chance ihres Lebens zu erhalten. Konkret verwenden wir die Spenden für die im Mai und Juni notwendigen Zutaten für die Backstube und das Ausbildungsgeld für den ärmsten der 22 Jugendlichen.
Woher kommen diese jugendlichen Straftäter? Aus der ärmsten Schicht Paraguays, aus dysfunktionalen Familien, aus Siedlungen ohne fließend Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Viele von ihnen haben seit ihrem sechsten oder siebten Lebensjahr mutterseelenallein auf der Straße gelebt, weil Väter oder Mütter im Gefängnis waren, im Ausland Arbeit gesucht, andere Verwandte und Großeltern verstorben oder ebenfalls im Gefängnis waren. Eine Schule hat kaum einer von ihnen je besucht, Hunger und Verzweiflung haben sie zum Stehlen verleitet, Drogen das Elend betäubt. Irgendwann sie sie im Jugendgefängnis gelandet. Manche, weil sie tatsächlich ein Handy oder ein Motorrad gestohlen haben. Manche, weil die Polizei sie einfach verwechselt hat und sie erst nach zwei oder drei Jahren Gefängnis einen Prozess bekommen, wenn überhaupt.
Im Jugendgefängnis in Itauguá gibt es einen Priester, P. Pedro Kühlcke, und eine Gruppe von Männern und Frauen, die sich um diese Jugendlichen kümmern. Sie machen das ehrenamtlich: jeden Samstag gibt es einen Imbiss mit Kakao und Keksen und viel Zeit zum Zuhören, Trösten, Aufmuntern.
Irgendwann fällt diesen Menschen auf, wie oft ein Junge, der aus der Haft entlassen wurde, nach kurzer Zeit wieder da ist. Pa'i, Padre, sagte einer, so berichtet P. Pedro, es gibt keine Arbeit für einen wie mich, meine Familie ist nicht da, ich habe auf der Straße geschlafen, und als ich es vor Hunger nicht mehr ausgehalten habe, habe ich ein Handy gestohlen... die Polizei hat mich erwischt, da bin ich wieder.
So entstand die Idee, für junge Männer zwischen 14 und 18 - ein Haus zu bauen, in dem sie Sozialverhalten lernen und eine Ausbildung zum Bäcker, Gärtner und Industrienäher machen - alles Berufe, die dringend gebraucht werden, wo es gute Arbeitsmöglichkeiten gibt. Ein ganzes Netzwerk von Unternehmen wurde gewonnen, wo diese jungen Leute nach dem neunmonatigen Programm zunächst ein Programm machen und dann als feste Arbeitskräfte übernommen werden.
Wenn ein Junge dann bei seiner Abschlussfeier sagt: Ich möchte einmal für meine Kinder der Vater sein, den ich nie hatte,  spürt man, was dieses Projekt  bedeutet.
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