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Home is where your heart is

Clarissa R.
Clarissa R. schrieb am 17.02.2019

“Home is where your heart is” 

“Jeder Weg führt irgendwann zurück in die Heimat“ 

„Zu Hause bist immer nur du“ 

Ihr ahnt vielleicht wovon der folgende Newsletter handelt 😉 

Heute genau vor 6 Monaten bin ich in Costa Rica gelandet. Halbzeit- Bergfest. Ab jetzt wird runtergezählt.. Viele fragen mich: Wie fällt dein Halbzeitfazit aus? Würdest du gerne noch länger bleiben?
     Die Antwort ist gar nicht so leicht, denn wie fasst man mal eben 6 Monate völlig verrückte Monate zusammen? Ich muss zugeben, die letzten zwei Wochen waren hart für mich und ich kann gar nicht mal genau sagen, woran es liegt. Die Hälfte ist rum. Mit dieser Feststellung kamen wohl viele Fragen und Zweifel auf. Hast du deine Ziele bis jetzt erreicht? Reichen weitere 6  Monate, um das zu erreichen, was du dir vorgenommen hast? Ist dein Spanisch so wie es nach 6 Monaten sein sollte? Hast du schon genug Freundschaften geschlossen? Machst du gute Arbeit und was könntest du noch besser machen? Hast du schon deinen Fingerabdruck hinterlassen? Wurden deine Erwartungen erfüllt oder enttäuscht? Hast du schon genug vom Land gesehen? Haben die sechs Monate dich eigentlich verändert? Diese und viele weitere Fragen schwirren zur Zeit in meinem Kopf rum, aber die Frage, die mich nach 6 Monaten am meisten beschäftigt ist: Bist du hier jetzt zu Hause und was bedeutet dieser Begriff eigentlich? .. zu Hause.. 

Eines meiner Ziele bevor ich mich auf den Weg gemacht habe, war es, in Costa Rica ein zweites zu Hause zu finden. Einen Ort, an den man immer zurückkehren kann. Einen Ort, an dem einem immer die Türen offenstehen. Einen Ort, der einem durch und durch vertraut ist. Wenn ich sage: „Ich gehe nach Hause“, denk ich an das kleine Häuschen hinter dem Holztor mit dem blühenden Bouganvillebusch und den Bananenbäumen im Vorgarten. Auf dem Tisch liegen meine Bücher, im Schrank hängen meine Klamotten und meine Zahnbürste liegt auf dem Waschbecken. 
Der Weg zum Bus, die Gerüche, die kaputte Straßen, der Abgasgestank. Alles was vorher so fremd war, ist jetzt völlig vertraut. Das Verhalten der Menschen erscheint mir nicht mehr sonderbar und es stört mich nicht mehr, eine Stunde auf den Bus zu warten, denn irgendwann wird er schon kommen.. Wenn ein Plan nicht funktioniert...Juckt nicht, Pura Vida, machen wir halt spontan was völlig anderes. Ich esse jetzt gerne zweimal am Tag Reis und find Bohnen plötzlich geil. Ich hör jetzt gerne Reggaeton…Wenn ich in die Stadt laufe, treffe ich bekannte Gesichter, die mich anlächeln und meinen Namen sagen. Ich werde zu Menschen nach Hause eingeladen und ich bekomme Besuch. Menschen, die ich vor 2 Monaten nicht mal kannte, nennen mich ihre Freundin. Klingt schon ziemlich nach zu Hause oder? Also was fehlt denn jetzt noch? 

Ich erinnere mich an die Vorfreude, die in ich in den Monaten vor meiner Abreise verspürt habe und an die Traurigkeit an den Tagen direkt vor meiner Abreise: Warum gehst du eigentlich weg? Bist du irgendwie dumm? Du hast hier doch alles. Deine Familie, deinen Partner, deine Freude…Achjaaa, genau die sind es nämlich, die hier fehlen. Für den Großteil von uns ist es wahrscheinlich normal in einer Familie aufzuwachsen- egal wie anstrengend diese manchmal sein kann. Sich auf Menschen verlassen zu können, die einen bedingungslos lieben. Wow, was ein Geschenk. Und jeden Tag, bevor ich das Tor von Hogar de Vida aufschließe, schaue ich den Schriftzug an und es brennen sich fünf Buchstaben in meine Augen. „HOGAR“= zu Hause. Und ich denke an mein zu Hause in Deutschland. Ich sehe das Haus, die Eingangstür, ich gehe rein und der gewohnte Geruch steigt mir in die Nase. Ich sehe jeden Raum vor mir und vermiss mein eigenes Bett. Aber was macht dieses „Haus“ jetzt zu meinem zu Hause. Die von mir gewählte Einrichtung, der Inhalt meines Kühlschranks? 
Wenn ich vor diesem Tor stehe, denke ich vor allem an die Menschen, die ein Haus oder eine Stadt oder gar ein Land zu einem zu Hause machen. Ich denke an mein Elternhaus und krame schöne Kindheitserinnerungen hervor. Und dann weiss ich, was dieses zu Hause so anders macht. Da sind keine Eltern, keine Großeltern, keine Familien.. Da sind nur 3 Häuser für 35 Babies/Kinder. Da sind keine Mamas, da sind nur „Tías“, und schon gar keine Papas. Aber es doch ihr „zu Hause“. Jeder der Mitarbeiter gibt jeden Tag sein Bestes, um den Kindern ein sicheres und liebevolles zu Hause zu geben und trotzdem ist es jeden Tag so offensichtlich was fehlt. Die Kinder und Mitarbeiter*innen sind sich dessen sehr wohl bewusst, was fehlt bzw. wer fehlt. Und während ich im August einfach zurück nach Hause zu meiner Familie kann, hoffen 35 Kinder weiter darauf, irgendwann in eine Familie zu kommen..Boom. 

 

 


Mein soziales Engagement macht mich jeden Tag glücklich. Es gibt Tage, da geh ich schlecht gelaunt zur Arbeit, aber es gab noch keinen Tag, an dem ich schlecht gelaunt nach Hause gekommen bin. Ich liebe Costa Rica, seien es die paradisische Landschaft, die traumhaften Sonnenuntergänge, der Sound der Geckos, wenn es dunkel wird. Mich fasziniert es eine neue Kultur kennenzulernen. Ich würde mich jederzeit noch einmal in das Flugzeug setzen. Ich habe hier so unfassbar viel gelernt und bin dankbar für die vielen neuen Erfahrungen und Abenteuer. Man merkt aber auch, was man zurücklässt und was man schätzt. Was mir fehlt, sind also die „tiefen Verbindungen“. Die Menschen, die auf die man sich schon jahrelang verlässt und noch in ferner Zukunft verlassen kann. Und da kommt mir der Gedanke: Eigentlich gibt’s für dich doch gar kein „Heimweh“, sondern nur „Fernweh“, weil du dir immer das wünscht, was du gerade nicht hast und immer da sein willst, wo du gerade nicht bist. Und gerade deswegen ist es vielleicht nicht schlecht ein zweites zu Hause zu haben, was sich so sehr von dem ersten unterscheidet. 

 

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