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Gefangen im Netz - Schutz für die Walhaie vor Mafia Island

Mafia Island, Kilindoni, Tansania

Gefangen im Netz - Schutz für die Walhaie vor Mafia Island

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Walhaie vor Mafia Island brauchen Schutz. Mit neu entwickelten Multi-Sensor Kamera Tags und einer Drohne soll ihr Verhalten erforscht werden, um effektive Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Die Geräte müssen extra hergestellt werden und sind teuer.

R. Kellner-Stoll von KELLNER & STOLL - STIFTUNG FÜR KLIMA UND UMWELTNachricht schreiben

Mafia Island. Der Name entstammt dem Suahelischen. „Mahali pa afya“ bedeutet „ein wohlbehaltener Wohnort“. Genau diesen stellt die Insel für eine Vielzahl von Meeresorganismen dar, unter ihnen auch der größte Fisch unserer Erde, der Walhai. Walhaie erreichen eine Körperlänge von bis zu 20 Metern und doch ernähren sie sich meist von winzig kleinem Plankton. Zur Nahrungsaufnahme versammeln sich Walhaie saisonal in tropischen Küstengewässern mit besonders hoher Planktondichte.
Mafia Island nimmt dabei weltweit eine besondere Stellung ein, denn die Walhaie verbringen hier das ganze Jahr. Die Tiere, über die wir erstaunlich wenig wissen, lassen sich dort also über einen langen Zeitraum hinweg beobachten und erforschen. Leider stehen Walhaie im Konflikt mit der lokalen Fischerei, da sich sowohl die Haie als auch die Nahrungsfische der Menschen von Plankton ernähren. Es kann zu Bootskollisionen kommen oder Walhaie verfangen sich in den Netzen. So lässt sich auf Mafia Island der exemplarische Konflikt zwischen Mensch und Tier bei der Nutzung des Meeresraums näher beleuchten. 
Warum ist die Erforschung von Walhaien noch von Bedeutung? Walhaie sind akut vom Aussterben bedroht. Sie wurden Anfang 2016 auf der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzunion als stark gefährdet eingestuft. Was wir nicht kennen, können wir auch nicht richtig schützen. Die Wissenslücken stellen ein großes Hindernis dar, um einen effektiven Schutz dieser beeindruckenden Meeresbewohner zu erreichen. Die imposante Eleganz und Friedfertigkeit des Walhaies können dafür sensibilisieren, dass auch Haie erhaltenswert sind und Schutz benötigen. 
Um mehr über die jungen Walhaie vor Mafia Island zu erfahren, plant Jens Paulsen eine Pilotstudie zusammen mit der Marine Megafauna Foundation. Jens hat 2016 seinen Master an der Universität Bremen gemacht und dabei bereits Mafia Islands Walhaie erforscht. Er bedient sich neuester Methoden  und leistet wissenschaftliche Pionierarbeit. „Multi-Sensor Datalogger“, sog. „Tags“, spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit diesen hochspezialisierten Sensoren lassen sich riesige Mengen an komplexen Bewegungsdaten der Walhaie sammeln. Die Tags werden an der Dorsalflosse des Walhais angebracht und durch eine programmierbare Unterwasserkamera vervollständigt. So wird es möglich, den Tagesablauf eines Walhais direkt und aus dessen Blickwinkeln zu verfolgen. Die Rückholrate der Tags soll durch den Einsatz einer umgebauten Flugdrohne deutlich erhöht werden. Zuletzt wird das Team noch eine Methode zur Entnahme von Blutproben entwickeln, die wertvolle Daten zum Energiehaushalt und zum Gesundheitszustand liefern. Abschließend wird daraus ein Computermodell erstellt, um u.a. die Raumnutzung der Tiere und deren Energiehaushalt unter verschiedenen Umweltszenarien zu berechnen. Diese Kenntnisse sind von entscheidender Bedeutung, um Schutzzonen so zu definieren, dass die Tiere innerhalb der geschützten Bereiche ihren Bewegungsspielraum behalten.