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Unterstütze selbstbestimmtes Wohnen für Geflüchtete!

Ein Projekt von Kontaktstelle Wohnen (Zusammen e.V.)
in Leipzig, Deutschland

2020 - geschafft!

H. Bohl
H. Bohl schrieb am 25.01.2021

 Jahresabschlussbericht 2020

Das Jahr 2020 war für uns alle ein Jahr voller Herausforderungen, Sorgen und immer neuen Lösungsansätzen. Wir freuen uns darüber, dass wir als Kontaktstelle Wohnen dieses Jahr hinter uns gebracht haben und trotz aller Hindernisse in der Lage waren, zahlreiche Menschen bei der Wohnungssuche zu unterstützen.

In diesem Jahr war dezentraler Wohnraum wohl wichtiger denn je. Ist damit dieser Tage doch noch mehr verbunden als Menschenwürde und Selbstbestimmung. Auch die gesundheitliche Unversehrtheit von Geflüchteten steht auf dem Spiel, da sie in den Gemeinschaftsunterkünften einem wesentlich höherem Risiko ausgesetzt sind, sich mit Corona zu infizieren, als Menschen, die durch eigenen Wohnraum die Wahl haben, sich zurückzuziehen.

Ein großes Thema war neben der Pandemie die erneut unsichere Förderungslage, die uns sowohl im Frühjahr mit der aufkommenden Corona-Krise als auch zum Jahreswechsel stark beschäftigt hat. Bis zum heutigen Tag ist unsere Förderungssituation für 2021 nicht eindeutig und wir können nur auf einen Förderungsumfang hoffen, der unsere Arbeit im gewohnten Maß ermöglicht.

Darüber hinaus sind wir bestürzt über einige abgelehnte Förderanträge, von denen uns nahestehenden Initiativen wie Bon Courage e.V. (https://boncourage.de/news) oder das Kontaktcafé des AZ Conni (https://www.azconni.de/kontaktcafe/) in Dresden betroffen sind. Die Leerstelle, die nun dort zu entstehen droht, wo Menschen zuvor Beratungs- und Bildungsangebote, Empowerment-, Freizeit- und Begegnungsformate vorfanden, ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel und sollte politisch dringend noch einmal überdacht werden. Wir zeigen uns deshalb solidarisch mit den genannten und anderen Projekten im Bereich zivilgesellschaftliches Engagement für Geflüchtete und rufen hier ausdrücklich dazu auf, diese mit Spenden und anderen Ressourcen zu unterstützen!

Doch es gibt auch gute Nachrichten! Trotz längerer Phasen, in denen wir durch die Corona-Maßnahmen in unserer Arbeit stark eingeschränkt waren, haben wir 2020 viel erreicht:

- Es war uns möglich, 153 Personen in Leipzig und 122 Menschen im Landkreis Leipzig dabei zu unterstützen, eigenen Wohnraum zu beziehen. Das sind insgesamt sogar 9 Personen mehr als 2019.

- 109 Mal ist es uns gelungen, mit Vermieter:innen über einen Mietvertrag für unsere Klient:innen übereinzukommen.

- Wohnungssuchende konnten sich in über 1100 Sprechstunden in Leipzig, Borna, Markranstädt, Grimma und Delitzsch beraten lassen.

- Besonders freuen wir uns, dass wir in 5 Fällen Obdachlosigkeit abwenden oder beenden konnten.

- darüber hinaus haben wir unser Pilotprojekt in Nordsachsen begonnen, wo wir nun ebenfalls Wohnungen vermitteln und Sprechstunden anbieten. Das Angebot wird gut angenommen und wir hoffen, dass wir das Projekt 2021 weiterführen und etablieren können.

Es ist jedoch weiterhin viel zu tun. Derzeit haben bei uns 869 Haushalte Bedarf gemeldet, davon sind 129 Fälle als Härtefälle einzustufen (wegen Schwangerschaft, Obdachlosigkeit, durch Familiennachzug überfüllte Wohnungen oder aus gesundheitlichen Gründen).

Es leben derzeit 1972 Menschen in der Stadt Leipzig in Gemeinschaftsunterkünften davon über 50% bereits länger als 2 Jahre (Stand Juni 2020, Stadt Leipzig).

Belohnt wurde unsere Arbeit im Oktober mit dem startsocial-Preis, der bundesweit Initiativen mit „herausragendem sozialen Engagement“ ehrt (https://startsocial.de/).

Außerdem durften wir uns über eine Förderung von Quartiermeister freuen (https://quartiermeister.org/de/).

Ganz besonders möchten wir uns aber bei Euch bedanken!
Wir konnten durch die Spenden, die über betterplace und unabhängig von betterplace eingegangen sind, unser Spendenziel erreichen und können unsere Arbeit so trotz unsicherer Förderungslage 2021 vorerst fortsetzen.

Mit Eurer Spende habt Ihr eigenen Wohnraum für Geflüchtete unterstützt. Das bedeutet eine Abkehr von Stigmatisierung und Fremdbestimmung und eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und gutes Ankommen in dieser Gesellschaft. Danke!

Eurer Team der Kontaktstelle Wohnen / Zusammen e.V. 



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