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Finanziert Schulbau in Kibera

Ein Projekt von Start Somewhere gemeinnützige GmbH
in Kibera Slum, Kenia

Start Somewhere Jahresrückblick 2020

O. von Malm
O. von Malm schrieb am 29.01.2021
Liebe Freunde und Förderer von Start Somewhere,

wenn man auf das Jahr 2020 zurückblickt, denken die meisten sicherlich an den Start der Corona-Pandemie und deren weitreichende Folgen bis heute. Auch für uns war dieses Jahr nicht einfach, u.a. weil es für uns nicht möglich war, zum Bau der Schule nach Nairobi zu reisen. Aber dennoch blicken wir mit Freude auf dieses Jahr zurück. Denn trotz allem haben wir es geschafft, das erste Gebäude weltweit mit unserem Bausystem und unseren Steinen zu errichten: die zweigeschoßige Schule im Kibera-Slum, das neue Oloo´s Children Centre. Und das sogar im Zeitplan. Darauf sind wir sehr stolz.

Auch neben der Umsetzung des Förderprojektes, dem Bau der Schule, hatten wir alle Hände voll zu tun. Wir konnten schon mehrere kleine Bauprojekte für diverse Kunden umsetzen und die in unserer Manufaktur hergestellten Steine verkaufen. Wir haben die NGO Kounkuey Design Initiative (KDI), mit viel Erfahrung in Bauprojekten für die lokale Bevölkerung vor Ort in Kibera, als Projekt-Partner gewonnen. Schritt für Schritt kommen wir somit unserem gemeinsamen Ziel, die Lebensbedingungen in den Slums zu verbessern, näher.  Dank eurer großzügigen Spenden konnten wir wieder die Schulspeisung an unseren Global One Partnerschulen finanzieren. Trotz der Schulschließungen während des Lockdowns in Kenia konnte die Schulspeisung aufrechterhalten werden. Ohne die täglichen Mahlzeiten an den Schulen hätten viele Kinder keinen Zugang zu regelmäßigem Essen und sauberem Trinkwasser gehabt. Herzlichen Dank an alle Unterstützer. Auch weiterhin sind wir auf Spenden angewiesen, denn es gibt auch neben der Schulspeisung (ca. 10.000 EUR/Jahr) noch weitere Bedarfe, die erfüllt werden müssen. Hierzu zählen u.a. der laufende Betrieb unserer Manufaktur und die Umsetzung weiterer eigener Bauprojekte für die lokale Bevölkerung. Da nun auch die Finanzierung über das Förderprojekt develoPPP wegfällt, freuen wir uns sehr darüber, dass unser Technologiepartner PERI uns mit einer weiteren Finanzierung im Rahmen eines Kooperationsvertrages bis Ende Mai unterstützt.  Wir sind sehr gespannt, wie es nun weiter geht. Der Verkauf der Steine und somit ein schrittweises Erreichen der Unabhängigkeit der Manufaktur von Spenden sowie das Akquirieren und die Umsetzung weiterer Bauprojekte sind nun für 2021 unser großes Ziel. Wir sind schon mit vielen interessierten NGOs und Privatpersonen im Gespräch und haben zahlreiche Angebote samt Visualisierungen erstellt. Wir hoffen sehr, dass mehr daraus wird.



Im Folgenden erfahrt Ihr mehr über unsere Aktivitäten der einzelnen Monate im vergangenen Jahr 2020.

Für eure Unterstützung bedanken sich:
Euer Start Somewhere Team – Kristina, Oliver & Silvia mit dem gesamten Start Somewhere Kenya Team und den Kindern und Lehrern aus Kibera

Januar
Gleich zu Beginn des Jahres finanzieren wir über Spenden die Kosten für das Essen für das 1. Trimester in Höhe von 2.990EUR: täglich zwei Mahlzeiten für 500 SchülerInnen im Alter von 3 – 15 Jahren in der Global One Primary School in Kibera und für die Global One High School.
Zum Jahreswechsel erhalten wir die freudige Nachricht, dass unsere Betonhohlblocksteine in Kenia nun offiziell vom Kenyan Bureau of Standards (KEBS) zertifiziert sind. Ein toller Erfolg
Der zweite Teil unseres ersten richtigen Bauauftrages startet. Auftraggeber ist KDI (Kounkuey Design Initiative) - eine NGO aus Architekten und Bauingenieuren – die gemeinsam mit den Anwohnern benachteiligter Räume Projekte im öffentlichen Raum plant und umsetzt, wie z.B. Gemeinschafts-Einrichtungen, Wasser- und Sanitäranlagen, grüne Infrastruktur und Freiflächen zur Erholung und Bewegung. Bereits im Dezember wurden Teile der sanitären Anlagen für das VUMA Projekt – ein neues Gemeindezentrum in Kibera - erfolgreich mit unseren Steinen errichtet. Das Feedback zu unserem Team und unserem Bausystem war sehr positiv. Oliver erstellt nun auch die Pläne für das VUMA TANK Wall Project. Die Wände für den 20.000 Liter umfassenden Trinkwasser Tank für das neue Gemeindezentrum wird aus unseren Steinen gebaut. Auch hier verläuft alles reibungslos. Das Start Somewhere Team und das Team von KDI arbeiten gut zusammen.



Hauptaugenmerk liegt im Januar auf der Schulplanung. Geplanter Baubeginn der neuen Schule in Kibera ist im April 2020. Oliver arbeitet konzentriert an den Entwürfen für das neue Oloo´s Children Center und optimiert die Baupläne in enger Abstimmung mit den Statikern von LEICHT. Oliver gibt im Rahmen seines Stipendiums an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ein Interview über das Start Somewhere Schulbauprojekt, das über den ÖAW Podcast anzuhören ist.  Es stößt auf großes Interesse und er erhält weitere Mediananfragen.

Am 25.01. findet unsere alljährliche Info-Veranstaltung statt. Wir freuen uns, dass viele Interessierte unserer Einladung zum „Kick-Off in Kibera“ gefolgt sind. Wir berichten über unsere Projektfortschritte und Highlights aus 2019 und bieten einen Ausblick auf 2020. Im Anschluss an den Vortrag ergeben sich bei einem gemeinsamen Abendessen noch viele nette und interessante Gespräche. Eine gelungene Veranstaltung in den Räumen der Alt-Katholischen Gemeinde. Vielen Dank an alle.

Am 28.01. nehmen wir am 2. Afrika-Tag für Unternehmen 2020 der Hochschule Neu-Ulm in Kooperation mit der Bayern Innovativ GmbH teil, an dem die Chancen für Produkte und Dienstleistungen auf afrikanischen Märkten diskutiert werden sollen. Oliver hat die Gelegenheit, Start Somewhere und unser Bausystem im Rahmen eines 5 Minuten-Pitch und einem kleinen Stand zu präsentieren.  Der Tag verläuft sehr erfolgreich und es ergeben sich zahlreiche interessante Kontakte.
Ende des Monats sind weitere 56 Schalungen versandfertig, die hoffentlich schnell in unserer Manufaktur in Kibera eintreffen.



Februar
Im Februar sind die Pläne und das Design für den Schulbau so weit fertig, dass sie an die Statiker übergeben werden können, um die erforderliche Tragwerksplanung durchführen zu können. Dies geschieht in enger Abstimmung mit unserem Projektleiter Lazarus vor Ort.



Da bald die weitern Schalungen in der Manufaktur eintreffen und es dann jede Menge zu tun gibt, können wir noch einen weiteren Mitarbeiter einstellen. Richard Oloo, der schon öfters in der Manufaktur ausgeholfen hat, ist mit dem Produktionsablauf und der Steinherstellung bestens vertraut, so dass wir uns freuen, ihn auch als festen Mitarbeiter einstellen zu können.  Am 19. Februar werden die weiteren 52 Schalungen in der Manufaktur angeliefert. Nun können täglich 57 Steine produziert werden.



Außerdem wird der Wassertank im Community Center in die aus unseren Steinen gebauten Mauern eingesetzt.
 


Am 19.02. ist Oliver zu einer Paneldiskussion in Bonn eingeladen. Veranstalter ist die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung. Die Mitarbeiterin Frau Doerre ist am 2. Afrikatag der Bayern Innovativ GmbH auf unser Bausystem aufmerksam geworden und war gleich so begeistert, dass sie Oliver um die Teilnahme an der Diskussion gebeten hat. Auch hier ergeben sich zahlreiche interessante Kontakte für Start Somewhere. Gleich im Anschluss geht es weiter nach Wien. Dort ist Oliver an die Fachhochschule Wien geladen, um vor den Architekturstudenten einen Vortrag über Start Somewhere und das Bausystem zu halten. Im Anschluss bespricht Oliver mit den Studenten ihre Entwürfe für ein Schulgebäude in Kisumu/ Kenia.Am 25.02. ist Oliver Studiogast im Mittagsmagazin von Ö1 zum Thema „Besser Leben im Slum. Wie zwei Milliarden Menschen in Zukunft leben werden.“ Das Interview kommt gut an, wir erhalten über den Sender und direkt über unsere Homepage Anfragen im Nachgang. Und weitere Interviews folgen, Oliver hat noch einen Termin bei Die Presse und mit einer Journalistin vom ORF.



März
Neben Planungen für die anstehende Reise nach Nairobi für den Start des Schulbaus im April gehen auch die Planungen für das Schulgebäude weiter. Die Baupläne werden nicht nur von unseren Statikern final geprüft, sondern auch vor Ort von den entsprechenden behördlichen Stellen genehmigt. Hier ein einige Visualisierungen aus den finalen Plänen für das neue zweistöckige Schulgebäude für das Oloo´s Children Centre (für 400 Schüler):



Die mds Agenturgruppe erstellt im Auftrag von PERI eine tolle Gebrauchsanweisung für unser Bausystem, ähnlich den IKEA-Bauanleitungen. Wir bekommen das Angebot einer Veröffentlichung zu unserem Stein und Bausystem im Mauerwerkskalender 2020 – DEM Standardwerk für Architekten und Bauingenieure. Eine tolle Chance, die wir natürlich wahrnehmen. Start Somewhere ist nun auch mit einem eigenen Account auf Instagram vertreten https://www.instagram.com/startsomewhere.eu/. Die PR-Agentur TduB aus Hamburg unterstützt uns bei allen Fragen rund um Social Media. Vielen Dank dafür.

Das Team der Hilfsorganisation Moja Kwa Moja – Sei selbst das Projekt e.V. besucht uns in der Manufaktur in Kibera. Im Rahmen ihrer KISUG Initiative möchten sie mit unserem Bausystem ein Vers­ammlungs­gebäude mit Laden­einheiten sowie ein Schulgebäude errichten. Für erste Planungen vermessen wir das dafür vorgesehene Gelände in Kibera.



Ende März können wir den dritten Meilenstein des DEG Förderprojektes erfolgreich beenden. Mit dem Start Corona-Pandemie und dem folgenden Lockdown samt weltweiten Einreiseverboten droht Olivers geplante Reise nach Nairobi zum Baustart und dessen Überwachung zu platzen. Es ist völlig unklar, wie es nun mit dem Schulbau weitergeht und ob wir den geplanten Baubeginn halten können. Auch in Kenia beschließt die Regierung einen landesweiten Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen, so dass auch die Schulen schließen müssen. Die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen für Land und Leute sind nicht absehbar. Die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Krise ist vor allem in den dicht besiedelten Slums wie Kibera eine große Herausforderung. Armut und Hunger werden die schlimmsten Folgen dieser Corona-Krise in Afrika sein, unter der v.a. die Kinder leiden werden.  Die Mehrheit der Kinder in Kibera ist von den Mahlzeiten abhängig, die sie in der Schule erhalten, und durch die Schließung der Schulen haben nun Tausende von Kindern in Kibera (vor allem Waisenkinder) keine garantierte tägliche Mahlzeit mehr. Deshalb beschließen wir mit unserer Partner-NGO Global One, dass wir auch während des Lockdowns wenigstens eine der zwei täglichen Mahlzeiten den 700 Schülern zur Verfügung stellen müssen.



Die Logistik der Essensverteilung ist aufgrund der geltenden Abstandsregelungen nicht ganz einfach, es wird an zwei unterschiedlichen Orten in den Schulen gekocht und die Kinder bringen Gefäße mit und bekommen die Mahlzeit sozusagen ToGo. Zudem haben die Kinder die Möglichkeit, vor dem Essen an Wassertanks ihre Hände mit Seife zu waschen.



Da auch nicht schulinterne Kinder zur Essensausgabe kommen, die man einfach nicht wegschicken kann, und sich zudem die Lebensmittelkosten verdreifacht haben, überweisen wir noch zusätzliche Spenden in Höhe von 2.000 EUR für die Versorgung der Kinder.

April
Damit die Versorgung der Schulkinder auch weiterhin sichergestellt ist, stocken wir unsere Zahlungen für das 2. Trimester auf und überweisen Spenden in Höhe von 4.000 EUR an die Global One Schulen. Auch für unsere Mitarbeiter in der Manufaktur gibt es eine extra Zahlung, eine Art Corona-Soforthilfe, da sich die Lebensmittelpreise in Kenia in Folge des Lockdowns verdreifacht haben. Vielen Dank an alle für die tolle finanzielle Unterstützung.

Unser Team vor Ort darf glücklicherweise trotz Lockdown weiterhin in der Manufaktur arbeiten, so dass die Steinproduktion für das Schulgebäude fortgesetzt werden kann. Zum ersten Mal stellt das Team in Eigenregie farbige Steine her.
 


Außerdem ist nun Zeit, vor unserer Manufaktur endlich ein Büro zu bauen. Zum einen ein dringend benötigter Raum für die administrativen Tätigen und den Empfang von Kunden, zum anderen kann man hier im Kleinen - sozusagen als Testlauf für das Schulgebäude - noch die wichtigsten Techniken üben, wie z.B. Herstellung eines größeren Fundaments, Ringbalken, Stürze, Einbau von Tür und Fenstern und Bau der Zwischendecke.



Nachdem die Schulen in Kibera geschlossen sind, werden wir seitens der Schulleitung des Oloo´s Children Centre und des Ministry of Education gebeten, mit dem Bau der Schule zu beginnen. Also beschließen wir, mit dem Schulbau zu starten, obwohl Oliver nicht selber vor Ort sein kann. Glücklicherweise sind unser Team und vor allem unser Projekteiter Lazarus sind durch die Umsetzung der kleineren Bauprojekte bereits gut geschult und vorbereitet. Um den Schulbau möglichst gut dokumentieren zu können, wird das Team mit einer GoPro Kamera ausgestattet. Per Fotos und Videos kann Oliver von München aus den Baufortschritt „fernüberwachen“.

Das alte Schulgebäude muss nun erst einmal abgerissen und das Gelände für den Bau vorbereitet werden:  Kanäle für das Fundament werden gegraben, die Stahlflechter bereiten die Stahlstreben für Säulen und Ringanker vor.



Mai
Gerade wegen der Corona Pandemie halten wir es für wichtig und sinnvoll, dass der Schulbau beginnt, denn somit können wir einige Handwerker und Hilfsarbeiter aus dem Slum auf der Baustelle beschäftigen und ihnen ein angemessenes Gehalt zahlen, so dass sie ihre Familien weiterhin versorgen können.  Und wir sind froh darüber, dass wir den Ablaufplan unseres Schulbauprojektes voraussichtlich wie geplant einhalten können

Nach dem Abriss der alten Schule und dem Ebnen des Geländes beginnt im Mai endlich der Bau des Erdgeschosses, die erste Phase des Schulbaus. Nach wie vor ist die größte Herausforderung für uns, dass unser Architekt Oliver nicht vor Ort sein kann, um den Bau der Schule zu überwachen. Die ersten wichtigen Schritte, das Gießen des Fundamentes sowie das Legen der ersten Steinreihe, die absolut gerade sein muss, überwacht Oliver per VideoCall.
 


Es funktioniert richtig gut mit dieser Methode, so dass anschließend die Mauern Reihe für Reihe errichtet werden können. Der Bau der Mauern geht mit der Start Somewhere Baumethode tatsächlich 10x so schnell wie mit den sonst in Kenia verwendeten Machine Cut Stones. Das ist ein Erfolg.



Juni
Die Fenster und Türen, die ein lokaler Schweißer aus Kibera anfertigt, werden nun in den Wänden des Erdgeschosses eingesetzt.



Der nächste Schritt ist das Betonieren der Zwischendecke. Die Betonhohlsteine von Start Somewhere ermöglichen gerundete und stufenlose Wandverläufe, um den Grundriss möglichst effizient in die zur Verfügung stehende Baulücke einzupassen. Für die Deckenschalung werden an den Wandverlauf angepasste Schalplatten von lokalen Schreinern angefertigt. Auch der Ringbalken wird von den Stahlflechtern eingepasst, so dass im Anschluss die Zwischendecke betoniert werden kann. Der erste Bauabschnitt ist fertig.



Unser Büro in Deutschland bekommt Verstärkung durch die Praktikantin Sonja. Sie studiert Bauingenieurswesen in München und unterstützt uns in verschiedenen Aufgabenbereichen.

 Juli
Nachdem unsere Mitarbeiter in der Manufaktur ausreichend Steine produziert haben beginnen wir im Juli mit der zweiten Bauphase, dem Bau von Obergeschoss und Dach. Leider kann Oliver auch diesmal die Baustelle nur von München aus „fernüberwachen“, da Covid-19 eine Reise nach Kibera noch immer unmöglich macht. Umso wichtiger sind seine Baupläne und Visulisierungen als Grundlage für einen erfolgreichen und reibungslosen Bauablauf. Durch regelmäßige Video-Telefonate und Besprechungen mit Lazarus, unserem Projektmanager vor Ort, ist Oliver immer auf dem Laufenden. Auch beim Bau des Obergeschosses zeigen sich die Vorteile unseres Bausystems. Das Hochziehen der Wände des OG ging außerordentlich schnell. Diese Baugeschwindigkeit überrascht selbst uns. Nachdem die Arbeiter nun offenbar viel Übung hatten waren nach 2 Tagen bereits 80% der Steine verbaut.



Auch im Juli sind wieder potenzielle Kunden und Interessierte zu Besuch in der Manufaktur und auf der Baustelle. Simon Dixon und seine Mitarbeiter von Kwangu Kwako sind interessiert an unserem Bausystem und einer möglichen Kooperation, da sie ähnliche Ziele verfolgen wie wir und mit ihrem Produkt bezahlbaren und sicheren Wohnraum schaffen möchten.                                                                                                                 
Außerdem kann unser Team eine Delegation von KDI und der nyendo.lernen hand in hand UG, die eine Partnerschule im Kangemi Slum unterstützt, in der Manufaktur begrüßen.

August
Während des Schulbaus haben wir nebenher auch unseren Büroanbau vor der Manufaktur weiter vorangetrieben. Bevor wir mit dem Dach der Schule beginnen, haben wir dadurch die Gelegenheit die Bauabläufe an der Schule wieder erst im Kleinen zu testen, denn auch am Bürogebäude muss der Ringanker noch betoniert und das Dach fertiggestellt werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: jetzt haben wir vor Ort endlich einen kleinen Raum für administrative Tätigkeiten und den Empfang der Kunden.



Nach dem Fertigstellen der Wände im Obergeschoß wird nun auch am Schulgebäude der Ringanker betoniert. Die lokalen Stahlflechter haben die dafür notwendigen Stahlstreben schon vorbereitet. Anschließend kann mit dem Bau des Daches begonnen werden.



September
Während der Schulbau nun fast abgeschlossen ist, beginnt an anderer Stelle bereits ein neues Projekt mit unseren Steinen. Ein Landschaftsprojekt von KDI soll mit unserem System gebaut werden. Es entstehen Sitzgelegenheiten auf dem Gelände der KDI Primary School. Oliver erstellt die Baupläne für die Umsetzung des Projektes und wir liefern die benötigten 720 Steine aus unserer Manufaktur zur KDI-Baustelle.



Bei der Schule werden in der Zwischenzeit noch die notwendigen Arbeiten im Inneren des Gebäudes fertigstellt und die Räumlichkeiten hergerichtet. Die Sanitäranlagen werden installiert, der Estrich verlegt, Türen eingesetzt sowie die Fenster- und Türrahmen gestrichen und vieles mehr.



Oktober
Anfang Oktober ist das weltweit erste Gebäude aus unseren neu entwickelten Betonhohlsteinen bezugsfertig. Im letzten halben Jahr wurden über 7.200 Steine in der eigenen Betonhohl­steinmanufaktur vor Ort gefertigt und im Schulgebäude verbaut. Die Schule bietet nun Platz für 400 Kinder mitten in Kibera.



Zum Glück beschließt die kenianische Regierung, dass Mitte Oktober nun auch die Kinder in Kenia endlich wieder zurück in den Unterricht dürfen. Die Schüler und Lehrer des neuen Oloo`s Children Centre sind begeistert über das neue Gebäude und freuen sich über die bessere Lernumgebung.



Auch in diesem Monat können wir ein weiteres kleines Bauprojekt umsetzen. Die Umzäunung der Global One High School ist sanierungsbedürftig, so dass wir beauftragt werden, eine neue Wand zu bauen. Oliver erstellt hierfür die Pläne, 420 unserer Steine werden verbaut.



November
Nachdem die Förderung durch die DEG im Rahmen des develoPPP Förderprojektes nun Ende Oktober mit Fertigstellung des Schulgebäudes ausgelaufen ist, arbeiten wir darauf hin, dass die Manufaktur in der Zukunft unabhängig von Fördergeldern überleben kann. Wir akquirieren weiterhin neue Bauaufträge und es gibt mehrere Anfragen seitens Organisationen oder Privatpersonen, für die wir Angebote erstellen.

Anfang November bekommen wir einen kleinen Bauauftrag der Schweizer Hilfsorganisation Good Heart Foundation. Für ihre Kid Star Academy planen und bauen wir Stützmauer, Terrasse und Treppen mit 406 unserer Steine. Die Organisation KiCA, Kibera Creative Arts wollen ein eigenes Schulgebäude, das "Kibera Creative Arts Centre", für ihre vielfältigen Kurse, wie z.B. „Girlchild Empowerment“ bauen. Die Kinder im Slum sollen beschäftigt und gefördert werden und die Möglichkeit haben, ihre Talente zu entwickeln. Hierfür erstellen wir erste Visualisierungen und Kostenschätzungen. Ebenso bearbeiten wir Anfragen von Privatpersonen, die ihr Wohnhaus mit unserem Bausystem errichten möchten.



Wir freuen uns, einen weiteren Kooperationsvertrag mit unserem Technologiepartner PERI abschließen zu können. PERI sichert uns in diesem Rahmen eine weitere Finanzierung bis Ende Mai 2021 zu. Hieran geknüpft ist das Erreichen anspruchsvoller Meilensteine Wir sollen u.a. den Beweis liefern, dass unsere Vision und unser „Geschäftsmodell“ realistisch und zukunftsfähig sind, bevor PERI weitere Investitionen z.B. in die industrielle Herstellung von Spritzgussformen tätigt.

Dezember
Mitte Dezember gibt Oliver seinen Zwischenbericht für sein Stipendium bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ab - ein wichtiger Meilenstein für ihn, aber auch für Start Somewhere, denn im Rahmen seiner Dissertation entwickelt er das Bausystem weiter.

Außer­­dem reichen wir unseren finalen Bericht zum Förderprojekt ein. Die Verantwortlichen der DEG zeigen sich sehr zufrieden, so dass das develoPPP Projekt nun auch von offizieller Seite beendet ist. Das ist natürlich ein großer Erfolg für uns und das gesamte Team.                                                                       

Endlich finden wir den perfekten Namen für unsere Betonhohlblocksteine: die Start Somewhere TwistBlocks. Seit Ende Dezember haben die TwistBlocks auch eine eigene Website: http://www.twistblocks.com

Kurz vor Weihnachten erfolgt der zweite Teil des Wandbaus für die Global One High School.



Außerdem überreichen wir unserem Team im Kenia die obligatorischen „Christmas Voucher“. Mit den von Spendengeldern bezahlten Einkaufsgutscheinen können sie sich und ihren Familien Essensvorräte besorgen. Sie freuen sich sehr über diese kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachten. Über die Weihnachtsfeiertage schließt die Manufaktur, so dass das gesamte Team Betriebsurlaub machen und mit viel Power ins neue Jahr starten kann.

Ausblick auf 2021 
Im nächsten Jahr werden wir versuchen, viele Kunden und Bauaufträge zu akquirieren und umzusetzen. Natürlich möchten wir auch eigene Bauprojekte für die lokale Bevölkerung realisieren und durch das Errichten weiterer Manufakturen Verdienstmöglichkeiten schaffen. Somit möchten wir unserer großen Vision Schritt für Schritt näherkommen.



Wir freuen uns auf diese großen Herausforderungen, sind aber auch weiterhin auf eure Unterstützung angewiesen, denn es gibt es viele Bedarfe, die auch weiterhin erfüllt werden müssen: die zwei täglichen Mahlzeiten für 800 Schulkinder im Slum (ca. 10.000 EUR/Jahr), der laufende Betrieb unseres bestehenden Workshops (Miete, Materialkosten, Equipment und Löhne: ca. 1.700 EUR/ pro Monat) und vieles mehr. 

Wir freuen uns auf ein neues spannendes Jahr 2021. Danke, dass Ihr dabei seid!Über Facebook, Instagram und unsere Homepage halten wir euch immer auf dem Laufenden.  

Herzliche Grüße, Euer Start Somewhere Team – Oliver, Kristina & Silvia 
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