Blindsein ist schlimm genug, Suraj braucht Nahrung

Ein Hilfsprojekt von R. Niggemann in Ranidanga und Ghospukur bei Bagdogra, Indien

Neuigkeiten: Hier infomiert Dich der Träger über den Stand der Dinge in diesem Projekt. So kannst Du beurteilen, wie mit den Spenden umgegangen wird.

R. Niggemann (verantwortlich), verfasst vor mehr als 3 Jahren

R. Niggemann

Erneuter Besuch in Indien bei Suraj´s Familie

Früher als geplant bin ich seit November wieder in Indien und habe auch Suraj und seine Familie besucht. Als erstes besorgte ich selbst 8 Pakete Proteinpulver von dem Unterstützergeld das noch zur Verfügung stand, dann besprachen wir erneut den Ziegenkauf. Noch immer bestanden seitens der Familie Bedenken wegen der Infektionskrankheit in der Umgebung. Schließlich beschlossen wir, stattdessen eine junge Kuh anzuschaffen, die ganz in der Nähe zum Verkauf angeboten wurde. Den ursprünglichen Ziegenetat ergänzten wir mit einer privaten Spende und einem kleinen Überschuss aus den Geldern für Suraj´s medizinische Hilfe.

Gesundheitlich ist Suraj´s Zustand jetzt stabil, allerdings mussten wir die Tatsache akzeptieren, dass aufgrund seiner Mehrfachbehinderung eine wesentliche Verbesserung seiner Sprache wahrscheinlich doch nicht möglich sein wird. Enttäuscht war ich allerdings, dass seine Mutter nicht mehr mit ihm zu dem Förderangebot am Freitag geht. Zum Einen schafft sie es nicht mehr, ihn auf dem Gepäckträger des Fahrrads nach Mailanijote zu bringen und der zweite Grund ist ihre neu aufgenommene Arbeit im Teegarten. Aufgrund einer Erkrankung ihres Mannes musste sie im Juni diese Arbeit annehmen, da er nicht in der Lage war seiner Arbeit nachzukommen. Inzwischen ist er allerdings wieder gesund und arbeitet regelmäßig und eigentlich könnte sich die Mutter wieder mehr dem blinden Jungen widmen.

Ich bin derzeit sehr verunsichert, inwieweit ich weitere Gespräche mit der Familie suchen sollte. Einerseits verstehe ich, dass Suraj´s Mutter die finanzielle Lage stabilisieren will und wie wichtig es ihr ist, durch ihren eigenen Beitrag das Familieneinkommen sicherer zu machen, andererseits ist Suraj täglich viele Stunden allein und hat nun kaum noch Chancen gefördert zu werden. Und er hat nicht die Möglichkeit für sich selbst zu sprechen ...

Vielleicht ergibt sich diese Woche die Möglichkeit, durch eine mit der Familie befreundeten  Sozialarbeiterin ganz vorsichtig und mit allem Respekt vor der Eigenständigkeit der Familie dieses Thema zu besprechen und zu versuchen für Suraj´s Bedürfnisse ein besseres Verständniss zu wecken.

Sollte sich bei diesen Gesprächen ergeben, dass die Mutter mit einem besonderen Fahrrad in der Lage wäre, die Förderstunden mit Suraj wieder aufzunehmen, wäre ich gern bereit, mich für die Beschaffung eines solchen Rades hier auf Betterplace für Suraj einzusetzen.

Ich hoffe, dieser Bericht trägt dazu bei, allen bisherigen Unterstützern ein realistisches Bild der vorgefundenen Situation zu übermitteln.

Mit herzlichen Grüßen

Renate Niggemann


R. Niggemann (verantwortlich), verfasst vor fast 4 Jahren

R. Niggemann

Wie geht es weiter mit Suraj?

Liebe Unterstützer und Freunde von Suraj,

am Ende meiner Indienreise möchte ich euch berichten, wie sich die Situation für Suraj entwickelt hat. Nachdem der Bluttest gute Werte ergab und weitere Untersuchungen seine Hörfähigkeit bestätigten, ist nun ein Besuch beim Neurologen geplant. Da in Indien alles seine Zeit braucht, werde ich selbst nicht mehr vor Ort sein, aber eine Sozialarbeiterin versprach, die Mutter dabei zu unterstützen. Durch diesen Kontakt hat Suraj jetzt auch mit einem Förderprogram für blinde Kinder begonnen. Er geht 1x pro Woche für ca. 3 Stunden zu einem speziellen Training, das sehr intensiv durchgeführt werden kann, da nur 2 Kinder in der Gruppe sind. Bei meinem letzten Besuch in der Familie freuten wir uns bereits über erste Spracherfolge.

Das übergebene Proteinpulver (12 Kg) wird nach unseren Berechnungen ca. 8 Monate reichen, d.h. bis November. Danach wird Suraj nochmals die gleiche Menge frisch gekauftes Pulver bekommen, das Geld dafür ist in INDIEN bei einer Kontaktperson hinterlegt, mit der ich bereits einige Jahre vertrauensvoll zusammenarbeite.

Auch das restliche Geld für weitere medizinische Untersuchungen und eventuell benötigte Medikamente liegt dort für Suraj bereit und das Geld für den Kauf der Ziegen ebenfalls. Da die Ziegenerkrankungen in der Umgebung immer noch nicht ganz gestoppt sind, will Suraj´s Mutter noch eine Weile mit der Anschaffung warten.

Die Familie läßt ihren Dank an alle Unterstützer ausrichten und das gebe ich hiermit gern weiter. Danke an euch alle ...

Viele Grüße am letzten Tag in Indien

Renate Niggemann

 

 


R. Niggemann (verantwortlich), verfasst vor fast 4 Jahren

R. Niggemann

Blut okay, Hörtest okay.

Liebe Unterstützer von Suraj, ich freue mich sehr, euch allen mitteilen zu können, dass der Bluttest im Navjeevan Hospital rundum zufriedenstellend ausgefallen ist. Alle Werte sind im normalen Bereich und das Wichtigste ... der Hämoglobinwert ist stabil geblieben. Die Blutübertragung im letzten Jahr war also auf lange Sicht erfolgreich.

Hinsichtlich der anderen Tests gab es leider dauernd Verzögerungen. Diese besonderen Untersuchungen werden nur an bestimmten Wochentagen angeboten und oft fallen diese Termine sehr spontan aus ... was bedeutet, der Patient hat sich auf einen langen Weg gemacht und der Arzt ist nicht erschienen ...

Irgendwie haben wir es nach mehreren Anläufen dann aber doch geschafft, die Untersuchung beim Ohrenarzt und einen Hörtest zu bekommen. Nun steht zumindest fest, dass Suraj fähig ist zu hören.

Dass er so gut wie nicht spricht, hat also andere Gründe. Nach Ansicht des Kinderarztes sind wahrscheinlich seit der Geburt auch geistige Defizite vorhanden. Wir werden also Kontakt zu einer Sozialarbeiterin aufnehmen, um Fördermöglichkeiten für Suraj ausfindig zu machen.

Melde mich in einigen Tagen wieder ...

Viele Grüße

Renate Niggemann