Einen Neuanfang schenken - leben ohne Drogen

Ein Hilfsprojekt von „Susila Dharma - Soziale Dienste e. V.“ (S. Langkamp) in Arraial d'Ajuda, Brasilien

Neuigkeiten: Hier infomiert Dich der Träger über den Stand der Dinge in diesem Projekt. So kannst Du beurteilen, wie mit den Spenden umgegangen wird.

S. Langkamp (verantwortlich), verfasst vor mehr als 2 Jahren

S. Langkamp

Besuch im Projekt - ein Interview

Seit acht Jahren sammelt Stefanie Langkamp ehrenamtlich Spenden für Brasilien. Hauptberuflich setzt sich die Umweltwissenschaftlerin für mehr Klimaschutz in der Politik ein. Sie arbeitet als EU-Klimareferentin beim Deutschen Naturschutzring in Berlin. In diesem Jahr war sie wieder sechs Wochen in Brasilien. Ihre Freundin will wissen, wie es dort war.

Gerade warst du in Brasilien. Mit was für Eindrücken kommst du wieder?

Mit vielen! Eine Reise nach Brasilien ist wie eine Achterbahnfahrt. Man wird mit tausend Eindrücken überschwemmt – alles ist dort anders. Es gibt viel weniger Sicherheit und Stabilität, auch in den Projekten. Wo heute noch alles super läuft, kann es morgen kriseln – und umgekehrt genauso. Für mich bedeutet das immer, dass ich mich in Gelassenheit üben muss. Am meinem ersten Tag in Arraial habe ich mehrere Bekannte getroffen, die vor zwei Jahren ihren Drogenentzug im Casa Dia gemacht haben. Das war schön! Die haben ein neues Leben angefangen. Cleuson arbeitet in einem Klettergarten und ist jetzt viel in der Natur unterwegs. Paulinho hat geheiratet, Tiago hat einen zweiten Sohn bekommen. Ich habe auch wieder ehemalige Straßenkinder getroffen, denen wir geholfen haben. Kinder kann man eigentlich gar nicht mehr sagen, die sind echt groß geworden! Einer ist schon zweifacher Vater und arbeitet bei der Kommunalregierung.

Was konnte mit den Spendengeldern erreicht werden?

Wir haben im letzten Jahr eine Internetverbindung für die Computerwerkstatt und eine Reihe von Workshops finanziert. Im Kinderprojekt Himmelskinder haben wir eine Küche gebaut, das Dach repariert und geholfen, die Miete zu zahlen. Am meisten Geld haben wir für das Drogenrehabilitationszentrum Casa Dia gebraucht, weil wir einen neuen Sitz bauen mussten. Der Vermieter wollte das alte Gebäude zurück, und es gab kein anderes Mietobjekt.

Du bist mit dem Casa Dia zufrieden, machst dir aber trotzdem Sorgen. Warum?

Das neue Gebäude ist noch total prekär, der Außenputz fehlt, in der Küche wird noch auf Feuerholz gekocht. Es tut weh, wenn man weiß, dass der alte Sitz praktisch eine Ferienwohnung war. Zeitweise konnten die Mitarbeiter nicht bezahlt werden. Die Arbeit läuft, aber im Moment fehlt es im Casa Dia eigentlich an allem.

Ich höre raus, du brauchst dringend Spenden. Zu Weihnachten hast du eine Spendenaktion gemacht. Wie ist die gelaufen?

Mehrere Projektpaten haben ihre regelmäßigen Spenden erhöht und es gab viele Einzelspenden. Leider habe ich nicht so viele neue Projektpaten gefunden wie gehofft. Für das Casa Dia haben wir die Zusagen deshalb um 500 Euro gekürzt. Allen die geholfen haben, möchten wir herzlich danken!

Dein Wunsch für das nächste Jahr?

Viele Spenden natürlich! Es gibt noch eine Menge zu tun und die deutschen Spenden sind die einzige verlässliche Finanzierungsquelle für die Projekte. Auch ein paar Euro helfen schon.