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Hilfe für Wohnungslose - Kältehilfe der Berliner Stadtmission

Sommerhilfe - Perspektiven in Perspektivlosigkeit

M. Tjards
M. Tjards schrieb am 20.07.2018

Auf den Straßen Berlins, in den U-Bahnhöfen und in den Parkanlagen sieht man obdachlose Menschen das ganze Jahr über, bei jedem Wetter. Der Wunsch, diese Notsituation der Menschen zu beheben, bewegt viele Passanten. Was aber braucht dieser Mensch wirklich und welche Perspektiven sieht er für sich selbst?

Beim Projekt „Lehrter Plus“, ein Folgeprojekt aus der Saison der Kältehilfe, rücken die Mitarbeiter diese Frage in den Mittelpunkt. Für zehn Wochen kann ein obdachloser Mensch in den Räumen des Projektes wohnen, um in dieser Zeit ein selbst gestecktes Ziel zu erreichen.

Ein obdachloser Mann wurde durch eine Schwester einer Ambulanz für obdachlose Menschen auf das Projekt aufmerksam gemacht. Er hatte seine Heimat verlassen, um der dort herrschenden sozialen Benachteiligung und Unterdrückung zu entfliehen. In Deutschland kam er nicht sehr weit. Die Straße, seine Freunde und Alkohol prägten den Alltag. Bei einer Feier wurde ihm Frostschutzmittel untergemischt, was zu einer schweren Schädigung des Sehnervs führte. Aufgrund dieser Problematik suchte er regelmäßig das medizinische Team der Ambulanz für Obdachlose auf. Über zehn Jahre hinweg lebte er in Deutschland auf der Straße. Er versuchte  mehrmals einen kalten Entzug. Er lebte in ständiger Angst vor einer Polizei-Kontrolle, da er keinen Pass mehr besaß. An die Mitarbeitenden des Lehrter Plus Projekts kam er, weil er dringend einen neuen Pass benötigte. An dieses Anliegen knüpften die Mitarbeitenden an und in einem ersten Gespräch wurde der Pass ein erstes Ziel. Er äußerte ebenfalls den Wunsch nicht wieder auf die Straße zurückkehren zu müssen. 


Gespräch für Gespräch und Schritt für Schritt wurde an diesen Zielen gearbeitet. Schließlich erhielt der Teilnehmer des Projektes einen neuen Pass und konnte sich sogar eine Therapie in einer suchttherapeutischen Einrichtung vorstellen.  Der Pass ist das Fundament für alle weiteren Schritte: eine eigene Wohnung, die Vermittlung zu einem Job und vieles mehr.....


Die Freude bei den Verantwortlichen ist jedes Mal groß, wenn ein Mensch neue Hoffnung für sein Leben schöpft und Schritte geht. Bis auf 2  Teilnehmer, haben alle im Durchlauf  im Jahr 2018 ihre Ziele erreicht und darüber hinaus weitere Perspektiven mit den Sozialarbeiter*innen erarbeitet.


In 10 Wochen wieder spüren, was es heißt, nicht auf der Straße zu leben. Viele entwickeln schon nach kurzer Zeit das Bedürfnis nicht wieder auf die Straße zurück kehren zu wollen.

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