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Ernährungssicherheit für indigene Gemeinden in den bolivianischen Anden

Ein Projekt von Aktion Sodis e.V
in Micani, Bolivien

In Micani, wo der Klimawandel schon heute Landflucht aus Perspektivlosigkeit zur Folge hat, wollen wir mit unserem Projekt „Ernährungssicherheit“ die Basis legen für resiliente Ernährungssysteme und nachhaltige Landwirtschaft.

Christop N.
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Über das Projekt

Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor nie dagewesene Herausforderungen mit verheerenden Folgen für die Ernährungssicherheit weltweit. In Micani führen lange Trockenperioden, plötzliche Starkregen und Ernteausfälle schon heute zu teils prekären Ernährungssituationen und Landflucht. Deshalb wollen wir mit unserem Projekt „Ernährungssicherheit“ die Basis legen für resiliente Ernährungssysteme und nachhaltige Landwirtschaft - um der bolivianischen Landbevölkerung auch in Zukunft die Lebensgrundlage in ihrer Heimat zu erhalten und die Ernährungssituation zu verbessern.

Mit den jetzigen und zukünftigen Problemen der Lebensmittelversorgung in Micani im Hinterkopf, entwickelten wir 2017 gemeinsam mit einer bolivianischen Berufsschule wassersparende Bewässerungsanlagen für Dorfschulgärten. Angepasst auf die extremen klimatischen Anforderungen sollten die neuen Gärten mit regengespeisten saisonalen Wasserspeichern, effizienter Tröpfchenbewässerung und regional typischer Fruchtwechselwirtschaft eine gesunde Lebensmittelvielfalt schaffen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in vier Dorfschulen, wurde das Projekt auf alle 16 Dorfschulen der Region ausgeweitet. Neben Bau und Implementierung der Technologien liegt der Projektfokus auf dem Wissenstransfer: nicht nur die Benutzung und Wartung der Bewässerungsanlage, sondern auch der Umgang mit den Lebensmitteln und die Prinzipien einer ausgewogenen Ernährung sind Inhalte der Schulungen für Lehrer:innen, Schüler:innen, Schulköchinnen und Dorfbewohner:innen. Durch die Bedeutung der Dorfschulen kann so ein „Leuchtturmeffekt“ für die ganze Region erreicht werden.
 
Aufgrund der Höhenlage einzelner Dörfer und somit kälteren klimatischen Bedingungen ist der Anbau von Gemüse im Freien erschwert. Deshalb werden zusätzlich zur Einrichtung der Tröpfchenbewässerungsanlagen in sechs der 16 Dorfschulen Gewächshäuser, sogenannte „Carpas Solares“, errichtet.  Drei Gewächshäuser konnten bereits 2021 fertiggestellt werden, drei weitere sind für 2022 geplant. 
 
Da das Projekt generell auf großes Interesse stößt, werden ab 2022 Angebote für ganze Familien geschaffen, nicht mehr nur für Dorfschulen. Die flächendeckende Verbreitung von Technologien und Wissen wird ermöglicht. Alle am Projekt teilnehmenden Familien erlangen Grundwissen über ausgewogene Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft. Zusätzlich werden Familien finanziell dabei unterstützt, die Infrastruktur ihres familiären Gartens aufzubauen bzw. auszubauen. Da die Familien über unterschiedliche Bedingungen vor Ort und Vorkenntnisse verfügen, soll jede Familie an ihrem Ausgangspunkt abgeholt werden. Familien sollen aktiv einbezogen werden und ihren Familiengarten als ihr individuelles Projekt sehen, das es (mit Unterstützung) selbst zu managen gilt.
 
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Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen für die weltweite Ernährungssicherheit dar: 
 
 Es ist an der Zeit, gegenzusteuern!