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Teach First Deutschland

wird verwaltet von L. Siemund (Kommunikation)

Über uns

Was wäre eine Welt, in der jedes Kind die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg verlässt? Es wäre eine bessere Welt. Auch in Deutschland ist dies noch keine Selbstverständlichkeit! Wo Du herkommst bestimmt auch hier immer noch maßgeblich über Deine Aufstiegschance. Das müssen wir ändern! Deshalb setzen wir von Teach First Deutschland uns an Schulen in sozialen Brennpunkten für bessere Chancen von Schülerinnen und Schüler mit schlechten Startbedingungen ein.

Was wir tun: Wir gewinnen die führenden Köpfe von morgen für die Probleme von heute! Zwei Jahre arbeiten Hochschulabsolventen als Fellows (zusätzliche Lehrkräfte auf Zeit) an Schulen in sozialen Brennpunkten. Sie unterstützen im Unterricht und im Nachmittagsunterricht. Dabei fördern sie ihre Schülerinnen und Schüler fachlich und persönlich (insb. über das Angebot eigener Projekte). Zuerst verhelfen sie Schülern zu einem Schulabschluss, danach verhelfen sie Deutschland zu einem besseren Bildungssystem!

Unsere Fellows arbeiten als Sprachlehrer, als zusätzliche Lehrkräfte und als Fachexperten.

Letzte Projektneuigkeit

Latest news

„Auf andere eingehen funktioniert auf jeder Sprache!“

  L. Siemund  20. Juni 2018 um 09:31 Uhr

#DiversitybeiTFD aus Fellow-Perspektive – Fellow Georgina berichtet von ihren Eindrücken vom 2. Diversity Day an ihrer Hamburger Stadtteilschule.

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10 – 9 – 8 – 7 – … laut und deutlich zählt Mohsen runter bis zur Eins. So lange haben die anderen Kinder nämlich Zeit, Gefühle mit bunten Farben auf ein riesiges Segeltuch zu malen. Wie das geht? Mit ein bisschen Fantasie!

Die brauchen die 60 Kinder aus der 6. Klasse heute, denn es ist der 2. Diversity Day unserer Schule. Mohsen und andere Schülerinnen und Schüler aus den Willkommensklassen assistieren der Workshop-Leitung Ombeni Ngonyani, damit die große Gruppe alle Aufgaben gut lösen kann: über gemeinsame Werte reflektieren, malen und ausschneiden und am Ende gab es sogar ein Yoga-Rate-Spiel. Und als ob das nicht schon besonders genug wäre: die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklassen, die aufgrund von Sprachbarrieren normalerweise oft auf Hilfe angewiesen sind, nehmen in diesem Workshop die helfende Rolle ein. Hier zeigen sie, wie gut sie Kindern bei den kreativen Aufgaben helfen können. Da ist es auch egal, wie gut das mit der deutschen Sprache klappt – auf andere eingehen funktioniert auf jeder Sprache!

Videolesung mit YouTube-Star und Autor Firas Alshater

So beginnt der Tag, der eine ganz besondere Atmosphäre hat. Nachdem Mohsen und seine Mitschülerinnen und Mitschüler den Kindern der 6. Klassen geholfen haben, findet in der Aula gemeinsam mit dem 9. Jahrgang eine Videolesung von Firas Alshater statt. Der YouTube-Star und Autor von „Ich komm auf Deutschland zu“ liest einige Highlights aus seinem Buch vor und stellt seinen YouTube-Kanal „Zukar“ vor. Dort erklärt er den Deutschen, was typisch deutsch ist und wie Integration funktionieren kann. Als Firas dann sein persönliches Filmmaterial aus schwierigen Momenten in Syrien zeigt, staunen Mohsen und die 100 anderen Schülerinnen und Schüler nicht schlecht: Wenn solche Dinge in der Schule gezeigt und angesprochen werden, ist das etwas Besonderes. Firas‘ Show löst also etwas sehr Wichtiges aus: den Austausch über Dinge, die im Schulalltag nicht immer einen Raum finden. Was passiert in der Welt? Was hat das mit uns zu tun? Wie kann die Zukunft aussehen? Und obwohl das alles sehr große Fragen sind, erreichen sie die Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe: Nach einem Riesen-Aula-Selfie wählt Firas die Schlussworte „Free Hugs, Leute!“ und viele stürmen nach vorne zur Bühne. Er erreicht etwas sehr Wichtiges: Die Neugier auf die Geschichte anderer Menschen, den Wunsch sie etwas besser kennenzulernen. Denn letztendlich kann ein Selfie mit jedem cool werden – egal, wo er herkommt!

Kunstausstellung zu Themen wie Identität und antimuslimische Diskriminierung

Parallel dazu besuchen viele Klassen die eigens angemietete Kunstausstellung der deutsch-tunesischen Illustratorin Soufeina Hamed. Sie verarbeitet Themen wie Identität und antimuslimische Diskriminierung in Comics, in denen die Heldin ein Mädchen mit Kopftuch ist. Hier findet sich die ein oder andere Schülerin wieder, insbesondere bei Bildern, die Alltagssituationen zeigen. Zum Beispiel das Bild einer Oma, die einen in der U-Bahn unentwegt anstarrt, nur weil man ein Kopftuch trägt. Oder das Bild des Kassierers, der einen für sein gutes Deutsch lobt. Und dann gibt es da noch ein Bild mit einer Gedankenblase: die ewige Frage, welches Land das echte Zuhause ist. Ist es Deutschland? Oder das Land, in dem Opa und Oma leben? Für Jugendliche, die zwischen Kulturen aufwachsen, ist die Beschäftigung mit der eigenen Identitätsbildung sehr wichtig. Heute können sie in Gesprächen im Klassenraum viele Gedanken dazu teilen.

Und als Mohsen und seine Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Willkommensklasse ein paar Tage später die gleiche Ausstellung besuchen, findet auch er sich in einem der Werke wieder: „Gucken Sie mal, in dem Bild ist die Flagge von ISIS! Und die Frau da erklärt, dass sie nichts mit denen zutun hat. Das ist wirklich so, ISIS macht unsere Religion so schlecht und sie lügen!“. Mohsens Mitschülerinnen und Mitschüler kommen und schauen sich das Bild auch an. Nach Schulschluss sind sie noch lange dort geblieben und haben geredet.

Vielfalt funktioniert. Wir müssen nur zuhören. 

Die verschiedenen Angebote dieses Tages haben in viele Bereiche der Schule gewirkt und sollten zwei Dinge zeigen. 

Erstens: Vielfältige Stimmen und Meinungen sind ein wichtiger Teil einer demokratischen Gesellschaft. Egal in welchem Alter, während welcher Tätigkeit und mit welchem Hintergrund: wir alle haben Vorstellungen, was es bedeutet, im Guten miteinander zu leben. Diese Ideen auszudrücken und mit anderen weiterzuentwickeln, muss auf verschiedene Weisen geschehen: beim Sport, Spielen, Lernen, Malen oder auch beim YouTube-Videos drehen können wir der Thematik den Druck nehmen. Nur wenn wir die Idee eines gemeinsamen Miteinanders in jeden unserer Lebensbereiche bringen, kann jede und jeder daran teilhaben. 

Zweitens: In politisch herausfordernden Zeiten, in denen Unterschiede statt Gemeinsamkeiten unterstrichen werden und die öffentliche Abwertung von Menschengruppen zur Routine wird, ist es umso wichtiger, dass wir die Menschen zu Wort kommen lassen, die in einem bunten Umfeld groß geworden sind. Fragen wir doch mal die Jugendlichen an unserer Schule – genau sie wachsen zwischen vielen, verschiedenen Lebensstilen auf. Ihre Klassenzimmer sind so bunt wie noch nie in der deutschen Geschichte. Sie können uns genau sagen, ob diese Unterschiede sie wirklich bremsen und eine gute Zukunft aussichtslos machen. 

Vielleicht werden sie uns aber sagen, dass Lernen, Arbeit und Leben auch mit oder gerade durch Vielfalt funktioniert. Wir müssen nur zuhören. Und wir müssen sie feiern: die Vielfalt unserer Schule, unserer Stadt und unserer Gesellschaft! 


Autorin: Georgina ist Fellow der Klasse 2017 und an einer Hamburger Stadtteilschule im Einsatz. 



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