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„Sie wollen einfach nur beachtet werden“

J. Köttig
J. Köttig schrieb am 14.11.2016

Wenn ich in dieser kalten Jahreszeit zurückdenke an meine Pilgerfahrt, dann denke ich vor allem an die Menschen, die ich getroffen habe.

Eine Begegnung ist mir da besonders im Gedächtnis geblieben:

Auf dem Rückweg durch die Schweiz traf ich, nach einer Nacht in der wilden Natur, in einem Dorf im Jura-Gebirge  auf eine Frau, die mich direkt ansprach. Während ich an einer Quelle mein Wasser auffüllte, das so sauber war, dass man den Boden klar erkennen konnte. Wir  kamen  ins Gespräch, auch wenn sie nur Französisch sprach. Mit Händen und Füßen gab sie mir zu verstehen, dass sie mich gern zum Kaffee einladen möchte.

Bei ihr Zuhause angekommen nahm sie ihr Telefon und  wählte, kurz nach meinen  ersten Bissen in ihren leckeren Kuchen, eine Nummer. Am anderen Ende ertönte eine freundliche Stimme, die zum Glück deutsch sprach. Es stellte sich heraus, dass es ihre Nichte war. Sie hatte 2009 über die Obdachlosenarbeit in Berlin ihre Bachelorarbeit geschrieben, natürlich bei der Berliner Stadtmission.

Auch mit ihr traf ich mich und sie lud mich zu ihrer Familie zum Essen ein.

Eine solche  Gastfreundschaft ist für mich keine Selbstverständlichkeit. Einen fremden Mann, den man gerade erst auf der Straße getroffen hat,  so nah an die Familie heran zu führen. Das ist das Gefühl,  das ich auch aus der BSM kenne:  Familie.  Etwas, das ich vorher nicht kannte wurde mir hier beigebracht. 

Einsamkeit, das war schon eher das Gefühl, das mir während meiner Pilgerfahrt bekannt vorkam. Wenn ich nun in der Vorweihnachtszeit auf den Straßen Berlins unterwegs bin, sehe ich wieder die vielen obdachlosen Menschen und fühle diese Einsamkeit. Sie haben niemanden und werden kaum beachtet. Menschen, die an ihnen vorbeigehen, sehen sie nicht oder sind häufig zu hilflos,  ihnen zu helfen. Sie zucken mit den Schultern, überlegen vielleicht kurz und gehen dann weiter. Es macht mich traurig, das zu sehen. Vielleicht denken Sie „mir passiert das nicht“ oder haben Berührungsangst und überlegen, wie sie auf den Menschen, der dort auf dem kalten Boden sitzt, zugehen können.

Aus meiner Arbeit habe ich gelernt: „ Es sind genauso Menschen wie ich, die wollen auch nur beachtet werden.“ Manchmal reicht ein Lächeln.

Umso mehr wird mir in meiner Arbeit klar, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen,  und während meiner Pilgerfahrt ist mir auch klar geworden, wie viele Menschen offene Ohren für die Geschichtenund Interesse an unserer Arbeit haben.

Nächstes Jahr geht es weiter. Nächstes Jahr werde ich die letzten 1000km fahren bis zum Ziel. Und wieder werde ich den Menschen davon erzählen. Ich werde Ihnen die Geschichten von den obdachlosen Menschen erzählen, die mal Manager waren oder bekannte Nationalspieler und tief gefallen sind. Ich werde zu Spenden aufrufen, um weiterhin das Pflegezimmer und die Obdachlosenarbeit zu fördern