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Lauf für Flüchtlinge - Von der Niete zum Marathon

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Ein falscher Schritt – und schon wird es wieder spannend

R. Korbmann
R. Korbmann schrieb am 05.10.2016

Wer glaubt, die Vorbereitung auf einen Marathon oder Halbmarathon sei eine langweilige Routine, irrt gewaltig. Zumindest wenn die betroffene Person das achte Lebensjahrzehnt begonnen hat und dabei fast sieben Jahrzehnte absolut unsportlich war – wie zum Beispiel ich.

Über die „Kinderkrankheiten“ zu Beginn des Trainings habe ich bereits berichtet. Doch jetzt in meinem „Trainingslager“ in Südfrankreich gab es einen Querschläger, der plötzlich das ganze Projekt in Frage stellte: Es war ein wunderschöner Morgen, mit 17 Grad gerade die richtige Lauftemperatur, am Mittag sollte es über 30 Grad heiß werden. Daher früh aufgestanden, ordentlich gefrühstückt und um 7:00 Uhr zu einem mittellangen Tempolauf gestartet: 11,2 Kilometer. Und es lief prächtig. Die Zwischenzeiten zeigten Superwerte, ohne dass ich mich besonders verausgaben musste. Doch dann kam ein einziger verhängnisvoller Schritt – zwei Kilometer vor dem Ziel, auf glatter Strecke mit ebenem Untergrund: plötzlich ein stechender Schmerz in der linken Hüfte. 

Nicht schlimm, noch auszuhalten, dachte ich, also lief ich in gutem Tempo weiter. Zu Hause die übliche Behandlung mit Schmerzgel und Ruhe. Zwei Tage später tat die Hüfte aber immer noch weh. Ein Versuch, langsam eine kurze Strecke „spazieren zu gehen“ scheiterte. Das gleiche zwei Tage später. Und noch einmal, und noch einmal.

All das vier Wochen vor dem großen Tag: dem 9. Oktober, wo ich zum Halbmarathon des „München-Marathon“ angemeldet bin. Der Rückflug nach München war ohnehin geplant. Schon vorher einen Termin mit meinem Orthopäden vereinbart, gleich am nächsten Tag. Das Ergebnis der Untersuchung war ernüchternd: Muskeleinriss im Beckenmuskel mit Einblutungen. Die Anweisung des Arztes ebenso strikt: Trainingsstopp. Ist dies das Aus? Ob ich nächstes Jahr, mit 71, noch fit genug bin für den Halbmarathon, ganz zu schweigen ob ich mir die ganzen Trainingstrapazen noch einmal antun will? Das klassische Dilemma: Ich möchte unbedingt am 9. Oktober dieses Jahres den Halbmarathon walken! Auf der anderen Seite galt für mich von Anfang an der Grundsatz: Ich will dabei auf keinen Fall etwas an meinem Körper kaputt machen.

Nach langen Beratungen haben der Arzt und ich schließlich zu einem Modus operandi gefunden. Fazit: Es bleibt spannend. Ich darf alles tun, was nicht weh tut, er hilft mit homöopathischen Spritzen und entzündungshemmendem Gel, die Heilung des Muskels so schnell wie möglich voranzutreiben. Ob das reicht, den Halbmarathon in wenigen Tagen durchzustehen? Niemand weiß es. Ich will es versuchen. Und seitdem ich bei Spiegel online gelesen habe, dass mehr als ein Viertel der Marathonläufer in Deutschland routinemäßig vor dem Lauf Schmerztabletten nehmen, sehe ich noch eine weitere mögliche Notfalllösung.

Es bleibt spannend bis zur letzten Sekunde. Inzwischen walke ich wieder, ständig in die Hüfte hineinhörend, ob es schmerzt. Wenn, dann schalte ich einen Gang zurück. Das Tempo ist natürlich längst nicht wettkampffähig. Aber die Muskeln werden beansprucht (im Alter verliert man sehr schnell die Kraft wieder, die man mühsam aufgebaut hat.) Jeden zweiten Tag stretche ich die Muskeln. damit sie gut und schmerzfrei funktionieren, auch dabei ständig achtsam, dass der Beckenmuskel nicht beansprucht wird. All das in den letzten Trainingstagen, denn kurz vor dem Wettkampf heißt es erst einmal: Ruhen, lockern und die Muskeln pflegen, damit sie für den 9. Oktober so gut wie möglich einsatzbereit sind.

Und mit der zunehmenden Spannung wächst die Spendenbereitschaft von Bekannten, Freunden, Partnern und anderen. Als ich meinem Orthopäden erzählte, dass ich mit meinem Lauf Geld für das Flüchtlingsprojekt Bloggerschule sammle, war er so begeistert, dass er seinem Team davon erzählte. Seine Arzthelferin zog gleich einen 50-Euro-Schein aus der Tasche. Und natürlich wollte der Arzt selbst auch spenden. Beide Beiträge sind inzwischen als eine der anonymen Spenden eingegangen. Als ich am Ende eines Trainingslaufs noch bei meinem Floristen eine kleine Überraschung für den Geburtstag einer Nachbarin einkaufte, kam das Gespräch natürlich auf meine ungewohnte Sportkluft und die Spendenaktion. Spontan zog er einen 10-Euro-Schein aus dem Geldbeutel und gab ihn mir. Da er den Umgang mit dem Internet nicht so drauf hat, habe ich das Geld selbst zu den Spenden gestellt.

Noch ist das Ziel, jeden Trainingskilometer mit einem Euro zu sponsoren nicht erreicht – ich bin inzwischen fast bei Kilometer 800. Also noch einmal die herzliche Bitte: Spenden sie für das Integrationsprojekt Bloggerschule für junge Flüchtlinge. Es ist wirklich ein sinnvolles Projekt und selbst mit einem kleinen Beitrag kann man hier enorm helfen.