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Kenia-Unterstützung 09/2013

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Kenia 2013 Das haben wir geleistet!

E. W
E. W schrieb am 25.09.2013

Liebe Spender,



wir sind wieder zurück aus Kenia und haben viele
Eindrücke und Neuigkeiten mitgebracht. Ich möchte vorab nochmals allen Danken,
die mein Projekt unterstützt haben. Ich konnte das Geld vor Ort sinnvoll
einsetzten und somit vielen Menschen helfen. Über Betterplace kamen insgesamt
650 Euro an Spendengeldern zusammen. Hinzu kamen noch viele freie Spenden!
Dafür möchte ich Danke sagen im Namen der Menschen vor Ort.





Wie ihr ja wisst habe ich mich vorab entschieden ein
Waisenhaus in Voi mit Sachspenden zu unterstützen, hier kostete das Porto 91,00
Euro, welche von den Spenden im Betterplaceprojekt finanziert wurden.





Vor meiner Abreise nach Kenia kaufte ich Kinderschuhe im
Wert von 6,- Euro sowie Babykleidung im Wert von  50,95 Euro (Rechnungen können bei Bedarf
vorgelegt werden). Zu der Babykleidung muss ich erklären, dass diese in Kenia
sehr schwer zu bekommen  ist und von den
Einheimischen heiß begehrt wird.  Dies
nahm ich auf unsere Keniareise mit um vor Ort Unterstützung zu leisten.  Mit auf die Reise gingen ebenfalls viele Sachspenden
von Freunden, Nachbarn und Bekannten. Vielen Dank dafür! Von mir gab es noch
Stifte, Malhefte ,  englischsprachige
Kinderbücher sowie  Kleidung von meiner
Tochter.





Finanziell nahm ich 665 Euro mit nach Kenia.





Vor Ort traf ich die Projektbetreuerin (Margit Rugeri )
des Waisenhauses in Voi, welches ich schon vorab mit Sachspenden unterstützt
hatte. Sie erzählte mir von einem kleinen Jungen Namens Makau, welcher akut
erkrankt ist. Vermutlich an Leukämie. 
Makau  (geschätztes Alter 8) lebte
bisher  mit seiner kleinen Schwester seit
2009 in dem Waisenhaus in Kenia/Voi. Sein Gesundheitszustand verschlechterte
sich plötzlich drastisch und nun kam die schreckliche Nachricht, dass er an
Leukämie erkrankt ist. Er wurde nun von Mombasa nach Nairobi in das Kenyatta
National Hospital verlegt.  Es wurden
dringend Geldspenden benötigt,  um die
Kosten für Krankenhaus, Ärzte, Medikamente und Therapien sowie  Transporte abzudecken.  Ich 
unterstützte  die Therapie
von  Makau  mit 170 Euro. Hoffen wir sehr,  dass es dem kleinen  Makau bald etwas besser gehen wird!





Desweiteren traf ich einen Einheimischen, welcher an
einer chronischen  Gastritis leidet. Es
wird außerdem ein Ulcus vermutet.  Da in
Kenia die medizinischen Behandlungen (Arzt, Medikamiente, Therapie…) selbst
finanziert werden muss und dies für die Einheimischen meist unerschwinglich
ist, finanzierte ich die notwendigen Medikamente.  Das bedeutet: Omeprazol 20 mg 60 Tabletten (
in Kenia wird nicht pro Packung sondern pro Tablette bezahlt) sowie Ralcer Gel
180 ml. Die Kosten betrugen hier umgerechnet 7 Euro.





Vor Ort kaufte ich Taifa Maismehl, Bohnen, Seife,
Windeln, Waschmittel, Bleichmittel, Maismehl zur Herstellung von Babynahrung,
Bonnisan (Mittel bei Blähungen und Bauchschmerzen bei Babys), Öl, Gewürz sowie
Bonbons zum Verteilen an die Kinder. Die Kosten beliefen sich hier auf
umgerechnet 87 Euro. Leider sind die Preise nach der letzten
Präsidentschaftswahl deutlich gestiegen, da auf Alles  16% Mehrwertsteuer erhoben wurden. Das macht
es für die Einheimischen noch schwerer mit ihrem geringen Einkommen, sofern
dies überhaupt vorhanden ist, die eigene Familie zu ernähren. 





Einen Teil der Einkäufe verteilte  ich mit meiner Familie in Ukunda.  Ich traf dort eine Familie, welche uns  freundlich zum Besuch einlud. Wir kamen in ein
Haus, welches in mühevoller Handarbeit erbaut wird. Die Familie baut schon seit
längerer Zeit daran,  da aber das Geld an
allen Ecken fehlt, geht der Hausbau  nur
sehr langsam voran. Immerhin sind die Wände aus Stein erbaut und es gibt ein
Wellblechdach, so kann das Haus die Regenzeit gut überstehen. Strom und fließend
Wasser gibt es nicht.  Der erstgeborene
Sohn arbeitet als Einziger,  um die
Familie zu ernähren und die Schulausbildung der jüngeren Geschwister  zu finanzieren. Der Papa ist bereits
verstorben und die Mama sowie  die Oma
sind bereits zu alt. Desweiteren leidet die Oma an einer Herzerkrankung, wo
ebenfalls die Behandlungskosten durch den Erstgeborenen finanziert werden
müssen. Es gibt noch drei  weitere
Geschwister, welche entweder noch zur Schule gehen oder sich in einer
Ausbildung befinden. Dies muss ebenfalls finanziert werden, da die
weiterführenden Schulen sowie eine Ausbildung in Kenia kostenpflichtig sind.  Er kann sich nur die  Ausbildung einer seiner Schwestern leisten.
Die Zukunft seiner jüngeren Geschwister, welche nächstes Jahr  mit der Schule fertig werden, ist fraglich.
Gern würden sie  ein College oder eine
Universität besuchen um ihrer Familie mit dieser Ausbildung ein besseres Leben
zu ermöglichen.  Dies kann aber leider  bei dem geringen Verdienst des Erstgeborenen  nicht bezahlt werden.  Hier lässt sich berichten dass ein College im
Jahr je nach Berufswunsch 900 bis 1000Euro kostet.  Ein Universitätsbesuch kostet  2000 bis 4000 Euro. Es gestaltet sich sehr
schwierig für ihn die Familie zu versorgen, was jedoch seine Pflicht als
Erstgeborener ist.  Nun ist er selbst
gerade  Vater geworden.  Alle Familienmitglieder leben unter einem
Dach.  Hier gaben wir neben unseren
Einkäufen,  Babysachen für das
neugeborene Mädchen ab sowie die Kleidungsspende von Marie Illmer.  Die Familie freute sich sehr über  diese Unterstützung und kommt  mit den Nahrungsmittel bei  ein bis maximal 2 Mahlzeiten am Tag für eine
kurze Zeit  über die Runden.



In Ukunda verteilten wir bereits viele Bonbons an die
Dorfkinder. Als ich mit meiner Familie 
am Ende diese Tages mit einem Taxi zurück zum Hotel fahren wollte  und die Autotür öffnete, konnte ich gar nicht
so schnell gucken, wie ein kleiner einheimischer  Junge auf einmal neben meiner Tochter im Taxi
saß. Er hatte uns schon den Tag beobachtet und wollte  mit mir und meiner Familie mitkommen.  Nur mit Mühe konnten wir ihn zum Aussteigen
bewegen, was ihn sehr traurig machte.





Die restliche Kleidung  verteilten wir in einer kleinen Gasse in Diani
unter Anderem an einen Taubstummen Obdachlosen, welcher sich ebenfalls sehr
freute.  





Mit nur 11 Euro finanzierten  wir 
eine Führerscheinzulassung,  für
einen  jungen  Mann bei Mombasa.  Er hat die Führerscheinprüfung erfolgreich
bestanden, jedoch muss er  laut
kenianischem  Recht einmal im Jahr den
Führerschein neu von der zuständigen Behörde abstempeln lassen, damit dieser
seine Gültigkeit behält. Dieser junge Mann hat nun die  Möglichkeit eine gute Arbeit zu finden
und  seine Familie zu versorgen. Hätte er
diesen Stempel nicht finanziert bekommen, hätte der Führerschein seine
Gültigkeit verloren. Natürlich habe ich von diesem Stempel Photos gemacht,
werde sie jedoch aus Datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen und
hoffe auf Verständnis. 





Desweiteren traf ich in Diani einen Vater  mit zwei 
6 jährigen Mädchen  (Zwillinge)  Namens  Nancy und Anna. Beide Mädchen bekamen von mir
Bekleidung,  englische Kinderbücher  sowie Buntstifte und Malhefte. Es schien für
die Mädchen etwas ganz Besonderes zu sein, denn 
sie strahlten über beide Ohren.  Nancy
und Anna besuchen derzeit eine staatliche Schule. Pro Klasse gibt es 120 Kinder
mit nur einem Lehrer. Die Lernbedingungen sind sehr schlecht.  Eine Privatschule würde  für die beiden Mädchen eine deutlich bessere
Schulbildung ermöglichen,  da hier die
Schüleranzahl wesentlich geringer ist und ein 
deutlich besseres Lernnniveau vorhanden ist. Leider ist dies für den
Vater  nicht bezahlbar.





Ebenfalls ein Malheft mit Stiften sowie ein paar Schuhe
bekam ein kleiner 6 jähriger Junge.





An einem anderen Tag  besuchten wir auch unser Patenkind Neema  in Kilifi und ihre Familie. Wir starteten
diesen Tag mit dem Besuch der Vonwald School,  in die mein Patenkind geht. Man zeigte uns die
Räumlichkeiten und die Lehrer wurden uns vorgestellt.  Wir 
besuchten  die einzelnen Klassen
und wurden von allen Kindern mit Freude empfangen. Hier verteilten wir die
restlichen Bonbons.  Jedes Kind bekam ein
Bonbon über den es sich sehr freute.





Anschließend starteten wir den Besuch zu der Familie
unseres Patenkindes Neema.  Neema hat
noch 6 weitere Geschwister. Die Mama  (Mama
Ringa) hat drei Mal Zwillinge bekommen, lediglich die Erstgeborene ist
allein.  Die Erstgeborene geht bereits
auf eine weiterführende Schule, welche in Kenia kostenpflichtig ist. Das
Mädchen ist sehr schlau, hat einen sehr guten Notendurchschnitt und möchte
einmal Krankenschwester werden. Mama Ringa zeigte mir mit Stolz das erste
Zeugnis ihrer ältesten Tochter. Die Noten bestanden  überwiegend aus A und B sowie vereinzelt ein
C. Dies entspricht folgendem Notendurchschnitt in Deutschland: A  = 1 ; B = 2 ; C = 3. 



Die Mama versucht das Schulgeld durch den Verkauf von
Hühnern zu finanzieren. Sie hat momentan ca. 4 Hühner, welche gerade Junge
bekommen haben. Sobald diese die entsprechende Größe haben, wird sie die Hühner
verkaufen in der Hoffnung, dass bald wieder Junge kommen, damit sie dann das
Schulgeld bezahlen kann. 



Hier gaben wir Maismehl, Bohnen, Gewürz und Öl ab sowie
Kinderkleidung,  Schuhe, Buntstifte und
Malhefte. Und auch hier waren alle Familienmitglieder  sehr Dankbar.





Mama Ringa zeigte mir stolz die Betten, welche ich im
letzten Jahr auch durch Spendengelder 
gekauft hatte. Sie war so glücklich, dass ihre Kinder nun nicht mehr auf
dem sandigen Boden  schlafen mussten.  In der Hütte fiel mir  auf, dass sich der  bauliche Zustand im Vergleich zum letzten Jahr
drastisch verschlechtert hat.  Da die Hütte
in Hanglage steht, fangen die Wände an zu kippen und drohen umzufallen. Hier
muss ich sagen, dass die Hütte aus einem Holzgestell mit Lehmwänden besteht und
das Dach aus Palmenblättern.  olzgestell mit JehmKLDie Wände sowie
das Dach sind sehr stark beschädigt. Die Tür ( Blech) schließt nicht und ist
ebenfalls kaputt.  Bei jedem Regen steht
die Hütte unter Wasser und die Tür schlägt bei jedem Windstoß auf. Wir
überlegten noch vor Ort wie wir schnell Abhilfe schaffen können und  baten um eine 
Hochrechnung der Kosten um die Hütte zu stabilisieren,  eine neue stabile Tür und ein Wellblechdach
aufzusetzen damit es wenigstens von oben während der Regenzeit nicht mehr rein
regnet. Die Kosten bewegten sich hier in einem Rahmen , welchen wir leider nicht
mehr tragen konnten.  Es waren jetzt noch
umgerechnet 390 Euro übrig. Wir entschlossen uns den Betrag privat noch etwas
zu erhöhen und ließen umgerechnet 430 Euro für ein Wellblechdach, eine stabile
Tür und die notdürftige Stabilisierung der Wände da.  In Zusammenarbeit mit  der Vonwald School und unter Zeugen wurde das
Geld fotodokumentarisch an die Familie übergeben.  Die Mitarbeiter der Vonwald School werden den
Bau überwachen und sobald es möglich ist Photos an mich senden. Ich  hoffe, dass wir damit der Familie wieder über
die nächste Regenzeit helfen konnten und die Hütte nun länger halten wird.





Zu meinem Patenkind Neema lässt sich berichten, dass es
ihr nach der Krebstherapie  erstaunlich
gut geht. Der Tumor wurde entfernt und sie machte auf mich den Eindruck eines
gesunden lebhaften Kindes.  Bei genauerem
Hinsehen ist noch eine Narbe sichtbar. 
Nach Angaben von Mama Ringa entzündet sich diese von Zeit zu Zeit und
Eiter tritt aus der alten Wunde.  Im
Oktober steht nun der nächste Nachsorgetermin beim Arzt an und ich hoffe
sehr,  dass alles gut verlaufen wird und
die Entzündung  lediglich auf die
unzureichenden  hygienischen Bedingungen
vor Ort zurückzuführen ist.





Das ist nun das Ende meines Berichtes und ich möchte mich
an dieser Stelle nochmals bei Allen Bedanken die mein Projekt für 2013 so
tatkräftig unterstützt haben.





Ich finde es wurde viel bewegt und  für 
vielen Menschen wurde die Welt ein bisschen besser gemacht und
erleichtert. 





Natürlich möchte ich den Menschen in Kenia weiterhin helfen,
aber dafür brauche ich weiter  eure
Unterstützung.





Fazit: Wie sich hier wieder einmal bestätigt hat, eine
Spende ist nicht nur ein Tropfen auf dem heißem Stein. Denn woraus besteht der
Ozean? Aus vielen kleinen Tropfen.