"Mein Ende gehört mir! Für das Recht auf Letzte Hilfe"

Ein Hilfsprojekt von „Giordano-Bruno-Stiftung“ (N. Sprekels) in Oberwesel, Deutschland

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N. Sprekels (verantwortlich)

N. Sprekels
Viele Menschen sterben unter Bedingungen, die sie selbst als unwürdig empfinden. Ausgerechnet in ihrer letzten Lebensphase werden sie oft im Stich gelassen. Es ist an der Zeit, diesen Missstand zu beheben. 

Wir sind überzeugt: So wie es ein Recht auf Erste Hilfe gibt, das dafür sorgt, dass unser Leben im Notfall gerettet wird, sollte es auch ein Recht auf Letzte Hilfe geben, das garantiert, dass wir unser Leben in Würde beschließen können. Die Umsetzung dieses Rechts auf Letzte Hilfe verlangt nicht nur eine Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung und einen Ausbau der Hospizdienste, sondern auch die Möglichkeit, mit Unterstützung eines Arztes eigenverantwortlich aus dem Leben zu scheiden, wenn das Leiden unerträglich wird.

Ginge es nach dem Willen der Bevölkerung, wäre Sterbehilfe längst kein Tabuthema mehr: 87 Prozent der Deutschen meinen, dass der einzelne Mensch selbst bestimmen darf, wann und wie er sterben möchte. Immerhin 77 Prozent können sich vorstellen, persönlich Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie unter einer unheilbaren Krankheit, schwerer Invalidität oder nicht beherrschbaren Schmerzen leiden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte sprach 2011 in seinem Urteil zum Fall „Haas gegen die Schweiz“ sogar von einer „positiven Verpflichtung des Staates (…), die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die einen würdigen Suizid ermöglichen“.

In der Politik sind diese klaren Voten bislang nicht angekommen. Im Gegenteil: Führende Politiker planen, die Möglichkeiten der Sterbehilfe weiter einzuschränken, indem sie den ärztlich assistierten Suizid entweder ganz verbieten oder den Zugang zu dieser Hilfeleistung so erschweren, dass kaum ein Sterbewilliger einen Arzt finden wird, der ihm bei der Verwirklichung seines letzten Wunsches zur Seite steht. 

Wir benötigen keine neuen Verbotsgesetze in Deutschland, sondern eine neue Debatte über die Ausrichtung unseres Gesundheitssystems: Das unwürdige Schachern um Pflegestufen, um Hilfen, die gerade noch bewilligt werden oder das Budget bereits überschreiten, ist Ausdruck eines Systems, in dem diejenigen, um die es eigentlich gehen sollte, die Patienten, regelmäßig den Kürzeren ziehen.

Einige Politiker behaupten, notleidende Menschen würden durch eine stärkere Verbreitung der Sterbehilfe unter Druck gesetzt. Dies widerspricht jedoch den Erfahrungen der Länder, die Freitodbegleitungen als ärztliche Aufgabe anerkennen. Darüber hinaus wäre es zynisch, die Tatsache, dass alten, kranken und behinderten Menschen angemessene Unterstützung oft verwehrt wird, dazu zu missbrauchen, ihnen nun auch noch die Sterbehilfe zu verweigern. Eine Politik, die die Menschenwürde achtet, müsste den umgekehrten Weg gehen und alle Hebel in Bewegung setzen, um sowohl die Hilfen zum Leben als auch die Hilfen zum Sterben zu verbessern. 

Bitte helfen Sie mit, das Recht auf Letzte Hilfe in Deutschland durchzusetzen.

Weitere Infos unter: www.letzte-hilfe.de

Weiter informieren:

Ort: Oberwesel, Deutschland

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  • Hochgeladen am 06.10.2014

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