Deutschlands größte Spendenplattform

betterplace junior singt

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Als Vorbereitung für unseren betterplace junior Stand auf dem Weihnachtsmarkt Berlin Kollwitzplatz am 16. Dezember haben wir damit angefangen einige wunderbare betterplace Produkte zu entwerfen. Während Sibylle und Renée, unterstützt von unseren Designpartnern von PULK, T-Shirts, USB-Sticks, Postkarten usw. entwickeln – natürlich alle mit dem betterplace Logo – haben sich die Juniors mit Hanna-L. Wiesener, einer jungen Designstudentin von der Universität der Künste in Berlin getroffen, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Magdalena Kohler eine Methode entwickelt hat, Stimmmuster in Strickmuster zu konvertieren. Für betterplace werden die Designerinnen einen Schal und Armstulpen produzieren. Um nun ein charakteristisches betterplace-Muster zu erzeugen nahm Hanna mit den Jugendlichen einen Song auf und wird die Strickmaschine auf diese Aufnahme programmieren. Philipp war der Leadsänger, die anderen stimmten in den Refrain ein – und hatten ziemlich viel Spaß. Wer wissen will, welches Lied in Wolle verstrickt wird, der besucht uns am besten auf dem Adventsmarkt am Kollwitzplatz am 16. Dezember 2007.

Kategorien: Allgemein
Geschrieben von am 17.11.2007. Zuletzt aktualisiert am 17.11.2007.

Web ohne Websites

Vor ein paar Tagen schickte Samir, unser Software Architekt, im Team einen Artikel herum, dem zufolge nicht einmal vier Prozent der Bewohner Afrikas derzeit über einen Breitband-Internetanschluss verfügt. Auch wir wissen aus der Korrespondenz mit unseren Projektverantwortlichen z.B. in Ostafrika, wie mühsam für viele von ihnen der Zugang zum Internet sein kann. Aber außer fehlenden oder langsamen Leitungen und Stromausfällen gibt es noch ganz andere, nicht-technische Hürden.

Vor kurzem las ich eine Studie im Auftrag des britischen Department of International Development (momentan leider nicht online verfügbar), die den Beitrag moderner Informationstechnologien für ressourcenarme Länder (in diesem Fall Jamaika, Indien, Ghana und Südafrika) untersucht. Die Ergebnisse sind in vielerlei Hinsicht kontraintuitiv und faszinierend, besonders beeindruckt hat mich jedoch, dass das, was „wir“ im Westen als das Internet ansehen, in anderen Ländern oft völlig anders verstanden und genutzt wird.

So fanden die Ethnologen während ihres einjährigen Augfenthalts in Ghana heraus, das kein einziger der vielen jungen Leute, die in einem Slum in Accra die Internetcafés frequentieren, jemals eine Website aufrief. Statt dessen bewegten sich die Ghanaer stundenlang in Chatrooms und tauschten mit völlig unbekannten Menschen in der ganzen Welt immer wieder die Textzeilen – Woher kommst Du? Wie alt bist Du? Was machst Du? – aus. Asma, eine 14jährige Schülerin hatte zeitgleich ein Dutzend verschiedene Chatfenster geöffnet, zwischen denen sie hin- und herpendelte. „Sie schien davon auszugehen, dass diese flüchtigen Beziehungen zu unbekannten Ausländern einen Wert an sich hatten.“ Obwohl Asma eine gute Schülerin war, wusste sie nicht mal, dass es so etwas wie Websites gab.

Da jedoch der Großteil der staatlichen Informationspolitik in Ghana über Websites läuft und millionenschwere Entwicklungskredite für die Anschaffung von Computern und Hardware ausgegeben werden, tut sich eine riesige Kluft auf, die nur – so die Empfehlungen der Autoren – durch einen völlig neuen Schwerpunkt auf „weichen“ Computerkenntnissen ausgeglichen werden kann, der den realen gesellschaftlichen Kontext der Nutzer einbezieht.

Für betterplace bedeuten solche Studien, dass wir nicht von einem abstrakten „Nutzer“ ausgehen wollen und dürfen, sondern uns sehr genau in die Situation der Menschen, denen wir auf der Plattform begegnen und dir wir für sie gewinnen wollen, hineinversetzen müssen. Das ist eine gewaltige Herausforderung, da wir sehr unterschiedliche Gruppen in höchst unterschiedlichen Kulturkreisen ansprechen. Ich glaube, wir können dies nur schaffen, wenn wir zum einen qualitative Studien wie die oben genannte in unsere Arbeit einfließen lassen, zum anderen aber den engen Dialog mit den Projektverantwortlichen auf der ganzen Welt suchen, die ihre Projekte bei betterplace einstellen. Genau damit haben wir schon begonnen und für mich ganz persönlich ist dieser Austauch und die vielen großen und kleinen Aha-Momente, die er mit sich bringt, mit das Spannendste an der Arbeit bei betterplace.

Kategorien: Allgemein
Geschrieben von am 7.11.2007. Zuletzt aktualisiert am 7.11.2007.

Birgit in Peking

Hier ist ein e-mail Interview mit Birgit Eberlein, die gerade dabei ist die erste lokale Gruppe von betterplace in Peking aufzubauen

Joana: Wie bist du zu betterplace gekommen und was machst du in Peking?

Birgit.: Im Sommer letzten Jahres traf ich mich mit Joana in einem Berliner Café. Sie erzählte mir von der “betterplace Idee“. Ich war auf Anhieb begeistert, hatte allerdings damals noch keine konkreten Vorstellungen.Nach sechs Jahren Berlin planten wir seit längerem, wieder ins Ausland zu gehen. Mein Mann arbeitet bei Chrysler, und als wir die Möglichkeit hatten, nach Beijing zu gehen, waren wir uns einig: China im Umbruch hautnah zu erleben – die Gelegenheit sollten wir nutzen.

Q.: Wie hast Du es angestellt, in Peking an interessante Projekte heranzukommen?

Birgit.: Ich hielt Augen und Ohren offen, da Joana mich ja gebrieft hatte. Nach dem Gespräch mit Joana ging mir betterplace doch nicht mehr aus dem Kopf. Das Problem dabei war allerdings nicht Projekte zu finden (es gibt wahnsinnig viel Bedarf), sondern Projekte für betterplace auszuwählen. Mich interessieren vor allem die kleinen, noch unbekannten Projekte.

Q.: Wie bist du auf “Good Gifted Garden”, das Pekinger Projekt, welches jetzt schon auf betterplace veröffentlicht ist, aufmerksam geworden?

Birgit: Rein zufällig. Ich hatte die Telefonnummer von Chun Hong von einem Berliner Freund bekommen, der Chun vor vielen Jahren einmal in Peking kennen gelernt hatte. Ich wollte eigentlich nur ein paar Insider-Tipps über gute Restaurants hier in Peking.

Wir kamen ins Gespräch und mochten uns gleich. Dann erzählte sie von ihrer Arbeit. Mit welchem Enthusiasmus sie von ihrem Projekt berichtet hat, hat mich fasziniert. Sie lebt nur für ihre Arbeit mit den behinderten und autistischen Menschen – beeindruckend!

 

Q.: War es einfach, das Projekt auf der Seite zu posten oder hattet ihr dabei Schwierigkeiten?

Birgit: Das “Posten” selbst war nicht schwierig, vor allen Dingen waren die Mitarbeiter von betterplace in Deutschland echt klasse und haben mich gut unterstützt.

Schwierig war die Kommunikation hier vor Ort, z.B. fachliche Texte ins Englische zu übersetzen. Zwar spricht Chun Hong Englisch, aber spezifische Dinge im Zusammenhang mit ihrer Arbeit sind nicht so einfach zu beschreiben. Allerdings ist so nach und nach ein kleines Netzwerk entstanden: meine Chinesischlehrerin übersetzt ins Englische, das wiederum etwas blumige Englisch (wie Joana es einmal genannt hat) übersetzt meine australische Freundin Mary. Allein könnte ich das kaum schaffen. Allein den Namen der Bank für das Spendenkonto war ein echtes Problem. Selbst die Mitarbeiter der lokalen Pekinger Bank konnten nicht helfen und gaben mir immer wieder Auskunft in chinesischen Schriftzeichen, aber auch das hat am Ende funktioniert.

 

Q.: Was sind die sonstigen Projekte, die du für betterplace gewinnen willst? Und was sind deine sonstigen Pläne für betterplace?

 

Birgit: Es gibt einige interessante Projekte. Ich stehe in Verbindung mit der “Josephine Charles Foundation“. Josephine habe ich vor einigen Wochen selbst kennen gelernt – eine ehemalige Expat-Frau, die nun in der Liangshan area lebt und arbeitet. Sie baut u. a. Schulen für Mädchen, die gerade in dieser sehr ärmlichen Region die schlechteste Stellung in der Gesellschaft einnehmen. Auch das “See the Stars”-Projekt interessiert mich sehr, das tibetanische Waisenkinder betreut. Die Menschen in dieser Region sind sehr belastet durch die hohe UV-Einstrahlung, viele von ihnen erblinden, es fehlt an Sonnenbrillen und medizinischer Versorgung (Seetests etc.).

 

Um allerdings mehrere Projekte zu betreuen, bedarf es eines größeren Netzwerkes. Meine Idee ist (und bin auch schon dabei, die Expat-Community mit einzubeziehen): da ist zum einen INN (International Newscommersnetwork) und das Beijing Café, eine Internet Chat Plattform. Auch die “Patengruppe der Deutschen Botschaft“, die sehr aktiv Charity-Arbeit betreibt, habe ich im Auge. Es gibt viele, die interessiert sind an betterplace. Vor einigen Tagen z.B. habe ich einige Frauen beim Hundespaziergang für betterplace gewinnen können, sie haben sich dann ganz spontan “Dogpark Community” genannt – warum nicht? Ich würde dann mit Ansprechpartnern der jeweiligen Community eine lokale Gruppe bilden, regelmäßige Treffen veranstalten etc.Ich bin sehr zuversichtlich. Aber wie sagen die Chinesen immer: “Ibuibulei” (gesprochen), Schritt für Schritt.Ich bin sehr froh, bei betterplace dabei zu sein: eine spannende Sache, vor Ort helfen zu können und das alles persönlich zu erleben…Wie Mark Twain schon gesagt hat: In zwanzig Jahren wirst du mehr von den Dingen enttäuscht sein, die du nicht gemacht hast, als von denen, die du erlebt hast.

Geschrieben von am 16.10.2007. Zuletzt aktualisiert am 16.10.2007.

betterplace junior

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Letzten Freitag fand unser erstes Betterplace junior Treffen in unserem Büro statt. Meine beiden Kinder, Lilian (14) und Vico (12), waren natürlich schon von Anfang an beim Projekt dabei – auf unserer Weltreise im letzten Jahr sind uns viele kleine Projekte begegnet und gemeinsam haben wir die Idee einer Internetplattform, die diese Projekte einer weltweiten Öffentlichkeit präsentiert, diskutiert. Und da so viele Freunde von Lilian und Vico die Geburt von betterplace mitbekommen hatten und mitmachen wollten, trafen wir uns schon vor dem offiziellen Start.

Zum ersten Treffen kamen 11 Kinder zwischen 8-14 Jahren. Zuerst diskutierten wir das Konzept und die Funktionen der Plattform, dann hatten alle die Chance ihr eigenes Profil einzurichten – Lilian wird sich darum kümmern, dass alle so bald wie möglich ihr Photo runterladen!

Die meiste Zeit verbrachten wir mit der Suche nach einem Namen für die Kindersektion von betterplace. Julius schlug „betterkids“ vor, ein ganz netter Name, aber „kids“ hat für mich so eine bestimmte Konnotation, klingt nach Konsumkultur, die nicht zur Plattform passt. Namen, die „Kind“/“Kinder“ beinhalteten passten auch nicht für die 14-15 jährigen in der Gruppe. Philipp warf „Elfen Helfen“ in die Runde, aber dann hörten wir, dass das der Name einer Fernsehserie ist. Schlussendlich schien unser Arbeitstitel betterplace junior gar keine so schlechte Wahl.

Zwischen muffins und Schokoladenkeksen entwickelten einige der Teilnehmer die Idee ihre Idole zu Stellungsnahmen zu betterplace aufzufordern. Julius und Piers beschlossen sobald die Plattform offiziell online ist, ihren Helden Tiger Woods zu kontaktieren und um Unterstützung zu bitten. Ich bin sicher sie werden es schafften!

Was sollen Kinder und Jugendliche auf Betterplace machen? Unsere erste Berliner Gruppe fungiert quasi als Testgruppe um herauszufinden, was alles möglich ist. Eine der ersten Aktionen nach unserem offiziellen Start wird ein Flohmarkt-Stand sein. Renee, Mutter von Albert, dem mit acht Jahren bislang jüngsten betterplace Mitglieds, ist gerade dabei eine Menge toller Ideen für den event zu entwickeln! Das eingesammelte Geld können die Kindern dann einem Projekt ihrer Wahl zukommen lassen.

Da viele der Kinder in der Gruppe zweisprachig sind, könnten sie auch bei Übersetzungen vom Deutschen ins Englische und umgekehrt, helfen. Und irgendwann möchten sie vielleicht Partnerschaften zwischen ihren Schulen und Klassen und anderen auf der Welt organiseren.

Was auch immer sie tun werden – ihre Ideen werden sicher weit über das hinausgehen, was wir Erwachsene uns jetzt so vorstellen.

Kategorien: Allgemein
Geschrieben von am 3.10.2007. Zuletzt aktualisiert am 3.10.2007.

„Kann ich heute schon die Welt retten oder muss ich noch bis morgen warten?“

Tagtäglich werden wir gefragt, was man denn auf betterplace schon so machen könne. „Kann ich dem einen Projekt in Bolivien, das das auf der Startseite angezeigt wird, schon Geld spenden?“, „Ich kenne diesen Peter auf der Plattform, wie kann ich mich mit dem alten Haus verknüpfen?“, „Berlin im Herbst ist schrecklich, wo kann ich nächsten Monat volunteern?“, „Warum kann man ein Foto, das man als User auf betterplace hochgeladen hat, noch nicht um 90 Grad nach links drehen?“, „Kann ich heute schon die Welt retten oder muss ich noch bis morgen warten?“. FAQs – Frenetically Asked Questions.

Kurze Antwort: Man kann auf betterplace schon ganz schön viel – zumindest wenn man zum erlauchten Kreis der von uns schon vor dem offiziellen Start Eingeladenen gehört. Nicht dabei? Dann kommt hier eine spontane Liste, der Dinge die auf betterplace bereits möglich sind. Dazu die Liste mit dem, das in nächster Zeit dazu kommen wird. Um entsprechende Fragen vorzubeugen: Beide Listen sind nicht vollständig.

Was man auf betterplace schon machen kann:
Sich als Eingeladener anmelden, Fotos hochladen (ich wiederhole, liebe jetzt schon Eingeladenen: man kann schon Fotos hochladen!), alles mögliche Kommentieren, Blogs schreiben, die Projektliste nach verschiedenen Kriterien filtern, Projekte suchen, Projekte hinzufügen, Organisationen und Unternehmen registrieren, intern Nachrichten verschicken, die Welt verändern.

Was man auf betterplace noch nicht machen kann:
Sich mit anderen Benutzern verknüpfen, zu Gruppen zusammenschließen, Projekte konkret unterstützen, die Verbindungskette von sich zu einem Projekt nachverfolgen, Wissen austauschen, eine Watchlist anlegen, auf dem man den Fortschritt seiner Lieblingsprojekte auf einen Blick beobachten kann, Projekte per Rating bewerten, Videos einbinden, sich als Produktmanager schon zufrieden fühlen.

Zurück zur Arbeit.

Kategorien: Team
Geschrieben von am 19.09.2007. Zuletzt aktualisiert am 11.10.2012.

gourmet jour fixe

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betterplace möchte Menschen weltweit dabei unterstützen ihr Leben zu verbessern. Gestern kamen wir selbst in den Genuss unterstützt zu werden: mit einem köstlichen Mittagessen, welches Lui, eine Freundin von uns, zu unserem wöchentlichen jour fixe vorbereitet hatte.

Hier noch ein kleines Gespräch mit der wunderbaren Köchin:

Joana: wie kamst Du darauf, für uns zu kochen?

Lui: ich finde die Idee von betterplace unheimlich gut. Besonders gefällt mir, dass man nicht anonym bleibt, sondern dass Menschen sich über die Plattform kennen lernen können und man auch mit kleinen Dingen schon etwas bewirken kann. Schon mit 50 Euro kann ich einen Beitrag leisten und direkt helfen. Mich macht es glücklich, wenn ich von meinem Wohlstand etwas abgeben kann und weiß, dass es geschätzt wird. Und genauso kann ich mit meinem Essen jemandem – in diesem Falle Euch – eine Freude bereiten.

Joana: Du hast Dich auch schon bereit erklärt an einem botswanischen Kulturprojekt, welches sich auf der Plattform vorgestellt hat und nach einem Graphikdesigner suchte, mitzuwirken. Was hat Dich dazu gebracht?

Lui: Mir gefällt es meine Fähigkeiten weiterzugeben. Mich kostet es nur ein paar Stunden Zeit für dieses Projekt das Programmheft zu entwerfen. Ich bekomme von Bonty, der Projektleiterin, alle Informationen, die ich benötige und werde mit ihr gemeinsam – zwischen Berlin und Maun in Botswana – an den Details arbeiten. Ich mache etwas, was ich sowieso gerne mache und helfe damit auch noch jemand anderem. Das ist das Gute an betterplace: diese große Bandbreite von Sachen, die dazu führt, dass jeder etwas findet, was er beitragen kann.

Kategorien: Team
Geschrieben von am 19.09.2007. Zuletzt aktualisiert am 11.10.2012.