CSR im Mainstream

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Ob Marks&Spencer, Toyota, Hess Natur oder die Deutschen Post, immer mehr Unternehmen wollen ihr öffentliches Image als „guter Bürger“ aktiv managen. Business Schools erweitern ihre Lehrpläne um CSR-Kurse, Verlage werfen eine Vielzahl neuer Bücher mit Titel wie „Erfolgsfaktor Verantwortung“ und „Mit CSR zum Unternehmenserfolg“ auf den Markt. Und auch für Investoren spielt das soziale Engagement und Image der Unternehmen, an denen sie sich beteiligen, eine immer größere Rolle.

Die Auffassung, dass Unternehmen nicht nur Institutionen der Profitmaximierung sind, sondern als einer der wesentlichen Katalysatoren für weltweiten Wandel auch soziale Verantwortung tragen, ist mittlerweile im Mainstream angelangt. In einem Spezialreport analysierte jetzt der Economist das Thema Corporate Social Responsibility, kurz CSR, anhand einer Reihe von Fallbeispielen und aus diversen Perspektiven.

Während es bis vor kurzem noch ausreichend erschien einen kleinen Prozentsatz der Gewinne einem sozialen Zweck zukommen zu lassen, wollen Kunden und Investoren zunehmend genauer wissen, welchen Projekten ihr Geld eigentlich zugute kommt. Darüber hinaus haben Unternehmen erkannt, dass soziales Engagement sich hervorragend eignet, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und über gemeinsame soziale Aktivitäten ihren Teamgeist zu fördern. Doch auch wenn alle drüber reden, so wissen – laut Economist – die wenigsten Unternehmen, wie sie ihre CSR sinnvoll und effektiv gestalten.

“Too unfocused, too shotgun, too many supporting someone’s pet project with no real connection to the business”, ist das Fazit von Harvard-Ökonom Michael Porter, der in einem schon 2006 erschienenen, sehr lesenswerten Artikel beschreibt, wie gute CSR zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden kann.  

betterplace selbst nutzt CSR – aber als Geschäftsmodell. Da wir 100% der eingegangenen Spendengelder direkt an die Projekte weiterleiten und auch von den Projektverantwortlichen, die ihre Projekte auf der Plattform vorstellen, kein Geld nehmen, finanzieren wir uns über Leistungen, die wir Unternehmen verkaufen: wir beraten Firmen, wie sie ihre CSR sinnvoll gestalten, wir bringen sie mit ausgewählten sozialen Projekten zusammen und wir ermöglichen es ihnen, ihr Engagement auf betterplace zu präsentieren und so Kunden und Mitarbeiter nicht nur zu gemeinsamen Aktionen aufzurufen, sondern sie auch über die Plattform durchzuführen.

Ziel ist eine klassische Win-Win-Lösung: wir helfen Unternehmen ihre CSR-Aktivitäten aktiv zu gestalten. Im Gegenzug helfen Unternehmen uns, eine Plattform aufzubauen, auf der Menschen, die sich engagieren wollen, ihre Hilfe zu 100% den Menschen weitergeben können, die sie benötigen.

N.B.: Allerdings sind wir 3 Monate nach unserem Online-Launch noch nicht in der Lage dieses Modell vollständig einzulösen. Für die Startphase werden wir deshalb von einzelnen Menschen finanziell unterstützt, die zugleich auch operativ am Aufbau von betterplace beteiligt sind.
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Geschrieben von am 29.01.2008. Zuletzt aktualisiert am 29.01.2008.

Die neuen Philanthropen

Neue sozio-kulturelle Trends gewinnen oft erst dann an Momentum und werden nachhaltig, wenn Rollenmodelle entstehen, die eine breitere Schicht von Menschen als nachahmenswert ansieht. Genau so eine Vorbildfunktion hatte der irische Wirtschaftsphilosoph Charles Handy im Kopf, als er in seinem neuesten Buch The New Philanthropists 23 Portraits von so genannten Neuen Philanthropen zusammenstellte.

 

Was ist neu an diesen Wohltätern? Nun, im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgänger sind die meisten von ihnen Unternehmer, die mit relativ jungen Jahren viel Geld gemacht haben und nun versuchen, die gleichen Prinzipien, die sie in der Wirtschaftswelt erfolgreich gemacht haben, auf den zivilgesellschaftlichen Raum anzuwenden. Sie stiften ihr Vermögen nicht (nur), sondern initiieren und managen aktiv soziale Projekte.  

 

Darunter fallen sowohl solche Berühmtheiten wie Bono und Bill und Melinda Gates, aber auch viele andere, die eher unter dem Radar der Medienaufmerksamkeit agieren. Insbesondere diese sind in The New Philanthropists vertreten; Leute wie der irische Immobilienentwickler Niall Mellon der in südafrikanischen Slums mit Hilfe irischer Volontäre neue Wohnsiedlungen baut und Jeff Gambin, der Starkoch, der mit seiner Organisation Just Enough Faith die Obdachlosen Sydneys mit Mahlzeiten versorgt. Oder Michael de Giorgio, dessen Greenhouse Organisation unterpriviligierten Londoner Kindern den Zugang zu Sport eröffnet.

Die Interviewten zeichnen sich durch eine Mischung aus sozialem Engagement, Managementfähigkeiten und wirtschaftlichem Sachverstand aus. Die meisten der Initiativen wurden mit eigenem Geld gestartet, sollen sich jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt selbst tragen und andere Finanzierungsquellen auftun. So überlegt Greenhouse ob sie ihr KnowHow Firmen zur Verfügung stellen, indem sie diesen kostenpflichtige Staff Sports Days oder Teambuilding Workshops anbieten.  Wie schon erwähnt geht es Handy darum, dass Leser sich mit den Portraitierten identifizieren und sagen: „Das mach ich auch“. Doch genau dieser Effekt traf bei mir nicht ein.

Woran lag das? Zum einen vielleicht daran, dass einiger der Portraitierten gar zu glatt einher kommen. Zum anderen hat es aber auch bestimmt mit der Tatsache zu tun, dass unter den 23 (meist britischen) Philanthropen nur zwei Frauen sind. Diese Gewichtung mag die real-existierenden Machtverhältnisse reflektieren (allerdings sind in den USA 51% aller Vermögenswerte in weiblicher Hand und die Zahl der weiblichen Philanthropen wächst), bei einem Buch welches neue Rollenvorbilder schaffen möchte, ist diese Fixierung jedoch unverständlich.

Jeder kennt die kürzlich verstorbene Anita Roddick, die Gründerin des Body Shops, die u.a. children on the edge gründete. Aber auch eine Frau wie Mahnaz Malik, die junge Pakistanisch-Britische Anwältin, die sich für unterprivilegierte Kinder engagiert und über die Advocate Foundation minderjährigen Gefängnisinsassen kostenlosen Rechtsbeistand bietet, hätte The New Philanthropists bereichert.

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Geschrieben von am 28.01.2008. Zuletzt aktualisiert am 28.01.2008.

„Kreativer Kapitalismus“ – Bill Gates Königsweg zur Armutsreduzierung

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In seiner Rede auf dem World Economic Forum  in Davos forderte Bill Gates heute einen „kreativen Kapitalismus“. Unternehmen sollten, so Gates, Produkte und Dienstleistungen für die Armen entwickeln und damit eine doppelte Mission erfüllen: Profite erwirtschaften und die Lebensqualität von Menschen verbessern, die bislang von Marktkräften ignoriert werden. Zugleich warb er dafür, dass Unternehmen – unterstützt von staatlichen Anreizen – ihre erfolgreichen Geschäftsleute dafür einsetzen, sich mit den Bedürfnissen der Armen zu beschäftigen und kreative Marktlösungen zu entwickeln.

Gates greift damit die Thesen des indischen Wirtschaftswissenschaftlers C.K. Prahalad auf. Der hatte 2004 mit seinem einflussreichen Buch The Fortune at the Bottom of the Pyramid: Eradicating Poverty Through Profits anhand von zahlreichen Fallbeispielen argumentiert, ein Kapitalismus, der auf die Bedürfnisse der vier Milliarden Armen eingehe und ihre gebündelte Kaufkraft zu nutzen verstehe, sei der beste Weg zur weltweiten Armutsreduzierung.

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Geschrieben von am 24.01.2008. Zuletzt aktualisiert am 24.01.2008.

Ortsbesuch: Ein betterplace-Projekt in Mali

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Wir (Lilian, Julius & Vico – alle bei betterplace-junior©) sind zurzeit in Mali, Westafrika. In Bamako haben wir eine Schule besucht, die sich ganz bald auch auf betterplace vorstellen wird: Sie ist das Vorzeigeprojekt der so genannten „Mali Initiative“. Gleich am zweiten Abend wurden wir von Jürgen Nagler abgeholt. Er ist Deutscher, der sich gemeinsam mit einer jungen Australierin für das Schul-Projekt engagiert. Der Hauptinitiator ist aber ein Malier, der selbst ein ehemaliges Straßenkind ist, sich dann aber als Lehrer und später als Übersetzer für internationale Organisationen hochgearbeitet hat und nun das hiesige Bildungssystem verbessern möchte (81% der Erwachsenen können nicht lesen und schreiben, 24% der Jungen und nur 12% der Mädchen gehen zur Schule. Mali ist das viertärmste Land der Welt. 70% der Bevölkerung leben von weniger als einem US$ pro Tag). Er heißt Youchaou Traore und hat uns seine Schule voller Stolz präsentiert. In seiner Schule sollen nicht mehr als 30 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden, um Bildungsqualität zu garantieren. Das Schulgeld pro Monat pro Kind beträgt 10US$, aber auch das können sich viele Kinder aus dem Armenviertel nicht leisten. Die Kinder, die das nicht bezahlen können, werden entweder durch Stipendien oder durch Spendengelder unterstützt. Die Schule wird als einer der besten Schulen Malis angesehen.

Nach dem Schulbesuch wurden wir von dem Gründer der Schule zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen, wo wir auf dem Boden sehr leckeres malinesisches Essen gegessen haben.

Sobald „The Mali Initiative“ ihre Projekte auf betterplace.org veröffentlicht haben werden wir mehr davon berichten.

(Lilian Breidenbach & Julius Winckler)

Geschrieben von am 8.01.2008. Zuletzt aktualisiert am 8.01.2008.

Neuer Bericht über die Verantwortlichkeit von Hilfsorganisationen

In einer Zeit, in der viele Menschen dem Staat und seinen Organen tendenziell misstrauisch gegenübersteht und Regierungsinstitutionen als schwach, überbürokratisiert oder korrupt wahrgenommen werden, erscheinen Nichtregierungsorganisationen als adäquate Alternativen, in denen sich zivilgesellschaftliche Kräfte manifestieren und Macht erlangen.

Der gerade erschienene Global Accountability Report 2007 des One World Trust läßt diese Sicht als etwas nativ erscheinen.

Der One World Trust hat sich zur Aufgabe gemacht die vielen weltweit tätigen Intergovernmental Organisationen (z.B. UNDP, African Union, Council of Europe), Nichtregierungsorganisationen (wie Christian Aid, Save the Children oder Greenpeace) und transnationale Unternehmen (wie Coca Cola, Google oder General Electric) dahingehend zu überprüfen in wie weit sie demokratischen Prinzipien gerecht werden. Untersucht werden 30 der größten Organisationen auf der Basis von 4 Kriterien: Transparenz, Partizipation, Evaluierung und ihren Umgang mit Kritik.

Die unterschiedlichen Organisationstypen zeichnen sich durch höchst unterschiedliche Stärken und Schwächen aus: Internationale Organisationen wie die African Union oder UNDP sind relativ transparent in ihrer Struktur und evaluieren systematisch ihre Arbeit, transnationale Firmen (wie GE oder Google) reagieren aktiv auf Kritik von außen, während internationale NGOs sich hauptsächlich dadurch auszeichnen, dass sie bemüht sind ihre Stakeholder in die Arbeit einzubeziehen. Dagegen stimmt jedoch bedenklich dass viele Hilfsorganisationen, u.a. auch Ärzte ohne Grenzen sich dem Report zufolge gegenüber Kritik von außen abschirmen.

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Geschrieben von am 7.01.2008. Zuletzt aktualisiert am 11.10.2012.

Projekt der Woche: Nothilfe für die Opfer von Sidr in Bangladesch

morsheda_kailsen-01_profile.jpgAls am 17. November 2007 der Wirbelsturm Sidr auf die Südostküste von Bangladesch  zuraste, wurden durch die große Flutwelle nicht nur die Küstendörfer, sondern in Folge der massiven Windböen auch Teile des Landesinneren zerstört. Um die 2400 Tote waren zu beklagen (der bangladesische Daily Star spricht sogar von inoffiziellen 10.-15.tausend), über 3 Millionen Menschen sind von den Schäden direkt betroffen, von den Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Landes, insbesondere die Jahresernte, ganz zu schweigen. 

In dieser Situation rief die Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg auch auf betterplace zu einer Spendenaktion auf. CARE stellte Trinkwasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung und verteilte Überlebenspakete mit Plastikplanen und Lebensmitteln unter den Betroffenen. Auf dem Projektblog berichtete die Projektverantwortliche Astrid Marxen über die Aktion, während eine andere Mitarbeiterin, die ein CARE-Team in Bangladesch begleitete, die Situation vor Ort beschrieb.

Die Nothilfe wurde von Daimler Financial Services Ag als Sponsor unterstützt. Zusätzlich fanden sich auf betterplace.org 135 Spender, die dafür sorgten, dass Trinkwasserpumpen, Plastikplanen und Essenpakete ihren Weg zu den Hilfsbedürftigen fanden. Die noch fehlenden Beträge werden von dem Projektsponsor Daimler Financial Services übernommen. Im neuen Jahr wiederum startet CARE ein langfristiges Wiederaufbauprojekt in Bangladesch.

Ein kleiner Nachspann: Der Wirbelsturm richtete auch schwere ökologische Schäden in dem einzigartigen Mangrovensumpfgebiet der Sundarbans an. Um einen Einblick in diese Region und ihre Bewohner zu bekommen, lohnt sich Amitav Ghoshs Roman Hunger der Gezeiten.

Zum Projekt auf betterplace

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Geschrieben von am 31.12.2007. Zuletzt aktualisiert am 31.12.2007.

betterplace junior spendet

bp_logo_junior1.jpgbetterplace junior war im letzten Monat der absolute Überraschungserfolg ! Gestern trafen sich die Jugendlichen, die während der Ferien in Berlin sind um die Erlöse der zwei Weihnachtsmärkte an die fünf vorher ausgewählten Projekte zu spenden. Leider konnten sie dies noch nicht im Namen der betterplace junior Gruppe machen, da die Gruppenfunktion technisch erst im Laufe der nächsten Wochen funktionieren wir, deshalb teilten sie sich auf und spendeten im eigenen Namen (für diejenigen, die gestern nicht mit dabei waren, haben wir Spendengelder aufgehoben und ihr könnt im Januar den „Spendenknopf drücken). Eingeschlossen der Geschenkegutscheine haben die Jugendlichen über 4.000 Euro eingesammelt – und der Erlös geht zu 100% in die Projekte (wir haben nur die Produktionskosten mancher Sachen abgezogen, andere – wie die Schokolädchen, haben wir selbst gespendet bekommen (Danke, Renée) und können den vollen Verkaufspreis weitergeben.Hier sind die jeweilgen Erlöse:

294,50 Euro für das Straßenkinderprojekt von CRO in Uganda

286,50 Euro für die Choki Art School in Bhutan

338 Euro für die Essenspakete für Aidswaisen verteilt vom South Coast Hospice in South Africa

240 Euro für Akinda, Berlin

304,5 Euro für Room to Read in Cambodia.

Insbesondere die Trikoton Schals und Armstulpen waren ein Riesenerfolg und wir sind praktisch ausverkauft (nur noch ein paar Schals sind zu haben). Meine Freundin Renate rief gleich nachdem sie von mir ein paar Stulpen geschenkt bekommen hatte an um drei weitere zu bestellen, Axel trug seinen Schal in der UdK spazieren und sammelte spontan Bestellungen für 6 weitere ein, Billy, eine zukünftige betterplace Volunteerin, wurde an einem Vormittag im Gallerie Lafayette von drei verschiedenen Menschen auf ihre Stuplen angesprochen und so reiht sich eine Geschichte an die andere.  2008 wird von betterplace junior noch viel mehr sehen!

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Geschrieben von am 29.12.2007. Zuletzt aktualisiert am 29.12.2007.

betterplace juniors Weihnachststand

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Am gestrigen Sonntag hatte betterplace junior einen Stand auf dem Adventsmarkt am Kollwitzplatz in Berlin, Prenzlauer Berg. Es war ein toller Erfolg – nicht nur verstanden es die Jugendlichen sämtliche Marktbesucher zu ihrem Stand zu locken, unter anderem in dem sie Mandarinen mit dem betterplace Sticker verteilten und better place songs sangen, sondern ich war extrem davon beeindruckt, wie sie Interessierten betterplace und die Projekte erklärten, in die 100% des Gewinns fließt. Sie verkauften so viele betterplace t-shirts, Schals und Stulpen, Karten, USB-Sticks, Schokoladen und Gutscheine, dass insgesamt um die 1400 Euro an die fünf vorher ausgewählten sozialen Projekte in Bhutan, Berlin, Uganda, Südafrika und Kambodscha überwiesen werden kann.

Zugleich fand die Spontangründung von „betterplace bambini“ statt: Lucca und Tibi, 2 jüngere Freunde, hatten einen Stand neben uns aufgebaut, an dem sie ihre wunderschönen Basteleien verkauften und den Erlös auch zwei betterplace Projekten zugute kommen lassen werden.  Vielen Dank Euch allen – Aktionen mit Euch machen riesigen Spaß und ich freue mich schon auf die des Jahres 2008!

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Geschrieben von am 17.12.2007. Zuletzt aktualisiert am 17.12.2007.

Das Graffiti der Philanthropen

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In einem amüsanten Artikel nimmt die New York Times die neue Klasse der Philanthropen aufs Korn, die sicher stellt, dass auch wirklich jede wohltätige Spende mit ihrem Namen verbunden ist. Das neu eröffnete Theater der Shakespeare Company in Washington D.C. (aus dem auch das Photo stammt) betritt man durch:

the Arlene and Robert Kogod Lobby. From there you may choose to ascend to the orchestra level by taking either the Morris and Gwendolyn Cafritz Foundation Grand Staircase West or the Philip L. Graham Fund Grand Staircase East. (One wonders: Do the friends of the Cafritz family feel disloyal if they enter on the east side, running late, and choose to head up Phil’s stairs?)

Should you arrive with time for a drink before the curtain, you can linger near the James and Esthy Adler Orchestra Terrace West, or the less personal-sounding American Airlines Orchestra Terrace East. And don’t forget to check your bulky outerwear at the Cassidy & Associates Coat Room, before entering the Landon and Carol Butler Theater Stage to watch the performance.

Two long lists of names of benefactors also cascade down the front of the terra-cotta-colored facade. More are etched into the glass balustrades on the upper level.

Indeed, from top to bottom the new theater is all but covered in this graffiti of the philanthropic class. Attending a performance can be like leafing through somebody else’s high school yearbook. Who are all these people? Should I know? Should I care? How much would I have to give to get my name on, say, a drinking fountain? And would a urinal be cheaper?

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Geschrieben von am 15.12.2007. Zuletzt aktualisiert am 15.12.2007.

Warum ist Afrika unterentwickelt?

Theorien, warum der afrikanische Kontinent das Schlusslicht wirtschaftlicher, gesundheitlicher und anderer Ranglisten ist, gibt es viele. Belief sich 2000 das durchschnittliche pro Kopf Einkommen in Afrika auf 1800 US$, so lag es im weltweiten Durchschnitt bei 8800 US$, nirgendwo sonst ist die Lebenserwartung so gering und die Analphabetenrate so hoch. Und das obwohl seit den frühen 1950er Jahren US$ 568 Milliarden Entwicklungshilfe nach Afrika geflossen sind.

In einem neuen Artikel (via 3 quarks daily – einem meiner Lieblingsblogs) argumentiert der Wirtschaftswissenschaftler Nathan Nunn, die Sklaverei sei maßgeblich schuld. Ohne den transatlantischen Sklavenhandel würde 72% der Einkommenskluft zwischen Afrika und dem Rest der Welt nicht existieren. Nunn zufolge war Sklaverei insbesondere in den zwischen 1400-1900 im weitesten entwickelten Regionen Afrikas verbreitet, die heute jedoch zu den ärmsten zählen. Sklavenhandel führte zu politischer Instabilität, schwachen Staaten, ethnischer und politischer Fragmentierung und einer Schwächung der rechtlichen Institutionen.

Nun sind „One Big Thing“ Theorien immer fragwürdig. Und deshalb schiebe ich noch eine, (unter vielen anderen) Erklärungsansätzen, hinterher: Zahlreiche Anthropologen sehen einen kulturellen Faktor als wesentlich für Afrikas Unterentwicklung: die ausgeprägte egalitäre Tendenz vieler afrikanischer Gesellschaften:

Wenn ein junger Südafrikaner den gestampften Lehmboden seiner Hütte nicht mit Beton ausgießt, obwohl er dies gerne möchte und  finanziell könnte, dann ist das nämlich kein Zeichen von Faulheit, sondern hängt damit zusammen, dass die Dorfgemeinschaft jeden Ausdruck individuellen Wohlstands als Bedrohung der engen, reziproken Beziehungen untereinander ansieht und Furcht hat, reichere Individuen könnten sich aus den Sicherheitsnetzen ausklinken und das fundamentale Gefühl der Geborgenheit im Dorf zerstören.

Menschen, die erfolgreich sind und ihren Wohlstand nicht mit ihren Verwandten und Freunden teilen, kommen schnell in den Ruf  sich übernatürlicher Mächte zu bedienen, d.h. sie werden als Hexer verschrieben oder selbst mit Hexerei um die Ecke gebracht. Wer sich für dieses Thema interessiert, kann meine alte brand eins Kolumne lesen oder aber diesen Artikel über Hexereiforschungen des Schweizer Ethnologen David Signer (via antropologi).

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Geschrieben von am 13.12.2007. Zuletzt aktualisiert am 13.12.2007.