Freitag letzter Woche gab es etwas zu feiern: Das erste Mal findet an einer Volkshochschule offiziell ein Kurdisch-Kurs statt! Um genau zu sein, nicht nur einer, sondern gleich zwei. Für Anfänger_innen und Fortgeschrittene!
Das ganze ist ein kleines Politikum, ebenso wie unser kleines Projekt! Denn die kurdische Sprache, ebenso wie Kultur und Menschen kurdischer Herkunft werden nicht nur in den Ländern unterdrückt, aus denen sie ursprünglich kommen. Auch hier sind Ressentiments und Vorurteile alltäglich. Wer weiß überhaupt schon etwas über kurdische Kulturen? In den Medien wird wenn dann nur von Terrorismus etc. gesprochen. Welche Informationen stimmen, wo sie herkommen, und erst recht nach einem vollständigeren Bild der komplexen Geschichte wird kaum bis nie gefragt. Selbst Reuters nannte letztens als Quellenangabe: "aus Kreisen". So viel kurz dazu.
So verwies auch letztens der Berliner Senat in einem Schreiben an kurdische Vereine und Initiativen auf den stattfindenden Türkisch-Unterricht an verschiedenen Einrichtungen, als Antwort auf die Forderung nach mehr Unterstützung und Anerkennung. Soviel zum Wissensstand der Regierenden...
Also: Nicht nur Kurdischkurse an "offiziellen" Einrichtungen sind ein Novum. Die gesellschaftliche Unterdrückung macht es auch fast unmöglich, z.B. Sazkurse zu finden, in denen kurdische Musik unterrichtet wird! Selbst Sazlehrer mit kurdischem Hintergrund lehren meist türkische Lieder, sofern sie aus der Türkei kommen. Dies soll keine Stellungnahme dagegen sein! Jedoch ist es schade, einen so großen Reichtum nicht weiterzugeben, und die eigene Identität nicht zeigen zu können in einer Gesellschaft strukturellen und Alltagsrassismus. Auch dagegen möchten wir Zeichen setzen, und wie sich von selbst versteht, ganz egal wo wir herkommen!