Im Osten Tibets ist der Anteil der Analphabeten in der Bevölkerung sehr hoch. Besonders die Kinder der Nomadenfamilien haben oft nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Ihre Eltern müssen nicht nur Schulgebühren zahlen, sondern ebenso Unterkunft und Verpflegung, denn die Schulen befinden sich hauptsächlich in den weit entfernten größeren Ortschaften.
Einige tibetische Kinder können inzwischen die Grundschule besuchen, eine weiterführende Ausbildung ist für die meisten Nomaden jedoch unmöglich.
Ohne eine gute Ausbildung ist es den Tibetern kaum möglich, eine Anstellung zu finden. Die Nomaden werden so immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt und führen häufig ein Leben in größter Armut.
Das Projekt „Kham-Nomadenhilfe e.V.“ wurde 2007 von tibetischen StudentInnen und deutschen FreundInnen gegründet. Die Hauptziele des Projekts sind die Verbesserung der Bildung sowie der medizinischen Versorgung in den Nomadengebieten Osttibets. Mit unserem Projekt möchten wir nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe leisten, um der Bevölkerung in Osttibet ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Wir unterstützen seit drei Jahren die Ausbildung der tibetischen Bevölkerung in der Region. Besonders bedürftige SchülerInnen an weiterführenden Schulen erhalten finanzielle Unterstützung, wir übernehmen die Kosten für die Schulgebühren und Unterkunft. Bisher konnten über 140 Schulstipendien vergeben werden.
Nun planen wir den Bau einer Handwerksschule mit integriertem Gemeindezentrum. In der Handwerksschule können die Jugendlichen eine Ausbildung in der Thangka Malerei, Schneiderei oder Teppichweberei absolvieren.
Das Gebäude soll darüber hinaus als Gemeindezentrum dienen und alten Menschen und Bedürftigen zugute kommen. Für sie möchten wir einen Raum schaffen, an dem sie sich zusammenfinden können. Im Versammlungsraum bieten wir für Bedürftige einen warmen Mittagstisch an. Weiterhin werden in dem Gemeindezentrum Abendkurse für Erwachsene stattfinden, in denen sie lesen und schreiben lernen.
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