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Work and Box Company

An aid project by: hand in (R. Voß)

News: On this page the carrier keeps you informed about the current situation of the project. This helps you judge how the donations are being used.

R. Voß (Project Manager), written 4 months ago

R. Voß

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

Aktenschrank mit Rolladen Teilspende c €8.-
Server €141.-

Vielen Dank für Ihre Spende!

Wir werden den Betrag für laufende Kosten bzw. administrative Zwecke für das Projekt "Frieden an den Schulen" einsetzen. damit noch mehr Jungen Menschen in Not geholfen werden kann.

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R. Voß (Project Manager), written 10 months ago

R. Voß

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

Aktenschrank mit Rolladen, Teilspende b €150.-
Abweichend vom ursprünglich angedachten Verwendungszweck, mit mehreren Teilspenden Aktenschränke anzuschaffen. Aufgrund der Sommersaison möchten wir gerne unsere Ausrüstung Ergänzen und ein paar Schlafsäcke anschaffen. Vielen Dank für Ihre Spende!
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R. Voß (Project Manager), written about 1 year ago

R. Voß

Stolzer Ehemaliger bei HAND IN

 Am Sonntag den 6. Mai konnten wir 40 Gäste bei unserem „Work and Box Brunch“ stark berühren mit Szenen aus unserer Arbeit mit straffälligen Jungs. Tags darauf zeiget sich erneut, dass das Training bei HAND IN aus planlosen Jungs gestandene Männer machen kann: B., jetzt 21 Jahre alt, kam spontan für einen Besuch zu uns. Er arbeite jetzt als Kraftfahrer bei einer Spedition, berichtete er mit stolzen Gesicht, und sei gerade auf einem Arbeitseinsatz in der Nähe gewesen. Mit spätestes 25 will er Frau und Kinder haben. Mir dem Boxen hat er weitergemacht – ein Münchner Verein fördert ihn und hat ihn jetzt zu seinem ersten Profikampf eingeladen.

 

Für diese Momente leben wir!

 

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R. Voß (Project Manager), written about 1 year ago

R. Voß

Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

Stühle, Teilspende b €150.95
Liebe Spender, vielen Dank. Aus aktuellem Anlaß werden wir diese Teilspende anders als vorgesehen für einen neuen Staubsauger verwenden. Unser bisheriges Gerät ist leider kaputtgeganden. Umso mehr freuen wir uns wenn wir kurzfristig das hier gespendete Geld verwenden können. Viele Grüße vom Team HAND IN    
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R. Voß (Project Manager), written about 2 years ago

R. Voß

Murat - vom Gangster zum Streber

Vor drei Jahren kam Murat zu uns, direkt aus dem Gefängnis. Er war 17 Jahre alt und nicht der Meinung, dass er Hilfe braucht. Er war aggressiv und aufbrausend, seine Haltung: „Ich kann alles, ich brauche Euch nicht“. Murat nahm täglich Drogen und stritt sich sogar mit den Richtern. Sein Vater konnte kein Deutsch und die Familie war extrem verschuldet. Trotzdem fanden wir einen Arbeitgeber, der bereit war, ihm ein Praktikum als KFZ-Lackierer zu geben.

Am ersten Tag erschien Murat nicht. In den darauffolgenden Wochen fuhren wir jeden Tag hin und kontrollierten, ob Murat seine Arbeit macht. Dann stand die Ausbildung an. Da Murats Schulbildung nicht ausreichte, musste er zunächst ein Einstiegs-Qualifizierungsjahr machen. Das ist ein Jahrespraktikum, das als erstes Ausbildungsjahr anerkannt wird. Danach übernahm man ihn sofort ins zweite Ausbildungsjahr. Aber er kam weiterhin unter Drogeneinwirkung zur Arbeit, erschien nicht vor zehn Uhr. Erst nach einem Jahr meldete der Chef, dass es mit Murat langsam etwas wird. Er war jetzt volljährig, kam aus eigenem Antrieb zur Arbeit und arbeitete täglich zehn Stunden. Alles lief gut - bis vor kurzem, Aschermittwoch 2011.

Da kam der inzwischen 20 jährige nicht zur Arbeit, kein Wort von ihm. Als der Chef anruft, sagt er: „Ich konnte nicht kommen! Ich bin aus dem Zug rausgeschmissen worden – in Köln!“. Murat wird fristlos gekündigt. Wir intervenieren, plädieren dafür, ihm noch eine Chance zu geben. Auch Murats Lehrer fährt mit ihm zum Chef, setzt sich für ihn ein. Auf diesem Wege erfahren wir, dass dieser Junge, der als hoffnungsloser Fall zu uns kam, inzwischen ein Einser-Schüler ist. Nach langen Verhandlungen zieht der Chef die Kündigung zurück – unter der Bedingung, dass Murat sich bis Ende des Monats nochmal richtig beweist. 

Das ist Murat gelungen – er wird übernommen.  

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t. rösenberg written about 2 years ago
Na dass macht doch wirklich Hoffnung!
Toll Murat!

R. Voß (Project Manager), written over 2 years ago

R. Voß

Veränderung geht in die Beine

S. Foto "Aufstieg" in der Galerie! Erlebnispädagogik in den Bergen. In der 9 Uhr-Kälte geht der mühsame Aufstieg mit fünf Jungs los, ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Wenn es regnet, kann man nass werden. Die Jungs hängen üblen Gedanken nach und schimpfen auf das Wetter. Am nächsten Tag sind die Füße wieder trocken und die Sache fühlt sich schon anders an. Z.B. für Paolo: "Ich bin stolz, dass ich es bei dem fiesen Regen so weit hoch geschafft habe. Zuerst habe ich gesagt 'Wandern ist nur für Opas' und 'ich mache diesen Dreck nicht', aber es ist eigentlich ganz schön hart und schon ein cooles Gefühl, wenn man es geschafft hat".

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t. rösenberg written over 2 years ago
Hallole,
ich finde das doch sehr ermutigend!
Weiter so!
Grüsse,
Tanja Rösenberg

R. Voß (Project Manager), written about 3 years ago

R. Voß

Rezension FRIEDENSSCHLAG Berliner Zeitung

Rezension Berliner Zeitung                                                                   14.04.2010

Die tägliche therapeutische Krise

Rupert Voß führt eine Tischlerei - und betreut unter dem Dach seiner Firma bei München jugendliche Intensivtäter. In der Work and Box Company üben sie für ein Leben ohne Gewalt

Frank Junghänel

TAUFKIRCHEN. Im Knast ist es nicht so schlimm, wie man denkt, sagt Andy, der für seine sechzehn Jahre ein bisschen zu viel Lebenserfahrung zu haben scheint. Kein Wunder, dass er ausgerechnet jetzt darauf kommt, beim Holzhacken, da die Schweißflecken unter seinen Achseln langsam das Format von Satteltaschen annehmen. Eine Woche Arrest hat er einmal abgesessen, da brauchte er nur zu warten, dass die Zeit vergeht. Als sie vergangen war, fing alles von vorne an. Was bedeutet, nichts fing an. Er hat die Schule geschwänzt und rumgehangen. Bis er im Supermarkt Tabak geklaut hat und erwischt wurde. Ladendiebstahl im Wert von 6,80 Euro, deshalb steht er auf dem Hof dieser Tischlerei und schwingt am ersten heißen Frühlingstag in Bayern die Axt. Er muss Brennholz hacken, im April, da die Heizperiode nun wohl vorbei ist. Das ist Teil dessen, was hier alle "Die Maßnahme" nennen.

Die Maßnahme, zu der Andy sich nicht ganz freiwillig verpflichtet hat, ist ein einzigartiges Sozialprojekt, das vor sieben Jahren im Münchner Vorort Taufkirchen begonnen wurde. In der Work and Box Company des Tischlereiunternehmers Rupert Voß üben jugendliche Straftäter für ein Leben ohne Straftaten. Ganz oben, unter dem Schrägdach der Schreinerei, die in einem Gewerbegebiet am Rande eines schon lange nicht mehr neuen Neubauviertels liegt, kommen sie täglich zusammen. Sie werden von einer Handvoll Menschen betreut, die jeder Sozialpädagoge, Therapeut, Handwerker, Lehrer und Trainer zugleich ist.

Wie sehr das alles an Kraft und Nerven zehrt, bei den Jugendlichen und den Erwachsen zeigt sehr eindrucksvoll der Dokumentarfilm "Friedensschlag", der am morgigen Donnerstag in die Kinos kommt.

Es geht darum, die Jungen, bisher sind es ausschließlich Jungen, innerhalb eines Jahres zu einem Leben in der Gesellschaft zu befähigen. Für den einen bedeutet das, von den Drogen wegzukommen, für den anderen, die Schule zu beenden. Oder überhaupt früh aufzustehen. Am Ende sollen sie alle einen Ausbildungsplatz finden. Vor allem jedoch müssen sie lernen, Stresssituationen gewaltfrei zu lösen.

An einer Wand im Büro, dort, wo jeden Morgen die Besprechung der Tagesaufgaben stattfindet, hängen siebzehn Aktenblätter mit siebzehn Porträts. Zum Beispiel Andrej, der in U-Haft sitzt, seine Eltern sind aus Russland, der Vater ist verschwunden. Zum Beispiel Ryan, Diebstahl und Drogenbesitz, Vater Amerikaner. Zum Beispiel Dennis, Schulverweigerer, diverse Gerichtsauflagen. Zum Beispiel Giuliano, der wiederholt seinen Lehrer angegriffen hat. Zum Beispiel Daniel, der gerade in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Zum Beispiel Mario, der 15 000 Euro Schmerzensgeld zahlen muss, weil er einen Mann krankenhausreif geschlagen hat. Zum Beispiel Martin, der seinen Stiefvater mit Füßen tritt.

Zum Beispiel Andy. Andy ist seit Oktober dabei. Immer im Herbst beginnt ein neuer Kurs, wenn man es so nennen will. Im Schnitt nehmen fünfzehn Jugendliche das Jahr in Angriff. Mancher springt wieder ab, andere kommen dazu. Andy erzählt, dass ihn seine Mutter hergebracht hat, auf Druck des Jugendamtes. Niemand wusste etwas mit ihm anzufangen. Er sagt das mit leiser Stimme, die in einem merkwürdigen Kontrast zu seinem Körper steht. Andy ist nicht nur groß, sondern auch etwas speckig um die Hüften. Seine lockigen Haare hat er zu einem Zopf gebunden. Er trägt ein schwarzes T-Shirt und schwarze Jeans und sieht aus wie jemand, der sich wenig bewegt und selten an die Luft kommt, also ganz normal.

 Scheiben aus Panzerglas

Als er zwölf war, ist er von zu Hause abgehauen. Er wollte zu seinem Vater. Die Eltern haben sich getrennt, als er klein war. Der Vater, so hat ihm die Mutter das erklärt, sei untergetaucht. Eigentlich habe er immer ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt, sagt Andy. Aber dann gab es irgendwie Probleme. Er zuckt mit den die Schulter. "Weiß auch nicht." Zunächst kam er in eine Auffangstelle für Jugendliche, dann ins Heim, dann in ein anderes Heim. In vier Jahren hat er neun Heime kennengelernt. Und die Heime ihn. Andy erzählt, er habe öfter Wutausbrüche gekriegt und dann alles kaputt geschlagen. Er nennt den korrekten Begriff dafür, Gewalt gegen Gegenstände, und klingt jetzt wie sein eigener Anwalt.

In Wahrheit richtete sich diese Gewalt wohl eher gegen ihn selbst. Als er eine Bushaltestelle zertrümmert hat, wurden ihm vom Jugendgericht vierzig Sozialstunden auferlegt - "im Stadion Kippen sammeln, Drecksarbeit, die keiner machen will". Er hat sie nicht gemacht und kam deshalb in den Jugendarrest.

Danach ist er ein Jahr lang aus seinem Leben ausgestiegen. "Ich wusste nicht, wo ich anfangen soll", sagt er. Dann kam die Geschichte mit dem Ladendiebstahl. Die Company ist seine Chance, einen Anfang zu finden, vielleicht die letzte.

So sieht das aus, wenn die Jungs ankommen, sagt Jürgen Zenkel. "Sie hauen, klauen und kiffen." Er arbeitet seit fünf Jahren als Sozialpädagoge in dem Projekt, seit er selber einen Sohn hat. Zenkel hatte es zuvor schon einmal probiert, konnte aber damals kein Gefühl für die Jungen entwickeln, sagt er. "Man muss sehr viel Vaterenergie mitbringen."

Jürgen Zenkel ist der Vater, den die meisten hier nie hatten. Mit seiner hohen Stirn wirkt er älter als zweiundvierzig, er ist überall rundlich, nur seine Brille ist eckig. Seine Konstitution hindert ihn allerdings nicht, beim Fußballspiel zu kämpfen, bis ihm fast der Kopf platzt. Er ist es, der die Jungs mit "Du Arsch" anbrüllt. "Ich stelle Forderungen", sagt er. "Wir glauben an die Kraft der Ordnung." Er ist es aber auch, der sie später in den Arm nimmt.

Die Jungen müssen sich nicht bedingungslos unterordnen, wie in den sogenannten Boot Camps nach amerikanischem Vorbild, in denen die Verbindung von Arbeit und Boxkampf der absoluten Disziplinierung dient, wo jeder Regelverstoß mit fünfzig Liegestützen geahndet wird. "Bei uns dürfen sie ausrasten", sagt Zenkel. Sie sollen es sogar.

Sie sollen toben, schreien und fluchen. Sie sollen die Wände hochgehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Als Rupert Voß die Dachetage der Firma umbauen ließ, hat er alles bedacht. Die Türen sind aus Stahl, die Fenster zum Büro aus Panzerglas, die Wände aus Massivholz.

"Wir produzieren hier jeden Tag für jeden der Jungs eine Krise", sagt Jürgen Zenkel. Das lässt sich ganz leicht machen. Ein wenig Deutschunterricht, ein Arbeitseinsatz in der Tischlerei oder auch nur das Schreiben einer Bewerbung, meistens reicht das schon, die Jungen ausrasten zu lassen. "Und dann zeigen wir ihnen, dass wir für sie da sind, sie mit ihrem Problem nicht allein lassen. Nur so gelingt es, eine Beziehung herzustellen. Wenn Beziehungen möglich sind, ist auch alles andere möglich." Er will den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen.

Das heißt einerseits, dass sie zurückschreien dürfen und anderseits, dass er mit zufasst, wenn einer zum Holzhacken eingeteilt ist. Die sechs Mitarbeiter der Company, zu denen seit kurzem auch zwei Frauen gehören, begleiten die Jungen zu Gerichtsterminen, sie besuchen sie im Arrest. Sie kümmern sich um Praktika bei Unternehmen in der Gegend, sie organisieren Ausbildungsverträge, sie sprechen mit Lehrern und Lehrmeistern. Wenn morgens einer fehlt, holen sie ihn von zu Hause ab. Sie machen alles, was sonst Eltern tun. Jürgen Zenkel hat dafür ein Wort erfunden, er nennt das Nachbeelterung.

Manchmal arbeiten sie auch wie Privatdetektive. Am Tag vor seiner Holzhackeinheit hat Andy zum ersten Mal seit Jahren seinen Vater getroffen. Um ihn ausfindig zu machen, benötigten Zenkels Kollegen regelrecht Spürsinn. Der Aufwand hat sich gelohnt. "Ich habe ihn gefragt, warum er damals von uns weg ist", sagt Andy. "Bisher kannte ich nur die Version meiner Mutter." Am Ende hätten sie beide geheult.

Im Grunde ist die Work and Box Company eine Intensivstation für Intensivtäter. Wie jede Intensivbetreuung hat auch diese ihren Preis. 18 000 Euro kostet die Betreuung pro Jahr. Finanziert wird das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie der Jugendämter der Stadt München und des Landkreises. Ein Platz im Gefängnis würde jährlich 36 000 Euro kosten. Rupert Voß rechnet es vor. Als Betriebswirt kennt er die Wirkung exakter Zahlen. Die Erfolgsquote von achtzig Prozent spricht für sein Projekt. Von den 58 Teilnehmern der Jahre 2005 bis 2008 seien nach jetzigem Stand 47 nicht rückfällig geworden. In vergleichbaren Einrichtungen liege die Quote bei etwa fünfzig Prozent.

"Damit wir uns verstehen", sagt Rupert Voß, vierundvierzig Jahre alt und Vater von sechs Kindern, "die meisten, die zu uns kommen, sind keine kleinen Diebe, sondern richtig heftige Jungs. Die beiden, die Dominik Brunner erschlagen haben, hätten in unser Profil gepasst." Als vor einem halben Jahr der Geschäftsmann Dominik Brunner an einer Münchner S-Bahnstation von zwei Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde, war das ganze Land geschockt. Woher kommt diese Brutalität? Wie kann man dieser emotionalen Verwahrlosung begegnen?

Den Tischlermeister Rupert Voß beschäftigen solche Fragen, seit er es in seinem Betrieb immer wieder mit Lehrlingen zu tun bekam, die nicht nur schwierig waren, sondern die das Gefühl für sich und andere völlig verloren hatten. "So verschieden sie sind, allen gemeinsam ist eine schwere innere Verletzung. Sie führt zu den nach außen gerichteten Aggressionen", sagt Voß. Das hat er schon oft so gesagt, er betet es herunter, wenn er um Fördermittel oder Spenden wirbt. Mancher hört das nicht gern. Sollen hier Täter zu Opfern erklärt werden? Es ist eine heikle Sache, zumal dann, wenn etwas Furchtbares passiert ist, Täter nicht einfach nur zu bestrafen, sondern sie mit ihren eigenen Nöten ernst zu nehmen, diese Nöte überhaupt zur Sprache zu bringen. "Es geht mir nicht darum, ihre Taten zu entschuldigen", sagt Rupert Voß. "Aber wenn wir die Jungen erreichen wollen, müssen wir zum Kern ihrer Persönlichkeit vordringen" Also dorthin, wo das Herz schlägt.

Sechsmal Arrest, leider

In der Mitte des Obergeschosses, das in weißblau gehalten ist, befindet sich der Boxring. Mit dem Boxen fängt alles an. Angeleitet wird die Übung von Werner Makella, einem hageren Mittvierziger, der nicht nur Kampfsportler ist, sondern auch Familientherapeut. Er betrachtet das Boxen als Teil der Anamnese. "Zuerst erstellen wir ein Geniogramm" sagt er. "Wir recherchieren die familiäre Situation. Meistens wird dann schon klar, wo das Problem liegt."

Dann geht es in den Ring, oft schon am ersten Tag. Besonders Gewalttäter würden es nicht begreifen, warum sie nun gerade boxen sollen, sagt Werner Makella "Aber beim Boxen bekomme ich sofort Kontakt zu ihnen. Ich teste ihre Frustrationstoleranz, packe sie an ihrer Ehre, oder bei dem, was sie dafür halten. Ich spüre, wie sie sich schützen, wie sie auf Treffer reagieren. Zwischen den Seilen sind die Jungs Täter und Opfer in einer Person."

Wenn Makella von der Arbeit im Boxring spricht, geht es ihm nicht nur um das Schicksal seiner Jungen. "Wir haben die Pflicht, erfolgreich zu sein", sagt er. "Jeden, den wir verlieren, verlieren wir womöglich für immer. Und die Gewalt in der Gesellschaft wächst von unten nach."

Dieses Gewaltpotenzial verkörperte eine Zeit lang auch Eftal, der heute zweiundzwanzig Jahre alt ist. "Ich war insgesamt sechsmal im Jugendarrest, leider", sagt er, "hauptsächlich Körperverletzung." Einmal hat er einen Gast vor der Disko fast totgeschlagen. Eftal, ein schlanker Junge, der sich nie von seiner Wollmütze trennt, ist in München geboren, seine Eltern sind in den Achtzigerjahren aus dem türkischen Izmir nach Deutschland gekommen. Als vor drei Jahren der Dokumentarfilm "Friedensschlag" gedreht wurde, spielte Eftal eine Hauptrolle, ohne eine Rolle zu spielen. Es war sein Leben. In einer Szene fasst er dieses Leben so zusammen: "Ich kann nur soviel sagen, und ich scheiß' auch auf den Rest, ich komm einfach nicht mehr klar mit der ganzen Situation. Ich weiß, ich bin kurz vorm Ausflippen. Das war's."

Heute sagt Eftal: "Peinlich, wenn man sich so sieht." Er ist an diesem Tag zur Work and Box Company gekommen - und dafür eine Stunde durch München gefahren - weil er mit Jürgen Zenkel etwas besprechen möchte. Es kommt öfter vor, dass Ehemalige vorbeischauen. Was Eftal will, möchte er nicht sagen. Es scheint wichtig zu sein, er wirkt bedrückt. Im Film ist er so etwas wie der positive Held. Er muss nicht in den Knast zurück und er findet eine Lehrstelle bei Rewe. Dann geht das Licht an, der Film ist zu Ende.

Aber das Leben ging für Eftal ja weiter. Er hat die Lehre abgebrochen, weil er mit den Leuten dort nicht klargekommen ist. Dann versuchte er es als Fußbodenleger, aber er brach sich die Hand. Jetzt jobbt er als Parkettleger und hat für September eine Ausbildung in Aussicht. Irgendwie geht es immer weiter. Er sagt, "man kann sich nicht von heute auf morgen ändern. Man muss Stufe für Stufe nehmen." Der wichtigste Unterschied zu früher? "Es ist eine Sache im Kopf", sagt Eftal. Und natürlich seine Freundin, sie ist Verkäuferin in einer Bäckerei.

Rupert Voß ist jetzt viel unterwegs. Er reist mit dem Film durch das Land, um für sein Konzept zu werben. Seine bisherigen Versuche, in anderen Städten derartige Projekte aufzubauen sind sämtlich gescheitert. Der soziale Markt ist aufgeteilt, für unorthodoxe Methoden gibt es kein Geld. Auch in Berlin ist er abgeblitzt, das war im Jahr 2006. In der Senatsverwaltung sah man "keinen regionalen Handlungsbedarf", wie ein Aktenvermerk des zuständigen Mitarbeiters belegt.

Rupert Voß macht weiter. Er ist von der Idee beseelt, dass es eine Chance gibt, den Zirkel der Gewalt zu durchbrechen. Woher seine Zuversicht rührt? Er hat es immerhin selbst geschafft. Voß erzählt, dass er als Kind regelmäßig von Vater und Bruder verprügelt worden sei. Als er erwachsen war, wollte er nur eins, dass das mit den Schlägen aufhört.

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R. Voß (Project Manager), written about 3 years ago

R. Voß

Kinodokumentrafilm Work and Box Company

TRAILER ZUM FILM

FRIEDENSSCHLAG - Das Jahr der Entscheidung 

BUNDESWEITER KINOSTART: 15. APRIL 2010

Synopsis

„Jeder hat was Böses in sich, sonst würd' er nicht überleben!" Denis, 17

FRIEDENSSCHLAG  ist ein bewegender Dokumentarfilm über eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit: die Verwandlung von zerstörerischer Kraft in schöpferische Energie, von Selbsthass in Selbstbewusstsein, vom Verdrängen der Vergangenheit in Verantwortung für das eigene Leben.

Unmittelbar und auf Augenhöhe erzählt der Film die berührende Geschichte fünf junger Männer im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Sie klauen, kiffen und haben Spaß daran, andere zu verprügeln. Sie sind unsicher, orientierungslos und gewaltbereit. Nun stehen sie vor der Herausforderung ihres jungen Lebens: Endstation Knast oder alte Mauern einreißen, mit dem Ziel, sich selbst anzunehmen und nach totaler Abkapselung und extremer Aggression wieder Vertrauen und Nähe aufzubauen. Das ‚Jahr der Entscheidung‘ ist ihre letzte Chance, den Teufelskreis ihres bisherigen Lebens zu durchbrechen, falsche Selbstbilder abzustreifen und sich mit der Realität zu versöhnen.

„Manchmal fällt es einfach sehr schwer, sich zu kontrollieren. Du reißt dich zusammen, lässt vieles dir sagen, irgendwann geht's halt nicht mehr!" Eftal, 19

Rupert Voß und Werner Makella, die Initiatoren der Work and Box Company, sind zwei Männer, denen keine Erfahrung fremd ist. Sie geben den jungen Männern was sie wirklich brauchen: Konfrontation und Liebe – ein positives Vaterbild und echte Autorität. Dabei investieren sie viel Zeit und Geduld – auch wenn die Situation fast ausweglos scheint. Dabei hilft ihnen ihr Verständnis der männlichen Psyche, den Jungen zu helfen, alte Verhaltensmuster aufzulösen und neues Selbstbewusstsein zu gewinnen.

Ausweichen, kontern, attackieren – Verteidigung oder Rückzug? Im Ring sind alle gezwungen, sich ehrlich und unverstellt in die Augen zu schauen und der Boxkampf wird zum Auslöser für die persönliche Entwicklung der Protagonisten. Freude und Trauer, stille Gewissheit, Verzweiflung und Hoffnung liegen dabei nahe beieinander. Denn die Jungen kämpfen innerlich auch gegen sich selbst – bis sie fallen, um zu lernen wieder aufzustehen.

„Ich will dass Du Deinen Mann stehst im Leben. Und das wirst Du auch!" Rupert Voss

FRIEDENSSCHLAG ist ein packender und emotionaler Film, der der aktuellen Debatte um Jugendgewalt und dem hilflosen Ruf nach mehr Härte einen radikal anderen Ansatz entgegensetzt.

  

 Länge: 107 min.

| Filmformat: 35 mm

| Aufnahmeformat: HD

Tonformat: Dolby Digital, Dolby SR

| Bildformat: 1:1.85

 

Mitwirkende

Eftal, Marco, Josef, Denis, Juan, Rupert Voss, Werner Makella

Team

Ein Film von Gerardo MilszteinKamera: Gerardo MilszsteinTon: Robert KellnerSchnitt: Thomas Grube, Barbara ToennieshenFilmmusik: P:lotHerstellungsleitung: Marc WächterProduzenten: Uwe Dierks, Thomas Grube, Andrea ThiloKoproduzent: Wolf BosseEine Produktion von BOOMTOWN MEDIA in Koproduktion mit Pictorion – das werkin Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und TelepoolRedaktion: Christian Baudissin

FörderungMBB Medienboard Berlin-Brandenburg fff FilmFernsehFonds BayernFFA Filmförderungsanstalt

VerleihPiffl Medien (Deutschland)

Weltpremiere im PANORAMA der 60. Berlinale

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Bp_dauerspender
Joana B. written about 3 years ago
Ich hatte die Chance den Film schon 2 mal zu sehen und war tief beeindruckt - und sehr glücklich, diese engagierte Arbeit über betterplace.org bespenden zu können. Tolle Pädagogen, die uns zeigen, was für ein Potential und welche Liebenswürdigkeit und Menschlichkeit in "schwierigen" Jugendlichen steckt.

t. rösenberg written about 3 years ago
Hallole;
und herzlichen Glückwunsch zum Filmprojekt!
Ich hoffe sehr dass der Film in einem Kino meiner Nähe zu sehen ist, bin schon sehr gespannt!

Weiterhin viel Kraft und Erfolg,
wünscht
Tanja Rösenberg

R. Voß (Project Manager), written over 3 years ago

R. Voß

Boxen für die Seele

Durchs Leben mussten sie sich alle schon boxen, die Jungs, die ihren Weg in die Work and Box Company finden. Jungs, die nirgendwo mehr reinpassen und die schon lange keiner mehr haben will. Sie kiffen, stören, klauen, prügeln, machen Angst. Die kriegt keiner mehr hin. Aufgegebene Jungs.

Ihre Geschichten ähneln sich. Schon als Kind nicht gewollt,  ignoriert, im Stich gelassen, untergegangen, geprügelt oder missbraucht an Körper und Seele. Und das von den Menschen, von deren Liebe und  Fürsorge ihr Leben abhing.  Marius ist so einer. Seine Mutter ist drogenabhängig als er zur Welt kommt.  Und er durch sie mit. Mit seinem ersten Atemzug beginnt für ihn der Entzug.  Einen Vater gibt es für ihn nicht. Er ist zehn, als seine Mutter stirbt. An einer Überdosis zu Hause in der Küche. Und Marius ist dabei. Spätestens da hört er auf, Gefühle zuzulassen.  Blind und taub sein für Gefühle, das ist seine kindliche Strategie, das Ertragene, die Leere, Angst, Einsamkeit und die Hilflosigkeit  überleben zu können. Blind und taub sein in seiner Wut, das führt später zu der Gewalt seiner Übergriffe.

Fünfzehn Stationen in Heimen, Pflegestellen und therapeutischen Maßnahmen hat er hinter sich, als er mit Siebzehn in die Work and Box Company kommt. Vielleicht seine letzte Chance sich zu entscheiden. Sich für sich zu entscheiden.

Sich die Seele freiboxen, das lernt er erst hier. Jeder Schlag eine Befreiung, ein Friedensschlag.  Das mit Worten beschreiben, das  geht  nur schwer. „Das ist etwas, das hast du noch nie erlebt“, sagt irgendwann mal einer der Jungs. Das trifft es. Für die Jungs und für das Team. Arbeiten und Boxen. Und dazwischen viel Raum und Gespür für das, was es nachzuholen gilt, anzuschauen, zu sortieren, noch einmal zu durchleben, um es dann endlich loszulassen.

„Jeder hat seine Probleme beim Boxen, und die können wir auf das Leben übertragen. Was wir beim Boxen falsch machen, das sind auch unsere Fehler draußen. Zum Beispiel, wenn einer die ganze Zeit in Deckung geht, der hat das Problem, dass er überhaupt nicht aus sich rausgeht. Ich hab das Problem, ich hab überhaupt keine Deckung. Das heißt: Ich bin mir selbst egal, weil es mir egal ist, ob ich eins auf die Fresse bekomme oder nicht. Das ist mein Problem, an dem ich arbeiten muss.“  (ein ehemaliger Teilnehmer) 

Die Jungs nicht aufgeben, sie jeden Tag aufs Neue annehmen und herausfordern. Ihnen  immer und immer wieder eine neue Chance geben, bis sie endlich so weit sind, diese auch für sich zu nutzen, das macht die Arbeit des Teams der Work and Box Company aus: Therapeuten, Handwerksanleiter, Pädagogen, Sozialpädagogen.

Nach einem Jahr haben acht von zehn der Jungs nicht nur für sich die Entscheidung getroffen, ihr Leben in die Hand zu nehmen sondern bereits einen Ausbildungsvertrag oder eine feste Arbeit. Nicht alle bleiben auf dieser ersten Stelle, aber sie bleiben in Arbeit. Jungs, die oft noch nicht mal einen Schulabschluss in der Tasche haben, wenn sie sich ihre Anstellung oder ihren Ausbildungsplatz über ein Praktikum im Betrieb erarbeiten. Jungs, an die wenige Monate zuvor keiner mehr glauben wollte und die auch selbst jedes  Vertrauen ins Leben verloren hatten.  Und dann das: Willkommen im Leben! 

 

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R. Voß (Project Manager), written over 3 years ago

R. Voß

CHANCEN

Liebe Freunde der Work and Box Company,

„Na dann,  probiern wir‘s mal!“ sagte die Personalverantwortliche einer Straßenbaufirma aus unserer Münchner Region, als wir vor vier Jahren den ersten Jungen zu ihr in den Betrieb schicken durften. Zwei Wochen Praktikum. Zwei Wochen richtig harte Arbeit. Laufen die gut, steht am Ende ein Ausbildungsplatz.

Der Junge macht seine Sache gut, er kriegt einen Ausbildungsvertrag. Dann bricht er ab: „Ich schaff das nicht mit dem Lernen, ich will nur arbeiten.“

Ein zweiter Junge darf kommen. Auch er schmeißt hin.

Beim Dritten soll es anders laufen: Er beginnt ohne Praktikum gleich mit der Lehre. Alles OK, alles läuft super. Zwei Monate vor seiner Gesellenprüfung bleibt er plötzlich weg. Die Personalverantwortliche telefoniert ihm hinterher, es geht ihr gar nicht darum, dass er bei ihnen weiterarbeitet, aber zur Prüfung soll er doch gehen, für sich. Nichts zu machen.

Der Vierte kommt. Sein Traumjob, sagt er. Aber dann gibt es Zoff mit einem Kollegen. Ein fünfter, ein sechster Junge. Das gleiche Ende.

Kurz vor Weihnachten. Die Personalverantwortliche ruft wieder bei uns an: „Ob Sie uns wieder einen Jungen schicken können? Ist mir ganz egal was für Jungs das sind, aber wenigstens einen von ihnen will ich durchbringen!

Die sechs Jungs sind wieder zurück in die Work and Box Company, sie waren noch nicht so weit. Später dann neuerlich ins Praktikum.  Bei weiteren Unternehmen, die unsere Jungs unterstützen. Sie nicht aufgeben, sie begleiten und ihnen immer und immer wieder eine neue Chance geben, bis sie es schaffen, diese für sich zu nutzen, das macht unsere Arbeit aus. Die allermeisten von ihnen haben im Laufe der Monate bei der Work and Box Company begriffen, dass sie sich entscheiden müssen: weiter ihrem alten Muster folgen und immer wieder aufgeben, davonlaufen und abbrechen -  oder es durchbrechen, durchhalten und den ersten Schritt eines Neubeginns wagen.

Das mit den Jungs durchzustehen, ist auch für die Work and Box Company nur möglich durch Menschen, die dies zum Teil schon seit vielen Jahren mit uns tragen. So wie die Personalverantwortliche aus der Straßenbaufirma. Menschen, die  wissen, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Selbst dann, wenn er sie noch nicht auf‘s erste für sich nutzen kann.

Die meisten der Jungs schaffen es. Nach einem Jahr Work and Box Company haben acht von zehn Jungs einen Ausbildungsvertrag oder eine feste Arbeit. Nicht alle bleiben auf dieser ersten Stelle, aber sie bleiben in Arbeit. Jungs, die oft noch nicht mal einen Hauptschulabschluss in der Tasche hatten, als sie sich ihre Anstellung oder ihren Ausbildungsplatz erarbeitet haben. Aufgegebene Jungs, die noch wenige Monate zuvor vor der Entscheidung standen: Endstation Knast oder lernen, alte Mauern einzureißen, Vertrauen zu sich selbst zu finden und „Ja!“ zu sagen zu einem Leben ohne Gewalt.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit und geben Sie diesen Jungs eine Chance. Herzlichen Dank!

Ich wünsche Ihnen ein glückliches und gesundes neues Jahr mit vielen guten Gelegenheiten.

 

Herzlichst Ihr Rupert Voß

 

 

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R. Voß (Project Manager), written over 3 years ago

R. Voß

Unauffällig, aber sehr effektiv!

Liebe Unterstützer unserer Work and Box Company!

Auf einem der Bilder unserer Foto-Dokumentation können Sie unseren neuen ‚Mitarbeiter’ sehen, den wir Ihnen verdanken. Auch wenn er klein und unauffällig wirkt, ist er eine große Unterstützung für uns: unser neuer Laserdrucker für Informationsmaterialien.

Seine besondere Qualität besteht darin, dass er auch das stärkere Papier für Flyer im automatischen Einzug doppelseitig bedruckt. Doch ich will sie nicht mit technischen Details langweilen.

Wir sind sehr dankbar, dass wir via betterplace eine Spende für die Anschaffung dieses Druckers erhalten haben. Dies war nämlich ein besonders dringender Bedarf dadurch, dass zum einen unser alter ‚Flyer-Drucker’ vor einiger Zeit seinen Dienst eingestellt hat und wir zum anderen so gezwungen waren, den neuen Drucker bereits zu kaufen. Ein großes Dankeschön dafür, dass seine Refinanzierung nun gesichert ist.

Die Spenderin war übrigens eine der Gründerinnen von betterplace, und sie schrieb uns dazu von ihrem Wunsch, die Spender anzuregen, „den Wert von Infrastruktur und institutionellem Aufbau und Erhalt zu sehen, sodass sie diese auch tatkräftig unterstützen“. Möge ihr Wunsch, der auch unser Wunsch ist, in Erfüllung gehen!

Für heute grüße ich Sie sehr herzlich

Ihr

Rupert Voß

 

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R. Voß (Project Manager), written almost 4 years ago

R. Voß

Ein Dankeschön aus der Öffentlichkeitsarbeit

Liebe Unterstützer unserer Work and Box Company!

Heute möchte ich mich hier einmal zu Wort melden. Mein Name ist Sibylle Dietermann, und ich bin bei hand in und der Work and Box Company für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Bei unseren Projekt-Photos finden Sie jetzt auch ein Bild von mir - mit der neuen Software!

Ich möchte Ihnen danken für Ihre großzügigen Spenden, aus denen wir unsere Software-Ausstattung erweitern konnten. Das ist für uns sehr wichtig. Zum einen weil es uns ermöglicht, unsere Kommunikation mit Ihnen und allen anderen an unserer Arbeit Interessierten zu verbessern. Zum anderen weil es besonders schwierig ist, Geldgeber für solche Erfordernisse zu finden. In der öffentlichen Finanzierung unserer Arbeit sind für derartiges Zubehör gar keine Mittel vorgesehen. Aber auch unsere privaten Förderer engagieren sich naheliegenderweise eher für Material, das direkt die jungen Menschen, die wir betreuen, in die Hand nehmen.

Umso mehr danken wir Ihnen daher, dass sie bereit waren, uns für unseren Software-Bedarf Geld zu spenden, und wünschen uns, dass sich viele Nachahmer für ähnliche Aufgaben finden.

Jetzt beginnt ja bald das ‚Sommerloch’ - das Maßnahmenjahr neigt sich dem Ende entgegen. Wir sind dabei, noch manche Jugendliche für eine Lehrstelle fit zu machen, andere in ihrem Praktikum zu unterstützen und die dritte Gruppe, die schon einen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, 'bei der Stange' zu halten, denn Leerlauf wäre das Schlimmste in dieser Phase. Zugleich bereiten wir uns auf den neuen Jahrgang vor, denn im Oktober geht es ja in eine neue Runde! Diese - etwas! - ruhigere Zeit werde ich nutzen, mich mit den neuen Programmen warmzulaufen, und hoffe, den Jahresbericht 2008/09 dann schon in verbessertem Outfit für Sie gestalten zu können.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer und grüße Sie sehr herzlich

Ihre

Sibylle Dietermann

 

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R. Voß (Project Manager), written almost 4 years ago

R. Voß

Das neu-alte Maßnahmenauto für Work and Box

Liebe Freunde und Förderer der Work and Box Company!

Gerade haben wir in unseren Bedarfen die benötigte Summe für ein Maßnahmenauto um 1.000 Euro reduziert. Leider hat uns aber niemand dieses Geld dafür gespendet! Es ist vielmehr so, dass wir das Auto mittlerweile angeschafft haben, weil wir es für die diesjährige Kanutour mit unseren Teilnehmern nach Norditalien dringend brauchten. Und da es uns gelungen ist, ein preiswerteres Exemplar zu erwischen (eines für 4.500 Euro plus 500 Euro Anhängerkupplung), sind jetzt "nur noch" 5.000 Euro offen. Diese werden aber um so dringender gebraucht, weil sie eben schon ausgegeben sind.

Falls Sie uns also in nächster Zeit eine Spende zukommen lassen, würden wir uns besonders freuen, auf dem Bedarf "Maßnahmenauto" Geld sammeln zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung - auch im Namen unserer Teilnehmer und des ganzen Teams -

Ihr

Rupert Voß

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R. Voß (Project Manager), written almost 4 years ago

R. Voß

Boxbirne und Industriestaubsauger

Liebe Freunde und Unterstützer der Work and Box Company auf betterplace!

Mancher wird sich wohl wundern, wenn er die Liste unserer Bedarfe sieht: Abgesehen von der Bürotechnik sind es vor allem Werkzeuge und Sportausstattung. Das spiegelt unsere Methodik wider, zu der Arbeiten und Boxen gehört. Beim Boxen geht es vor allem um direkten Kontakt mit sich selbst und dem Gegenüber. Diese Sportart stellt außerdem für viele unserer Jugendlichen einen ersten Anreiz dar, an der Maßnahme teilzunehmen. In diesem Sinne ist der Boxring und die zugehörige Ausstattung - zum Beispiel unsere neue Boxbirne - ein optisches Signal, das uns auf den ersten Blick von anderen Jugendhilfeprojekten unterscheidet.

Beim Arbeiten geht es um Kontakt mit der Realität des Berufslebens und um die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihrem Selbstbild: Auf dem Weg zu einer realistischen Selbsteinschätzung - Grundlage für eine adäquate berufliche Orientierung - müssen sie ihre Minderwertigkeitskomplexe wie ihren Größenwahn relativieren und oft auch Vorurteile und Stolz überwinden. Für diese vielfältigen Aspekte des Arbeitens ist unser neuer Industriestaubsauger ein gutes Modell: Das Sauberhalten der Maßnahmeräume gehört bei uns selbstverständlich zu den Aufgaben der Teilnehmer dazu, naturgemäß keine besonders beliebte Aufgabe. Andererseits stellt der Industriestaubsauger als Werkzeug die Verbindung zur Professionalität her. Viele unserer Teilnehmer finden übrigens ihren Ausbildungs- und Arbeitsplatz im Bereich Gebäudereinigung, was sie sich vor Besuch der Work and Box Company nicht hätten vorstellen können.

Im Sinne dieser Mischung sind auf unserem neuesten Foto die beiden von Ihnen gespendeten Gegenstände zu sehen. - Bei der Vorstellung, dass die Aufnahme im Internet zu sehen sein wird, hatte unser Teilnehmer allerdings besondere Bedenken, sich fotografieren zu lassen. Wie Sie sehen, hat er sie überwunden!

Herzliche Grüße

Ihr

Rupert Voß

 

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R. Voß (Project Manager), written about 4 years ago

R. Voß

Wir arbeiten dran!

Liebe Freunde und Unterstützer der Work and Box Company!

Bei den letzten Spenden, mit denen Sie uns großzügig bedacht haben, gab es bei der 'Umsetzung' von Geld zu Ausstattung einige Verzögerungen, bedingt vor allem durch Lieferschwierigkeiten von Herstellern, aber auch dadurch dass Produkte zwischen der Einstellung und der Erfüllung des Bedarfs bereits in neuen Versionen vorlagen - mit geändertem Leistungsumfang und Preis. Hier sind wir teilweise noch dabei zu prüfen, welches Produkt genau wir für Ihr Geld erwerben werden.Wir hoffen, dass Sie diese Verzögerungen entschuldigen und mittragen. Denn es geht ja darum, dass Ihre Spende optimal für unseren Bedarf eingesetzt wird.

Heute kann ich Ihnen aber in zwei Fällen schon den 'Vollzug' vermelden (siehe auch die entsprechenden Fotos): Der Einsatz unseres neuen Timer Konditester bei unseren Sportangeboten wird von allen 'Aktiven' sehr begrüßt.

Schon etwas länger freut sich unsere Mitarbeiterin in der Verwaltung über die neue Kasse mit Zählbrett. Sie lässt Ihnen ausrichten: "Diese Zählkassette erleichtert mir die Arbeit ungeheuer und spart viel Zeit, sowohl bei den alltäglichen Barausgaben und -einlagen als auch bei der monatlichen Abrechnung! Ein großes Dankeschön an unsere betterplace-Engel!"

Auch den Industriestaubsauger und die Box-Birne haben wir mittlerweile gekauft, nur noch keine Fotos in der praktischen Anwendung gemacht. Die stelle ich Ihnen dann beim nächsten Mal vor.

Herzliche Grüße

Ihr

Rupert Voß

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R. Voß (Project Manager), written about 4 years ago

R. Voß

„HerzSchlag − Mein Engagement für Menschlichkeit“

Mein Buch „HerzSchlag − Mein Engagement für Menschlichkeit“ ist jetzt erschienen. Ich beschreibe darin meinen von vielen Herausforderungen gekennzeichneten Lebensweg. Die damit verbundenen Krisen habe ich als Chancen begriffen und daraus meine erfolgreiche gemeinnützige Arbeit und meine effektiven Problemlösungskompetenzen entwickelt.

  Mein Buch ist auch ein Appell für Menschlichkeit, Engagement und Zivilcourage und ein Beispiel, was ein Einzelner verändern und bewegen kann. Wenn jeder in unserer Gesellschaft mehr Eigenverantwortung übernimmt, wird zwischen uns auch mehr Menschlichkeit entstehen. Wir alle können weit mehr, als wir glauben. Wir müssen uns nur dafür entscheiden.

Weitere Informationen zu den Hintergründen meines Buches wie zum Beispiel das Interview „Menschen am Herzen berühren“ und eine Leseprobe finden Sie unter diesem Link auf www.hand-in.de .

Aktuelle MEDIEN-TIPPS

Am Donnerstag, 5. März 2009, 16.05 Uhr bin ich mit meinem Buch „HerzSchlag − Mein Engagement für Menschlichkeit“ zu Gast bei Ursula Heller in der Sendung „Eins zu Eins. Der Talk“ auf Bayern 2 Radio .

  Am Freitag, 20. März 2009, 21.45 Uhr  stelle ich mein Buch „HerzSchlag − Mein Engagement für Menschlichkeit“ bei Bettina Böttinger in der WDR-Talkrunde „Kölner Treff“ vor. Die Sendung wird am Sonntag, 22.03., ab 08.05 Uhr wiederholt.

Ihre Unterstützung für hand in

Ein Euro des Verkaufspreises dieses Buches fließt direkt in die Ver­breitung der von mir initiierten Methode Work and Box und die deutsch­landweite Gründung neuer Work and Box Companies.

Es ist schon ein Exemplar für Sie reserviert. Wenn Sie „HerzSchlag − Mein Engagement für Menschlichkeit“ direkt bei uns bestellen, kommt der gesamte Reinerlös hand in zugute. Vielen Dank!

Herzlich willkommen unter www.vomastore.de !

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ihr Rupert Voß

 

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R. Voß (Project Manager), written over 4 years ago

R. Voß

Work-and-Box-Weihnachtswunder

Pünktlich zum Heiligen Abend ist bei uns via betterplace der Weihnachtsmann eingetroffen: Neun Spenderinnen und Spender haben am 24.12. sämtliche zu diesem Zeitpunkt aktivierten Bedarfe der Work and Box Company erfüllt. Was für ein Geschenk!!

Wir danken Ihnen allen (auch besonders den anonymen Spendern, bei denen wir uns nicht direkt bedanken können) sehr, sehr herzlich für diese geballte Unterstützung, die immer auch eine Bestätigung für unser Engagement an sich darstellt.

Solchermaßen gestärkt gehen wir zuversichtlich ins neue Jahr, das einige aufregende Meilensteine - für Sie und uns - bereithält: Im Februar 2009 erscheint im Kösel-Verlag mein Buch „Herz-Schlag Mein Engagement für Menschlichkeit", in dem ich den Weg der Work and Box Company und meinen persönlichen Weg beschreibe. Die Arbeit der Work and Box Company wird auch der Dokumentarfilm „Friedensschlag – das Jahr der Entscheidung“ zeigen, der im Herbst 2009 in die Kinos kommt, produziert von BoomtownMedia, den Produzenten der Erfolgsdokumentation „Rhythm is it!“. Dieser Film schafft einen neuen, Hoffnung stiftenden Blick auf die verlorenen Söhne unserer Gesellschaft.

Außerdem sind wir wie sich hoffentlich mehr und mehr herumspricht am bundesweiten Rollout der Methode "Work and Box" dran. Ein Projekt, für das wir in großem Umfang auf Unterstützung angewiesen sind. Denn es ist leider so, dass zwar die konkrete Arbeit in den Work and Box Companies öffentlich gefördert wird, nicht aber die Verbreitung des erfolgreichen methodischen Ansatzes.

Näheres hierzu finden Sie unter dem zweiten Projekt, für das ich hier auf betterplace verantwortlich bin: der hand in gemeinnützigen AG (http://de.betterplace.org/projects/188) und auf unserer Website www.hand-in.de unter "Sozialunternehmen".

Mit all meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen und uns einen schwungvollen Start in ein Jahr 2009 voller begeisternder Herausforderungen und sensationeller Erlebnisse.

Ihr

Rupert Voß

 

 

 

 

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R. Voß (Project Manager), written over 4 years ago

R. Voß

Spenden für die Work and Box Company

Es ist eine tolle Erfahrung, dass immer wieder Menschen (und Menschen immer wieder!) unsere Arbeit in der Work and Box Company durch Spenden via betterplace unterstützen - im letzten halben Jahr sind sage und schreibe acht unserer Bedarfe erfüllt worden.

In Abwandlung des alten römischen Sprichworts geben wir den Teilnehmern in unserem Jugendhilfeprojekt auf: "Boxe und arbeite!" Dieselbe Mischung finden Sie auch bei unseren Bedarfen wieder. Beim Boxen geht es insbesondere um direkten Kontakt mit sich selbst und dem Gegenüber. Beim Arbeiten geht es um Kontakt mit der Realität des Berufslebens.

Um die jungen Männer nach und nach mit der Arbeit in Berührung zu bringen und ihnen Erfolgserlebnisse zu vermitteln, fangen wir mit einfachen Aufgaben, z.B. Abrissarbeiten, an, bei denen man viel schaffen und wenig falsch machen kann. Darauf ist auch das Werkzeug ausgelegt, das in unseren Bedarfen auftaucht: etwa Schreinerhämmer, mit denen man Nägel einschlagen, aber auch rausziehen kann, oder Brecheisen zum Zerlegen von kaputten Paletten oder Herausbrechen altee Fußbodenbeläge.

Wir danken allen unseren Spndern ganz, ganz herzlich - und bitten um Entschuldigung, dass wir nicht jedes Mal einen neuen Blog verfassen, wenn eine Spende bei uns eingeht.

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R. Voß (Project Manager), written almost 5 years ago

R. Voß

Der neue Softfußball - eine Spende via betterplace

 

Das Netzwerk von betterplace hat gespendet - und wir haben einen neuen Softfußball bekommen.

In unserer Arbeit mit gewaltauffälligen jungen Männern hat Sport einen hohen Stellenwert. Dabei handelt es sich in erster Linie um die innovative Kontaktsportart Boxen - wie ja der Name der Work and Box Company verrät. Aber bei uns wird auch regelmäßig Hallenfußball gespielt: ein idelaes Mittel, um körperlich warm zu werden, aber auch emotional in der Jugendwerkstatt anzukommen. Im Gegensatz zum Boxen, wo es um den Kontakt zwischen zwei Menschen - auf einer Ebene, eins zu eins - geht, ist Fußball auch wichtig für die Gruppendynamik: Die Mannschaften wechseln ständig, und nur die Gruppe, die alle Mitglieder einbezieht, kann gewinnen. So wird das Zusammengehörigkeitsgefühl der Jugendlichen untereinander, aber auch der Teammitglieder gestärkt.

Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Ihr Team von der Work and Box Company

PS: Bei unseren Fotos finden Sie jetzte eins von unserem Psychologen André Höfer, unserem Handwerksanleiter Peter Lohmeyer und unserem Boxanleiter André Kurz (von links nach rechts) mit unserer Neuerwerbung.

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R. Voß (Project Manager), written over 5 years ago

R. Voß

Die Work and Box Company aus Sicht der Teilnehmer

Lassen wir unsere Jugendlichen selbst über ihren Weg zurück in die Gesellschaft erzählen:

Was ich bei der Work and Box Company gelernt habe ist, wie man mit Schwierigkeiten umgehen kann. Wenn ich eine Arbeit mache, muss ich ehrlich zu mir sein, damit ich die Arbeit gescheit mache und nicht fünf Minuten dran bleibe und dann wieder aufhöre und nach zehn Minuten wieder weiter mache, sondern das, was ich mir vorgenommen habe, konkret durchziehe. Mein Tipp ist: zusammenreißen, nicht aufgeben, wenn es auch mal eine Enttäuschung gibt. Denn wenn ein Mensch aufgibt, dann wird er schwächer. Man sollte nie aufgeben, auch wenn es schwierig ist.Achmed, Kaufmann für Bürokommunikation im zweiten Lehrjahr

Ich komme jetzt ins zweite Lehrjahr, und die Arbeit läuft super, Berufsschule auch. Ich passe verdammt gut auf, benehme mich meistens gut und hab nicht einmal gefehlt. Nicht schlecht, oder? Letzte Woche gab es Zeugnisse. Das ist das beste Zeugnis, das ich seit zehn Jahren bekommen habe. Vielleicht kann sich einer noch an mein letztes erinnern… Ja, auf jeden Fall läuft mein Leben zur Zeit echt gut. Und ich hab schon seit zwei Jahren ‘ne Freundin, mit der es auch gut läuft. Ich bin wirklich verdammt froh, dass ich die von der Work and Box Company kennengelernt habe und dass sie mir so viel geholfen haben. Die anderen vom Kurs hab ich auch mal getroffen. Mann, haben die sich verändert. Fast alle haben Arbeit und so. Nicht schlecht, was die Work and Box Company aus uns gemacht hat.Roman, Kfz-Mechatroniker im zweiten Lehrjahr

Bevor ich hierher kam, habe ich zwei Lehren abgebrochen – leider abgebrochen! –, auf der Straße gelebt, bei McDonalds gejobbt, dann haben sie mich da rausgeschmissen, weil ich immer verpennt hab. Danach hab ich gar nichts gemacht. Ich will jetzt endlich mal was zu Ende bringen und gut zu Ende bringen. Mein Problem ist: Ich steck mir immer höhere Ziele, als ich erreichen kann. Das hab ich halt jetzt endlich erkannt, dass ich so bin. Und das versuchen wir jetzt hier zu verändern.Pascal, Friseur-Lehrling

Wobei das Boxen hilft? Jeder hat seine Probleme beim Boxen, und wir können die Probleme vom Boxen auf das Leben übertragen. Was wir beim Boxen falsch machen, das sind auch unsere Fehler im Leben draußen. Zum Beispiel, wenn einer die ganze Zeit nur auf Deckung geht, der hat das Problem, dass er nicht aus sich rausgeht. Ich hab das Problem, ich hab überhaupt keine Deckung. Das heißt: Ich bin mir selbst egal, weil es mir egal ist, ob ich eins auf die Fresse bekomme oder nicht. Das ist mein Problem, an dem ich arbeiten muss.Was ich sonst gelernt hab? Dass es so einfach nicht mehr weiter geht. Bei mir hat es einfach „Klick!” gemacht. Ich hab gemerkt, dass man so, wie ich die letzten zwei, drei Jahre gelebt hab, einfach nicht voran kommt. Alle Leute, die ich in der Zeit kennengelernt habe, sind dann entweder gestorben, oder sie sind in den Knast gewandert. Und die haben halt gar nichts, und so wollte ich nicht werden. Ich möchte so nicht enden. Ich möchte was aus meinem Leben machen.Friedrich, Maler-Lehrling

Wie ich die Kurve gekriegt habe? Ich habe irgendwann geschnallt, dass die Work and Box Company meine letzte Chance war auf ein richtiges Leben und diese Stelle hier zu bekommen. Mir war klar: Wenn ich das in den Sand setze, kann ich gleich komplett einpacken und wieder so was wie früher machen. Dann lande ich wieder im Gefängnis, noch länger als früher. Das wollte ich nicht. Und da hab ich mir gedacht, ich probier es halt mal so.Jens, Tierarzthelfer im zweiten Lehrjahr

Alle Namen sind geändert.

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R. Voß (Project Manager), written over 5 years ago

R. Voß

Der Weg in die Eigenverantwortlichkeit

Ein paar Eindrücke aus dem Alltag der Work and Box Company:

Bei Dogan kann man eigentlich nicht von einem ‚Elternhaus’ sprechen: Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, seine Mutter hat sich kaum um ihn gekümmert. Er ist in Heimen aufgewachsen, in vielen Heimen. Er ist so oft enttäuscht worden, dass er als Schutz vor Verletzung seine Gefühle total blockiert hat. Aggression ist die einzige Art von Nähe, die er zulassen kann.In der Work and Box Company hat Dogan zum ersten Mal erlebt, dass man ihn trotz seiner ständigen Provokationen nicht vor die Tür gesetzt hat. Immer wieder hat er das Team beschimpft und bedroht, damit man ihn endlich rausschmeißt. Als er eines Tages wieder herumflucht, sagt Rupert Voß in einer Atempause zu ihm: „Ja, Dogan, ich hab dich auch lieb!“ Da war er erst still und musste dann über sich selbst lachen.Nach fünf Monaten und vier verpatzten, das heißt: nicht angetretenen Praktika hat er es geschafft, an einem Montag Morgen pünktlich im Betrieb zu erscheinen und einfach zu arbeiten. Für ihn ein großer Erfolg!

Martin hat die Hauptschule mit der siebten Klasse verlassen. Er wurde als lernbeeinträchtigt und eigentlich ‚unvermittelbar’ eingestuft. Er ist aus zwei berufsvorbereitenden Maßnahmen rausgeflogen. An seinem ersten Tag in der Work and Box Company erlebte er, wie ein anderer Teilnehmer ein Praktikum in Martins Traumberuf hinschmiss, weil er mit dem Chef nicht zurechtkam. Herr M. ist zugegebenermaßen kein einfacher Mensch… Martin hat in der Woche drauf diese Praktikumstelle übernommen. Drei Tage später rief Herr M. an: Den Martin wolle er unbedingt behalten. Vier Wochen später hat Martin seine Ausbildung begonnen.

Farid hat sich zu wohl gefühlt in der Work and Box Company. Bis vier Wochen vor Maßnahmenende hat er sich um jedes ernsthafte Angebot herumgedrückt, lieber getrödelt und mit den anderen Spaß gehabt. Als er praktisch allein übrig war, packte ihn die Torschlusspanik. Er nahm den nächsten Job, der reinkam, und hat sich voll ins Zeug gelegt. Wenn man ihn fragt, wie ihm seine Ausbildung gefällt, erzählt er grinsend von seinem Chef, den er – der ewig unpünktliche Farid – jetzt jeden Morgen weckt, damit der Chef pünktlich zur Arbeit kommt.

Wenn man Jirkos Lebensgeschichte liest – dreimal hat sein Stiefvater ihn krankenhausreif geprügelt -, versteht man, warum er sagt: „Ich lasse mir nichts gefallen, von niemandem!“ Trotz seiner demonstrativen Unabhängigkeit hat er die gleichen Träume wie andere Jugendliche: Job, Geld, eine Wohnung mit seiner Freundin, eben ein ganz normales Leben. In den Monaten in der Work and Box Company hat Jirko gelernt, was er dafür tun muss: die Energie, die früher in Gewalt verdampfte, in die Arbeit stecken. „Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich echt erledigt“, erzählt er. „Klar gibt es auch heute mal Stress, aber gemeinsam mit denen von Work and Box kriege ich das ohne Schlägerei geregelt.“

* Alle Namen sind geändert.

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R. Voß (Project Manager), written over 5 years ago

R. Voß

Die 'wilde Mischung' der Work and Box Company

Alle Teilnehmer der Work and Box Company sind schon wegen Gewalt auffällig geworden und mit der Gesellschaft in Konflikt geraten. Das ist ihr gemeinsamer Nenner. Darüber hinaus sind es sehr unterschiedliche Persönlichkeiten mit ebenso unterschiedlichen Voraussetzungen. Ein paar Beispiele aus unserer ‘wilden Mischung’: • einer, der sich hinter unverbindlicher Freundlichkeit verschanzt, weil er gelernt hat, nur sich selbst zu vertrauen, und Nähe für ihn gleichbedeutend ist damit, zum Spielball der Streitigkeiten anderer zu werden.• einer, der aus seinen persönlichen Schwierigkeiten und der Realität in eine Vergangenheitstraumwelt flüchtet: back to the roots in die Illusionen, von denen schon sein Großvater phantasierte. • einer, der kein Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat, der immer darauf wartet, dass ihm jemand sagt, was er tun und was er lassen soll.• einer, der die Hauptschule mit der siebten Klasse verlassen hat und seinen potentiellen Arbeitgeber ruhig und zielstrebig durch seine Leistungen so überzeugt hat, dass er binnen kurzem eine Lehrstelle hatte.• einer, der die Rolle des schwarzen Schafs so verinnerlicht hat, dass er sich nicht für wert hält, dass man sich um ihn kümmert – auch er selbst tut das nicht.• einer, der sich nach drei Jahren auf der Straße wieder mühsam, aber erfolgreich an das ganz normale Leben mit Tisch und Bett gewöhnt hat.• einer, der seine Möglichkeiten verbirgt, weil er gelernt hat, dass man keine Aufmerksamkeit bekommt, wenn man ‘funktioniert’.• einer, der so oft von seinem Vater misshandelt wurde, dass er es als sein Recht ansieht, anderen mit Gewalt zu begegnen.• ein anderer kompensiert die Verletzungen durch seinen Vater und seine Anlehnungsbedürftigkeit mit unbedachter Selbstüberschätzung. • ein dritter hat seinen Vater heilig gesprochen und entzieht sich der Auseinandersetzung, indem er es sich verbittet, dass jemand über seine Familie spricht.• einer, der seine Chance von einem Moment zum anderen be- und dann auch ergriffen hat – eine Woche später: Praktikum, einen Monat später: Ausbildungsbeginn.• einer, der für seine Mutter und sich selbst die Rolle des Vaters ausfüllen will und dann vor der Überforderung von einem Motivationsloch zum nächsten flüchtet.• einer, dessen typisches Verhaltensmuster es ist, so lange nichts zu tun, bis der andere (seine Forderungen) aufgibt – die perfekte Mischung aus Bequemlichkeit und Verantwortungsflucht.• einer, der sich nicht bei Anflügen von Arbeitsmoral oder Motivation ertappen lässt, aber perfekt beherrscht, einen arbeitsamen oder hilfsbereiten Eindruck zu machen – während er andere für sich arbeiten lässt.• einer, dessen einziger Ausweg aus dem Familiensystem der gegenseitigen Überforderung und Abhängigkeit am Ende der Weg ins Gefängnis war.• einer, der fest davon überzeugt ist, dass in Kürze (maximal sechs Monate) die Welt ohnehin zerstört und er dann tot sein wird – seine Vermittlung wird durch diese Überzeugung vom bevorstehenden Weltuntergang erschwert.• einer, der wegen nicht vorhandener Ernsthaftigkeit aus der Maßnahme ausgeschlossen wurde und unmittelbar danach aufgewacht ist und ein Praktikum begonnen hat.
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