In der Hauptstadt Madagaskars leben unzählige Familien von weniger als einem Dollar pro Tag. Aus ärmsten Verhältnissen stammend, verfügen die meisten nur über minimale oder gar keine Schulbildung, so dass ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt.
Ebenfalls fehlt notwendiges Startkapital, das alternativ die Gründung von Kleinunternehmen erlauben würde. Die Betroffenen sind somit gezwungen, sich ihr Überleben mit Betteln oder wenig lukrativen Gelegenheitsarbeiten zu sichern.
Das Angebot für Kinder aus verarmten Familien in Antananarivo ist groß, jedoch beziehen nur wenige Projekte die Eltern mit ein. Viele Kinder sind daher gezwungen, die Projekte nach kurzer Zeit wieder zu verlassen, um das Überleben ihrer Familie zu gewährleisten. Der Weg aus der Armut funktioniert daher nur über den Einbezug der Eltern: Erst wenn diese über stabile Einkünfte verfügen, kann für die Zukunft der Kinder gehofft werden.
Den Müttern kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, tragen sie doch in vielen Fällen die alleinige Verantwortung für ihre Kinder und üben eine wichtige Vorbildfunktion für diese aus. Zudem haben Studien gezeigt, dass eine Verbesserung der sozioökonomischen Situation von Frauen sich am nachhaltigsten auf die Lebensbedingungen sämtlicher Familienmitglieder ausübt.
Aus diesem Grund unterstützt unser Projekt drei bedürftige Mütter in Antananarivo, die gemeinsam einen Verkaufsstand für selbst hergestelltes Kunsthandwerk betreiben. Aufgrund fehlender Fachkenntnisse sowie mangelnder Produktionsinfrastruktur ist ihr Angebot jedoch bisher sehr einseitig und qualitativ unzureichend, so dass der Stand bisher keine ausreichenden Gewinne abwirft.
Hauptziel des Projekts ist daher die berufliche Weiterbildung der Frauen im Bereich madagassischen Kunsthandwerks sowie die Gründung eines rentablen Kleinstunternehmens zur Sicherung stabiler Einkommensquellen der "Straßenmütter". Langfristig zielt das Projekt auf eine strukturelle und somit nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Menschen in urbanen Slums ab.
Die geplanten Aktivitäten umfassen zunächst eine 30-tägige Ausbildung zur Herstellung von qualitativ hochwertigen und neuen Kunsthandwerksprodukten sowie die Bereitstellung von benötigtem Material für die Herstellung des Kunsthandwerks. Während dieses Zeitraums wird den Frauen ihr Verdienstausfall kompensiert.
In einem weiteren Schritt ist die Gründung einer Frauenkooperative geplant. In diesem Rahmen wird eine Werkstatt zur Produktion und zum Verkauf der Produkte sowie feste Unterkünfte entstehen. Auch ist die Eröffnung eines Cafés geplant, um alternative Einkommensquellen zu ermöglichen. Um die Kommunikation mit Touristen zu erleichtern, wird zusätzlich ein Französischkurs angeboten. Insgesamt werden die Frauen bei der Kommerzialisierung und dem Verkauf ihrer Produkte unterstützt.
Die Noah Foundation führt dieses Projekt in Kooperation mit der madagassischen NGO “Fanatsarana ny Fari-piainana eny Ambanivohitra“ (FFA) durch.
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