Erfolgreiche Veranstaltung: Große Unterstützung im Kampf gegen Genitalverstümmelung
Die Gemeindeveranstaltung, die in dieser Woche stattgefunden hat, war ein großer Erfolg. Am wichtigsten: Die Teilnehmenden haben einstimmig beschlossen, dass sie weibliche Genitalverstümmelungen nicht weiter tolerieren werden. Wenn sie von Fällen hören, wollen sie sie fortan bei der Polizei anzeigen.
Natürlich wird dies nicht alle Beschneidungen sofort unterbinden. Aber es ist ein großer Fortschritt: denn viele weitere Leute haben sich nun verpflichtet, gegen diese grausame Praxis anzukämpfen.
An den ersten Veranstaltungstagen haben ungefähr 180 Mädchen (darunter die Kinder aus dem Tareto Maa Center) an Seminaren zu Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit teilgenommen, wie z.B. HIV/AIDS. Am Ende haben sie – gemeinsam mit den Erwachsenen – einen alternativen „Übergangsritus“ gefeiert (einen Schritt ins Erwachsenwerden ohne Verstümmelung).
Die Abschlussversammlung wurde von rund 80 Erwachsenen besucht. Unser Team hatte eigentlich 100 Teilnehmer erwartet. Aber es gab in der Gemeinde an diesem Tag eine Heiratsfeier – das war wohl der Grund, warum einige nicht kommen konnten. Immerhin waren viele wichtige Leute bei der Veranstaltung dabei – und zwar sowohl aus der christlichen wie auch der muslimischen Gemeinde.
Einer der wichtigsten Massai Chiefs, mehrere sehr bekannte Politiker aus der Region sowie Vertreter der Regierung haben an der Veranstaltung teilgenommen. Sie wiesen darauf hin, dass die Polizei immer stärker gegen Menschen vorgeht, die weiterhin Genitalverstümmelungen praktizieren. Zwei TV-Teams und zwei nationale Tageszeitungen haben die Veranstaltung besucht. Eine Frau, die früher selbst Beschneiderin war, erklärte, warum sie keine Beschneidungen mehr durchführt. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde der Provinz Transmara zeigte durch ihr eigenes Lebensbeispiel, wie weit es Mädchen und Frauen bringen können, die – wie sie selbst – nicht beschnitten sind, und dass sie den Respekt der Massai Gemeinde bekommen können. Darüber hinaus haben zahlreiche Dorfälteste, Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft sowie Ärzte die Diskussion unterstützt.
Nur im Laufe der Zeit kann sich zeigen, welchen Effekt die jetzige Gemeinde-Entscheidung auf die Praktiken der Beschneidung und Kinderheirat in Kilgoris langfristig hat. Aber die Veranstaltung hat dem Kampf gegen diese Praktiken viel zusätzliche Kraft verliehen. Nun geht es darum, diese Kraft zu nutzen.